Zoomania – der schönste und beste Film des Jahres

21 08 2016

Jep, ein animierter Streifen, ein „Zeichentrick“, wie wir damals, in der Prä-CGI-Zeit sagten. Genau der. Und warum? Weil er pure SF (-> Science Fiction) ist. Weil er schlichtweg in allem großartig ist. Weil einfach alles stimmt.
Angefangen bei dem wundervollen, Mut machenden Titelsong von „Gazelle“ alias Shakira „Try everything“, der den humanen, sozialen Charakter der herausragenden (wunderschönen) kolumbianischen Sängerin kennzeichnet. Sie hat sich übrigens auf deutsch synchronisiert, was noch das Tüpfelchen auf dem I ist. Und gar nicht zu fragen, dass man sie als „Gazelle“ in der Tat sofort erkennt. Ich habe den Film völlig unvorbelastet gesehen – und schrie „Shakira!“, als ich sowohl Lied hörte als auch die Tierfigur sah.
Worum geht es denn? Um Rassismus. Um Stände/Schichten/Kasten, dass jemand, der ein kleines Nagetier ist, nicht einfach zu Höherem berufen sein darf. Um Träume, die man leben soll. Und um unerschütterliches Vertrauen, Optimismus, Liebenswürdigkeit, das wahre Liebenswerte, um Naivität, Arglosigkeit, und natürlich um Freundschaft. Und auch um Extremismus, Fanatismus, Machtgier, Populismus, Vorurteile, Missverständnisse durch mangelnde Kommunikation …
Und all das verpackt in einen unglaublich lustigen, ja, saukomischen, mitreißenden Film, der einen mit seiner Optik schlichtweg mitreißt. Die Szene, als Judy mit der Magnetbahn, Gazelle im Ohr, mit den staunenden Augen eines Kindes aus dem Dorf in die riesige utopische Stadt kommt, durch die verschiedenen Zonen fährt, die durch Terraforming Lebensbedingungen für schlichtweg alle bieten – vom kleinen Maulwurf bis zum Elefanten. Wenn das keine Science Fiction ist!
Allein die Stadt ist optisch dermaßen grandios, dass ich das wahre Utopia darin erkennen kann und wünschte, ich wäre dort. Und ich wünschte, ich hätte es beschrieben. Die Faultiere. Die Faultiere!!
Und alle anderen. Genau wie bei Disney auch orientiert man sich an Goethe, der die Tiere jeweils benannte: König der Tiere, der Löwe, der listige Fuchs, Isegrim der Wolf, und … ja, die Faultiere. Ha … … … … … … ha.
Judy Hopps, die unglaublich schlaue, ehrgeizige und herzerfrischende Häsin, die Polizistin werden will, führt uns durch eine animierte Welt, die genau die unsere ist. Sie führt uns unsere Fehler vor, indem sie selbst die schlimmsten begeht, sie erlebt genau dasselbe wie wir mit ihrer Familie, dem Mobbing, der Chancenlosigkeit, aber sie gibt nicht auf. Sie gibt niemals auf. Und sie lernt den Fuchs, die Nemesis aller Mümmler kennen und erfährt fast zu spät, dass er einst dieselben Träume hatte wie sie und genauso rassistisch verfolgt wurde. Seine Träume wurden derart zertrümmert, dass er aufgab. Bis er Judy kennenlernt.

Am Ende sind die beiden immer noch benachteiligt, aber sie haben einen Teilsieg errungen – und Gazelles Auftritt versöhnt uns sowieso mit allem und macht uns Hoffnung, dass es … ja, vielleicht doch mal anders sein könnte. Dass wir alle einmal denselben Traum vom Zusammenhalt träumen.

Bei all der Kritik wird niemals der moralische Zeigefinger erhoben, ganz im Gegenteil sogar. Kinder können sich diesen Film unbeschwert ansehen und werden Judys Weg als Heldin begeistert nachvollziehen können. Und die Eltern … ja, die sollten ihn sich nicht nur einmal ansehen, ein bisschen darüber nachdenken, und mit ihren Kindern darüber sprechen.

Mein persönliches Highlight des Jahres, das sich bereits in meine All-Time-Favorites-Top-Ten (das heißt, Filme, die ich mir jahrzehntelang anschaue und das zweistellig mal) katapultiert hat. Und je öfter ich diesen Film sehe, umso bedeutungsvoller empfinde ich ihn. Es sind so viele Details drin, dass selbst zweimal sehen nicht ausreicht.



The Hateful Eight

1 02 2016

Da ist er also, der 8. Film von Quentin Tarantino. Na ja, eigentlich hat er schon ein bisschen mehr Regie geführt, aber diese Filme zählt er halt so, dass sie rein aus seinem Wirken entstanden sind.
Ich glaube, niemand polarisiert so sehr wie dieser Regisseur. Man hasst ihn oder man ist Fan, dazwischen gibt es nichts.
Ich? Ich bin Fan. Was ja wohl kaum eine Überraschung sein dürfte.
Ein zweiter Western, aber ich habe nichts dagegen, denn schließlich bin ich auch Western-Fan. Obwohl, und das muss ich an der Stelle schon als harsche Kritik bringen, keiner in diesem Film Whiskey trinkt.
Aber auch ansonsten hätte es gar kein Western sein müssen. Ich glaube, Tarantino wollte vor allem dieses Ambiente, weil er Western liebt. Es hätte auch jede andere Kulisse sein können. Aber Wyoming hat nun mal eine Menge zu bieten und ist noch eine Spur rauer als andere Bundesstaaten. Also hat er, damit es stimmig ist und doch nicht anders platziert werden kann, das passende politische Thema dazu genommen, das vermutlich auch titelgebend ist.
Tarantino schafft es tatsächlich, in jedem Film etwas anderes zu machen. In diesem Fall einen hauptsächlichen Dialogfilm mit nur einem einzigen Schauplatz, als wären wir in einem Theaterstück. Dabei bleibt er aber trotzdem seiner Erzählweise treu: Aufteilung in Kapitel, und diesmal kommt nach der – beabsichtigten – Pause auch noch ein Erzähler dazu.

