Inglourious Basterds

31 08 2009

Das vornehmlich Positive am Film ist, dass es keine einzige positive Figur in dem Film gibt. Sie sind alle Menschen in all ihren Facetten und tun das, was sie glauben, tun zu müssen. Ihre Charakterisierung als Individuen tritt umso stärker hervor, indem Hitler und Goebbels als karikierte Figuren der Diktatoren per se aufgeführt werden. So haben wir Idi Amin, Baby Doc, Mussolini und wie sie alle heißen, in historischer und manchmal auch authentischer Bearbeitung erlebt. Hitler/Goebbels sind eine wandelnde Definition, keine lebenden Menschen, und Tarantino entmystifiziert sowohl die Personen als auch ihre Position konsequent. Ich glaube, genau diese Entmystifizierung wird ihm vor allem zum Vorwurf gemacht, dabei sollte man dafür dankbar sein.

Und trotzdem hat Quentin Tarantino nie die Distanz verloren, und er hat es geschafft, keinerlei Bewertung oder gar persönliche Wertung hineinzulegen. Alle sind Charaktere für sich, mit eigenen Motiven, mit eigenen Emotionen und Verzweiflungen. Niemand wird verurteilt, angeklagt oder an den Pranger gestellt. Es gibt keine Guten oder Bösen, nur Menschen. Jeder hat einen Grund für das, was er tut, und findet es nicht immer gut.
Was Tarantino an den Pranger stellt, ist die Ursache so vielen Leids: Verfolgung, Krieg, Unterdrückung, vor allem aber auch die Verherrlichung von Kriegshelden in seinem „Film im Film“, dem „Stolz der Nation“. Und zeigt gleichzeitig die Entwicklung des Kriegs-Film-Helden und Selbstdarstellers, der bei der Filmbetrachtung zum ersten Mal aus der Außensicht erlebt, was er da getan hat, und trotz seiner Überzeugung und dem ursprünglichen Stolz auf seine Tat in dem Moment nur noch von Grauen geschüttelt wird.

Tarantino hat sich mit der Materie intensiv auseinandergesetzt. Der Mann weiß ganz genau, was er da als Thema angefasst hat, und hat sich mit perfider Akribie und Detailperfektion ans Werk gemacht.

Und nur wer so eine Kenntnis hat, kann daraus eine dermaßen perfekte, scharfsinnige, scharfzüngige Parabel gestalten, wie es geschehen ist.

Und dabei ist es immer ganz Tarantino-Stil, seine Kapitelaufteilung, seine Einwürfe, seine Markierungen, die einem immer wieder bewusst machen sollen: Hallo Leute, das ist ein Film. Es ist Kintopp. Es ist eine Parabel, verpackt in ein Märchen.

Die Figur Hans Landa bringt uns eine Metapher über Ratten und Eichhörnchen. Das bringt das Thema auf den Punkt und findet im einzigen realistischen, ersten Kapitel des Filmes statt, bevor die Entmystifizierung und das Märchen beginnt.

Und Tarantino zeigt wieder einmal seine hingebungsvolle Liebe zum Film, zum Kino, schon im zweiten Kapitel, wenn wir uns im Sergio Leone-Western wähnen mit Ennio Morricone-Musik. Selbst die Kameraeinstellungen sind genau angepasst, die Mimik der Beteiligten, als wären wir in „Spiel mir das Lied vom Tod“. Da frage ich mich doch glatt: Hätte es auch einen einzig unartikulierten Aufschrei der erregten Menschenmassen wegen der angeblich überzogenen Gewalt gegeben, wenn sie alle tatsächlich Stetson getragen und Kautabak gekaut hätten? Oder wenn der Handlungsort Asien, Vietnam, Cowboy-und-Indianer-Western gewesen wäre?
Sicher kann man sagen: Muss man unmittelbare Gewalt zeigen? Nein. Muss man nicht. Genau das habe ich mir aber auch beim „Baader-Meinhof-Komplex“ gedacht, als minutenlang auf Leute in und neben einem Auto geschossen wird, als sie zu Brei zerschossen werden, mit Nahaufnahme. Ja: Minutenlang. Oder wie war das doch bei „Soldat James Ryan“? „Passion Christi“?
Das finden wir hier aber gar nicht. Tarantino setzt die Gewalt hier ganz bewusst und explizit – und sehr kurz, sowie in nicht einmal 10% des Gesamtfilms bei zweieinhalb Stunden Länge – ein, weil sie nun einmal Bestandteil des Krieges und der Unterdrückung ist. Und so ganz nebenbei entmystifiziert er dabei auch noch den Mythos des „edlen Wilden“ Amerikas.

