Wenn so viele gehen …

11 02 2020

Oft häuft es sich zu Jahresanfang, dass Leute sterben, die ich kannte. Leider ist es so, je älter man wird, desto mehr Todesfälle gibt es im eigenen Umfeld. Meistens familiär – was bei mir wegfällt -, dann im Freundeskreis. Bei mir kommt noch mein Arbeitsumfeld dazu. Die vielen KollegInnen, die vielen Fans und Leser, das ist nach der langen Zeit schon breit gefächert.

Erst vor wenigen Tagen hat sich Autorenkollege Thorsten Scherer davongemacht. Lange hat er gegen das große K gekämpft und verloren, doch er hatte nie aufgegeben und gleichzeitig noch vielen anderen Mut gespendet, die ähnliches durchmachten oder verzweifelt waren, hatte immer ein offenes Ohr für jeden und immer einen Rat.

Nun ist auch noch Ulrich Bettermann auf die Reise gegangen, auch er hat den Kampf verloren. Er war ein großer SF-Fan, kannte sich bestens aus in der Szene, war seit den 80ern auf unzählbar vielen Cons, ein „Urgestein“, kann man sagen. Wie es so ist, begegneten wir uns immer auf Cons, nie außerhalb davon, doch das machte nichts, es gab immer Unterhaltung und einen freundschaftlichen Umgang. Ulrich war immer freundlich, immer lächelnd, eher ruhig und beobachtend. Auch er hatte bis zum Schluss nicht aufgegeben, immer tapfer gekämpft und war zuversichtlich.

Wenn so etwas kurz hintereinander passiert, wird man wieder einmal nachdenklich und fragt sich, wo eigentlich die wirklichen Werte liegen. Ob manches tatsächlich so wichtig ist und nicht anderes kostbarer.

Solche Momente sollten uns in uns gehen lassen. Sollten uns bewusst machen, wie reich wir sind an Familie und Freundschaft, auf was für einer wunderbaren Welt wir privilegiert sind, zu leben. Der Mensch pauschal erscheint mir derzeit zu egoistisch und selbstsüchtig. Anstatt den Dialog zu suchen, wird beschimpft und mit Gewalt gedroht oder sogar ausgeübt. Wer anders ist, hat zusehends wieder einen schlechteren Stand. Aber was ist denn die Norm? Die gibt es doch gar nicht. Jeder schafft seine Norm für sich selbst und vergisst, an den anderen zu denken. Unsere westlichen Privilegien sind eine Selbstverständlichkeit geworden, und zwar so sehr, dass das Patriarchat wieder zunimmt und Regierende einfach machen können, was sie wollen, selbst Straftaten begehen, und trotzdem an der Macht bleiben. Bei solchen Vorbildern nimmt es nicht Wunder, dass so mancher das Beschimpfen, Verhöhnen und Bedrohen übernimmt, dass so mancher sich für den Dreh- und Angelpunkt der Welt hält und deswegen Sanitäter, die gerade einen Schwerverletzten retten wollen, verprügelt, weil sie ihm im Weg stehen.

An der negativen Entwicklung der Welt kann ich nichts ändern – aber ich kann zumindest in meinem unmittelbaren Umfeld versuchen, auf die zu achten, die mir nahestehen oder die ich auch nur kenne. Mit einem Lächeln im Shop oder auf der Straße kann ich anderen den Tag versüßen, mit Rücksichtnahme denen helfen, die es gerade brauchen, oder einfach auch nur höflich sein. Mal jemandem, der schwer bepackt ist, die Tür aufhalten, oder einer Frau mit dem Kinderwagen die Stufe hochhelfen. Es sind immer nur Kleinigkeiten, doch ich denke, genau diese sind ebenso ansteckend wie die negativen Anmachen, sie helfen, Ignoranz und Intoleranz zu überwinden. Unter der Haut, innen drin sehen wir alle gleich aus. Und eines verbindet uns unverbrüchlich alle, da kommt keiner aus, das ist unsere Sterblichkeit. Wir haben nur ein kurzes Leben. Machen wir es doch uns und allen anderen schön.



Frohe Festtage und alles Gute für 2020!