Worum geht es? Um 10 kleine Jägermeister.
In dem Fall 8 plus ein paar Nebendarsteller. Plus 1 Frau. In absolut klassischer Agatha-Christie-Manier wird eine Gruppe Fremder durch Wetterunbill gezwungen, sich an einem einsamen Ort zusammenzurotten und die Nacht zu überstehen. Es gibt keinen Kontakt nach außen, keine Möglichkeit zu entkommen. Keine Frage, dass mindestens einer aus der Gruppe ein Mörder ist und dass mehrere ein düsteres Geheimnis mit sich herumtragen.
Wir haben hier also Kriegsveteranen, Cowboys, Sheriffs, Kopfgeldjäger, ihre Beute, Henker; so bunt gewürfelt ist diese Gruppe gar nicht, denn ihre Berufe ähneln sich durchaus. Die Frau? Soll eine Mörderin sein, eine gigantisch hohe Belohnung ist auf sie ausgesetzt.
Die ersten 95 Minuten haben wir einen reinen Dialogfilm, manchmal ein bisschen zu geschwätzig, aber durchaus tiefsinnig, pointiert, humorvoll und spannend. Es geht um den Bürgerkrieg, den Nord-Süd-Konflikt, und da ein Schwarzer dabei ist, kann man sich vorstellen, dass da einiges geboten wird. Die Frau sagt wenig, doch markantes. Hauptsächlich wird sie brutal verprügelt, doch egal wie viele Zähne sie ausspuckt, sie lacht weiter. Anders kannst du als Frau zu dieser rauen Zeit gar nicht überleben.
So werden also die Charaktere beleuchtet und Geheimnisse aufgedeckt, und kurz vor der 95. Minute gibt es den ersten Toten.
Dann: 15 Minuten Pause. Erst nachdem es weitergeht, ist zu erkennen, dass diese 15 Minuten nicht vom Kino, sondern vom Regisseur selbst beabsichtigt sind, denn ein Off-Erzähler übernimmt nun eine kurze Zusammenfassung, was während dieser Pause stattgefunden hat, und es offenbart sich auch der Sinn: Wer kein blutiges Gemetzel mag, hat in der Pause Gelegenheit, das Kino zu verlassen. Denn die restlichen 70 Minuten folgt das Tarantino-typische unzimperliche Gemetzel (da wird einem schon auch mal das Gesicht weggeschossen), wobei die Handlung weiter vorangetrieben wird. Es wird sehr blutig, aber auch sehr interessant, wie sich die jeweiligen Charaktere anhand der zusehends ausweglosen Situation verhalten. Wer wird sich wofür entscheiden? Wie wird es enden?
Das Ende bietet durchaus Überraschungen.

Fazit: Tarantino war zutiefst enttäuscht, dass sein Film keine Oscar-Nominierung erhielt. Das war auch die richtige Entscheidung. Der Film ist gut, stellenweise sogar hervorragend, die Darsteller sind alle durchwegs grandios, aber er besitzt nicht die Klasse und Qualität der Inglourious Basterds oder Django Unchained. Die Aufnahmen sind glasklar, und wie immer ist die Beleuchtung sehr gezielt eingesetzt – die Inszenierung ist absolut top.
Der einzige Kritikpunkt, den ich habe, ist die Musik. Tarantino hat Ennio Morricone jahrzehntelang angebettelt, ihm einmal die Filmmusik zu komponieren. Und nun ließ der Meister sich erweichen. Doch leider hat er dazu lediglich in die Schublade gegriffen und irgendwas hervorgeholt, das schon vor 30 oder 40 Jahren niemand haben wollte. Kein Wunder! So passt die Musik nicht im Entferntesten zu diesem Film, schon gar nicht zu einem Western, und plätschert langweilig und seltsam unharmonisch durch manch bombastisch gewollte Versatzstücke dahin. Überhaupt nicht das, was man von Morricone gewohnt ist. Ausschuss eben. Zum Glück trägt der Film sich hervorragend ohne Musik – auch das ist mal etwas Neues für Tarantino – sonst würde einen das rausreißen. Sehr enttäuschend, muss ich sagen, gerade auch weil es Morricone ist.



Axanar auf Messers Schneide

27 01 2016

Es war zu erwarten, dass Paramount eines Tages anklopft und sich ein wenig ungehalten zeigt über diese Fanproduktion. Ich kann Paramount sogar verstehen, denn mir würde es auch nicht gefallen, wenn jemand Waldsee neu schreibt und damit Geld macht und ich gehe leer aus. Ach so, das haben wir ja eh aktuell als Plagiats-Thema … doch dazu ein anderer Eintrag.

