Before Watchmen 7: Dr. Manhattan

21 11 2013

Straczynski ist wieder am Werk, bildlich umgesetzt von Adam Hughes, was mir ganz ausgezeichnet gefällt. Die Story … hm, die lässt mich sehr zwiespältig zurück. Einerseits toll erzählt, und trotz der Zeitsprünge nicht verwirrend – insofern man „Watchmen“ kennt. Andererseits erfahren wir halt überhaupt nichts Neues, denn all das wurde bereits in den Watchmen durchgekaut, abgesehen von einigen Hintergründen, die hier hinzugefügt wurden. Doch Jon Ostermans Geschichte als erwachsener Mann kennen wir sehr gut, und wir kennen viel über das Ultrawesen Dr. Manhattan. Viele Fragen bleiben aber dennoch ungeklärt. Beispielsweise, wieso ist Jon in der Lage, Laurie zu lieben, wie es eindeutig ausgesagt wird und wie wir es auch erleben? Was sind denn überhaupt seine Emotionen, seine Beweggründe? Warum nimmt er auf diese Weise Einfluss auf das Geschehnis, wenn er die Quanten-Parallelen alle kennt? Die Legende vom Huhn und vom Ei: Hätte Ozymandias seinen grauenvollen Plan ausführen können, hätte es den blauen Gott nicht gegeben? Hätte der blaue Gott nicht auf andere Weise einen Weltkrieg verhindern können? Warum hat er das nicht durchexerziert und ausgetestet, was passiert, wenn er auf diese oder jene Weise Einfluss nimmt? Da er zu allen Zeiten gleichzeitig existiert, hätte er jederzeit alles ändern können – wie er es ja dieses eine Mal auch getan hat. Was also hat ihn dazu bewogen, da er augenscheinlich über Emotionen und noch ein menschliches Moralempfinden verfügt, ausgerechnet Ozymandias‘ Plan zu unterstützen, der Millionen (teils ihm nahestehender!) Menschen das Leben gekostet hat? Das hätte mich viel mehr interessiert – „was wäre, wenn“ durchzuspielen; gerade Straczynski wäre dafür der richtige Autor gewesen.
So muss ich sagen: ein gutes, anspruchsvolles Werk für sich, aber dahinplätschernd schwach für die Beendigung des Prequels. Schade.

Den Nachzügler, „Crimson Corsair“ lege ich mir nicht mehr zu, da er lediglich die Comicgeschichte in den Watchmen enthält, die dort fortlaufend erzählt wird, mir also bestens bekannt ist, sowie einen One-Shot über Dollar-Bill, der mich nicht interessiert.

Fazit: Trotz einer gewissen Meckerei kann ich nur sagen: Watchmen-Fans können auf dieses Prequel nicht verzichten. Das höchste Niveau erreicht der erste Band der „Minutemen“, der zu den besten Graphic Novels der letzten Jahre gehört, und den ich schon dreimal gelesen habe. Die folgenden Bände sind von „durchwachsen“ bis „hervorragend“, aber allesamt auf hohem Level. Experiment gelungen.



Before Watchmen 6: Silk Spectre

20 11 2013

„Helden – Hippies – Heroin“, unter diesem Motto steht die Geschichte von Laurie, Tochter der ersten Silk Spectre, die in die Fußstapfen ihrer überehrgeizigen und zugleich überbehütenden Mutter tritt. Darwin Cooke und Amanda Conner, die gleichzeitig als hervorragende Zeichnerin wirkt, sind die Autoren dieses überaus gelungenen Bandes der Reihe. Das Flair der 60er/Anfangs-70er wird voll eingefangen und der Mutter-Tochter-Konflikt hervorragend und vor allem nachfühlbar ausgearbeitet. Sally, die einfach nicht aus ihrer Haut kann, und Laurie, die dank ihres starken Charakters dennoch ihren eigenen Weg geht. Eddie, der die Dinge wie immer auf seine Weise regelt. Dazu der wachsende Einfluss der Mafia auf den Drogenhandel (hier ein sehr interessanter Auftritt durch Frankieboy, genannt „Chairman“) mit Designerdrogen, um den Konsumzwang zu fördern und geldgeile Spießer aus den Weltverbesserern zu machen. Eine sehr interessante Thematik, die als Schlusspunkt die Versammlung der „Crime Busters“ wählt, wo Laurie Jon kennenlernt.