Es gibt aber nicht nur viele historische Details, sondern auch viele, viele Anspielungen und Hommagen an Filme, Literatur und mehr.
Bei den vielen Details und pointierten Dialogen bin ich mir sicher, dass ich gar nicht alles mitbekommen habe. Erst so nach und nach in der Aufbereitung erschließt sich mir das Hintergründige, zwischen den Zeilen zu Lesende, so Tiefsinnige, was nicht aufdringlich und mit erhobenem Zeigefinger gebracht wird. (Ein Stichwort hier: Milch. Ja, so etwas Banales wird zur causa dramatica.) Tarantino geht auch sehr behutsam mit Bezeichnungen um. So ist nie von „den Deutschen“ die Rede als Synonym für „die Nazis“, sondern immer nur „die Nazis“. Allein schon der Kunstwort-Titel, unrühmliche Bastarde, wie kann man das falsch verstehen? Und dergleichen mehr. Wie gesagt, ich habe sicher nicht alles mitbekommen.
So kann jeder in dem Film sehen, was er will, und sei es auch nur, dass er einfach nicht zuhört, nicht auf die Milch achtet und sich lediglich auf die 10% Gewalt konzentriert. Damit hat er aber weder den Film noch Tarantino verstanden.

Ach ja.
Die Ratten und die Eichhörnchen. Allein deswegen, allein wegen Kapitel 1 sollte man den Film gesehen haben. Danach kann man ja wieder rausgehen.

Und dann gibt’s da noch (diese Zitate sind nicht zusammenhängend):
Landa: „Ich verstehe nicht, warum er sich gegen den Beinamen „der Henker“ wehrt, wo er doch alles, wirklich alles dafür tut, um ihn sich zu verdienen!“

Landa: Zuvor erklärte er gerade, wie ein Jude denken zu können. Dann: „Sie glauben ja gar nicht, wozu Menschen in der Lage sind, wenn sie erst einmal ihre Würde abgegeben haben.“

Aldo: „Wissen Sie, wenn Sie diese Uniform ausziehen und verbrennen, kann Sie ja niemand mehr erkennen, wer Sie in Wirklichkeit sind. Und damit habe ich ein Problem.“

Ein Meisterwerk eines Regisseurs, der stets sehr viele Emotionen und Kontroversen auslöst, in Grund und Boden verdammt oder in den Himmel gelobt wird. Seine sensible Nase für die Auswahl der richtigen Darsteller hat sich noch nie getäuscht, und so auch hier. Sämtliche Darsteller erfüllen ihre Rolle perfekt.
Die größte Hochachtung aber hat Christoph Waltz verdient, der mit dieser Leistung im bisherigen Kinojahr weitab vor allen anderen auf Platz 1 steht. Chapeau! Meine Verehrung, Herr Waltz. Ich erinnere mich noch an Ihre erste größere Rolle vor langer Zeit in der Tristan- und Isolde-Verfilmung, wie hieß sie, „Feuer und Schwert“? Schon damals sah ich viel Potenzial in Ihnen, das in „Das merkwürdige Verhalten geschlechtsreifer Großstädter zur Paarungszeit“ seinen ersten großen Höhepunkt fand und nun in der Darstellung des perfiden Hans Landa gipfelt. Ich wünsche Ihnen, dass dies der Startschuss zu vielen weiteren guten Rollen ist.