Abgesehen von Disney, die ja grundsätzlich keinen Spaß verstehen, sehen die meisten Rechteinhaber bei Fanproduktionen  weg, es ist ja auch Werbung für sie, bindet die Fans und lässt die Gemeinde wachsen. So lange, bis ein kommerzieller Zweck verfolgt wird. Oder die Sache tatsächlich kommerziell zu werden droht, weil sie, wie in diesem Fall bei Axanar, derart professionell gemacht ist, dass die Rufe (so wie auch meiner wenige Einträge zuvor) immer lauter werden, diesen Film im Kino sehen zu wollen anstatt des neuen Abrams. Es war also abzuwarten, bis es Knatsch gibt. Und damit haben die Axanar-Macher natürlich gerechnet und möglicherweise sogar genug Kohle im Ofen, um es auf einen Rechtsstreit ankommen zu lassen, der unter Umständen sogar Jahre dauert. Zumindest wurde eine renommierte Anwaltskanzlei damit beauftragt. Ich fürchte dennoch um das Projekt, vor allem hinsichtlich der möglicherweise verstreichenden Jahre.

Meiner Ansicht nach könnte Paramount das Geld für den Rechtsstreit sinnvoller anlegen: Indem es sich an der Produktion beteiligt. Axanar steht nicht in Konkurrenz zur Hauptreihe, da keine der bekannten Hauptfiguren vertreten sind und die Schlacht bei Axanar nur einmal irgendwann kurz erwähnt wurde. Also wäre es doch super für alle Beteiligten: Filmmacher, Paramount und Fans, wenn das Ganze als „Spin-Off“ übernommen würde und ins Kino käme, als Wartezeit zwischen ST III und ST IV.

Ja gut, aber was zählt schon Vernunft. Total überbewertet. Oder legen es die Axanar-Macher vielleicht sogar darauf an?

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The Revenant

25 01 2016

Der Film des Jahres. Und der vergangenen Jahre. Voller Wucht und Intensität. Ein 2D-Film, der wie 3D wirkt durch eine Kameraführung, wie wir sie noch nie erlebt haben. So nah und dicht dran, dass man denkt, man wäre dabei. Man spürt sogar den Eiswind. Atemberaubende Landschaftsaufnahmen. Brutal, grausam, authentisch. Meine größte Hochachtung vor den Schauspielern, die über 80% des Filmes im Eiswasser verbringen, und denen alles abverlangt wird. Die Erschöpfung auf den Gesichtern ist echt, nicht gespielt. Meine allergrößte Hochachtung vor diCaprio, aber er steht für mich ja sowieso schon seit Jahrzehnten auf dem Gipfel des Olymp. In seiner vielfältigen Karriere hatte er nur einen einzigen Aussetzer, aber der machte ihn berühmt – Titanic.

Eine Gruppe Fellsammler im Auftrag einer Company, Indianer, die sich gegenseitig bekriegen, Franzosen, die Felle und indianische Frauen rauben, ein Bär und ein Mann. Ein Mann, den der Bär praktisch in Stücke gerissen hat, und der sich weigert zu sterben, weil sein indianischer Sohn vor seinen Augen kaltblütig ermordet wird. Der in der Wildnis im auch für Gesunde schon tödlichen Winter zurückgelassen wird. Und der sich auf den Weg macht, seinen Sohn zu rächen und den Mörder zu stellen. So wird er selbst zum Blizzard mit tödlicher Wirkung.

Der Film ist definitiv nichts für zarte Gemüter. Allein der Angriff des Bären, den man hautnah miterlebt, lässt den Magen verklumpen. Aber auch der Showdown (ich will nicht zu viel verraten, aber in einem Western gibt es immer einen Showdown, deshalb sei hier davon die Rede) ist schier unglaublich. Gerade, weil ich in letzter Zeit sehr viele historische Western lese, kann ich sagen: Das ist authentisch. Der ganze Ablauf kann wirklich so stattgefunden haben; und es wurden wohl auch Motive wahrer Begebenheiten verwendet.

Ein Meilenstein, der beste Film seit Jahren, den kann keiner mehr in diesem Jahr toppen, da bin ich sogar bereit, eine Wette einzugehen. Einen Oscar haben außerdem neben diCaprio und Tom Hardy nahezu alle Darsteller des Films verdient, allein schon für die Strapazen, die sie dafür auf sich nehmen mussten. Ich schaue ihn mir bestimmt kein zweites Mal an, dazu ist er zu aufwühlend und zu verstörend, und er wird noch lange in mir nachhallen.



Star Trek – Axanar

13 01 2016

Axanar

Hab ich eigentlich schon meine Begeisterung mit euch hierüber geteilt? Waaaas – ich habe noch nicht? Empörend!
Ernsthaft: Nach der Abramsschen Khan-Gurke habe ich, weiß nicht mehr wie, diese Indie(Fan)-Produktion entdeckt und mir gedacht: verdammt, wieso hat JJ den Film nicht so gemacht?
Für eine Miní-Low-Budget-Produktion ist das Teil einfach super, es ist eindringlich, bewegend, und die Darstellerliste kann sich sehen lassen. Da steckt sehr viel Herzblut drin, aber leider scheint es momentan kaum weiterzugehen, abgesehen von Präsentationen auf der ComicCon in San Diego. Darum wird es Zeit, dass ich mal darauf aufmerksam mache. Ich wünsche mir hartnäckig, dass der restliche Film BALD mal fertig gestellt wird und genauso toll ist wie der Prolog. Vor allem: Die Schauspieler werden ja nicht jünger, gell? Und ich übrigens auch nicht!

