Wo ich lebe

24 09 2017

Die Wahl ist gelaufen, und an sich bin ich optimistisch. SPD in der Opposition – kann nur gut tun. Jamaica-Koalition – darin sehe ich tatsächlich Chancen. Vor allem darin, dass Merkel die nächsten 4 Jahre dadurch nicht mit Aussitzen verbringen kann, sondern Dampf unterm Hintern bekommt. Andererseits werden die Koalitionspartner sich hüten, zu viel Streit zu veranlassen, um keine vorgezogenen Neuwahlen zu riskieren und die Macht zu verlieren. Die Linke hat 9% um den Dreh, das bedeutet, Sahra Wagenknecht (die leider in der falschen Partei ist) wird den 13% AfD gehörig in den Arsch treten. Ich hoffe, dass sie eifrig demontieren wird, während die AfD intern sich sowieso abschießt.

Ja, ich sehe durchaus Hoffnung. Ja, in Deutschland ist gut leben, und sogar in Bayern, da die CSU eine Schlappe von nur noch um die 38% erlebt.

Und dann habe ich den Fehler begangen und nachgeschaut, was die 2344 Wähler im Wahlkreis Markt Rettenbach (Beteiligung fast 80%!) gewählt haben. Zuerst habe ich es nicht geglaubt. Dann wurde mir schlecht. Dann habe ich geheult. Und jetzt, liebe Freunde, gehe ich mich besaufen.

Hier die vollständigen Angaben



Phantastika in Oberhausen

4 09 2017

Das gab es alles Tolles (und noch mehr) für uns VIPs, und in der Contüte der Fabylon Prospekt

Am ersten Septemberwochenende fand zum ersten Mal die „Phantastika“ im Congresscentrum in Oberhausen statt. Fabylon war nicht mit eigenem Stand vertreten, aber ich war als Ehrengast für PERRY RHODAN eingeladen. An dem Wochenende war bei uns zu Hause Herbsteinbruch, dort aber erwartete uns schönstes Wetter – und das blieb auch so.
Es war eine schöne Veranstaltung, mit vielen illustren Gästen, Playmobil, Lesebus, jeder Menge Verkaufsständen und vielen Räumen für Vorträge, Podiumsdiskussionen, Workshops, Lesungen. Auch eine schöne Dr.-Who-Ausstellung gab es, dazu Vorführungen mit Laserschwertern, die German Garrison war ebenso vertreten wie viele andere. Auch Groot lief herum, der in Wirklichkeit natürlich das Wurzelmännchen aus Nicole Rensmanns „Niemand – Mehr!“ war.
Ich hatte mein erstes Panel kurz nach der Eröffnung – PERRY RHODAN – und mir im Vorfeld die Freigabe der Redaktion geholt, dass ich eine kleine Ankündigung machen durfte, die für mich persönlich sehr aufregend ist und mich die nächsten 6 Monate vollauf beschäftigen wird: Es gibt 2018 eine neue Miniserie, die Olymp heißt, und ich darf sie steuern!! (An dieser Stelle bitte vorstellen, dass ich auf dem Tisch tanze.) Damit ich mich nicht verplappere und auch keine Fragen mehr kommen können, habe ich darum gebeten, kurz vor Panelende zwei Sätze zu sagen. Dann aber nix wie weg von der Bühne!
Samstag Abend waren dann drei Stunden Show und Preisverleihung für den Deutschen Phantastik Preis, kurz DPP, angesagt. Die Moderatoren Luci van Org und Hermann Ritter führten mit einer Rahmenerzählung durch den Abend, jeder Preis wurde speziell von einem oder zwei weiteren Moderator(en) vorgestellt und an den glücklichen Gewinner übergeben. Dazwischen gab es Vorführungen – u.a. ein atemberaubend schöner Kurzfilm „Time Lapse“ von der ESA mit der Erde aus dem Weltraum betrachtet, Laserschwertshow, Kinderchor und Tanz (großartig! u.a. mit „Hanging Tree“ aus „Mocking Jay“), einer Herausforderung an einen Mathematiker …
Zusammen mit Ralf „Scotty“ Boldt (SFCD e.V.) habe ich den DPP für die „beste Serie“ moderiert und den Preis übergeben; das hat uns beiden sehr viel Spaß gemacht. Im Vorfeld kamen wir überein (wir sind ja Rampensäue), dass wir uns besonders gewanden. Ralf hatte ein „Scotty“-Kostüm mit Redshirt und Kilt und natürlich Behütung, also wollte ich nicht hintenanstehen für das Motto „Serie“ auch etwas zu besorgen – was passt da besser als eine „Vampir“-Jacke in Blutrot mit hohem Kragen. Sie kam zum Glück rechtzeitig, aber ich geriet in Panik, ob ich die auch am Samstag Abend zubekomme, weil sie trotz einer Nummer größer eng saß, und hielt mich ab da extrem im Essen zurück. Auch am Samstag Abend vor Beginn der Show im Restaurant (naja, Steak und ein Glas Wein waren drin) – und die Mühe hat sich gelohnt, alles saß perfekt, auch das Hütchen. * grins * Und ich muss ganz ohne Übertreibung sagen, wir beide haben eindeutig am besten ausgesehen! 😉
Auch wenn Fabylon keinen Stand hatte, so haben wir uns doch mit einigen unserer Autoren getroffen – Rebecca Hohlbein, deren „Fast nichts als die Wahrheit“ in zwei Wochen erscheint, Nicole Rensmann, die im tollen Doppeldecker-Lesebus eine spannende Lesung aus „Niemand“ und „Niemand – Mehr!“ hielt, und Andrea Weil, die ihren temporeichen und humorvollen bayerischen Vampir-Krimi „No Pflock“ vorstellte. Mit Nicole und Andrea gingen wir abends auch noch lecker essen auf Verlagskosten (ja, das darf ruhig auch mal sein). Dazu trafen wir auch noch (für den DPP als Künstler nominiert) Timo Kümmel, der leider nur wenige Stunden Zeit hatte.
Als Perry-Autorin habe ich natürlich einige liebe Kolleginnen und Kollegen wiedergesehen, was dazugehört und worauf ich mich auch immer freue. So gab es abends nach der Show an der Hotelbar ein gemeinsames Absackerli, aaaaber ich bin um 00:30 zu Bette gegangen! Ich wollte ja am Sonntag frisch sein. Und das Frühstück nicht verpassen, denn den Käsekuchen, den ich mir am Vortag verkneifen musste, hatte ich sowas von verdient!!!!
Die Veranstalter haben sehr viel Engagement und Mühe investiert, um an beiden Tagen eine abwechslungsreiche, bunte Convention aus dem Bereich der Phantastik für Augen und Ohren zu bieten, und das ist ihnen gelungen. Auch das Catering ließ keine Wünsche offen.
Ich denke, nicht nur wir „VIP“-Teilnehmer, sondern auch alle Besucher haben diese zwei Tage vollauf genossen, sind in neue Welten eingetaucht, haben vertraute Welten wiedergefunden, neue Kontakte geknüpft oder Wiedersehen gefeiert.
Müde, denn so eine Veranstaltung ist doch anstrengend, aber sehr zufrieden sind wir am Nachmittag wieder gen Alltag aufgebrochen.