22 12 2019

 
Nun ist es gleich soweit. Wo ist das Jahr denn schon wieder hingerannt? Habe ich alles geschafft, was ich mir vorgenommen hatte?
Nein, jedoch bewege ich mich unverwüstlich auf das Ziel zu, und ich bin recht zuversichtlich, dass es mir gelingen wird. Wenn ich ein bisschen mehr Disziplin aufbringe! Hüstel.
Was war 2019 für ein Jahr? Ein gutes, weil für unsere Verhältnisse erstaunlicherweise relativ ruhiges. (Irgendwas ist natürlich immer, that’s life.)
Das wichtigste ist für mich, dass mein uraltes Mopsmädchen Anabell immer noch bei mir ist und zusammen mit uns ins neue Jahr gehen wird. Auch unser alter Pferdekumpan Jack ist noch da, immer noch ein bisschen grauer und gebrechlicher, aber unverwüstlich. Mein Touch wird ja nun auch schon 23 Jahre, aber er ist nach wie vor ein Kasper, sein Temperament ungebrochen, auch wenn es nicht mehr gar so energievoll ist wie früher. Unser kleiner Minimax ist nun auch schon drei Jahre bei uns und hält die beiden alten Herren auf Trab. Die Mopsbrüder sind, wie sie sind, da muss man nicht mehr sagen. Bei den Katzen gab es dieses Jahr einen weiteren Abschied, unser wunderschöner Norweger Olrig erlag in noch jugendlichem Alter seinem schweren Nierenleiden. Aber er war bis zum Schluss munter und fröhlich und schlief in meinen Armen ein.
Das neue Jahr wird für mich als Autorin gleich mit jeder Menge Arbeit beginnen (also ab 7.1., ich nehme mir noch frei bis dahin), vor allem in Sachen Perry Rhodan. Das erste NEO-Expo ist schon da, und ich freue mich richtig drauf, denn es gibt fiese Intrigen und vroum vrouuuuuuuuuuuuuuuuuuuummmmmmmmm, und bei der Erstauflage tut sich auch was, auf das ich mich schon freue.
Aber auch für Fabylon habe ich einen fleißigen Zeitplan, denn es gibt sehr viel zu lektorieren und herauszugeben. Eine Neuauflage einer erfolgreichen Vampirserie und eine Neuauflage eines sehr umfangreichen (und erfolgreichen) Herzensprojektes, mit dem ich hoffentlich zum GarchingCon im Juli schon starten kann. Viele, viele schöne Bücher bis 2021!
Der Verlag geht dann auch schon in sein 33. Jahr. Und er wird die nächsten Jahre weitergehen, daran gibt es gar keinen Zweifel.
Ab morgen werden die Tage wieder länger. Hier ist gerade ein kleiner Herbststurm ausgebrochen. Zeit, sich zurückzulehnen, einzukuscheln und ein gutes Buch zu lesen. Oder Filme anzuschauen, der Stapel muss mal kleiner werden …

Euch allen da draußen wünsche ich frohe Festtage ohne düstere Gedanken, und einen positiven Angriff auf 2020!



Star Wars IX

18 12 2019


Derselbe Tag, 19:05: Ich komme völlig geflasht aus dem Kino. Ich bin überwältigt von der Wucht dieser großartigen Bilder, von dem durchgehend rasanten Tempo. Und es ist alles genau so, wie ich es im Beitrag vorher geschrieben habe: Die Freundschaft, die Romantik, insbesondere, was die Familie betrifft, der Humor, die niedlichen Reminiszenzen. Der Zusammenhalt, der Optimismus, der heitere Abschied, einfach alles so, wie ich es mir gewünscht habe, einschließlich des Schlussbildes. Die Fäden werden zusammengeführt und es wird aufgeräumt.
Der Film ist keineswegs perfekt, aber das will er auch gar nicht sein. Sondern so wie 1977: emotional packend. Ein Film, der einfach gut tut, und das gerade heutzutage, wo sowieso nur noch alles negativ gesehen wird.
Das Fazit: Niemand ist allein.
Und das ist so ziemlich das beste und hoffnungsvollste Fazit, das man überhaupt ziehen kann.
Das 16jährige Kind in mir geht heute sehr glücklich schlafen, mit vielen Bildern und Träumen im Kopf. Ich werde sie mir bewahren.



