Klare Worte zum Urheberrecht

22 03 2012

Man kann nicht oft genug darüber reden. Der Musiker und Autor Sven Regener äußerte sich im Zündfunk-Radio, Auszüge davon und seine vollständige Aussage finden sich auf SPON.
Am bemerkenswertesten ist folgende Aussage:

“Es wird so getan, als ob wir Kunst machen als Hobby. Das Rumgetrampel darauf, dass wir uncool seien, wenn wir darauf beharren, dass wir diese Werke geschaffen haben, ist im Grunde nichts anderes, als dass man uns ins Gesicht pinkelt und sagt: ‘Euer Kram ist nichts wert. Wir wollen das umsonst haben.’ Eine Gesellschaft, die so mit ihren Künstlern umgeht, ist nichts wert.”

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4 Antworten zu “Klare Worte zum Urheberrecht”

22 03 2012
Stefan Baums (20:53:54) :

Richtig. So kommt jetzt mal Fahrt in diese unleidige Diskussion. Sven Regener hat recht. Diese Schnäppchen-Jäger und Umsonst-Mentalität ist zum …

Ich schließe mich dem – aus eigener Erfahrung – an.

Meine Meinung. Verweigert Euch, umsonst zu arbeiten. Dann sind die, die von dem Schaffen (aller Disziplinen) anderer profitieren, ganz schnell wieder auf dem Boden.

Stefan.

25 03 2012
RoM (13:43:59) :

Wenn mir ein Film, die Musik, der Roman soweit zusagt, daß ich dieses Werk immer wieder genießen will, dann sollte mir die geleistete Arbeit auch seinen Obulus wert sein. So funktioniert die menschliche Gesellschaft seit der Spezialisierung. Wir entlohnen Menschen dafür, daß sie sich die Zeit nehmen können etwas zu erschaffen, wozu wir nicht fähig sind. Ein ehrlicher Handel. Aber bereits ein zu komplexer Vorgang für die Ethos-Allergiker im “Hotel Mama”.
Auf der ganz anderen Seite steht das Ansinnen von Rechteinhabern den Kosmos mit einer Copyright zu verplomben.

30 03 2012
ulrics (21:54:07) :

Momentan ist das Urheberrecht extrem ungünstige für Konsumenten und Künstler gleichermaßen und bevorzugt, jene die sich teure Anwälte leisten können.
Die Künstler sollen Fair bezahlt werden keine Frage aber was ist mit dem ganzen Filz dazwischen der nur ein Bruchteil ankommen lässt?

Wieviel von einem Romanverkauf landet beim Autor?

30 03 2012
Uschi Zietsch (22:09:08) :

Wie viel bei einem Autor an Tantiemen ankommt, hat nichts mit dem Urheberrecht zu tun. Allerdings ist dem Urheberrecht zu verdanken, dass überhaupt etwas beim Autor ankommt. Das Urheberrecht verhindert, dass ein Autor seine Urheberschaft abtreten muss, sodass er mit einer einmaligen lächerlichen Pauschale abgefunden wird und dann nie wieder über sein Werk verfügen kann. Gerade deswegen wurde es ja geschaffen – unter anderem. Natürlich ist es so, dass man als Autor an Royalties für ein Buch nur zwischen 5-10% bekommt, was lächerlich ist, und dann müssen auch noch die Nebenrechte abgetreten werden, für die man höchstens 50% nach Abzug aller Kosten erhält. Man darf dabei aber auch nicht vergessen, dass der Verlag einen erheblichen Aufwand tätigt und seine Kosten mit dem Erlös wieder hereinbekommen muss – was ihm nur bei wenigen Autoren gelingt, somit also auch das Risiko beim Verlag liegt. Es ist also nicht schwarz-weiß und der Verlag das Böse, ganz so ist es nicht. Gewiss gibt es Verlage, die Buy-Out-Verträge anbieten, vor allem im Filmgeschäft, diese sind aber rechtlich nicht haltbar (und wieder sind wir beim Urheberrecht).
Für mich sind zwei Punkte wichtig: Erstens, dass ich fair für meine Arbeit entlohnt werde (und überhaupt entlohnt werde!) und zweitens, dass der Konsument begreift, dass meine Arbeit eben Arbeit ist, die wie jede andere Arbeit auch entlohnt gehört, weil ich meinen Lebensunterhalt damit bestreiten muss. Da muss einfach mal Aufklärungsarbeit getan werden, und nicht der Konsument wie bei den Kauf-DVD von vornherein kriminalisiert werden mit Drohungen, Papa im Gefängnis etc. Das ist keine Aufklärung, sondern wie gesagt Kriminalisierung und der völlig falsche Weg.
Die allermeisten Konsumenten sind meiner Ansicht nach bereit zu bezahlen, sie verstehen das mit den illegalen Downloads nur nicht, weil es ihnen nie jemand richtig erklärt. Am Ende profitieren natürlich die Verwertungsgesellschaft am meisten (siehe ACTA und das Leistungsschutzrecht für Verlage). Aber wundert uns das in einem Staat, wo ein Bankenmanager, der aus Geldgier und Zockersucht alles gegen die Wand fährt, dessen Milliarden der Steuerbürger bezahlt, wenn so einer auch noch mit Millionen-Abfindungen und Boni belohnt wird?

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