Und nun zurücklehnen und viel Vergnügen mit dem 20minütigen Prelude to Axanar

Hier geht’s zum Axanar-Kanal



SPECTRE

10 11 2015

Endlich einmal kommen wir da hin, wohin uns die drei Vorgänger führen wollten. Und wir baden in Nostalgie! Doch bis dahin war es ein langer Weg – für mich. Ich weiß jetzt wieder, warum ich nicht mehr ins Kino gehe, sondern auf Heimkino warte. 38 – in Worten: ACHTUNDDREISSIG! – Minuten Werbung, sodass der Film statt um 22:15 erst kurz vor 23 Uhr begann. Ich war so stinksauer, dass ich die ersten paar Minuten kaum genießen konnte.

Dann aber. Mann, was für ein außerordentliches Kino-Erlebnis! Vergessen wir die Logik-Bugs und die ein wenig naja schon a bissal arg schief konstruierte Geschichte, ist doch wurscht, haben die anderen „echten“ Bonds ja auch, wobei diese hier noch einen sehr schönen emotionalen Kniff hat.
DAS ist so viel Bond, mehr Bond geht gar nicht (für mich, weil er sonst wieder albern würde). Endlich wieder die Eingangssequenz mit der Knarre! Und dann geht es zur Sache, und zwar wuchtig-optisch mit neuen Kameraeinstellungen und Fahrten, dass ich total mitgelaufen und mitgefahren und gesprungen und alles bin. Und natürlich der Tag der Toten mit all diesen Kostümen … klasse. Und schon in der ersten, sehr langen Szene der erste typische Bond-Spruch mit der Ironie.
Das Intro hat mir dann nicht gefallen (ganz abgesehen von der wirklich, wirklich grauenvollen Wimmermusik, die so noch zehnmal schlimmer war als ohne Film brrrschauderbäh, Leute, was hat euch denn da geritten?!). Es war zwar sehr schön, dass wir Reminiszenzen durch alle Bond-Filme hatten, aber … das war irgendwie nix Halbes und nix Ganzes, kein einheitlicher Stil, sondern ein komisches Durcheinander. Die Krakensauereien waren prima, passten aber irgendwie nicht. Letztendlich fügt es sich dann natürlich zusammen, wenn der Film vorbei ist, aber ich weiß nicht, hinterher … hm naja.

Ich verstehe nicht, wie man sagen kann, der Film wäre austauschbar und kein Bond. Mit Bourne hat das sowas von gar nix zu tun, und mit anderen Agenten/Rächer/Actionfilmen auch nicht. Alle Bond-Klischees sind vorhanden, der Bond-Humor ist da (und zwar nicht übertrieben, sondern wohl platziert), die Bond-typische Action ist da. Das Gespann mit M, Q und Moneypenny ist ein Schritt weiter in der Entwicklung und top. Bond ist zu jeder Zeit glatt rasiert und perfekt gekleidet und obercool, wie es sich gehört – und er hat trotzdem Gefühle. Wir haben sehr viele (liebevolle) Hommagen, da ist der Aston und da ist …
der Bösewicht. Mir kommt er ja zu kurz vor, aber allein diese wenigen Szenen zeigen Waltz‘ Präsenz und seine Wucht. Mich hat’s gegruselt, so eiskalt und grausam kann er schauen. Allein diese wenigen Sekunden tragen schon den ganzen Film, mehr Bösewicht geht nicht. Ja, ich gehe sogar so weit zu sagen: er ist das personifizierte Böse.
Die zweieinhalb Stunden vergingen wie im Flug (zum Glück ohne Pause); nein, das ist nicht der beste Bond, aber es ist ein toller und originaler Bond, auf moderne Art, ohne den ganzen Slapstick-Kram. Das Ende finde ich außerordentlich gelungen.