Die Ära der Sterne

18 12 2019

Ab 9:01 fällt die Schranke der Berichterstattung, und es wird Rezensionen hageln. Heißt: Ich werde ab da nicht mehr im Netz unterwegs sein.
Ob spoilerfrei oder nicht, ich will’s einfach nicht wissen, wie andere den Film sehen, den ich heute um 16:15 anschauen werde und damit eine Ära beende, die vor 42 Jahren begann. Unglaublich, etwas so lange durchzuhalten – und damit meine ich nicht die Filmemacher. Wenn etwas gut läuft, dann hält das durchaus Jahrzehnte. Dr. Who gibt es (nach einer Pause) heute noch. Die Simpsons feiern auch schon 30 Jahre und machen weiter.
Nein, ich rede von mir. Damals, als „Krieg der Sterne“ ins Kino kam, war ich gerade mal 16 Jahre alt. Im Fernsehen, in den Zeitungen, im Radio wurde darüber gesprochen, und natürlich in der Schule. Viele machten sich darüber lustig, weil so ein Science-Fiction-Abenteuer ja eigentlich was Kindisches und Albernes ist. Also echt, da verknallt sich ein jugendlicher Held in eine Prinzessin, die von einem Drachen namens Darth Vader bedroht wird, und will sie retten. Da gibt’s Raumschiff-Geballer und etwas Geheimnisvolles, das „die Macht“ heißt und einem Telepathie und Telekinese verleiht.
Star Trek und Raumpatrouille Orion kamen zwar zehn Jahre früher, und es verging keine Woche, in der ARD oder ZDF nicht einen SF-Film aus den 50ern in guter alter Schwarz-Weiß-Manier brachten, die abgesehen von „Der Tag, an dem die Erde stillstand“ mehr oder minder Gruselschocker waren mit immer demselben Ablauf – Damsel in Distress muss gerettettet und der Schauspieler in schlecht sitzendem Alienkostüm plattgehauen werden.
Aber irgendetwas an „Krieg der Sterne“ war anders, dass es in aller Munde war und nicht nur die Filmlandschaft und Zuschauer in Deutschland in Aufruhr brachte. Denn die Geschichte war zwar simpel – was nichts Schlechtes bedeuten muss -, aber herzergreifend, alle Typen an HeldInnen waren dabei, inklusive niedlicher Sidekicks in Form von zwei ewig streitenden Robotern. Der eine immer fröhlich, der andere immer besorgt und nörgelig. Ganz wichtig dabei und vermutlich einer der Gründe für die Bildung der Legende: Die Prinzessin war keine Damsel in Distress. Sie hatte es, da sie schon länger als Anführerin im Widerstand kämpfte, sogar noch mehr drauf als der jugendliche Held und der coole Abenteurer. Mit viel Mut, Unbedarftheit und jener auflockernden Art von Humor, die für Entspannung sorgt, bevor neue Spannung aufgebaut wird, stolpern die drei Protagonisten in der eigentlich inflationären Dreieckskonstellation durch das Szenario einer grauenvollen und mörderischen Diktatur und lassen sich durch nichts aufhalten oder gar in ihrem Glauben an das Gute erschüttern.
Die Geschichte verströmt Optimismus und dass das Gute am Ende siegen wird, auch wenn das Böse entkommt und nur ein Teilsieg errungen werden konnte.
Vor allem aber auch ist es eine Geschichte über Freundschaft, die vorbehaltlos ist und in der jeder sich auf den anderen verlassen kann. Einschließlich der Roboter und des Wookies. Sie sind die 5 Freunde, auch wenn sie zu sechst sind (3 Helden, 3 Sidekicks), denn sie stehen treu zueinander, egal was geschieht. Sie tun das, was getan werden muss, ohne viel Zaudern und Zagen.
„Krieg der Sterne“ ebnete den Boden für eine neue Ära Science-Fiction-Filme. Die Produzenten nahmen Geld in die Hand und gaben es auch aus. Nicht nur, dass mit „Das Imperium schlägt zurück“ der beste Film der Reihe auf eine bedeutend ernsthaftere Weise zurückkehrte und neben der Freundschaft die Familiensaga in Gang brachte, Meilensteine wie „Alien“ und „Terminator“ setzten weitere Markierungspunkte, die die Ansprüche wachsen ließen – und die Begeisterung. Mit den Jahrzehnten kamen Filme zu Games und, kaum zu glauben, die Superhelden, sonst im Nachmittagsprogramm im TV, auf die große Leinwand.