Before Watchmen 5: Ozymandias

20 10 2013

Len Wein und Jae Lee erzählen uns die Origin des klügsten Mannes der Welt. Wein ist ja „ein ganz alter Hase“ des Comic-Geschäfts und weiß ganz genau, wie man eine Superheldengeschichte erzählt – das stellt er auch hier unter Beweis, ausgezeichnet in Szene gesetzt von Lee. Wein geht dabei geradlinig vor und erzählt eine klassische Story, wie sie auch Batman nicht unähnlich ist, aber eines ist von Anfang an klar und bleibt bestehen: Ozymandias/Adrian Veidt ist ein Arschloch. Das zeigt sich schon durch die typische Darstellung, Kopf oben, aus niederer Sicht betrachtet. Aber auch ohne dieses klare Bild ist ersichtlich, wer der klügste Mann der Welt ist: Absolut emotionslos, ein Soziopath reinster Manier. Er möchte die Welt retten, weil er Superhelden – zu denen er auch Alexander zählt – verehrt und „weil es jemand machen muss“. Wer könnte dazu besser geeignet sein als der intelligenteste Mensch, der alle Zusammenhänge erkennt? Adrian ist gelangweilt von den Menschen, weil sie ihm intellektuell nicht gewachsen sind, und seine kindliche körperliche Unzulänglichkeit gleicht er sehr rasch aus, sodass er auch athletisch allen überlegen ist. Adrian geht gelassen über Leichen, weil sie notwendige Opfer sind auf seinem „harten, steinigen“ Weg zum Ziel. Die Welt zu retten, die er in Wirklichkeit beherrschen will mit seinem überlegenen Intellekt, weil er weiß, was gut und richtig ist. Adrian hat sich dieses Ziel nicht gesetzt, weil er helfen will, sondern weil es die einzige Herausforderung ist, bei der er sich nicht langweilt, die ihn in Anspruch nimmt und zum Nachdenken zwingt. Er kennt keine Begriffe wie Mitgefühl, Nächstenliebe und Menschlichkeit. Wer ihn gleich durchschaut, ist der Comedian, und Ozymandias muss einsehen: dieser Kerl ist ihm gewachsen. Eddie durchschaut die Dinge besser als er, und er kann ihm die Nase blutig hauen. Jon „Doc Manhattan“, den er besonders bewundert, weil er quasi Gott ist, interessiert sich hingegen überhaupt nicht für den eifrigen, zielstrebigen jungen Mann und verweigert den Austausch. Kein Wunder: Er weiß längst, was geschehen wird, denn er existiert außerhalb der Zeit und damit in allen Zeiten.
Prägend für Ozymandias‘ „brillanten“ Plan, die Erde zu retten, ist jener Abend der Versammlung der „Crimebusters“, der alles, auch für die Watchmen, verändert. Diese Begegnung wird diesmal – denn auch die anderen Prequels greifen darauf zu – ausführlich aus Adrians Perspektive dargestellt.
Eine schwierige, in den Watchmen leidlich ungreifbare Figur (was so sein muss), deren Origin in den richtigen erzählerischen Händen gelandet und daher außerordentlich gelungen ist.



Before Watchmen 4: Nite Owl

23 09 2013

Das hatte ich bisher ganz vergessen zu erwähnen, denn ich habe den Part ja schon lange genossen – die Verzögerung ist fast unverzeihlich, denn nun hat uns Altmeister J. Michael Straczynski mit der von mir wie immer überaus geschätzten Grafikkunst von Andy und (dem leider 2012 verstorbenen) Joe Kubert einen Band präsentiert, der mühelos an das Niveau der „Minutemen“ heranreicht. Straczynski kann halt einfach erzählen, spannend und emotional zugleich.
Die Ähnlichkeit der Figur Nite Owl mit Batman ist durchaus beabsichtigt, wobei Nite Owl dennoch kein Abklatsch ist, sondern eine eigenständige – und tolle – Figur. Nicht zuletzt auch deswegen, weil es ja zwei Personen in der Maske gibt, die jede auf ihre Weise den Hüter der Nacht repräsentiert haben. Hier geht es natürlich um den Jüngeren der beiden, denn Hollis Mason hat bekanntlich nach der Auflösung der Minutemen das Kostüm abgelegt und arbeitet zur Handlungszeit an seinem Buch. Wir erfahren den Hintergrund von Dan Dreiberg, seine Motive, seine persönliche Tragödie und eine Menge über seine Zusammenarbeit mit Rorschach. Ich habe mich immer gefragt, wie es dazu kommen konnte, dass diese zwei völlig gegensätzlichen Charaktere und vor allem der absolute Einzelgänger Rorschach ein Team bilden konnten – und so etwas wie Freunde wurden. Straczynski hat sich dazu ordentlich was einfallen lassen. Hierbei kommt auch eine interessante – weibliche – Nebenfigur mit ins Spiel, über die ich an dieser Stelle nichts weiter verraten will. Man muss sie gesehen und erlebt haben. Leider bleibt ihr Auftritt einmalig.
Uns wird keine leichte Kost geboten, und vor allem auch das Verhältnis Mason/Dreiberg wird auf eine sehr harte Probe gestellt. Großartiges Kino, so soll es sein.