Der Hobbit 3 – Spoilerwarnung –

15 12 2014

So, da isser nu, der Abschluss.
Hm. Ich glaube, ich muss erst mal den Film sacken lassen. Und tatsächlich habe ich jetzt erst mal nachgelesen, inwieweit die Geschichte tatsächlich noch mit dem Buch zu tun hat.
Und sie hat! Die Schlacht der Fünf Heere ist ja einige Seiten lang beschrieben, Thorin, Fili und Kili tot, auch das ist „amtlich“.
Die Bilder sind manchmal schön, die Tierwelt reichhaltig (aber sowas von saumäßig realisiert, dass ich gedacht habe, ich bin bei der ersten „Kampf der Titanen“-Verfilmung), die zwar gut ausgesuchten, aber hoffnungslos unterforderten Darsteller geben sich alle Mühe, den Film zu retten. Mein Dank an sie. Dass sie keine Chance auf Charaktertiefe kriegen, ist nicht ihre Schuld.
Was schreibe ich da?!
Ja. Meinem Ehemann hat der Hobbit 3 gut gefallen, aber ich … bin zwiegespalten. Vielleicht war es mir einfach zu viel Schlacht und Gemetzel, das mich zu sehr an Herr der Ringe erinnert hat, aber unterirdisch ausgeführt wurde. Anstatt des monumentalen Draufschlagens hätte ich es dieses Mal, gerade weil es Bilbos Geschichte ist, lieber gehabt, mehr abseits davon zu erfahren und zu erleben, denn das hätte mehr Flair gegeben, mehr Anteilnahme. Das unblutige Köpfe abhauen habe ich einfach zur Genüge gesehen, vor allem weil es ja auch noch jede Menge Einzelkämpfe gab. Die Zwerge haben sich mächtig gut geschlagen (Mann, hat Dain einen Eisenschädel!), aber dieser Focus hätte mir als Schlachtgetümmel genügt, und der Rest am Rande wäre besser gewesen. 20 Minuten weniger hiervon und dafür 20 Minuten mehr in den 3. Akt gesteckt hätte der Filmerzählung sehr gut getan.
Nach wie vor hat mir Thranduil als Figur sehr gut gefallen, und ich habe auch nichts gegen die Liebesgeschichte von Tauriel und Kili als Kontrapunkt zu all der Gier. Die finde ich sogar sehr schön. Ja, ich bin unverbesserliche Romantikerin, aber gerade weil bei Tolkien alles so antiseptisch ist, finde ich das hier ausgleichend – nachdem ja nicht der Held, wie sonst üblich, seine Liebe findet. Und es passt auch gut zur Art der Elben.
Aber … na ja, es gibt halt auch ordentliche Schwächen, die einfach sofort auffallen, wenn man nicht so richtig reingezogen wird. Dieser dritte Teil kam mir, es tut mir leid, wie eine Arkham Asylum-Version des Herrn der Ringe vor. Das ist schon allein an der katastrophalen Darstellung der Plüschtiere, besonders des Elchhirsches Thranduils, zu erkennen. HALLO, ihr habt mal Gollum inszeniert!!!! Da ist jeder Lego-Stop-Motion besser!
Bilbo, sein Mut und seine Liebenswürdigkeit, seine Gewitztheit und seine Lebensklugheit sind nur noch in Ansätzen vorhanden. Mag ja sein, dass es im Buch an der Stelle auch nicht mehr allzu viel war, aber genau das hätte Jackson im Film ausgleichen können und müssen. Martin Freeman war völlig unterfordert und konnte nur einen Bruchteil seines Könnens geben. Das war verschwendet.
Der Film bietet einige gute Momente, aber hat leider auch sehr viele Schwächen. Und vor allem sehr viel Geschwätzigkeit.
Also fangen wir an.
– Als Erstes wäre da Gandalf, der außer im Käfig sitzen oder Herumreiten nichts geleistet hat, außer dass er weiterhin alles dorthin treibt, was in den Herrn der Ringe mündet, und der eine Menge Tote zu verantworten hat. Ein toller Zauberer fürwahr, der, ach ja, ansonsten hauptsächlich herumsteht und düster starrt.
– Die Seestadt-Figur „Alfred“, vermutlich der „Vater“ von Grima Schlangenzunge, ist ein äußerst überflüssiges Slapstick-Ärgernis. Keiner mit ein bisschen Hirn in der Birne würde ihm ständig vertrauen und ihm wichtige Aufträge erteilen, der hätte verjagt gehört und Ende, denn er trägt außer Nervtöterei nichts zur Handlung bei und hat keinen Sinn und Zweck. Lachen kann man über ihn auch nicht, denn solche Deppen wie den haben wir dreitausendmal gesehen. Filmminuten, die man anderweitig besser hätte verwenden können. Mir wäre lieber gewesen, Stephen Fry als Bürgermeister hätte überlebt und noch ein bisschen Charakter gehabt.
– Also Leute, Bilbo wirft einen Stein und der doppelt so große, dreimal so schwere, gepanzerte, helmtragende Ork fällt tot um. Und nicht nur einer!
– Da draußen sterben grad tausende Leute und Thorin, effektvoll in Szene gesetzt aus dem roten Nebel heraustretend, labert und labert und labert. Sein kaputtes Renommee kann er damit auch nicht mehr aufbauen, wir können ihn schon seit Teil 2 nicht mehr leiden. Rausgehen und draufhauen und in Würde abkratzen, zefix!
– Ok, da draußen ist alles am Arsch und 13 Zwerge wenden das Blatt. Hmja, Zwerge sind was anderes, und im Buch steht’s auch so. Aber diese zugegeben literarische Schwäche sollte ausgeglichen und nicht verstärkt werden! Und das Voranrennen Thorins und der anderen haben wir besser mit Aragorn gesehen. Schon wieder ein Déjà-vu!
– Tolle Finte von Thorin, Azog unter die Eisdecke zu befördern, indem er von seinem Stacheldings runtergezogen wird. Dann treibt er ohne das Stacheldings unter dem Eis dahin. Hä? Also, wenn er es nur in der Hand gehalten hat, dann lässt er es einfach los und fällt gar nicht runter. Wenn es an ihm festgekettet ist, wie ist er das im Absaufen so schnell losgeworden, nachdem er vorher nicht dazu in der Lage gewesen ist?
– Da kommt also ein zweites Orkheer aus dem Norden, und dann kommen die Adler, und am Ende sind alle Orks, die den Luftaufnahmen nach ein paar Tausend sind, platt. Von den paar Adlern aufgefressen oder wie? Einschließlich der Fledermäuse? Wow! Die schaffen ja mehr als tausend Haluter. (Kleiner Insiderscherz) Auf welches Heer genau sind die Adler eigentlich losgegangen? Für mich sah es so aus wie dasjenige, das schon im Tal unten war, die anderen sind ja erst nach und nach über diesen Pass gekommen, wobei man da nur die ersten paar gesehen hat, die von den wenigen Hanseln da oben getötet wurden. Oder bestand das Heer insgesamt nur aus 5 Mann? Seid’s mir nicht bös, aber das kann es nicht sein.
– Dunewürmer. Schnell mal ausgeliehen vom Setting nebenan, was? Jaja, ist recht.
– Trolle und was weiß ich alles, zweieinhalb bis viereinhalb Meter große Geschöpfe, und nicht wenige davon. Alle platt. Wozu brauch ich die eigentlich, wenn die schon beim ersten „Buh“ tot umfallen? Immerhin für die Orks braucht’s Steine …
– Ach ja, Smaug, da war ja auch noch was. Effektvolle Bilder übrigens, wie er da gelandet ist und so! Schaut in 3D echt toll aus, aaaber: Wieso benutzt Bard nicht die tolle Schleuder, die in Teil 2 so effektvoll gezeigt wurde? Ernsthaft, der benutzt seinen Sohn zum Zielen und spannt mit … ja, was eigentlich? Damit will der genug Schwungkraft haben?! Nä. Und sagen wir mal so: Lieber Peter, hättste das einfach noch in Teil 2 am Ende gebracht und als Cliffhanger das heranrückende Orkheer, das wär’s doch gewesen. Wen hat eigentlich Smaug noch interessiert? Jeder wusste, dass der in den ersten 10 Minuten stirbt. Wieso der Seestadt angegriffen und befeuert hat, wer weiß, denn außer öde Labern hat auch Smaug nix getan. Feuer hätte er auch nicht gebraucht, der hätte die allein schon zu Tode quatschen können.