Aber zurück zu mir. Auch in mir hat 1977 der Film eine Menge bewegt und mir gezeigt, dass andere genauso Fantastereien und Träume hatten wie ich. Ich wurde entführt in ferne Welten, sah opulente Bilder mitten im Universum, begegnete fremden Wesen und erlebte rasante Abenteuer. Egal wie enttäuscht ich von dem damaligen Teil 3 war und wie grottig ich „Episode I-III“ empfand, ich war immer im Kino, wenn es losging, und ich war jedes Mal wieder 16, wenn der Musikbombast, der Titel und die Textrolle einsetzt. Ich habe jetzt schon Gänsehaut und fast Tränen in den Augen.
Ich werde heute zum letzten Mal dieses Empfinden haben, und darauf freue ich mich ganz besonders.



Ein Mops fürs Leben

6 08 2019


Meine Anabell ist heute 15 Jahre alt geworden. Das Bild ist aktuell – es ist ein bisschen schwierig, sie aufzunehmen. Denn entweder bewegt sie sich, oder sie schläft. Dazwischen gibt es nichts. So war sie schon als Winzling, als sie zu uns kam. So gern wollten unsere Besucher sie mal anschauen, es war schier unmöglich, denn man sah immer nur einen herumsausenden schwarzen Wisch oder hörte zwischendurch ein „RÜLPS!“ Schnell hatte sie ihren zweiten Namen Turbodüse weg, denn sie war wirklich extrem temperamentvoll. Dabei ungeheuer brav, wenn wir im Lokal saßen oder im Hotel waren. Auch Autofahren war kein Thema, und sie war schnell stubenrein. Zu Beginn mit ihren 10 Wochen trug sie ein Katzengeschirr auf dem letzten Loch. Doch sie wuchs. Und wuchs. Heute gehört sie zu den Größten, und zwar in jedem Sinne. Sie hatte nur eine einzige OP in ihrem ganzen Leben, als sie kastriert wurde. Schon drei Stunden nach der OP düste sie mit schlackernden Ohren herum.
Sie war immer und überall dabei, hat jede Partynacht durchgemacht und musste überall mitmischen. Nur mit anderen Tieren hatte sie es nicht so, speziell Hunden. Nicht dass sie ein Problem gehabt hätte oder unfreundlich gewesen wäre. Überhaupt nicht, sie duldete jeden. Aber spielen und schmusen mit einem Tier?! Ausgeschlossen.
Als Kronprinzessin – sie ist die Erste aus Wurf A – trug sie das Zepter, und jeder tat gut daran, nicht daran zu rütteln. Aggressiv war sie überhaupt nicht. Sie konnte ihre Autorität ganz anders ausspielen. Und das tut sie noch heute. Niemand, auch kein Rottweiler, legt sich mit ihr an. Und nach wie vor jeden Morgen überprüft sie, ob ihre Untertanen – Hunde und Katzen – alle wohlauf sind.
Heute ist sie blind, fast taub, sie bekommt nicht mehr alles mit, der Hintern wird schwer, aber sie wackelt mit wedelndem Schwänzchen und fröhlichster Laune herum und freut sich über alle Maßen, wenn Besuch kommt. Das Essen schmeckt. Abgesehen von ihren Schilddrüsen- und Herztabletten braucht sie nichts. Ihr Herzlein ist viel zu groß, aber ihr Wille zu leben noch größer.
Ihr Fell hat immer noch einen sanften Glanz und ist ganz, ganz weich. Happy Puggyday, mein Herzensmops.



Hatar Stygan!!

21 12 2018


Endlich ist es vollbracht! Ich habe den Finalband der Waldsee-Chroniken, Band 6, geschafft. Als fabEbook ist er schon draußen, als Hardcover wird er Ende Januar ausgeliefert. Ich freu mich soooo … und bin auch total traurig, weil es jetzt zu Ende ist. Der Blues hat mich im Griff. Nach 30 Jahren ist die Saga vollendet und der Kreis hat sich geschlossen. Doch ein Lichtblick: Ich werde mich endlich daran machen, den Hauptzyklus zu schreiben, der vor immerhin 41 Jahren seinen Ursprung nahm. Der Beginn des Träumenden Universums! Denn ich habe mir hierfür – also für das wirkliche Ende, wenn die Schlafende Schlange erwacht – einen echten Knaller ausgedacht. Und den will ich unbedingt präsentieren. Also ran!
Bis dahin gibt es erst mal die Geschichte von Halrid Falkon zu lesen, back to the roots, wo alles begann.
Hurra! Natürlich kann man überall downloaden und vorbestellen, auch im Fabylon-Shop.