Before Watchmen 3: Comedian

21 07 2013

Und wieder ist Brian Azzarello am Ball, diesmal mit Zeichner J.G. Jones.
Nun ist also jene Figur an der Reihe, die der Auslöser für die Ereignisse der Watchmen-Storyline war. Der Zyniker, der die Realität mit einem brillant scharfen Verstand erkennt, dabei aber leider emotional nicht in der Lage ist, irgendetwas Positives finden zu wollen – oder es selbst zu erschaffen. Stattdessen zerstört er immer noch weiter, bis er in der Hauptstory letztendlich seinen Meister finden wird, der ihn an Zynismus schlägt, und woran er dann zerbricht.
Jones, das muss man sagen, macht seine Sache hervorragend.
Die Geschichte … wie soll ich sagen. Ich bin zwiegespalten. Der Comedian gibt jede Menge her, aber auch hier konzentriert sich Azzarello auf den Meilenstein seines Lebens, Vietnam, und dort auf nur ein einziges Geschehnis. Immerhin schafft er diesmal eine kleine Brücke zu den Watchmen in einer winzigen, mitten in die Storyline hineingepflanzten Szene, über die man froh ist, dass sie da ist, aber nicht so wirklich weiß, warum eigentlich. Doch in dieser Szene überstrahlt die gewaltige Persönlichkeit Blakes einfach alles und zeigt sich so, wie sie sein soll.
Der Einstieg mit den Kennedys, „der Fall Monroe“, die Interpretation einer Aussage bei den Watchmen, was der Comedian mit Dallas zu tun hat, das ist sehr interessant, sehr gefühlvoll, pointiert und eindringlich.
Sobald es dann aber nach Vietnam geht, springt die Geschichte permanent im Zeitverlauf hin und her, sodass ich mir schwer getan habe zu folgen, obwohl Jones dankenswerterweise pro Zeitlinie andere Farben angelegt hat. Ich habe aber trotzdem mehrmals hin und herblättern müssen, um mir das Geschehnis zusammenzureimen, weil es fast nur aus Andeutungen besteht und erst so nach und nach herauskommt, was tatsächlich passiert ist. Es gibt hier nur eine einzige Szene, nämlich ein Massaker. Aus den Watchmen wissen wir aber, dass dort noch sehr viel mehr passiert ist. Und hieraus ergibt sich ein dicker, fetter Bug – Eddie Blake kommt ohne Narbe aus dem Krieg zurück. Ich habe mehrmals nachgeschaut und auch die Zeitläufe verglichen, aber bis in die 80er hinein hat er keine Narbe. Das stört mich bei aller Sorgfältigkeit, um die Azzarello sonst bemüht war, ganz erheblich. Dass er die Szene weggelassen hat, wie es dazu kam, weil sie ja schon mal erzählt worden ist, gut – aber die Narbe wegzulassen, das geht nicht.
Die Vietnamsache wurde mir zu wirr, die ständigen Szenensprünge vor und zurück, das hat mich ziemlich aus dem Lesefluss gerissen. Der Comedian ist nach wie vor sehr präsent, wird aber irgendwie ständig im Auftritt „abgewürgt“. Da hätte noch ein gutes Stück mehr in ihm gesteckt, das wir gern erlebt hätten.
Dieser Teil ist erheblich besser als der Vorgänger, vor allem der Einstieg ist hervorragend gelungen, aber auch das erreicht bei weitem noch nicht das zugegeben sehr hohe Niveau der „Minutemen“. Als nächstes ist „Nite Owl“ von Straczynski dran – darauf bin ich jetzt wirklich gespannt und hoffe auf Steigerung.



Before Watchmen 2: Rorschach

23 06 2013

Das Dream-Team Brian Azzarello und Lee Bermejo hat uns schon den grandiosen (nichts für zarte Gemüter) „Joker“ beschert, und entsprechend hoch waren meine Erwartungen. Durch die Vorlage der „Minutemen“ einerseits und die Teamarbeit an „Joker“ andererseits. Und was ist dabei herausgekommen, dass Azzarello sich Rorschach vorgenommen hat, die wichtigste, interessanteste und absolute Hauptfigur des Watchmen-Universums?
Leider nur banaler Durchschnitt.
Vorweg gesagt: Wer die Watchmen nicht kennt, weiß und erfährt nicht, wer Rorschach ist. Warum er sich so nennt, warum er diese Maske trägt. Es ist natürlich nicht notwendig, die Origin nochmals durchzukauen, nachdem wir sie in „Watchmen“ ausführlich präsentiert bekommen. Aber wir erfahren einfach gar nichts über Rorschach. Der ist einfach nur ein Vigilant, der sich auf kleinem Gebiet mit Drogendealern und Zuhältern herumprügelt. Punkt, Ende der Geschichte.
Eigentlich geht es ja um einen Serienkiller, doch das bleibt eine Rahmenerzählung.
Rorschach, der als Watchman über einen sehr scharfen Verstand mit hervorragenden Kombinationsfähigkeiten verfügt, stolpert hier von einer Falle in die nächste, ohne daraus zu lernen, sich vorzubereiten; völlig unprofessionell. Er ist ein blutiger Anfänger und totaler Dilettant, wie wir ziemlich schnell mitbekommen, und stellt sich schlichtweg dämlich an. Das passt überhaupt nicht zu der Origin in „Watchmen“, aus der sich dieser ganz besondere Vigilant entwickelt hat, der mindestens gleichauf mit dem Comedian steht. Wie er den ersten Angriff überlebt, ist schon haarsträubend, aber beim zweiten Mal ist das schlichtweg dermaßen hanebüchen konstruiert, dass ich fast keine Lust mehr hatte weiterzulesen. Vor allem ist diese in den Vordergrund gestellte Storyline völlig unwichtig und uninteressant (und bitte, so ein „Monster der Woche“ als Gegenspieler wie aus einem typischen Superheldenstrip aus den 60ern, das ist einfach nur gähnend langweilig). Der Serienkiller ist nur eine Konstruktion und erlangt überhaupt keine Bedeutung, da er überhaupt nicht ins Bild kommt. Hier ne Leiche, da ne Leiche, Ende.
Wenn man den Band loslöst aus dem „Watchmen“-Universum, ist er für sich einigermaßen Durchschnitt ohne irgendwelchen Tiefgang. Wobei Rorschachs Motivation nicht zum Tragen kommt, und er bewegt sich nur auf winzigem Terrain rings um sein „Gunga Diner“, in dem er immer isst. Sehr kleine Welt, was genau das soll – keine Ahnung.
Was mich am meisten stört, es gibt keinerlei Beziehung zu den „Watchmen“. Wir erfahren nicht, dass Rorschach nicht der einzige Vigilant ist, und am Ende hätte ich mir doch eine Begegnung mit Nite Owl erhofft, um den Faden zu knüpfen, wieso Rorschach sich den „Watchmen“ überhaupt anschließt.
So bleibt nur eine 110-seitige Kleinganovenprügelei mit Tiger (total blöd, der Tiger da drin), die der großartigen Figur Rorschach nicht einmal ansatzweise gerecht wird. Das wurde jedenfalls gründlich in den Sand gesetzt und erweckt Angst in mir vor Band 3 mit dem Comedian, der besten Figur der „Watchmen“, der wiederum von Azzarello stammt. Schade!