So, gleich gehen wir rüber!

v.l.n.r., Dietmar Schmidt, Uwe Anton, Hermann Ritter, Ralf Boldt, Robert Corvus

Natürlich haben wir auch gelacht

Den Lesebus hätte ich gern!

Ich wollte den schönen Baum aufnehmen, aber Bernd das Brot latschte natürlich ins Bild

Nicole Rensmann mit passendem Shirt

… und bei der Lesung

(Nicht-) Groot 😉

Gleich gehts rüber …

… zur Preisverleihung

Mit Andrea Weil im Shirt-Unikat, passend zu No-Pflock

Das fröhliche Autogrammstunden-Bild stammt von Volker Hoff.



Zum Wahlkampf der Alternative für Deppen

28 08 2017


Oiso oans muass ma – na, i –  dazu sogn: A Fake-Dirndl, des an Busen zamdatscht, a Maß und a Brezn und die Alpen im Hintergrund ham nix, aber auch gar nix mit dieser depperten Hohlkopf-Partei zu tun! Und auch nix mit „deutscher Tradition“, um himmis wuin! Des is a schlecht nachgmachtes boarisches Fake, billiger ois es je aus China sei kanntert. A Reißverschluss von aner z’engen Korsage batzt an Busen eini, dass dem jede Form verloren geht, und dazu tragts Madl a Hosn, die koa Lederhosn is – es is oiso net amoi a Dirndl. Des is DEUTSCHE TRADITION?!

Ja sagts amoi, seids ihr blädn Pritschn auf der Brennsuppn dahergschwomma? Des bringt eich eire amerikanische Werbefirma, die den Trampel hochg’hievt hot?
Und was boarische Traditionen betrifft, mein lieber Schieber, mir ham unsern unsäglichen Seehofer, der glangt uns scho. Dazu brauchn mir eich net a no dazu! Saubläde Sachsenpreißn, bläde! Lasst’s uns bloß in Rua und bleibts draußn am Misthaffa, wo’s ihr hi g’herts!!