Nachtrag: Gerade im Netz gefunden: Ein Pressespiegel zum Film



The Hateful Eight

1 02 2016

Da ist er also, der 8. Film von Quentin Tarantino. Na ja, eigentlich hat er schon ein bisschen mehr Regie geführt, aber diese Filme zählt er halt so, dass sie rein aus seinem Wirken entstanden sind.
Ich glaube, niemand polarisiert so sehr wie dieser Regisseur. Man hasst ihn oder man ist Fan, dazwischen gibt es nichts.
Ich? Ich bin Fan. Was ja wohl kaum eine Überraschung sein dürfte.
Ein zweiter Western, aber ich habe nichts dagegen, denn schließlich bin ich auch Western-Fan. Obwohl, und das muss ich an der Stelle schon als harsche Kritik bringen, keiner in diesem Film Whiskey trinkt.
Aber auch ansonsten hätte es gar kein Western sein müssen. Ich glaube, Tarantino wollte vor allem dieses Ambiente, weil er Western liebt. Es hätte auch jede andere Kulisse sein können. Aber Wyoming hat nun mal eine Menge zu bieten und ist noch eine Spur rauer als andere Bundesstaaten. Also hat er, damit es stimmig ist und doch nicht anders platziert werden kann, das passende politische Thema dazu genommen, das vermutlich auch titelgebend ist.
Tarantino schafft es tatsächlich, in jedem Film etwas anderes zu machen. In diesem Fall einen hauptsächlichen Dialogfilm mit nur einem einzigen Schauplatz, als wären wir in einem Theaterstück. Dabei bleibt er aber trotzdem seiner Erzählweise treu: Aufteilung in Kapitel, und diesmal kommt nach der – beabsichtigten – Pause auch noch ein Erzähler dazu.

Worum geht es? Um 10 kleine Jägermeister.
In dem Fall 8 plus ein paar Nebendarsteller. Plus 1 Frau. In absolut klassischer Agatha-Christie-Manier wird eine Gruppe Fremder durch Wetterunbill gezwungen, sich an einem einsamen Ort zusammenzurotten und die Nacht zu überstehen. Es gibt keinen Kontakt nach außen, keine Möglichkeit zu entkommen. Keine Frage, dass mindestens einer aus der Gruppe ein Mörder ist und dass mehrere ein düsteres Geheimnis mit sich herumtragen.
Wir haben hier also Kriegsveteranen, Cowboys, Sheriffs, Kopfgeldjäger, ihre Beute, Henker; so bunt gewürfelt ist diese Gruppe gar nicht, denn ihre Berufe ähneln sich durchaus. Die Frau? Soll eine Mörderin sein, eine gigantisch hohe Belohnung ist auf sie ausgesetzt.
Die ersten 95 Minuten haben wir einen reinen Dialogfilm, manchmal ein bisschen zu geschwätzig, aber durchaus tiefsinnig, pointiert, humorvoll und spannend. Es geht um den Bürgerkrieg, den Nord-Süd-Konflikt, und da ein Schwarzer dabei ist, kann man sich vorstellen, dass da einiges geboten wird. Die Frau sagt wenig, doch markantes. Hauptsächlich wird sie brutal verprügelt, doch egal wie viele Zähne sie ausspuckt, sie lacht weiter. Anders kannst du als Frau zu dieser rauen Zeit gar nicht überleben.
So werden also die Charaktere beleuchtet und Geheimnisse aufgedeckt, und kurz vor der 95. Minute gibt es den ersten Toten.
Dann: 15 Minuten Pause. Erst nachdem es weitergeht, ist zu erkennen, dass diese 15 Minuten nicht vom Kino, sondern vom Regisseur selbst beabsichtigt sind, denn ein Off-Erzähler übernimmt nun eine kurze Zusammenfassung, was während dieser Pause stattgefunden hat, und es offenbart sich auch der Sinn: Wer kein blutiges Gemetzel mag, hat in der Pause Gelegenheit, das Kino zu verlassen. Denn die restlichen 70 Minuten folgt das Tarantino-typische unzimperliche Gemetzel (da wird einem schon auch mal das Gesicht weggeschossen), wobei die Handlung weiter vorangetrieben wird. Es wird sehr blutig, aber auch sehr interessant, wie sich die jeweiligen Charaktere anhand der zusehends ausweglosen Situation verhalten. Wer wird sich wofür entscheiden? Wie wird es enden?
Das Ende bietet durchaus Überraschungen.