Before Watchmen 1: Minutemen

20 06 2013

„Watchmen“ ist mittlerweile eine Legende der 80er von Alan Moore – inzwischen auch verfilmt – und gehört zu den besten Graphic Novels ever. Vor allem faszinierend, egal wie oft man die Bücher noch einmal in die Hand nimmt, man findet immer noch ein Detail, das man bisher übersehen hatte.
Nun gibt es also das „Prequel“ mit dem Titel „Before Watchmen“, auf Deutsch auf 8 umfangreiche Paperbacks angelegt. Neuerung hier: Diverse Autoren und Grafiker werden diese Vor- und Hintergrundgeschichten der Watchmen-Mitglieder bestreiten. Es heißt ja, einige Top-Autoren hätten das Angebot abgelehnt, weil sie sich nicht an das Thema heranwagten. Das kann ich nicht so recht glauben, aber lassen wir es dahingestellt sein und kümmern wir uns lieber um das tatsächliche Ergebnis.

Soeben ist Band 1 erschienen: „Minutemen“; es geht hier also um die Heldengruppierung vor den Watchmen, und es geht um das Buch „Unter der Maske“ von „Nite Owl“ Hollis Mason, das zum Bestseller wurde und als Geschichte in der Geschichte in den Alben in Auszügen gebracht wurde. Aber wie kam es dazu, warum hat Hollis das Buch geschrieben, und wie viel hat er unter Umständen geändert, bevor es erschienen ist?
Das wird in diesem Band erzählt.
Genau wie beim „Original“ auch besticht die Story optisch durch viele, viele Details, von denen mir beim ersten Lesen sicher eine Menge entgangen sind.
Das Buch hält sich strikt und eng an die Vorlage und verknüpft die Vorgeschichten nahtlos mit der Haupthandlung. Wenn man mir sagte, das Teil wäre von Moore selbst, würde ich das sofort glauben, weil es derart detailgetreu ist. An keiner Stelle habe ich mir gedacht „also so war das nicht“, und die Charaktere wurden bestechend herausgearbeitet bzw. konsequent „eingeführt“.
Das Buch ist umfangreich, es ist großartig, und es ist heftig.
Die Einführung am Anfang fiel sehr leicht, dann zwischendrin dachte ich mir „na, das ist aber jetzt schon ein bissl arg viel Geschwafel“, und dann auf einmal, mit einem Paukenschlag, ging die Geschichte so richtig los und brachte einige Wendungen, die schlichtweg der Knaller sind und einen ganz schön zum Schlucken bringen. Wie gesagt: heftig. Da bleibt was hängen.
Darwyn Cooke hat diesen Band gezeichnet und getextet, und beides ist ihm hervorragend gelungen. Volle Punktzahl!