Aber jetzt das, was mir den Film letztendlich gründlich versaut hat, denn bis dahin fand ich ihn eigentlich, abgesehen von dem saudummen Alfred, spannend und unterhaltsam und habe noch über all die vorausgehenden Fehler hinwegsehen können.

– Wieso erfahren wir NICHTS mehr, wie es dann weiterging? Schlacht vorbei, Bilbo geht heim, das war’s? Von düster zu bonbonfarben? Nicht ernsthaft, oder? Ich möchte bitte wissen:
— schön hätte ich es gefunden, da es ja nun zwei Filme hindurch thematisiert worden ist, nein, eigentlich drei, dass Thranduil das Geschmeide seiner toten Frau endlich zurückerhalten hat! (Man sieht es, als der verrückt gewordene Thorin (an der Stelle hat nur noch das diabolische Muaaaahahahahahaha gefehlt) es hochhält, das ist eindeutig der Schmuck einer Elbenfrau.) Nachdem von Liebe und Legolas‘ Mutter die Rede ist und Thranduils Verlangen nach dem Schmuck so sehr thematisiert wurde, hätte es hier einer (Auf)Lösung bedurft! Oder wir lassen das Gesülze einfach weg und er ist eben doch nur ein gieriger Arsch, so wie Thorin und seine Gefolgschaft. Da war ich schon fassungslos.
— Und dann: Was wurde aus Seestadt und den Leuten? Was hat Bard getan?
— Was wurde aus dem Arkenstein?
— Wer wurde der neue König unter dem Berg?
— Hat er die Schulden bezahlt? War der Krieg damit beendet und alle zogen happy von dannen, vor allem die Elben? Der König?
Aus dem Buch weiß ich das alles, aber, Himmel nochmal, ich will es im Film erzählt bekommen!! Da wird diese Geschichte aufgebaut und verpufft im Nix!
Und dann sind wir schon wieder in Bonbonland und alles ist gut.
Nein. Ist es nicht.
— Bitte schön, was hat Bilbo danach gemacht? Hat er weiterhin die Elben besucht als „Elbenfreund“? Zwei Minuten Bilder dazu! Mehr nicht! Wenigstens das Mithrilhemd nochmal gezeigt, das ansonsten keinerlei Sinn und Zweck erfüllt, da es nie zum Einsatz kam!

In diesen gefühlten hundert Minuten nach Thorins Tod saß ich mit heruntergeklapptem Kiefer da und hab es nicht geglaubt, als dann das Licht anging. Das war’s? Eine Geschichte in 3 Teilen?

Ist das hier ein Verriss? Klingt sicherlich so, aber … ich weiß es nicht. Es ist nicht so, dass ich den Film derart schlecht finde. Aber gut finde ich ihn auch nicht. Ich bin nicht enttäuscht, aber auch nicht beglückt.
Ich denke, ich lasse 1 Jahr Abstand verstreichen, bis die SE draußen ist, und wage mich dann nochmal daran. Mal sehen.

Erst mal darf ich noch auf einen Verriss von Kollegin Claudia Kern in ihrem Blog verweisen, der es (leider) richtig trifft. Ich hätte ihr gern widersprochen.