Fazit: Tarantino war zutiefst enttäuscht, dass sein Film keine Oscar-Nominierung erhielt. Das war auch die richtige Entscheidung. Der Film ist gut, stellenweise sogar hervorragend, die Darsteller sind alle durchwegs grandios, aber er besitzt nicht die Klasse und Qualität der Inglourious Basterds oder Django Unchained. Die Aufnahmen sind glasklar, und wie immer ist die Beleuchtung sehr gezielt eingesetzt – die Inszenierung ist absolut top.
Der einzige Kritikpunkt, den ich habe, ist die Musik. Tarantino hat Ennio Morricone jahrzehntelang angebettelt, ihm einmal die Filmmusik zu komponieren. Und nun ließ der Meister sich erweichen. Doch leider hat er dazu lediglich in die Schublade gegriffen und irgendwas hervorgeholt, das schon vor 30 oder 40 Jahren niemand haben wollte. Kein Wunder! So passt die Musik nicht im Entferntesten zu diesem Film, schon gar nicht zu einem Western, und plätschert langweilig und seltsam unharmonisch durch manch bombastisch gewollte Versatzstücke dahin. Überhaupt nicht das, was man von Morricone gewohnt ist. Ausschuss eben. Zum Glück trägt der Film sich hervorragend ohne Musik – auch das ist mal etwas Neues für Tarantino – sonst würde einen das rausreißen. Sehr enttäuschend, muss ich sagen, gerade auch weil es Morricone ist.



Filmhits 2009

26 12 2009

Und wieder ist ein großartiges Kinojahr vergangen mit einer Menge Highlights. Diesmal suche ich aber nicht eine bestimmte Anzahl Filme aus, sondern liste einfach mal auf, was ich so gesehen habe. Der Einfachheit halber alphabetisch, nicht nach Genre. Fangen wir an!