Watchmen

9 03 2009

Ich kann mich noch genau erinnern, als ich die Graphic Novel damals von der Buchmesse mit nach Hause nahm; es muss so Ende der 80er gewesen sein. Der Hype um dieses große Epos setzte gerade ein, aber es gab noch lange keine Internetforen, wo man sich darüber austauschen konnte. Dennoch: Man wusste, da ist eine große Gemeinde, die empfindet genauso wie man selbst.
Es ist eine Parallelwelt, die da im Jahre 1985 gezeigt wird, fast real und doch auch futuristisch, und das liegt nicht nur an den Superhelden.
Und Superhelden sind sie in der Tat, genau das, was man sich darunter vorstellt, der perfekte Archetypus. Sie sind außergewöhnlich, besitzen außergewöhnliche Kräfte, doch tief drin, da sind sie der Typus Mensch: Verletzlich, gewalttätig, desillusioniert, hoffnungsvoll, zynisch, liebend. Die ganze Bandbreite rauf und runter. Rorschach ist der Held der Geschichte, wir begleiten ihn von Anfang bis Ende. „Keine Kompromisse“, sagt er. Und er sagt auch: „Es darf nicht ein unschuldiges Leben geopfert werden, um Millionen Schuldige zu retten.“ Sicher, der Feind meines Feindes ist mein Freund. Doch der große Plan von Ozymandias geht nicht auf, kann nicht aufgehen. Alles, was er geschafft hat, ist für den Augenblick ein Symptom zu bekämpfen. Doch die Ursache ist nicht beseitigt. Der Mensch hat sich nicht geändert, er hat sich nur der veränderten Situation angepasst. Weltfrieden? Keine Spur. Vielleicht heute und morgen, doch eines Tages ist es damit vorbei, und alles beginnt von vorn. Und damit waren dann all die Opfer wirklich umsonst. Sollen es zweihundert Jahre gewesen sein, die man gewinnt, das rechtfertigt nichts, wenn am Ende – und auch als kurzlebiger Mensch muss man ein bisschen weiter denken als ein paar hundert Jahre – genau dasselbe Ergebnis droht, nur vielleicht auf noch brutalerer Ebene. Der Mensch ist, was er ist, er kann durch so eine Aktion nicht „gerettet“ werden. Rorschach hat recht: Die Wahrheit muss bekannt werden. Man kann ein kurzlebiges Ideal nicht auf einer Lüge aufbauen. Das ist kein Dienst an der Menschheit, sondern Verrat an jedem Einzelnen, der ein Anrecht auf Leben und vor allem seine eigene Entscheidung hat. Alles andere ist Diktatur.
Es ist unglaublich, mit welcher Detailtreue Zack Snyder die Vorlage umgesetzt hat, wie er die komplexe Geschichte aufdröselte, notwendigerweise kürzte, und doch als komplettes Ganzes präsentierte, bei dem jemand wie ich, der die Novel mindestens sieben Mal gelesen hat (und immer noch neue Details entdeckt), nicht das Gefühl hat, dass etwas fehlt. Selbst der geänderte Schluss ist auf diese Weise eine schlüssige Weiterführung der ursprünglichen Fassung und funktioniert hervorragend. Auch den Film muss ich mehrmals anschauen, um all die vielen Details zu entdecken, die hier untergebracht wurden. Eines habe ich ziemlich schnell entdeckt, Zimmer Nr. 300 bei Hollis, doch dann ging vieles verloren, weil ich mich auf die Story – obwohl ich sie kannte – konzentrieren musste. Die Detailtreue bei dem Design ist unglaublich, die Darsteller sehen bis in die letzte Haarlocke und das Gramm Fett exakt so aus wie die gezeichnete Vorlage, selbst die Kleidung, der Bademantel, der Blutspritzer auf dem Smiley, die fürchterliche Mütze des Psychiaters, die groteske Nase von Richard Nixon … Die deutschen Synchronstimmen sind sehr akribisch ausgesucht worden, am meisten faszinierend ist die sanfte, immer leicht abwesende Stimme von „Doc Manhattan“. Kritisiert wurde die teilweise überbordende Gewalt. Ich interpretiere das so: In den Superhelden-Comics schlägern die Superhelden, was das Zeug hält, und es endet immer sauber. Gewalt aber ist Gewalt. Es gibt keine gute oder böse. Wenn einer dem anderen die Faust ins Gesicht pflanzt und die Nase bricht, gibt es Blut und Knorpelsplitter, egal ob die Faust nun dem Guten gehörte oder dem Bösen. Die Watchmen verherrlichen keine Gewalt, sie setzen sie ein, wie die Gegner sie auch einsetzen, doch deswegen gibt es am Ende keine sauber verschnürten Ganoven, die nicht mal ein blaues Auge haben. Gewalt ist schmutzig, blutig, zerstörerisch, egal, wer sie einsetzt. Genau das zeigt Snyder.
Die Vorlage ist ein Meisterwerk, das für sich allein steht, und der Film ist es ebenso. Sehr komplex, mit einer Detailfülle, die sich erst nach und nach erschließt (ich fange bei dem Film wieder von vorne an), und dazu die perfekt ausgesuchte, bis in den letzten Ton passende Musik. Es funktioniert auch, dass es bei dem Jahr 1985 blieb.
Was für nicht verfilmbar gehalten wurde, musste nur lange genug warten, um ebenso perfekt wie die Vorlage in ein neues Medium transportiert zu werden. Gratulation, das ist ein zweiter Meilenstein, und ich freue mich schon auf die superlange DVD-Fassung mit dem „Black Freighter“.

Kollegin und Freundin Claudia Kern hat ebenfalls einen Kommentar verfasst: Hier.