Guardians of the Galaxy

9 09 2014

So, nachdem alle sooooooooooooooooo begeistert sind, waren wir gestern dann doch auch drin, obwohl ich mich zuerst verweigert hatte.
Also: Die Optik und das 3D sind phä-no-me-nal, und das CGI so gelungen, dass man wirklich nicht mehr merkt, wo jetzt Realperson und wo CGI ist. Ein echter Augenschmaus, der sich sowas von lohnt, und das wirklich unbedingt in 3D. Und dann das opulente Ambiente mit den vielen, vielen Aliens, wie geil, davon hab ich als Kind immer geträumt! Tolle Raumschiffe, tolle Technik. Ich habe neunzig oder hundert begeisterte Minuten im Kino verbracht.

Der Film selbst ist nett, keine Frage, aber wie ich vermutet habe, ein Kleine-Jungs-Film. Er ist witzig, ich habe mir aber bedeutend mehr bei den Dialogen erwartet (also wenn ich da an Firefly denke … *schmacht*), und offengestanden das 80er Jahre Zeug ist mir auf den Senkel gegangen, denn das hatten wir wirklich schon sehr oft. Vor allem sind die gewählten Beispiele (und leider auch die Musik) einfach nicht gut, und die Übersetzung zu Modern Talking total bescheuert, sorry, aber das passt nicht nur nicht, die kennt heute echt keiner mehr (und WILL man bitte nicht kennen, das wollte man damals schon nicht!!! Der Film ist rockig angelegt, und dann DAS? Was hat den Dialogregisseur geritten?! Fehlte nur noch Helene Fischer!) Da die 80er genau mein Jahrzehnt als Twen sind, habe ich mir da ehrlich mehr erwartet.

So manches habe ich nicht kapiert, einiges ist unlogisch, aber das macht nichts. Mehr Hintergrund hätte ich mir zu Rocket und Groot gewünscht, und ich hätt auch gern gewusst, was das mit Ronan zu bedeuten hatte, wo der bei seinem Auftritt zuerst dringelegen hat und warum. Cooles Outfit hat er dann allemal. Den Cameo-Auftritt von Stan Lee habe ich nicht mitbekommen, und den Nachspanndarsteller in der Ausstellungsvitrine bei der Szene mit dem Collector ebenfalls nicht. Und auch sonst ist mir da so einiges an Anspielungen entgangen bzw. habe ich nicht begriffen, was sich zu sehr auf Comics bezogen hat. Lobend erwähnen muss man aber, Benicio del Toro als Collector ist brillant.

Über die Story will ich nicht meckern, denn Star Wars bzw Star Trek haben da auch nicht mehr zu bieten. Mir hat die vollauf gereicht, denn sie trifft auf gut 80% aller Filme dieser Art zu.

Der Nachspann: groß-ar-tig! Ich habe mich richtig geärgert, dass ich DA nicht draufgekommen bin!!!!! Man hätte es sich denken sollenmüssen, aber na ja. Das war das Wiehern zum Abschluss *schenkelklopf und danke* nach einem durchaus gelungenen Kinoabend.