Und damit sage ich auch schon wieder für dieses Jahr adé! Es gab nicht sehr viele Einträge, denn es war ein sehr ereignisreiches und intensives Jahr. Mit sehr viel Arbeit, sehr viel Sorgen und Krankheit im ersten Halbjahr, was sich im Juni und November zum Glück auflöste (dem lieben Universum gebührt einfach nur Dank – manchmal hat man so richtig, richtig Glück. Nein, wir öfter), und seither bin ich dabei, alle Rückstände aufzuholen und sämtliche Knoten aufzudröseln. Das Jahr 2019 wird daher nicht minder arbeitsreich, doch mit mehr Lichtlein am Horizont. Vor allem freue ich mich auf diverse Projekte, einen ganz neuen Roman von mir in ganz ungewohntem Genre, viele schöne Fabylon-Bücher, tolle Reisen, unser erstes Outdoor-Festival im Juli in Magdeburg, undundund. Es wird ein spannendes Jahr.

Das wünsche ich euch auch allen. Habt einen schönen Ausklang, frohe Festtage und einen super Start – wir lesen uns!



Achim Mehnert ist gestorben

8 11 2018

Es war für mich der erste Schock des Tages, als ich heute früh in einem Forum las, dass Achim gestorben sei. Ich wollte es zuerst nicht glauben, schaute auf Facebook nach, und wirklich, da war sie, die Nachricht seiner Schwester. Gestern ist Achim gestorben. Wie kann ich das glauben, so plötzlich und unerwartet? Ende September haben wir uns noch auf dem ColoniaCon getroffen und ein Schwätzchen gehalten. Letztes Wochenende erst hat er Fotos von der Comicmesse gepostet. Sein letzter Eintrag war vom 6.11. Nichts wies daraufhin, dass er schon einen Tag später nicht mehr da sein würde.
Ich kannte Achim schon lange, seit den frühen 80ern. Wir zwei, fast gleichalt, haben damals unsere ersten Schritte ins Profitum unternommen.
Der ColoniaCon und Achim – eine unauflösliche Verbindung. Er war ein Kölsche Jung, laut und fröhlich. Wir haben uns auf vielen Cons getroffen, waren Kollegen bei der einen oder anderen Serie, er hat mir seinen signierten „Huck-Huck, der kleine Drache“ geschenkt. Er hat auch bei Fabylon veröffentlicht. Das erste Mal mit einer Kurzgeschichte „Stadtbücherei, Westflügel“ für die Anthologie „1999 oder Der Geist aus der Flasche“ in den 90ern, und das zweite Mal mit einem Beitrag zu SunQuest, 2. Staffel Quinterna. Darin schuf er unter anderem einen bezaubernden Zug. Ja, wirklich, so wie es da steht. Die Lok hieß Schtuhhh.
Sein Tod reißt eine große Lücke ins Fandom, in dem er immer sehr aktiv gewesen ist. Ich habe ihn als Autor geschätzt, er war ein guter, fantasievoller Erzähler.

Gute Reise zu den Sternen, Achim.



Der gute Nachbar

21 10 2018

Im September 2004 sind wir hierher gezogen, und während der 14 Tage Fahrten zwischen alter Wohnung und Hof war er einer der Ersten, den wir gesehen und kennengelernt haben. Mit seiner Pfeife und dem Hut, der Latzhose und dem karierten Hemd. Den Tabak dafür hat er selbst angebaut und er duftete gut.

Natürlich waren die unmittelbaren künftigen Nachbarn alle neugierig, wer da Neues in ihr kleines Bauerndorf zog. Sehr exotisch waren wir damals als Städter, aber bald schon ein wenig anerkannt, weil wir wenigstens ein bisschen Hofwirtschaft hatten mit den Pferden. Zu der Zeit gab es noch nicht so viele Veränderungen durch Zuzügler wie heute. Heute haben wir sogar ein kleines Asylantenheim. (Ja, das funktioniert gut.)