Avatar: Optisch hervorragend gemacht mit einer faszinierend schönen Welt und faszinierend schönen Wesen und Kreaturen, ein Genuss in 3D, bei 08/15-Klischee-Pappschablonen-Handlung ohne Tiefgang, Wendung oder Überraschung. Die Geschichte funktioniert dadurch aber, deshalb insgesamt überdurchschnittlich gut.
Coraline: Klasse! Allein schon von der Optik her sehenswert, die Umsetzung ist hervorragend gelungen. Mehr muss man zu Neil Gaiman nicht sagen – wir kennen ihn doch alle. Daumen hoch!
District 9: Das geht an die Nieren. Was die unmittelbare SF-Handlung mit den Aliens (Herkunft usw) betrifft, schwächelt der Film etwas, aber darum geht es gar nicht. Der Film ist eine Parabel über die (Un-)Menschlichkeit, die keine Parabel ist, und die Aliens sind analog den Menschen. Anhand der Entwicklung des Hauptcharakters Wikus zeigen sich alle Abgründe auf, doch auch ein leiser Hoffnungsschimmer, denn auch das sind die Menschen. Aufregend von der ersten bis zur letzten Minute. Ob so viel Splatter hätte sein müssen sei dahingestellt. Stark beeindruckend und nachhaltig, schaue ich mir nicht nochmal an. Fast volle Punktzahl.
Gran Torino: Großes Kino, großes Sozialdrama, Clint Eastwood auf dem Höhepunkt der Bärbeißigkeit. Über die Schwierigkeit, alt zu werden und jung zu sein. Über Charakterstärke, sich nicht ins Rudel einzufügen und anzupassen. Wortwitz, pointierte Dialoge, leise Töne und raubeinige Zärtlichkeit: So muss es sein. Sehr stark anrührend Eastwoods zittrige Altmännerstimme im Gesang am Ende des Films.
Hangover: Eine wirklich originelle, lustige und gelungene Komödie über eine verlorene Nacht in Las Vegas. Das Tüpfelchen auf dem I sind die Fotos während des Abspanns. Daumen hoch.
Harry Potter 6: Der Film ist besser als das Buch (was nicht allzu schwierig ist), auch wenn wesentliche Bestandteile fehlen (z.B. wieso der Halbblutprinz so heißt) und deshalb von Nicht-Kennern der Bücher kaum nachvollzogen werden können. Übrig bleibt eine unterhaltsame Teenie-TraKomödie mit Darstellern, die voller Herzblut dabei sind. Keine nachhaltige Wirkung. Durchschnitt.
Ice Age 3: Jaaa, volle Punktzahl! Nach dem doch deutlich schwächelnden Teil 2 ein opulentes, auch ohne 3D technisch perfektes Bild mit allen reizenden und liebenswerten Figuren, neuen Charakteren, und wieder geht es um Freundschaft und Familie, mit sehr viel zum Lachen. Einen Rudy sollte jeder haben.
Illuminati: Durchschnittliches Popcorn-Kino bei hanebüchener Story mit Logikfehlern, um die Geschichte hinzubiegen, und mit einem äußerst gelangweilten und lustlosen Tom Hanks, nicht weiter der Rede wert. Die Rom-Führung allerdings ist schön. Kann man sich anschauen, muss man aber nicht.
Inglourious Basterds: Hierzu habe ich mich schon hier geäußert.
Küss den Frosch: Ein reizender Film für die ganze Familie in klassischer Disney-Tradition: Zeichentrick und viele Songs, und das mitten in Louisiana. Liebevoll, lustig, entspannend.
Knowing: Ach bitte, Herr Cage, das können Sie doch besser! Der Film ist bis zur Hälfte spannend, wenngleich die Story auch da schon keinerlei Sinn ergibt, aber egal, es ist unterhaltsam. Die Sache mit dem Flugzeug hat mich fast aus dem Kinosessel gehoben. Dann aber wird es nur noch hanebüchen, übertrieben, unlogisch, morallastig, überreligiös mit unmenschlicher Botschaft, um nicht zu sagen: abstoßend. Da stürz ich doch lieber in die Sonne. Daumen runter.
Oben: Ein alter Mann macht sich mit der Beharrlichkeit eines Fitzcarraldo auf, um ein Haus auf einen Berg zu bringen, und erkennt fast zu spät, was „Abenteuer“ eigentlich bedeutet. Ein bezaubernder, witziger und sehr anrührender Film mit einer absolut großartigen, räumlich wirkenden Technik und liebenswerten ebenso wie liebenswürdigen Charakteren und durchgeknallten Schurken. Aber Achtung: In der ersten halben Stunde Taschentücher bereit halten! Ähnlich wie bei Wall-E eine nahezu wortlose Lebens- (und Liebes-)geschichte, die keinen unberührt lassen kann. (Es sei denn, er ist kalt wie toter Fisch.) Das ist nachhaltiges, wunderbares Kino und verdient ein Sehr Gut und Daumen hoch.