Lieferbar: Rebecca Hohlbein – Fast nichts als die Wahrheit

27 08 2017

 

 

 

 

Als Print und fabEbook überall lieferbar : Rebecca Hohlbeins vergnüglicher Roman über das Leben in deutscher Nachbarschaft. Der alltägliche Wahnsinn, zusätzlich angeheizt durch die Nervensäge, nennen wir sie Helga, wie sie sicherlich fast ein jeder von uns kennt. Und doch braucht. Voller Witz und Charme, spritzig erzählt.

Hier anschauen und bestellen



Desirée Hoese: Mond über der Stadt

23 07 2017

 

 

Der spannende Crime-Noir-Urban-Fantasy-Thriller ist soeben erschienen und ab sofort erhältlich! Auf unserer Seite „Neu“ finden sich alle interessanten Neuerscheinungen, als Print oder gleich zum Download.

Wichtig: Unser Lager ist bis 30.7. geschlossen – aber danach erfolgt gleich der Versand!

Hier schmökern

 



ComicCon Stuttgart 1.-2.7.17

12 07 2017

Bild von Jürgen Müller

 

 

Jetzt wird’s aber Zeit, dass ich ein bisschen was darüber erzähle! Es sind ja schon eineinhalb Wochen rum … Ich kann gleich mit dem Fazit beginnen: schön war’s! Und etwas zum Eingangsbild berichten, das dort gemacht wurde – denn es zeigt mich mit dem Deutschen Fantasy Preis 2017, den ich für 30 Jahre Fabylon bekommen habe (hatte ich schon stolz berichtet).

Die ComicCon Stuttgart fand zum zweiten Mal auf der Stuttgarter Messe statt, und wir waren mit Fabylon zum ersten Mal dabei. Zwei Hallen gab es – eine hauptsächlich für die Händler, die andere für die Stars und noch ein paar weitere Händler. Ich gebe zu, ich habe geliebäugelt, in die andere Halle gehen zu wollen, weil John Barrowman als Stargast angekündigt war. Aber dann siegte doch die Vernunft, und das war gut so! Denn bei dem dichten Gedränge da drüben (teilweiser Sperrung wegen Überlastung) hätten wir kaum Verkaufschancen gehabt.

Aber der Reihe nach. John Barrowman … nein! Verflixt! Um den geht es nicht. Auch wenn er einen Striptease in High Heels veranstaltet hat und zwei Tage lang die Bühne rockte und einmal auch am Panini Stand war, der nur wenige Meter von uns entfernt war und ich ihn trotzdem nicht gesehen habe, nicht mal von ferne. Seufz.

Zurück zum Freitag. Bei bestem Wetter haben wir unseren Leihtransporter geholt, beladen und sind nach Stuttgart zum Aufbau gefahren. Wenigstens mal eine Con quasi vor der Haustür, da können wir doch nicht nein sagen! Auch wenn sich zig Baustellen uns in den Weg werfen – wir lassen uns nicht aufhalten! Bei bester Laune und einige Staus später kommen wir an, es ist 14 Uhr und es herrscht keine Hektik und kein Gedränge. Nach einigem Suchen haben wir unseren Stand ausgemacht, und dann geht es los – entladen und aufbauen. Kurz nach 16 Uhr sind wir fertig und fahren fröhlich pfeifend nach Hause (Radio ist nicht, weil jemand die Antenne an dem brandneuen Teil abgeschraubt hat), das wir dann auch tatsächlich gegen 19 Uhr erreichen. Die Hunde haben wir schon am Vortag verschaukelt, sodass jetzt nur die Katzen und Pferde zu versorgen sind. Und die Klamotten müssen gepackt werden, und was fehlte denn eigentlich noch?! Kurz vor Mitternacht fielen wir ins Bett, und um 5 ging der Wecker. Noch schnell beim Bäcker ein Frühstück geordert, und wieder geht es nach Stuttgart, diesmal bei bester Verkehrslage. Auf dem Messeparkplatz schnell ins SteamPunk-Outfit gezwängt, und dann geht es zum Stand. Die ersten Besucher trippeln schon durch – ja, und dann geht es um 9 Uhr los! Es ist wie auf einer richtigen Messe, die Mengen strömen durch die Halle. Ich unternehme einmal den Versuch, mich hinauszuwagen, und verstecke mich ganz schnell wieder hinter den Tischen. Das ist nichts für mich. Abends sind wir geschafft und todmüde, die Vorbereitungen vorher, viel Arbeit und wenig Schlaf fordern ihren Tribut. Obwohl Panini 20-Jahre-Comics feiert, sind wir einfach zu müde, um ans andere Ende zur Party zu gondeln. Beim leckeren Abendessen schlafen wir schon fast ein. Das Hotel ist Fachwerk, sehr Vintage, überaus gemütlich und nett. Großes Zimmer mit Sitzecke und allem. Wir schlafen herrlich und bekommen Sonntag früh ein formidables Frühstück für nur 5 Euro pro Nase. Gut erholt stürzen wir uns in den zweiten Tag. Anfänglich ist es recht zäh, und wir befürchten, den guten Umsatz vom Vortag auf zwei Tage verteilen zu müssen – aber dann rappelt es doch nochmal ordentlich. Und hätte noch mehr, wenn die #*§$% Messe nicht den Handyempfang sabotieren würde und so den Einsatz des EC-Gerätes verhindert. Trotzdem – wir sind sehr zufrieden. Es kommen nämlich ständig Nachbestellungen.

