Und jetzt?

9 11 2016

So. Er ist gewählt worden. Nachdem wir zwei Jahre lang mit zunehmender Panik darüber diskutiert und uns ausgemalt haben, was alles passieren wird, wenn er gewählt wird – ist er jetzt gewählt worden. Da wir zu 50% damit rechnen mussten, wieso sind wir jetzt alle überrascht und haben vorauseilende Weltuntergangsstimmung? Das verstehe ich nicht.
1. Wir können es nicht ändern.
2. Die Amerikaner auch nicht, aber wenn sie vier Jahre durchhalten, haben sie die Möglichkeit, ihren Fehler wiedergutzumachen, und Clinton wird ja wohl nicht nochmal antreten nach dieser erneuten Schmach.
3. Wie wär’s, bevor wir jetzt durchdrehen, dass wir einfach mal abwarten, was geschieht? Und dann handeln – und zwar politisch wie wirtschaftlich? Oh ja, diese Möglichkeit haben wir. Die USA mögen eine Weltmacht sein, aber sie sind keine All-Macht.

Also: Bevor wir jetzt einen auf Lemminge machen, sehen wir doch erst mal, was geschieht. Um den Jahreswechsel oder so gibt Obama die Geschäfte ab, und bis dahin kann Trump sein Kabinett aufstellen. Vielleicht hat er ja gute Berater? Vielleicht kümmert er sich tatsächlich mehr um das Innenpolitische wie angekündigt, und zertrümmert dort alles, sodass er für die Außenpolitik gar keine Zeit hat? (Mal abgesehen vom IS, gegen den er weiter vorgehen sollte.)

Ich verstehe, dass viele Amerikaner sich Sorgen machen, dass die Website der kanadischen Einwanderungsbehörde zusammengebrochen ist. Aber wir?

Mir bereitet etwas anderes viel mehr Sorgen, und darüber redet kaum einer. Weder Facebook, noch Twitter, noch die Medien. Darüber breitet man das Mäntelchen des Schweigens.
Da gibt es ein Land in unserer unmittelbaren Nachbarschaft, in der jemand in aller Gemütsruhe und ungehindert eine Diktatur aufbaut. Der die Menschenrechte mit Füßen tritt. Der die Demokratie außer Kraft gesetzt hat.
Die EU setzt die Beitrittsverhandlungen mit diesem Land fort.Und ansonsten tut sie nichts.

Bitte bedenkt doch mal die Konsequenzen unmittelbar für uns, sollte die Türkei tatsächlich EU-Partner werden. Bedenkt die Konsequenzen auch ohne dieses Horror-Szenario, dass ihr widerspruchslos zuschaut, was Nachbar Erdogan tut und weiterführt. Die Schriftsteller, Journalisten, Lehrer des Landes rufen ständig um Hilfe und Unterstützung.
Niemand hört sie. Ich habe auf Facebook einen Artikel einer türkischen Autorin gepostet, mit dem Inhalt, was dort geschieht, dass willkürliche Verhaftung und Folter an der Tagesordnung sind, dass die gesamte Bildung und Kultur zerstört wird, und dass sie um Hilfe ersucht.
Dieses Posting bekam nicht ein einziges Like. Geschweige denn einen Kommentar.
Es interessiert sich niemand dafür! Weder für die Zustände in dem Land, noch die Bedrohung, die daraus auch für uns erwächst.

DAS lässt in mir Weltuntergangsstimmung aufkommen. Und mich nach „Auswanderung“ googeln.