Er kam da also an, in seinem unverwechselbaren Outfit (außer Sonntags zur Kirche, da war er geschniegelt), die Hände in die Seiten gestemmt und beäugte uns neugierig. „Griaß di, bin da Doner“, nuschelte er an der kalten Pfeife kauend, Anton Mayer bürgerlich, „hab euer Haus baut.“ Den Rest habe ich nicht mehr verstanden, denn genuschelter Allgäuer Dialekt und Pfeife, das verträgt sich nicht gut, und so blieb es die nächsten 14 Jahre. Ja, er hat unser Haus gebaut, in dem wir seit 14 Jahren leben.

Jeder Tag begann mit ihm und hörte mit ihm auf. Er war immer da. Sei es, dass er eines seiner hübschen Tiermodelle aus Metall fertigte und bemalte, sei es, dass er Holz verarbeitete, sägte, hackte, stapelte, oder mit kleinem Moped mit Anhänger und Deutschlandfähnchen durchs Dorf pötterte. Oder wenn er die Walnüsse seines prächtigen Walnussbaums mit dem raffinierten Gerät sammelte. Oder wenn er mit der Salz-und-Pfeffer-Katze Milli spazierenging, langsam und gemütlich, natürlich immer die Pfeife im Mundwinkel, mal warm, mal kalt.

Wenn wir die Pferde durch seinen Hof zur Koppel führten, hielten wir meistens ein Schwätzchen (soweit ich ihn verstand halt, aber ich lernte zu erraten). Dann erzählte er beispielsweisevon von seiner Reise nach Kamtschatka, und dass sie heute, er und seine Frau, als ältere Rentner, nun nur noch Busfahrten in die nähere Umgebung unternehmen würden. Aber das sei auch schön, er plauderte über das, was er gesehen hatte, die Erlebnisse.

Er kam unaufgefordert rüber, wenn wir Hilfe brauchten (etwa weil wir im Schnee erstickten oder versuchten, Stützbalken ohne Kreissäge zuzuschneiden), er kam rüber, wenn wir die Oldtimer-Bikes draußen gesammelt aufstellten, um sich darüber zu amüsieren und zu freuen. Er kam rüber, wenn er eine Katze suchte oder gefunden hatte.

Die Tage, die ich ihn in den 14 Jahren nicht gesehen habe, sind zweistellig.

Er kam auch rüber, als wir unser Dach neu machen ließen und war einigermaßen erbost, denn es sei „pfenniggut“, sagte er, er habe es schließlich selbst gebaut. Ja, aber so seien halt heute die Vorschriften, erklärten wir, Dämmung müsse sein. Vor sich hinbrummelnd und murrend zog er ab, nur um dann nach Fertigstellung das Dach fachmännisch in Augenschein zu nehmen und festzustellen: „Aber schee isch scho worn.“

Der Doner war so ein richtiger Bauer von altem Schrot und Korn, vierschrötig, stark, ein harter Kerl. Aber mit einem weichen Kern. Er lachte gern und machte Späße, und er verstand das Leben zu genießen. Bastelte unermüdlich Tag um Tag draußen an der frischen Luft, sägte, hämmerte, schweißte, pinselte, transportierte dies und das, zog Sonnenblumen, Tomaten, Tabak und Kürbisse. Fütterte die Katzen, die bald nicht mehr wegwollten, es sich im Haus gemütlich machten und immer fetter wurden.

Eines Tages klingelte er an unserer Tür, das war in all den Jahren höchstens einmal vorgekommen. „Griaß di, Doner“, sagte ich überrascht, und er: „Griaß di“, und da sah ich, dass er weinte. Seine krebskranke Tochter sei soeben gestorben, beide hätten sie sie gefunden, da unten am Fuß der Treppe.

Es war ein harter Schlag. Wie gut oder ob er es überhaupt verkraftet hat, kann ich nicht beurteilen. Er lebte weiter und ließ sich nichts anmerken, er sprach auch nie wieder über sie.