Mork vom Ork hat die Erde verlassen

12 08 2014

Ich war schon zu alt für diese im Grunde sehr alberne Serie und habe nicht eine Folge am Stück gesehen, sondern nur kurze Zaps, aber wer kannte damals nicht „Mork vom Ork“! Robin Williams war bereits damals unverwechselbar. „Popeye“ hat mich nicht interessiert, weil mir der Matrose mit dem merkwürdigen Hang zu Spinat nichts gab (ich mochte eben die frankobelgischen Comics lieber und habe mich beim TV abgesehen von Schweinchen Dick immer sehr zurückgehalten); allerdings habe ich dann mal den Film vor wenigen Jahren im TV gesehen und muss feststellen, dass Williams diese Rolle ebenso hervorragend ausfüllt wie die meisten seiner Darstellungen. Und das kann nicht einfach gewesen sein mit der Grimasse und dem zusammengekniffenen Auge. Der Film ist schrill, schräg und sicherlich nicht besonders gut, aber genau das, wozu er gedacht ist. „Garp“ – naja, interessierte mich auch nicht. „Good Mornung Vietnam“ – auch sehr viel später erst angeschaut, weil ich damals Ende der 80er Jahre der Thematik mit einer wahren Schwemme an Vietnam-Filmen überdrüssig gewesen war. Doch: der Film ist in seinem ganzen Zynismus „schrecklich“ gut, und man kann ihn noch heute anschauen.
Aber dann bin ich total verblüfft, Mr. Williams in einem Musikvideo zu entdecken, in Bobby McFerrins gute-Laune-Song „Don’t worry, be happy“. Ich glaube, da nahm ich ihn zum ersten Mal so richtig bewusst als „den kenn ich doch“ wahr und war schon ein Jahr später im Kino zum „Club der toten Dichter“. Ein im Prinzip damals schon unerträglich pathetischer Film, aber hey, auch ein paar emotional-rührselige Geschichten können gelungen gemacht sein. „Zeit des Erwachens“ mit dem unglaublich eindringlichen, tragischen Robert deNiro allerdings ist ein Film, der mir emotional derart an die Nieren gegangen ist, dass ich ihn mir nie wieder anschauen werde. Das hat einen Nerv getroffen.
Aber dann: 1991 – „König der Fischer“, einer meiner Forever-Top-10-Lieblingsfilme, vielleicht die schönste Artusgeschichte überhaupt. Williams als „Parry“, der durch ein entsetzliches Trauma jegliche Balance verliert, zum Vagabunden wird und sich in eine Scheinwelt flüchtet, um mit dem Heiligen Gral auch Heilung zu finden, bietet hier seine für mich beste und herausragendste Leistung.
In „Good Will Hunting“ führt er die ernsten Rollen fort des väterlichen, psychologischen, philosophischen Revolutionärs, der sich weigert, nach Tradition zu arbeiten. Ein schöner Film und große erste Chance für Matt Damon.
„Mrs. Doubtfire“ muss ich natürlich erwähnen, musste sich damals jeder anschauen; ja, ganz nett und witzig, aber diese Family-Sets waren und sind nicht mein Ding. „Jumanji“ – ja, ging so, „Hinter dem Horizont“ war zwar optisch grandios gemacht und sehr fantasievoll in seinen Allegorien, mir aber doch too much mit seiner melodramatischen Süßlichkeit.
Dagegen zieht Williams in „Insomnia“ wieder einmal alle Register und liefert mit dem eitlen Psychopathen, auf den das Wort „böse“ sowas von zutrifft, seine für mich zweitbeste Leistung.
Dann erinnere ich mich noch an gut gelaunte Auftritte in den fröhlichen, harmlosen „Nachts im Museum“-Filmen, über die ich immer wieder herzlich lachen kann; und außerdem gibt es noch den wiederum ernsten Auftritt als „Der nächtliche Lauscher“, ein Film, der leider viel zu wenig Beachtung bekommen hat, und der die Romanvorlage sehr gut umgesetzt hat. (Ich müsste hier irgendwo im Blog eine Besprechung dazu haben.)
Natürlich hat er viel mehr Filme gemacht und ich habe auch mehr Filme mit ihm gesehen, aber ich will mich auf das konzentrieren, was mir am besten im Gedächtnis geblieben ist.
Abgesehen von der „Jumanji“-Figur, der „Teddy“ aus „Nachts im Museum“ ähnelt, besitzt jede einzelne seiner Rollen einen eigenen Charakter. Es ist zwar schon immer Williams, der da spielt, mit seinem markanten Knautschgesicht, aber es ist auch immer die Figur, die er darstellt, und das auf unverwechselbare, einzigartige Weise. Das ist sein Alleinstellungsmerkmal.
Robin Williams war für mich ein sehr prägnanter Schauspieler, der mich jahrzehntelang mit ungewöhnlichen Filmen begleitet hat, ein Ausnahmetalent, das ich sehr schmerzlich vermissen werde, und das unersetzbar ist.
Gute Reise, lieber Mork, es ist schade, dass du nur 63 Jahre alt wurdest.



Stromberg

26 03 2014

Eigentlich habe ich vor zwei Wochen auch noch Stathams neuesten Film „Homefront“ gesehen, aber da gibt es nicht so viel zu berichten – ein angenehmer Action, nicht zu überzogen, und es ist für mich persönlich lustig zu sehen, wie er nicht reiten kann aber sich möglichst cool dabei gibt. Film gelungen, aber nicht weiter erwähnenswert.

Zu „Stromberg“ gibt es aber mehr zu sagen. Vor allem eines voraus: Da ich so gut wie nie fernsehe, kenne ich die Serie nur rudimentär bruchstückhaft. Es ist ja nicht immer gut, wenn aus einer Serie ein Kinofilm wird. Bei „Schuh des Manitu“ war das toll gelungen, bei „(T)raumschiff Surprise“ weniger, um bei den deutschen Komödien zu bleiben.
Bei „Stromberg“ aber scheint mir das vollauf gelungen, denn ich habe mich gar köstlich amüsiert. Der Film ist witzig, er ist böse, er ist sehr non-pc, und leider habe ich alle tollen Sprüche schon wieder vergessen, weil ich so beschäftigt war mit Aufpassen, denn es kam schon das Nächste. Herbst at his best, er agiert mit allen Facetten der Mimik (und eigentlich müsste ich ihn verklagen, denn den „Seitenblick“ hat er eindeutig von unserem Mr. Little (einem Mops) geklaut) und grunzlacht auf seine unverwechselbare Art. Ein Ekel mit Herz und der unverblümten Wahrheit auf der Zunge. Es gibt neben den größeren Witzen so viele Kleinigkeiten wie das mit dem „Hammer und dem Nagel“ und dem Resümee: „Und ich, ich bin der Hammer“ – kurze Stille, Seitenblick – „DOCH!“ Das ist lustig, ohne in Slapstick abzudriften, eine sehr gelungene Gratwanderung. Vor allem auch deswegen, weil das Aufnahmeteam mit einbezogen ist und sich dadurch weitere komische Situationen und Selbstreflexionen ergeben.
Dennoch war es wohl schwierig, diesen Film durchzusetzen (verstehe ich gar nicht bei der Beliebtheit der Serie), da er u.a. durch Crowdfunding finanziert wurde, und diese Unterstützer dürfen sich jetzt freuen, denn die Millionen-Zuschauermarke wurde gerissen, und das finde ich gut. Für alle. Und halte beide Daumen hoch – macht Spaß und ist schon ein komödiantisches Highlight des Jahres!