Gedanken zu Perry Rhodan NEO 132

24 11 2016

neo132
Der Zyklustitel „Meister der Sonne“ allein ist es schon wert, dabei zu sein. Die besondere Aufgabe bei diesem Roman war, die unglaubliche Fülle an Informationen, Personen und Handlungsebenen unterzubringen. Dafür benötigte es, obwohl erst Teil 2 des Kurz-Zyklus von 10 Bänden, ordentlich Recherche und Strukturarbeit. Doch der Anfang, der schrieb sich von selbst.
Ich möchte dazu ein wenig ausführen. Touristisch hat es mich nie nach Russland gezogen. Warum, weiß ich nicht. Ein reines Bauchgefühl. Mit diesem Exposé war ich aber dazu gezwungen, zumindest geistig dorthin zu reisen. Und dabei stellte ich fest, wie vertraut mir das alles dort eigentlich ist. Die Vorfahren meiner Mutter stammen aus Russland. Die „Starros“ waren Großknechte gewesen und entstammten damit gewissermaßen der Mittelschicht. Warum sie ausgewandert sind, ist mir nicht bekannt. Sie ließen sich in Niederbayern nieder und wurden Bauern.
Ein bisschen was muss noch in meinen Genen aktiv sein, denn ich habe sehr früh angefangen, mit zehn Jahren, russische Literatur zu lesen, und zwar genau die dicken, schweren Schmöker. Vor allem Dostojewski hatte es mir angetan. Bis ich 13 war, hatte ich ziemlich alles von ihm gelesen, was auf deutsch zu bekommen war. Und natürlich Tolstoi & Co. So einen seltsamen Eifer in dem Alter mit derart schwerer Kost kann ich nur mit den Genen beantworten.
Mit all diesen Voraussetzungen war ich begeistert, literarisch auf die Reise nach Russland zu gehen – und Petersburg platt zu machen. Das passt doch genau zur russischen Seele; am Ende sind alle tot. Das wollte ich deshalb nicht einfach aus der Außensicht, sondern ganz unmittelbar, mittendrin, mit den Augen der einfachen Leute beschreiben.
Ich habe mit den alten Leuten des 1. Kapitels die Brüder Boris und Arkadi Strugazki, sowie ihre Mutter Alexandra verewigt. Als ich mit 13 Jahren die Science Fiction für mich entdeckte, waren es ihre Werke, die ich als erste las – denn sie waren Russen und ich noch nicht „durch“ mit der russischen Literatur.
Die Trinksprüche sind authentisch, ebenso, dass man ohne sie als Säufer gilt.
Am Ende ihres Lebens hören die „Stugarskis“ ein Summen in der Luft, das so ähnlich klingt wie ein Volkslied. Sie singen mit, in der plötzlichen Gewissheit, dass sie gleich sterben werden. Es ist die Melodie des Untergangs, denn das Summen stammt natürlich von den Waffen der Sitarakh, mit denen sie Petersburg zerbomben, als Antwort auf den Angriff russischer Seite. Diesem Massenvernichtungsschlag können auch die drei Russen in dem schwankenden Boot nicht entkommen.
Alexander Solschenizyn, einer der wichtigsten und eindruckvollsten Literaten Russlands, schrieb „Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch“. Der von mir beschriebene I.D. hat seinen letzten Tag – im Kreml. Er entkommt dem Grauen, indem er sich aufs Land absetzt. Sein Nachname, Schukow, bedeutet „Käfer“. Aber er wird eben nicht als solcher zertreten, sondern zeigt sich mit zähem Panzer. Sein kühl kalkulierender Kollege Morosow, der die Dinge rechtzeitig erkennt und die Flucht vorschlägt, trägt folglich den Namen „Frost“.
Die beiden Russen begreifen genauso wie Professor Oxley, dass der Angriff des russischen Präsidenten mit den Raketen irrer Wahn ist. Behauptungen hin oder her, allen ist klar, dass der Einschlag der Raketen in das Sitarakh-Schiff Petersburg zerstören wird. Dem russischen Präsidenten ist das aber egal, und genau darauf kam es mir an. Diese Unmenschlichkeit habe ich nicht wörtlich ausgeführt, nur im Ansatz: „Du denkst doch nicht, er …“ und „Er … er …“ Nein, das Ungeheuerliche darf nicht laut ausgesprochen werden, um eine Panik zu vermeiden. Eine kleine Hommage an die „Watchmen“, wo am Ende alle Helden die Wahrheit über den „Alien-Angriff“ verschweigen. Bis auf einen – aber für den hatte ich hier keinen Platz.
Für einen kurzen Moment entkommt Petersburg der Vernichtung, als der Raketeneinschlag einfach zerpufft, ohne weitere Auswirkungen. Gezündet oder nicht, lässt sich nicht feststellen, jedenfalls passiert nichts.
Dann beginnt die Tragödie mit den Strafaktionen, Petersburg nahezu zerstört, ein Handelsschiff vernichtet, Zehntausende verlieren das Leben. Stellvertretend für sie habe ich drei alte Russen in ein Boot gesetzt, als berührenden Moment aus der Nähe. Den Rest kann man nur aus der Distanz ertragen.



Filmhits 2009

26 12 2009

Und wieder ist ein großartiges Kinojahr vergangen mit einer Menge Highlights. Diesmal suche ich aber nicht eine bestimmte Anzahl Filme aus, sondern liste einfach mal auf, was ich so gesehen habe. Der Einfachheit halber alphabetisch, nicht nach Genre. Fangen wir an!