Die Stimmung an beiden Tagen war überaus positiv, alle gut gelaunt, mit fröhlichen Gesichtern, viele lustige Kostüme. Müde, aber bester Dinge fahren wir bei wiederum bestem Verkehr am Sonntag Abend zurück. Gerne wieder! Die letzten beiden Fotos hat Judith Madera von literatopia gemacht.

Hab mein Wage vollgelade …

Fabylon-Schild ist natürlich auch dabei. Gut so. Denn es gab ziemlich viele Enterprises …

Großer Stand …

… vollbepackt. Möge der Ansturm kommen!

Los geht’s!

Beste Stimmung

Unser Gasthof im schönen Plieningen

Los geht’s mit Tag 2

Ja, unscharf, aber wenn wir doch so Spaß haben …


 



Venezianische Vampire jetzt auch auf YouTube

28 06 2017


Ein 9 Minuten langer Film erzählt von der Verwandlung des Arabers Mohammed in den Venezianer Luca de Marco, vom Menschen an der Schwelle des Todes zum unsterblichen Vampir. Spannend und bildlich detailreich!
Hier anschauen

An dieser Stelle noch ein Hinweis: Die drei Bände gibt es im Fabyloon Shop in Print und als fabEbook – und neu, die Gesamtausgabe als fabEbook zum Vorteilspreis!

Hier zum Download



Lieferbar: Am Ende der Reise

19 06 2017

 

 

 

 

Die Gedenkanthologie für den viel zu früh von uns gegangenen Crossvalley Smith, herausgegeben von Alisha Bionda. Mit exklusiven Geschichten bekannter deutscher Autorinnen und Autoren und zahlreichen Grafiken des Künstlers, teils farbig, sowie Hintergründen, Fotos aus dem Archiv, und einem persönlichen Conbericht des Künstlers.
Hier bestellen



Deutscher Fantasy Preis 2017

16 06 2017

 

 

Für. Mich! Na ja, genauer gesagt: für Fabylon! Wir feiern dieses Jahr 30 Jahre und bekommen nun diese Anerkennung – wie wundervoll! Darüber freue ich mich und lasse heute ein paar Korken knallen. Es ist eh Fenstertag, es ist Nachmittag, das Leben ist zu kurz, um nicht zu feiern!
Mein und unser Dank, denn Gerald als Mit-Verleger kennt ja all die Höhen und Tiefen, durch die wir seit 30 Jahren im höchsten Tempo jagen, gilt an der Stelle – diese Anerkennung möchte ich eben auch gern weitergeben – allen stillen Mitarbeitern und Unterstützern, allen Künstlern und natürlich vor allem den Autoren, ohne die das nicht möglich geworden wäre – und ohne deren Talente und Einsatz wir sicher auch schon lang aufgesteckt hätten. Also dann: auf die nächsten 30! ^^



Ein Land schreit um Hilfe: Nordkorea

4 06 2017

Szenenfoto aus ihrer Rede (Youtube)

 

 