Leonhardiritt 2016

5 11 2016

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Es wurde schlechtes Wetter vorhergesagt – aber erstaunlicherweise war es morgens trocken. Sogar ein bisschen sonnig.
Bis 13 Uhr. Dann kam der Regen. Aber nicht so stark, und kalt war es auch nicht, sodass wir fest entschlossen waren, den Rundritt um Markt Rettenbach mitzumachen. Und es war tatsächlich eine Menge los, von überallher kamen Reiter und Kutschen, bestimmt über 20 Teilnehmer – vim Kaltblüter bis zum Minishetty, und dazu zwei reizende Eselchen und ein Hund. Nach der Segnung ging es dann los zum Rundritt, Touch und Nadin mit dabei. Touch, der Stehen doof findet (laaaangweilig), hat die Segnung beinahe verpasst, aber nun geht es endlich los. Im gemütlichen Touch-Gang. Nachdem es bis zum Start ein bisschen kräftiger geregnet hat, lässt es jetzt zusehends nach – und dann kommt sogar wieder ein bisschen Sonne. Und Wind, aber wir haben gut gewachste Outback-Sachen an, da geht nix durch. Danach gibt es bei der Feuerwehr von Gottenau den verdienten Schnaps, Bier, Kaffee und Kuchen. Für Touch ist noch keine Pause, die Kinder wollen auf ihm reiten, allein, zu zweit und zu dritt geht es auf und ab mit dem Pony-Express, und gutmütig wie er ist, macht er alles mit. Dafür kriegt er dann auch einen Schluck Bier von mir, den er genüsslich aus meiner Hand lappert. Kuchen will er auch, den essen Ute und ich aber selbst. Leckerli muss reichen!
Eine schöne Tour in großer Gesellschaft. Nächstes Jahr wird dann Mäxle mit dabei sein. Insofern das Wetter mitspielt – aber warum nicht!

Warten auf die Segnung

Warten auf die Segnung

Ute und Nadin

Ute und Nadin

Ute hat auch ein Bild von uns gemacht, als er mal stillgestanden hat

Ute hat auch ein Bild von uns gemacht, als er mal stillgestanden hat

Gleich geht's los!

Gleich geht’s los!

Und zum Abschluss gab's noch ein schänes Schleifchen!

Und zum Abschluss gab’s noch ein schönes Schleifchen!



Ein krasses Wochenende / KittyCon

2 11 2016

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Fabylon packt den Bücher-Koffer – zum letzten Mal in diesem Jahr! Die KittyCon ruft vom 29.-30.10.2016, in dem hübschen kleinen Städtchen Langenfeld im frohnaturischen Rheinland. Wo ich übrigens, weil man genau „zwischendrin“ liegt, wie man mir versicherte, mein erstes Alt getrunken habe, und wo ich bereut habe, es nicht längst in all den Jahrzehnten zuvor probiert gehabt zu haben. Lecker, das Zeugs, herbes Malz, aber nicht so bitter und latsch wie Guinness. Mag ich, meine lieben Kölner Freunde mit eurem komischen Kölsch, und als Bayerin halte ich euren Hohn aus!
Der Blogtitel ist Programm, fürwahr. Die Ereignisse rund um den Con haben uns weitaus mehr beschäftigt. Mal abgesehen von unserem sehr schönen Hotel und dem guten Essen und Trinken, das wir in den Tagen genossen haben. Ein wundervoller Kurz-Urlaub in dieser Hinsicht. Doch es gab auch eine Menge zuhauf, was man sonst nicht so erwartet. Und diesmal lag es nicht am Verkehr, denn sowohl auf der Hin- als auch der Rückfahrt war es ruhig und gemürlich, bei bestem Herbst-Wetter, und ganz ohne Stress.
Zur Con selbst: Das Ambiente war super, auf einem alten, noch in Betrieb befindlichen Fabrikgelände mit vielen verschiedenen Firmen, eine große Halle. Es waren auch viele verschiedene Aussteller da mit interessanten Sachen.
Was die Lesungen betrifft, so jagte ein Pech das andere. Der einen Autorin lief auf dem Weg zur Con ein Reh vors Auto, die andere wurde auf der Intensiv eingeliefert. Entwarnung für beide, aber zunächst waren wir sehr besorgt, da häuften sich schon die Unglücksfälle.
Am Samstag abend, als wir uns mit den Verlegern des Arunya-Verlags im Zentrum verabredet hatten, wurden wir noch Zeugen eines sehr unschönen Ereignisses – das dennoch positive Momente hatte. Aktuell läuft ja der Prozess in Essen gegen mehrere Personen wegen unterlassener Hilfeleistung, die einfach neben einem sterbenden Mann in aller Gemütsruhe Geld abgehoben haben. Hier in Langenfeld lief das anders. Während wir aus einer Nebenstraße, wo wir geparkt hatten, Richtung Hauptstraße spazierten, ging plötzlich ein Tumult ca. 20-30 Meter vor uns los. Mehrere männliche Personen – die ich als Jugendliche sah, ob das stimmt, weiß ich nicht – gingen plötzlich auf einen Mann los, schubsten ihn über die Straße, schlugen ihn dann drüben – mitten in aller belebten Öffentlichkeit! – zu Boden, prügelten und traten mit aller Kraft auf ihn ein. Das Ganze dauerte nicht einmal dreißig Sekunden. Ein sehr beherzter Autofahrer hielt hupend an, stieg aus und schrie die Täter an, während gleichzeitg von allen Richtungen Leute brüllend angerannt kamen. Daraufhin ergriffen die Angreifer die Flucht. Inzwischen waren wir auch rennend eingetroffen. Immerhin war der Mann bei Bewusstsein, er hatte natürlich einen Schock erlitten, aber ich glaube, es ist ihm abgesehen von Prellungen nichts weiter passiert. Zusammen mit ein paar anderen Passanten blieben wir dann bei ihm und seinem 10jährigen Sohn, bis der Krankenwagen und die Polizei eintrafen. Viel aussagen konnten wir nicht, aber wir haben gesagt, was wir auf die Entfernung wahrgenommen hatten. Jedenfalls: Hut ab vor dem Mann, der mit seinem Auto angehalten und gehupt hatte und dann ausgestiegen war. Der war eindeutig der Held des Abends.
Anschließend hab ich einen Schnaps gebraucht. Und war erleichtert, dass es immer noch Zivilcourage gibt, die in diesem Fall das Opfer vor Schlimmerem bewahrt hatte.
Doch nun der Conbericht per Bilder!