Pandorum: Überraschend, aber wahr: Richtig gute SF aus Deutschland. Mit internationaler Besetzung und einem Dennis Quaid, der sich mal wieder ordentlich reinhängt. Von der ersten Minute ab gruslig, spannend und voller Tempo, mit vielen Rätseln, bei denen nicht klar wird, ob es Realität ist oder nicht, einer überraschenden Auflösung und einem schönen Ende. Die Elysium ist optisch hervorragend geraten, außen wie innen, mit klaustrophobischer Atmosphäre. Ein Film, der ohne viel CGI auskommt und trotzdem durch und durch SF zeigt. Prima! Mehr davon!
Planet 51: Und wieder ein SF, diesmal Animations-CGI-Film aus Europa, der sich sehen lassen kann. Ein lustiger Spaß mit vielen Zitaten in Bild und Ton, der amerikanische (Vorstadt-)Traum der 50er, zweimal Arnie … ja, so macht Kintopp echt Vergnügen!
Public Enemy No 1: Der erste Teil über den französischen Superganoven Jacques Mesrier (50er/60er Jahre), der unter anderem dafür gesorgt hat, dass die unmenschlichen Haftbedingungen für Schwerverbrecher z.B. in Kanada verbessert wurden. Manchmal menschlich, manchmal eine rasende Bestie, häufig gnadenloser Killer, sehr facettenreich, und hervorragend gemachtes französisches Kino mit allerdings leichten Anlaufschwächen und Längen in den ersten 50 Minuten, teilweise zu harten Schnitten, die irgendwie ins Leere führen, dann wird’s aber rasant. Guter Durchschnitt. Teil 2 wurde im Kino nicht mehr angeboten, da warte ich auf die DVD.
Slumdog Millionaire: Das zweite große Sozialdrama neben Gran Torino in diesem Jahr. Die Idee, die Lebensgeschichte des jungen Mannes mit den Quizfragen zu verbinden, ist wirklich originell. Wir erfahren ein wenig vom indischen Leben, sind schockiert und gerührt zugleich und tauchen in eine fremde Welt ein. Mit Witz, Charme und einer Riesenportion Glück schlägt sich unser Quizstar durch. Hervorragend!
Star Trek: Oh ja, so will ich Kirk, Spock und Pille haben! Das ist der Flair, den ich brauche, und jede Menge Spannung, was schert mich da Logik oder Handlungsschwäche. Ich bin zwei Stunden lang völlig weg von der Welt und sause mit Warp durchs All. Ab in die Sammlung und hibbeliges Warten auf Teil 2!
State of Play – Stand der Dinge: Kinofassung eines (im übrigen hervorragenden) britischen TV-6-Teilers mit einem wie immer unglaublich präsenten Russel Crowe und einer nicht minder grandiosen Helen Mirren (ich möchte mehr von den beiden in einem Film!), spannend und intrigant, leider mit einem Logikbug am Ende, um die Auflösung hinzubiegen. Schade, das hätte auch anders funktionieren können. Reicht nicht an die Qualität des Mehrteilers heran. Dennoch ein überdurchschnittlich guter Film.
Terminator IV: Tut mir leid, Mr. Bale, ich mag Sie sehr als Batman und in Equilibrium, ich habe Sie auch in The Machinist bewundert, aber als John Connor taugen Sie nix. Da fehlt Ihnen das Charisma, das Ihr „Gegenspieler“ dafür umso mehr aufbietet. Eigentlich ist es ein „Marcus Wright“-Film. Bleibt unterm Strich ein unterhaltsamer Film mit ein wenig T-Feeling, aus dem man mehr hätte machen können (und müssen nach dem unterirdisch grottenschlechten Teil 3) – aber T5 lässt ja schon grüßen. Knapp über Durchschnitt.
Watchmen: Dazu habe ich mich schon hier geäußert.
Wickie und die starken Männer: Ein Film der etwas leiseren Töne, liebevoll in Szene gesetzt von Michael Bully Herbig. Er selbst ist allerdings das (einzige) Manko des Films, seine Auftritte kommen einem spanisch vor und sind ebenso überflüssig wie nervtötend. Sowohl der kleine Wickie als auch sein dröhnender Vater tragen den Film gelassen, besonders hervorzuheben wieder einmal Herr Herbst. Jede Besetzung passt, und man fühlt sich ganz wie damals. Macht wirklich Spaß.
Willkommen bei den Sch’tis: Volle Punktzahl für einen superwitzigen, sehr französischen und sehr liebevollen Film, der „Monsieur Hulot“-Tati voll und ganz zur Ehre gereicht! Lachen, bis man Seitenstechen kriegt.
Wo die Wilden Kerle wohnen: Ein sehr emotionaler, beeindruckender und berührender Film über einen einsamen, wilden Jungen. Es ist nicht einfach, ein König zu sein.
Wolverine: Mein lieber Mr. Hugh Jackman, Hauptsache, ich kann Sie sehen, und in diesem Film komme ich wirklich voll auf meine Kosten, was Ihren prächtigen Körper und Ihr blendendes Aussehen betrifft. Also da guck ich mir den Film doch glatt nochmal an, nur Ihretwegen. Und mehr gibt’s da auch schon nicht zu sehen. Zu wenig von Wolverines Vorgeschichte, zu viel Rumgebolze um Nix und wieder Nix. Schade. Mit Ach und Krach Durchschnitt.