„Nordkorea ist unvorstellbar“. So beginnt die 24jährige Yeon-mi Park ihre ergreifende, berührende Rede. Sie erzählt davon, dass ihre Mutter ihr eingeschärft hat, nicht einmal zu flüstern. Dass sie daran geglaubt hat, der Diktator könne ihre Gedanken lesen. Sie erzählt, dass es nur einen TV-Kanal gibt. Sie erzählt, als sie 9 Jahre alt war, war sie bei der öffentlichen Hinrichtung der Freundin ihrer Mutter dabei. Deren Verbrechen? Einen Hollywood-Film anschauen. Sie erzählt, dass Liebesgeschichten in jeglicher Form des Ausdrucks verboten sind. Sie erzählt, dass sie während der Flucht mit 14 Jahren ihren Vater heimlich begraben musste und nicht einmal weinen durfte aus Angst, wieder nach Nordkorea zurückgeschickt zu werden. Sie erzählt, wie ein chineischer Verschieber die Situation der Flüchtlinge ausgenutzt und ihre Mutter vergewaltigt hat. Eigentlich wollte er die 13jährige vergewaltigen, wurde aber von der Mutter überredet, stattdessen sie zu nehmen. Sie erzählt, wie in China die nordkoreanischen Flüchtlings-Frauen für 200 Dollar verkauft werden. Ungefähr 70%.
Sie hat ab ihrer Geburt unvorstellbares Leid erlebt. Noch bevor sie 20 Jahre alt war, hat sie traumatisierende Erlebnisse gehabt, bei denen schon ein einziges genügt, um einen Menschen zu zerbrechen. Sie hat überlebt. Sie hat die Flucht durch die Gobi überstanden. Als der Kompass ausfiel, haben sie sich an den Sternen orientiert. Damals glaubte sie, dass nur die Sterne allein ihr Beachtung schenkten, weil es sonst niemand tat. Da es selbst auf der Flucht nur Gewalt und Angst gab. Sie hatten alle Messer dabei, um zu verhindern, lebend nach Nordkorea zurückgeschickt zu werden. Erst in der Mongolei fühlte sie sich zum ersten Mal einigermaßen sicher.

Was Yeon-mi da erzählt, ist für uns unvorstellbar. Nordkorea ist ein sehr kleines, sehr abgelegenes Land. Worüber Yeon-mi berichtet, „wissen wir eigentlich“ durch Reportagen, doch es unmittelbar von einer Betroffenen zu hören, in diesen Worten – das erst zeigt das ganze Ausmaß dieses Entsetzens, das dort herrscht. Die grausame Tyrannei herrscht dort schon seit 70 Jahren, eine einzige Familie, deren jüngster sadistischer Mörder und Herrscher von eigenen Gnaden in Europa in die Schule gegangen ist und studiert hat. Wozu er das getan hat, weiß niemand. Unser Wissen, unser Moralverständnis, unsere Humanität braucht er in seinem Land offenbar nicht, denn er hat nichts davon mitgenommen und umgesetzt. Im Gegenteil. Er hat auch in der eigenen Familie ordentlich aufgeräumt, um durch nichts bedroht zu werden. Wie ein Junge mit seinen Zinnsoldaten spielt er willkürlich, bar jeglicher Menschlichkeit. Und hat, wie man an seinem dicken, fröhlich lachenden Gesicht sieht, ordentlich Spaß dabei. Es macht ihm nichts aus, dass er den allein hat.
Womöglich aber nicht mehr lange, denn China hat aktuell die Grenzen dicht gemacht und das Volk droht nun zu verhungern. Wie man auf Bildern aus der Ferne sehen kann, gibt es nicht mal mehr Fensterkitt zum essen.

Yeon-mi Park bittet uns um Hilfe, jeden Einzelnen von uns, der nicht in Nordkorea eingesperrt ist, dem größten Gefängnis mit der größten Foltermaschinerie der Welt. Und wir alle können etwas tun. Wir können Yeon Mi eine Stimme geben, indem wir ihren Aufruf weiterverbreiten. Indem wir ihr zeigen, dass sie und ihr Land nicht unwichtig und unbedeutend und am Ende der Welt sind. Dass sie nicht all das auf sich genommen hat nur um zu erkennen, dass es keine Hoffnung mehr gibt.
Bei dem Youtube-Link gibt es keine Untertitel, aber sie ist gut zu verstehen. Wer auf Facebook ist, dort gibt es eine Version mit Untertiteln. Ich setze auch den aktuellen Link eines Kurzberichts des ZDF dazu über die geschlossenen Grenzen auf Chinas Seite.
Die Rede stammt übrigens von 2014, damals war sie also gerade mal 21 Jahre alt. Sie lebt heute als Menschenrechtsaktivistin in Südkorea. Mehr dazu

Yeon Mi Parks Rede „Escaping from North Korea“ (One young World)

Facebook mit Untertiteln (Der Beitrag ist gepinnt)

ZDF: An der Grenze zu Nordkorea 3.6.17