Freitag - Aufbau des Standes

Freitag – Aufbau des Standes

Samstag - nun sind wir auch bereit

Samstag – nun sind wir auch bereit

Impressionen mit Agentur Ashera

Impressionen mit Agentur Ashera

Allein das Ausstellungsdesign ist ein Hingucker

Allein das Ausstellungsdesign ist ein Hingucker

Fantastische Drachenbilder

Fantastische Drachenbilder

... und Musikinstrumente

… und Musikinstrumente

Steampunk-Bobbycar-Rennen

Steampunk-Bobbycar-Rennen

Der Sonntag beschert viel Sonne

Der Sonntag beschert viel Sonne und uns entsprechend ein Lächeln



AustriaCon 2016

23 10 2016
Die mit allerlei tollen Sachen gefüllte Überlebensbox - unter anderem mit Wiener Luft

Die mit allerlei tollen Sachen gefüllte Überlebensbox – unter anderem mit Wiener Luft

 

 

Am letzten Septemberwochenende fand der AustriaCon in Wien statt (obwohl es ganz bestimmt nie wieder einen geben sollte! 😉 ) Ich habe mich daher schon sehr darauf gefreut und auf Facebook die Entwicklung der enorm vielen Aktivitäten mitverfolgt. Der Wiener Stammtisch hat erneut eine Menge ungewöhnlicher Ideen realisiert, und das macht diesen Con so besonders und „anders als die anderen“.
Stressfrei war es für uns allerdings nicht. Am Freitag haben wir nicht weniger als 9 Stau-Stunden für die 540 Kilometer gebraucht und sind entsprechend auf dem Zahnfleisch erst am Abend, als der Empfang im Rathaus schon begonnen hatte, im Hotel angekommen. Da gab es nur noch ein Bier, eine Kartoffelsuppe und ab ins Bett. Samstag früh waren wir immer noch reichlich zerknittert, vor allem mussten wir erst mal unseren Tisch aufbauen. Immerhin hat es nicht geregnet, aber dafür hat die Klimaanlage versagt und so waren wir bald schwitzenass und haben bis Mittag gebraucht, um einigermaßen wieder auf ein normales Level zu kommen und ansprechbar zu sein.

Man sieht's an den Haaren: Noch ein bissl gestresst

Man sieht’s an den Haaren: Noch ein bissl gestresst

Aber dann ging es auch gleich los mit den Verkäufen, kaum ausgepackt, schon weg 😉 und den Begegnungen, freudigen Wiedersehen. Gut platziert und weil quasi „alles in einem Raum“ war, haben wir auch von den Panels das eine oder andere mitbekommen, wie etwa Raimund Peters Intro, Highlights waren natürlich Andreas Eschbach, Andreas Gruber – der gerade erst den Leo-Perutz-Preis erhalten hatte – und Andreas Brandhorst. Ständig war Bewegung, der Con war gut besucht, auch aus Deutschland waren einige gekommen.
Kurz nach dem ersten Bier, das endgültig die Tiefenentspannung einläutete, war ich auch schon bei einem Panel dabei – es ging um PERRY RHODAN ARKON, die Miniserie. Wie man sieht, waren wir recht entspannt auf der Bühne!