Avatar: Optisch hervorragend gemacht mit einer faszinierend schönen Welt und faszinierend schönen Wesen und Kreaturen, ein Genuss in 3D, bei 08/15-Klischee-Pappschablonen-Handlung ohne Tiefgang, Wendung oder Überraschung. Die Geschichte funktioniert dadurch aber, deshalb insgesamt überdurchschnittlich gut.
Coraline: Klasse! Allein schon von der Optik her sehenswert, die Umsetzung ist hervorragend gelungen. Mehr muss man zu Neil Gaiman nicht sagen – wir kennen ihn doch alle. Daumen hoch!
District 9: Das geht an die Nieren. Was die unmittelbare SF-Handlung mit den Aliens (Herkunft usw) betrifft, schwächelt der Film etwas, aber darum geht es gar nicht. Der Film ist eine Parabel über die (Un-)Menschlichkeit, die keine Parabel ist, und die Aliens sind analog den Menschen. Anhand der Entwicklung des Hauptcharakters Wikus zeigen sich alle Abgründe auf, doch auch ein leiser Hoffnungsschimmer, denn auch das sind die Menschen. Aufregend von der ersten bis zur letzten Minute. Ob so viel Splatter hätte sein müssen sei dahingestellt. Stark beeindruckend und nachhaltig, schaue ich mir nicht nochmal an. Fast volle Punktzahl.
Gran Torino: Großes Kino, großes Sozialdrama, Clint Eastwood auf dem Höhepunkt der Bärbeißigkeit. Über die Schwierigkeit, alt zu werden und jung zu sein. Über Charakterstärke, sich nicht ins Rudel einzufügen und anzupassen. Wortwitz, pointierte Dialoge, leise Töne und raubeinige Zärtlichkeit: So muss es sein. Sehr stark anrührend Eastwoods zittrige Altmännerstimme im Gesang am Ende des Films.
Hangover: Eine wirklich originelle, lustige und gelungene Komödie über eine verlorene Nacht in Las Vegas. Das Tüpfelchen auf dem I sind die Fotos während des Abspanns. Daumen hoch.
Harry Potter 6: Der Film ist besser als das Buch (was nicht allzu schwierig ist), auch wenn wesentliche Bestandteile fehlen (z.B. wieso der Halbblutprinz so heißt) und deshalb von Nicht-Kennern der Bücher kaum nachvollzogen werden können. Übrig bleibt eine unterhaltsame Teenie-TraKomödie mit Darstellern, die voller Herzblut dabei sind. Keine nachhaltige Wirkung. Durchschnitt.
Ice Age 3: Jaaa, volle Punktzahl! Nach dem doch deutlich schwächelnden Teil 2 ein opulentes, auch ohne 3D technisch perfektes Bild mit allen reizenden und liebenswerten Figuren, neuen Charakteren, und wieder geht es um Freundschaft und Familie, mit sehr viel zum Lachen. Einen Rudy sollte jeder haben.
Illuminati: Durchschnittliches Popcorn-Kino bei hanebüchener Story mit Logikfehlern, um die Geschichte hinzubiegen, und mit einem äußerst gelangweilten und lustlosen Tom Hanks, nicht weiter der Rede wert. Die Rom-Führung allerdings ist schön. Kann man sich anschauen, muss man aber nicht.
Inglourious Basterds: Hierzu habe ich mich schon hier geäußert.
Küss den Frosch: Ein reizender Film für die ganze Familie in klassischer Disney-Tradition: Zeichentrick und viele Songs, und das mitten in Louisiana. Liebevoll, lustig, entspannend.
Knowing: Ach bitte, Herr Cage, das können Sie doch besser! Der Film ist bis zur Hälfte spannend, wenngleich die Story auch da schon keinerlei Sinn ergibt, aber egal, es ist unterhaltsam. Die Sache mit dem Flugzeug hat mich fast aus dem Kinosessel gehoben. Dann aber wird es nur noch hanebüchen, übertrieben, unlogisch, morallastig, überreligiös mit unmenschlicher Botschaft, um nicht zu sagen: abstoßend. Da stürz ich doch lieber in die Sonne. Daumen runter.
Oben: Ein alter Mann macht sich mit der Beharrlichkeit eines Fitzcarraldo auf, um ein Haus auf einen Berg zu bringen, und erkennt fast zu spät, was „Abenteuer“ eigentlich bedeutet. Ein bezaubernder, witziger und sehr anrührender Film mit einer absolut großartigen, räumlich wirkenden Technik und liebenswerten ebenso wie liebenswürdigen Charakteren und durchgeknallten Schurken. Aber Achtung: In der ersten halben Stunde Taschentücher bereit halten! Ähnlich wie bei Wall-E eine nahezu wortlose Lebens- (und Liebes-)geschichte, die keinen unberührt lassen kann. (Es sei denn, er ist kalt wie toter Fisch.) Das ist nachhaltiges, wunderbares Kino und verdient ein Sehr Gut und Daumen hoch.
