Was davon zu halten ist.

20 11 2016

Ernsthaft! Kohl war untragbar geworden. Adenauer war untragbar geworden. Jemand, der zu lange an seinem Sessel klebt, ist untragbar für eine gesunde, funktionierende Demokratie. Es bedeutet, dass derjenige – in dem Fall Angela Merkel, die ihre 4. Amtszeit antreten will -, minutiös all die Jahre über dafür gesorgt hat, dass potentielle Nachfolger (m/w) sofort ausgemerkelt, äh, -merzt werden. Ach ja, Herr Merz! Sie wurden ja gleich zu Beginn abgesägt. Sie wurden im Keim erstickt wie alle Nachfolgenden. Anstatt, wenn man wirklich Demokratieverständnis hätte, jemanden zu fördern und „heranzuziehen“, der als „Erbprinz/essin“ geeignet wäre, um einen würdigen Nachfolger (m/w – ach, vergesst jetzt mal das Genderzeug, ihr wisst, dass ich immer Männlein und Weiblein meine) zu präsentieren und dafür zu sorgen, dass die eigene Partei (und nicht der mittlerweile übereitle und dem Cäsarenwahn verfallene regierende Mensch, hier: Merkel) weiterhin an der Regierung festhält. Um dafür zu sorgen, dass das Land auch weiterhin gesund, stabil, flexibel bleibt und eine bunte Vielfalt an Politik und Kultur hat.

Vor ziemlich genau vier Jahren habe ich mich bereits über ihre Wiederkandidatur ausgelassen (bin aber zu faul, das jetzt rauszusuchen, ist ja auch wurscht – denn seither ist alles nur noch mehr den Bach runtergegangen und nein, nicht besser, sondern schlechter geworden, was aber natürlich auch durch die Weltlage bedingt ist). Und nun muss ich das schon wieder?

Frau Merkel, Sie sind machtgierig, machtbesessen, und wollen Ihren Thron nicht räumen, genau wie Queen Elizabeth. „Weil das Volk Sie braucht.“ QUATSCH! Sie tun das für sich, nicht für das Volk, denn was das Volk braucht, wissen Sie nach drei Amtszeiten gar nicht mehr. Sie sind weit davon entfernt in Ihrem Elfenbeinturm, wo Sie sich nur noch mit Ja-Sagern umgeben. Das haben Sie sehr gut von Ihrem Förderer Helmut Kohl gelernt.

Das Schlimme ist, Sie werden wiedergewählt, Sie haben nicht mal eine Zitterpartie vor sich. Denn nicht mal die leider zur Kasperpartei verkommene SPD bringt es nach all den Jahrzehnten des Niedergangs und zunehmenden Desasters auf die Reihe, einen geeigneten Gegenkandidaten aufzustellen. Steinmeier ist kaltgestellt, indem er Bundespräsident wird. Politisch bin ich enttäuscht von ihm, dass er keine Lust dazu hatte, sich zu seiner politischen Verantwortung und dem Volk zur Verfügung zu stellen. Menschlich kann ich verstehen, dass er keinen Bock hat, dieses Erbe anzutreten. Dennoch muss ich auch leider hier sagen: Herr Steinmeier, Sie sind derzeit die größte Enttäuschung für unser Land und die Demokratie.

Erst vor wenigen Tagen hat ein irischer Senator eine Wutrede in Bezug auf Donald Trump gehalten (auf Facebook mit deutschen Untertiteln, hier leider nur original) – und warnt davor, auf welchem falschen Weg Europa sich bewegt. Nämlich genau in die Richtung, in die Trump auch geht. In der Erdogan schon angekommen ist.
Wir erfahren in Europa Land um Land einen Rechtsruck. Besonders bedenklich dabei ist Frankreich, denn es gibt gegen Le Pen so gut wie keinen Gegenkandidaten. Der eine ist schon vorbestraft, der andere hat wohl ein Gerichtsverfahren am Hals.

Gerade jetzt wäre es wichtig gewesen, in Deutschland ein Zeichen zu setzen, das Ruder herumzureißen und in die Gegenrichtung zu segeln. Doch stattdessen geht es auf der konservativen Linie weiter. Sicher, Merkel ist gemäßigt. Doch Nichtstun macht die Dinge nicht besser. Volksferne treibt die Wähler in die Arme der AfD. Und außenpolitisch kennt Merkel mittlerweile jeder hinreichend (bis auf Trump, dem das scheißegal ist), kann sie genau einschätzen und wird sie entsprechend nicht mehr ernst nehmen. Geschweige denn, ihr zuhören.

Es liegt an uns, jedem einzelnen Wähler, nicht das kleinere Übel zu wählen, sondern dafür zu sorgen, dass die bedenkliche Richtung, in die wir steuern, die des wiederbelebten Faschismus mit all seinen Auswirkungen, geändert wird. Wir müssen das wählen, was wir verantworten können, was wir den Kindern für die Zukunft ebnen wollen.  Nicht jammern, handeln!

Kommentar der ARD, Joachim Wendler


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