Letzte Woche sagte ich zu meinem Mann, dass der Doner mir gar nicht mehr gefiele. Er sah auf einmal so grau aus, und er saß oft sehr müde da und starrte vor sich hin. Das war anders, als wenn er sonst gemütlich auf der pinkfarbenen Bank saß, ein Bierchen zwitscherte und fröhlich Pfeife rauchte. Er war erschöpft, kraftlos. Machte aber trotzdem weiter das neue Holz. Doch ich fand, er fiel immer mehr in sich zusammen, wurde kleiner, dünner. Wie zu wenig Butter auf zu viel Brot.

Am Donnerstag Abend ist der Doner einem akuten Herzstillstand erlegen.

Wir vermissen ihn.
Gute Reise, guter Nachbar.



GarchingCon 2018

4 06 2018


Aufregend! Das sagt schon alles. Am 26.5. sind wir nach Mallorca geflogen, um ein paar Tage zu entspannen und einen Geburtstag zu feiern, weswegen der Rückflug schon am Freitag 1.6. sehr früh erfolgen musste. Eurowings hat den Flug dann um eine Stunde verschoben, aber trotzdem hieß es um halb 6 Uhr aufstehen, weil ich vergessen hatte, den Mietwagen zu tanken. Um 12 Uhr pünktlich landeten wir in München, um dann 2 Stunden später nach der Warterei auf den Koffer und die S-Bahn zum Urlauberparkplatz (bis auf einen waren alle S-Bahn-Abgänge gesperrt und die S8 fiel gleich ganz aus) im Kulturzentrum Trudering anzukommen. Immerhin können wir vor dem Eingang parken und gleich dahinter sind unsere Tische. Kurze Begrüßungen, eine schnelle Apfelschorle, ein Essen bestellt, bevor die Küche zu macht, und dann schon der Aufbau.
Das alles kann mich nicht so wirklich von meinem Lampenfieber ablenken. Ich bin denkbar schlecht vorbereitet – hatte erst im Flugzeug die Gelegenheit, für den Sketch in wenigen Stunden zu üben, bin also völlig blank und panisch.
Um 16 Uhr trifft Andi „Daniel B. Hofmeister“ vom A&I-Duo ein, nicht minder nervös, aber besser vorbereitet als ich. Immerhin ist die Bühne vorbereitet – wir haben schon alles durchgesprochen, die PP-Show steht, der erste Soundcheck auch. Andi und mir bleibt nicht viel Zeit zum Üben! Mehr als drei Durchgänge sind nicht drin, weil dann schon das Programm beginnt … Ohweh. Ich verstopple mich dauernd im Text, kriege die Nase nicht aus dem Skript, bringe alle Bilder durcheinander, mein bester Ehemann Gerald muss als Souffleur ran. Der letzte Rest meines Selbstvertrauens versinkt in den stürmischen Wogen der Panik.

Lasset die Proben beginnen …

… und wir freuen uns auch über imaginären Applaus!

Aber es hilft nichts – da müssen wir durch! Die Kehle zugeschnürt, aus allen Poren quillt der Schweiß, und nicht nur wegen der Hitze im Zimmer. Ich versuche, Maske anzulegen, aber die zerläuft. Okay, in Ordnung, ich bin eh ein Alien. Dann halt ohne sexy! Währenddessen nochmal alles im Schnelldurchgang, Andi ist genauso nervös wie ich, nur ist er schon ganz in seiner Rolle und man sieht nicht mal ein Schweißperlchen im Gegensatz zu mir, die aussieht wie frisch aus der Sauna.

Außer & Irdisch meets the Conchef Stefan Friedrich

Und dann wird es ernst! Wir müssen auf die Bühne. Bedingt durch die allgemein herrschende Wärme bekommt das Wort „Lampenfieber“ eine ganz neue Dimension. Ich habe Angst, dass mein Headset einfach davongeschwemmt wird. Aber dann – mein Einsatz! Omeingottomeingott, hoffentlich kriege ich das mit den Bildern hin!!!!! Denn die PP-Show ist zwar sehr unterstützend und wird sicherlich gut ankommen – aber ich muss mich erinnern, welches Bild als nächstes kommt, weil jeder Mono- und Dialog dorthin führt …

Danny-Boy wartet auf Levia …

… da ist sie! Echauffiert – und geschossen wurde auch auf sie!

Levia Magath berichtet, dass sie zum Arcturus entführt wurde …

… und verwahrt sich dagegen, mopplig geworden zu sein!