Pandorum: Überraschend, aber wahr: Richtig gute SF aus Deutschland. Mit internationaler Besetzung und einem Dennis Quaid, der sich mal wieder ordentlich reinhängt. Von der ersten Minute ab gruslig, spannend und voller Tempo, mit vielen Rätseln, bei denen nicht klar wird, ob es Realität ist oder nicht, einer überraschenden Auflösung und einem schönen Ende. Die Elysium ist optisch hervorragend geraten, außen wie innen, mit klaustrophobischer Atmosphäre. Ein Film, der ohne viel CGI auskommt und trotzdem durch und durch SF zeigt. Prima! Mehr davon!
Planet 51: Und wieder ein SF, diesmal Animations-CGI-Film aus Europa, der sich sehen lassen kann. Ein lustiger Spaß mit vielen Zitaten in Bild und Ton, der amerikanische (Vorstadt-)Traum der 50er, zweimal Arnie … ja, so macht Kintopp echt Vergnügen!
Public Enemy No 1: Der erste Teil über den französischen Superganoven Jacques Mesrier (50er/60er Jahre), der unter anderem dafür gesorgt hat, dass die unmenschlichen Haftbedingungen für Schwerverbrecher z.B. in Kanada verbessert wurden. Manchmal menschlich, manchmal eine rasende Bestie, häufig gnadenloser Killer, sehr facettenreich, und hervorragend gemachtes französisches Kino mit allerdings leichten Anlaufschwächen und Längen in den ersten 50 Minuten, teilweise zu harten Schnitten, die irgendwie ins Leere führen, dann wird’s aber rasant. Guter Durchschnitt. Teil 2 wurde im Kino nicht mehr angeboten, da warte ich auf die DVD.
Slumdog Millionaire: Das zweite große Sozialdrama neben Gran Torino in diesem Jahr. Die Idee, die Lebensgeschichte des jungen Mannes mit den Quizfragen zu verbinden, ist wirklich originell. Wir erfahren ein wenig vom indischen Leben, sind schockiert und gerührt zugleich und tauchen in eine fremde Welt ein. Mit Witz, Charme und einer Riesenportion Glück schlägt sich unser Quizstar durch. Hervorragend!
Star Trek: Oh ja, so will ich Kirk, Spock und Pille haben! Das ist der Flair, den ich brauche, und jede Menge Spannung, was schert mich da Logik oder Handlungsschwäche. Ich bin zwei Stunden lang völlig weg von der Welt und sause mit Warp durchs All. Ab in die Sammlung und hibbeliges Warten auf Teil 2!
State of Play – Stand der Dinge: Kinofassung eines (im übrigen hervorragenden) britischen TV-6-Teilers mit einem wie immer unglaublich präsenten Russel Crowe und einer nicht minder grandiosen Helen Mirren (ich möchte mehr von den beiden in einem Film!), spannend und intrigant, leider mit einem Logikbug am Ende, um die Auflösung hinzubiegen. Schade, das hätte auch anders funktionieren können. Reicht nicht an die Qualität des Mehrteilers heran. Dennoch ein überdurchschnittlich guter Film.
Terminator IV: Tut mir leid, Mr. Bale, ich mag Sie sehr als Batman und in Equilibrium, ich habe Sie auch in The Machinist bewundert, aber als John Connor taugen Sie nix. Da fehlt Ihnen das Charisma, das Ihr „Gegenspieler“ dafür umso mehr aufbietet. Eigentlich ist es ein „Marcus Wright“-Film. Bleibt unterm Strich ein unterhaltsamer Film mit ein wenig T-Feeling, aus dem man mehr hätte machen können (und müssen nach dem unterirdisch grottenschlechten Teil 3) – aber T5 lässt ja schon grüßen. Knapp über Durchschnitt.
Watchmen: Dazu habe ich mich schon hier geäußert.
Wickie und die starken Männer: Ein Film der etwas leiseren Töne, liebevoll in Szene gesetzt von Michael Bully Herbig. Er selbst ist allerdings das (einzige) Manko des Films, seine Auftritte kommen einem spanisch vor und sind ebenso überflüssig wie nervtötend. Sowohl der kleine Wickie als auch sein dröhnender Vater tragen den Film gelassen, besonders hervorzuheben wieder einmal Herr Herbst. Jede Besetzung passt, und man fühlt sich ganz wie damals. Macht wirklich Spaß.
Willkommen bei den Sch’tis: Volle Punktzahl für einen superwitzigen, sehr französischen und sehr liebevollen Film, der „Monsieur Hulot“-Tati voll und ganz zur Ehre gereicht! Lachen, bis man Seitenstechen kriegt.
Wo die Wilden Kerle wohnen: Ein sehr emotionaler, beeindruckender und berührender Film über einen einsamen, wilden Jungen. Es ist nicht einfach, ein König zu sein.
Wolverine: Mein lieber Mr. Hugh Jackman, Hauptsache, ich kann Sie sehen, und in diesem Film komme ich wirklich voll auf meine Kosten, was Ihren prächtigen Körper und Ihr blendendes Aussehen betrifft. Also da guck ich mir den Film doch glatt nochmal an, nur Ihretwegen. Und mehr gibt’s da auch schon nicht zu sehen. Zu wenig von Wolverines Vorgeschichte, zu viel Rumgebolze um Nix und wieder Nix. Schade. Mit Ach und Krach Durchschnitt.