Verena Themsen, Gerry Haynaly, Moderator und Conchef Roman Schleifer, ARKON-Chef Marc A. Herren, halb verdeckt Ben Calvin Hary, Dennis Mathiak

Verena Themsen, Gerry Haynaly, Moderator und Conchef Roman Schleifer, ARKON-Chef Marc A. Herren, halb verdeckt Ben Calvin Hary, Dennis Mathiak. Foto: Robert Christ

Eine vergnügte Runde, und für mich umso vergnüglicher, weil bis auf Ben einst alle bei mir im Schreibseminar gewesen waren … (ja, echt!). Da weiß man doch, dass man irgendwas richtig gemacht hat. Genug Selbstbeweihräucherung, der Rest des Tages verging wie im Flug, es gab noch ein Pläuschchen mit dem lieben Kollegen Uwe Anton (auch über berufliches, jaja).

Foto: Alfred Vejchar

Foto: Alfred Vejchar

Und dann aber ab ins Hotel und ins Bett gefallen – der Vortag saß immer noch in den Knochen und so haben wir die Party verpasst. Aber dafür sitzt am nächsten Morgen das Haar besser, das Wetter wechselt zwischen kühl, Wind, Sonne und Regen, der kurze Sommer hat sich verabschiedet. Kollege Robert Corvus führt mit mir ein Interview für sein Youtube-Vlog, natürlich auch mit den anderen Ehrengästen, und bekommt ordentlich viel Material zusammen. Ab ca. 29. Minute

Am Sonntag schon in Vorfreude auf ein paar Urlaubstage

Am Sonntag schon in Vorfreude auf ein paar Urlaubstage

Der halbe Tag vergeht wie im Flug, und kurz nach 13 Uhr machen wir uns auf die weitere Reise – wir haben noch ein bisschen Urlaub angehängt und fahren nach Prag. Und auch wenn es nie, nie, gar nie nicht niemals wieder einen AustriaCon geben wird – ich freue mich schon aufs nächste Mal!



Illertissen 2016

15 10 2016

ausschnitt

 

 

 

So, nun wird es aber Zeit, mal alles aufzuholen, was in den vergangenen Wochenenden so alles geschehen ist! Da wäre als erstes – am 17.9. fand wieder das Pferd und Hund-Spektakel in Illertissen statt. Der September war ja der einzige richtige und schöne (Sommer-) Monat in diesem Jahr – aber ausgerechnet an dem Wochenende gab es Regen. Zum Glück war es nicht zu kalt. Und eigentlich war es am Samstag, als mein bester Ehemann und ich im Trike losfuhren, ja auch bei uns recht schön. Doch auf der Hinfahrt dann – au weia. Mehrmals musste ich stehenbleiben, weil ich nichts mehr gesehen habe. Wortwörtlich triefnass kamen wir beide an, und glücklicherweise blieb es dort trocken. Es gab sogar ein paar Kesselfeuer, über denen wir uns einigermaßen trocknen konnten. So konnte der Herr Fotograf seiner Pflicht nachkommen, und ich mich auf den Auftritt vorbereiten. Jawohl, denn diesmal hatten wir eine ganz außergewöhnliche Nummer geplant – mit echten und mit mechanischen PS! Dazu bleibt dann gar nicht mehr viel zu sagen – mit der „I bin a bayerisches Cowgirl“-Nummer haben wir wieder ins Schwarze getroffen und viel Anklang beim Publikum gefunden. Die Rückfahrt war dann wieder extrem nass (mir lief ca. ein halber Liter Wasser in die Stiefel), sodass daheim ein heißes Bad angesagt war. Auch am Sonntag war ein Auftritt mit Trike geplant, aber leider hat es kurz vor der Abfahrt so zu schütten und vor allem zu winden angefangen, dass ich trotz guter Ausrüstung aufgesteckt habe. Darüber war ich schon traurig, aber umso mehr ein Grund, sich auf nächstes Jahr zu freuen.

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Die Phantastische Bibliothek in Wetzlar

11 09 2016

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Viele kennen bestimmt die Phantastische Bibliothek in Wetzlar, wenigstens dem Namen nach. Manche, so wie ich, erinnern sich sogar an die Gründung derselbigen in 1989 – und mit welchem Elan diese einmalige Sammlung der phantastischen Literatur aufgebaut wurde. Mit 280.000 Titeln ist sie vermutlich die weltweit größte Bibliothek dieser Art – und sie ist jedermann zugänglich. Sie veranstaltet Ausstellungen, Kongresse, vergibt Literaturpreise – all das verbunden mit einem sehr hohen Engagement. Seit zehn Jahren ist die Bibliothek eine eigenständige gemeinnützige Stiftung. Informationen finden sich auf ihrer Homepage und auf Facebook, wie einmalig diese Bibliothek ist – und dass sie es wert ist, erhalten zu bleiben. Davon profitiert letztendlich jeder – vom Studenten bis zum begeisterten Leser.
Wir Autorinnen und Autoren, die eng mit der Phantastischen Bibliothek Wetzlar verbunden sind, rufen deshalb dazu auf, sich mit einer klitzekleinen Spende zu beteiligen – mit dem symbolischen Buchpreis von € 11,11.
Natürlich darf es auch mehr sein – auf der Spendenseite finden sich besondere Goodies, die es so im Handel nicht gibt, denn sie werden von Autoren gespendet, für die das Goodie eine ganz besondere ideelle Bedeutung hat. Dort finden sich auch alle Informationen der beteiligten Autoren, Konto und so weiter.

Zur Spendenseite



Nur mal so am Rande

4 09 2016

Erzählt mir nicht so eine Scheiße, ihr „Denkzettelwähler“, dass ihr gar nicht die AfD wählten wollt, sondern die anderen Parteien wie CDU oder SPD abwählen. Ihr seid Lügner und Heuchler. Ihr wisst genau, welch Geistes Kind die AfD ist. Ihr wisst genau, dass es noch mindestens ein Dutzend andere Parteien gibt, die ihr protestwählen könnt. Aber nein, ihr wollt ja nicht, dass eure Stimme verloren geht, deswegen wählt ihr die Partei, die die meisten Chancen hat, dass eure Stimme zählt. Ist das euer abstruser Gedankengang? Ernsthafte Frage: Seid ihr eigentlich jemals in der Schule gewesen? Habt ihr jemals den Geschichtsunterricht besucht? Wisst ihr, wir Hitler damals gewähtl wurde? Genau durch euch. Eure Vorfahren, die genauso Lügner waren wie ihr. Die gesagt haben, wir wählen Hitler, weil den wählt sonst eh keiner, aber ich will’s den Großen endlich mal zeigen. Ja, stimmt schon, da gibt es noch andere Parteien, aber mal so nebenbei erwähnt: ganz so falsch ist der Hitler ja auch nicht, weil der verspricht mir Arbeit, der verspricht mir, dass die Ausländer rausfliegen aus meinem Land, der verspricht mir, dass ich bequem und kuschlig gebettet liege und

NICHT MEHR NACHDENKEN MUSS!!!!

Echt, ihr kotzt mich an! Da sind mir die, die aus ehrlicher Überzeugung die AfD wählen und das zugeben, noch lieber.
Nein, auch nicht. Solche Menschen widern mich von Haus aus an. Aber man kann es ja drehen und wenden, wie man will: ihr „Protestwähler“ seid um keinen Deut besser als die, die ihr Kreuzchen aus Überzeugung an derselben Stelle gesetzt haben. Ihr seid dumm, ihr seid ungebildet, ihr seid ignorant. Ihr seid fanatisch. Ihr seid auf dem absoluten Holzweg. Ihr wisst nicht, wie gut es euch geht, und wie dankbar ihr um die Demokratie sein solltet, die es euch gestattet, solche Wichser zu sein.



Verbot der Selbstbestimmung

27 08 2016

Die Burka unterdrückt die Frau, entscheidet man. Allerdings nicht dort, wo sie tatsächlich ein Symbol der Unterdrückung ist, sondern bei uns, im modernen, demokratischen Westen.

Kommt jetzt nicht daher, das wäre eine Störung der öffentlichen Ordnung. Ich weiß nicht, inwiefern ein Burkini etwas mit Terroranschlägen zu tun haben kann. Ich bin restlos entsetzt, dass ausgerechnet Frankreich, das doch sooo stolz ist auf seine liberale, gleichberechtigte … ah, das habe ich wohl immer falsch verstanden, fraternité, stimmt, da kommen ja gar keine Frauen drin vor. – Dass man gegen dieses Verbot vor Gericht ziehen muss und Provinzen trotzdem daran festhalten, auch wenn das Gericht anders entschieden hat … in Nizza war ein Einzeltäter. Ein Mann. Wieso werden pauschal die Frauen dafür bestraft?
Mit dem Burkini wurde den Frauen eine Möglichkeit geschaffen, endlich auch Badevergnügen ausleben zu dürfen.
Übrigens gehen nicht nur Musliminnen bekleidet ins Meer. Auch die Asiatinnen, und zwar egal welcher Religion.
Ach so. Ich Dummerle. Das ist ja gaaaaaaaaaaanz was anderes. Die gehen ja dort bekleidet ins Wasser, nicht bei uns.

Man kann ein Verbot noch so „begründen“ oder „rechtfertigen“ – es ist und bleibt ein Verbot.
Wenn eine Frau nicht selbst entscheiden darf, was sie als Kleidung anzieht, dann wird sie unterdrückt. Und das von Staats wegen. Die verschleierte Frau wird stigmatisiert. Sie wird gezwungen, etwas zu tun, was sie nicht will.
Und zwar egal in welchem Land! Ob sie nun die Burka tragen muss oder nicht tragen darf – es ist ein Zwang.

Es ist absurd, den einen Zwang mit dem anderen Zwang ausgleichen oder „besser machen“ zu wollen.
Was hat denn das mit Demokratie zu tun? Mit den Grundrechten der Menschenwürde? Wie soll das überhaupt mit unserem Grundgesetz vereinbar sein?
Ich wiederhole es gern. Ein Verbot bedeutet: Die Frau hat nicht mehr das Recht, selbst zu entscheiden.
Sie wird gezwungen – und damit unterdrückt -, die „passende“ Kleidung an/auszuziehen. „Passend“ bedeutet: Selbstverständlich auch wieder nicht zu minikurz, denn dann ist sie selbst schuld, wenn sie vergewaltigt wird. Burka tragen darf sie nicht, aber Männer provozieren auch nicht! Sie darf natürlich erst recht kein grelles Make-up tragen, weil sie sonst eine Nutte ist.

Ich fände es ja angesichts solcher Überlegungen am besten, es wie bei Mao zu machen: Männlein und Weiblein tragen alle dieselbe blaue Knast-Uniform, dieselben Schuhe, und tragen vor allem alle Glatzen, damit man nicht mal mehr die Haarfarbe erkennen kann.

Wenn eine bei uns lebende Frau keine Burka mehr tragen will, dann muss sie das auch nicht! Sie hat das Recht dazu, sie abzulegen. Und wenn ihr Mann sie deswegen umbringen will, dann hat diese Frau das Recht auf körperliche Unversehrtheit, sprich auf Schutz, polizeilich wie gerichtlich. So funktioniert unser Staat.
Naja, zumindest auf dem Papier.

Da wird einfach selbstmännlich entschieden, dass die burkatragende Frau unterdrückt ist und befreit werden muss. Ohne dass dabei berücksichtigt wird, dass diese Frau seit ihrer Geburt mit diesen Reglements aufgewachsen ist und nichts anderes kennt. Dass ein Umdenken ein langsamer, behutsamer Prozess sein muss und kein Gewaltakt, wie er hier vorgenommen wird. Vielleicht will die Frau ja wirklich eines Tages die Burka ablegen – aber ob und wann, das ist ihre Sache. Ansonsten bekommt sie halt noch ein Trauma mehr und erkennt, dass sie auch im demokratischen Westen in einer Welt lebt, in der sie nichts zu sagen und keine Rechte hat.

Denn das Verbot ist zugleich ein Schuss nach hinten. Trägt eine Muslima trotzdem die Burka, was ist dann? Wird sie verhaftet? Trägt sie sie nicht, darf sie dann auf Weisung des Gatten nicht mehr aus dem Haus? Hat denn irgendjemand über die Konsequenzen nachgedacht, die die Frauen zu tragen haben? Ach nee, es ist wie bei Merkels „wir schaffen das!“ – Hauptsache, Verbot, was daraus wird, ist uns doch wurscht, wir haben die Diskriminierung der Frau beendet. Ja, wie denn? Indem sie nicht mehr aus dem Haus darf und keiner weiß, was da drin mit ihr passiert? Macht nix, weil wir sehen es nicht?
In jedem Fall hat die Frau die Schuldzuweisung und ist diejenige, die darunter leiden muss. Egal, was sie tut, sie kann gar nicht das Richtige tun!

(Ich glaube eh, dass viele Frauen, speziell in Metropolen wie Rom, sich sowieso am liebsten vollverschleiern würden, um auf der Straße den Männern nicht mehr hilflos ausgeliefert zu sein, um nicht ständig angemacht, wenn nicht sogar direkt angefasst zu werden.)

Ihr Verbotsliebhaber, fangt doch mal damit an, dass Frauen nicht mehr angefeindet werden für das, was sie tun, für das, was sie arbeiten. Das zieht sich durch alle Branchen und alle Gewerbe.
Bevor ihr so tut, als würdet ihr Frauen respektieren, fangt doch erst mal damit an, Frauen als gleichberechtigte Partner zu sehen und ihre Arbeit gleichwertig zu entlohnen. Fangt einmal damit an, Frauen nicht mehr auf das Gebären zu reduzieren: „Was, du hast noch kein Kind? Dz, dz, dz“ … „Was, du hast fünf Kinder? Du Assi!“ … „Was, du hast nur 1 Kind? Und was wird aus deiner Rente?“
Fangt einmal damit an, dass ich als Frau keine Angst mehr haben muss, durch unbelebte Straßen oder allein in eine Tiefgarage zu gehen.

Ein Burka/Burkiniverbot kann und wird daran nichts ändern, außer, dass die Frauen, die sich ohnehin fügen müssen, sich weiterhin fügen müssen, nur vielleicht noch ein wenig mehr. Ob mit oder ohne Verhüllung, es sind die Frauen, die es trifft, denen das Recht auf Selbstbestimmung abgesprochen wird, die sich ständig „den Regeln entsprechend“ zu verhalten haben.

Das Ergebnis wird sein, dass Frauen noch mehr als sonst angefeindet werden, wenn sie auch nur ein Kopftuch tragen. Was übrigens mit Religion nicht zu tun haben muss – oder würdet ihr behaupten wollen, die Queen sei eine Muslima?

Religion als Grund vorzuschieben ist Heuchelei, und es „Befreiung“ zu nennen ist blanker Hohn. Es ist Stigmatisierung und Befeuerung der Misogynie. Es wird alles schlimmer und nicht besser machen.



Proxima Centauri so nah

13 08 2016

Neues aus der Astronomie: Proxima Centauri ist nur etwas über 4 Lichtjahre von uns entfernt, eine rote Zwergsonne. Nun wurde ein Planet entdeckt, der die Sonne umkreist – und sich in der habitablen Zone befinden könnte. Wasservorkommen wären möglich. Nur ein winziges System innerhalb eines Dreifachsystems – und doch eine zweite Erde? SPIEGEL ONLINE



Niemand & Niemand – Mehr

2 08 2016

N Klappen 1N Klappen 2

Das ist mir ganz persönlich eine besondere Freude. Ich habe hier im Blog vor 3 Jahren über Niemand geschrieben. Als die Autorin Nicole Rensmann mich letztes Jahr fragte, ob ich eventuell die Fortsetzung dazu publizieren wolle, sagte ich sofort „ja“. (Na gut, ich habe es in langen Versalien geschrieben). Aber, fuhr ich fort, dann will ich auch Niemand 1 dazu. Wenn schon, dann machen wir eine besondere Ausgabe mit zwei Bänden. Nachdem Nicole abgegeben hatte, fingen Künstler Timo Kümmel, der auch schon Band 1 gestaltet hatte, und ich heimlich zu tüfteln an, wie wir 1. die Karte des Niemandslands entsprechend präsentieren können, und 2. den Rest gestalten. Die Klappenbroschur lag da nicht fern, innen farbig, die Karte, und dazu das Cover in Panorama ohne Titelei. Für Timo eine anstrengende Aufgabe, alles passgerecht  hinzubekommen. Und, wie man sieht, er hat sie mit Bravour gemeistert. Nicole wollten wir damit überraschen – und im Prinzip auch alle Leser. Was freue ich mich, wieder über Laberköppe, hyperventilierende Knalltüten, Oma Hempel und viele mehr (!) zu lesen! Und allen voran natürlich von Niemand und Nina.
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