Aber was hat Enervira Bombasta mit A&I zu tun?

Ja, es klappt tatsächlich, alle (diesmal berechtigte) Aufregung umsonst. Alle Bilder passen zu den Gags und zum Fortgang des Sketches. Das Publikum freut sich und lacht mit, vor allem, weil wir diesmal auch einen echten Bezug zum Perryversum dabei haben – es geht um die Aufnahme des Volkes der Hrudldubiep ins Galaktikum, die sich gar nicht so einfach gestaltet – und weswegen Levia Magaths umfassende Diätkenntnisse benötigt werden.

… dramatische Erzählungen

… und große Freude über einen neuen Auftrag!

Und schon geht es wieder an den Applaus … ach, das tut sooo gut!!!

Uff! Geschafft!

Anschließend sind wir geflasht und erleichtert, es trotz all dieser Widrigkeiten geschafft zu haben! Das erste Weißbier zischt nur so, wir sind wie immer euphorisiert und würden am liebsten gleich wieder auf die Bühne. Es macht süchtig!
Noch ein Absackerli im Biergarten beim Hotel, und dann ab ins Bett – schon um 9 Uhr geht es los!
Samstag: Wir wollen den Con-Opener nicht verpassen, schließlich geht es um OLYMP. Ein Kurzfilm, der den Anfang von Olymp erzählt, mit Voice Over – einfach toll und spannend! Im Anschluss an die Eröffnung beginnt dann auch gleich mein erstes Panel: Olymp – die Miniserie! Mit dabei sind die Co-Autoren Madeleine Puljic, Dietmar Schmidt, Olaf Brill, Dennis Mathiak, sowie der Coverkünstler Arndt Drechsler und Redakteurin Sabine Kropp. Moderiert von Stefan plaudern wir über allerlei Hintergründe, ein sehr schönes Panel, das vor allem im Anschluss viel Feedback bringt. Überhaupt während des ganzen Wochenendes kommen immer wieder Fans zu mir, denen die Miniserie sehr gut gefällt und die schon gespannt auf die Auflösung sind. Just am Freitag ist ja Band 11 erschienen und endete mit einem Knaller. Ich freue mich einfach sehr, wie gut OLYMP angekommen ist!
Nach einer kurzen Verschnaufpause geht es schon weiter für mich, NEO steht an, dann gehe ich mit der STELLARIS auf große Fahrt, und natürlich darf auch die ERSTAUFLAGE nicht fehlen, außerdem wird der „Ernst-Ellert-Preis“ an Arndt Ellmer verliehen, dessen Laudatio ich verfasst habe und vortrage, und dann steht die Autogrammstunde an, aber das schaffe ich nicht mehr, denn ich muss endlich was essen und mich vor allem umziehen – am Abend heißt es wieder „Perry Genial“! Und ganz ehrlich – wie kann Stefan sich nur solche Fragen ausdenken? Und was, um Himmels willen, haben die Autoren damals vor allem bei wichtigen -99 und -00 Romanen für einen Stuss verfasst??? Entsprechend lustig ist es, und die Raterunde ist auch super besetzt – Rüdiger „Hugo Egon Balder“ Schäfer als Fragesteller, und wir auf der Nicht-Antwort-Findenden Seite, Marc A. Herren, Leo Lukas, Dennis Mathiak und ich. Nicht nur wir, auch das Publikum hat sehr viel Spaß!

Ich habe das passende Shirt angezogen: „The Schwartz Awakens“!

Ja, ne?

… grübel …

Ob ich ihnen sagen soll, dass die Antwort falsch war?

Ach, egal. PROST!

Kurz vor Mitternacht bin ich wieder im Bett, ziemlich geschafft nach dem langen Tag mit den vielen, aber schönen Panels. Das hat sehr viel Spaß gemacht. In den paar Freiminuten war ich am Fabylon-Stand und habe Bücher verkauft und Autogramme gegeben.
Sonntag: Jetzt bin ich deutlich entspannter – heute stehen nur zwei Panels auf dem Programm. Zum einen mein eigenes „Fabylon mon amour – neues aus dem Verlag“ und um 14 Uhr, schon zum Ausklang hin, geht es um „Freud und Leid an den Miniserien“ mit Uwe Anton, Marc A. Herren und mir. Das ist nochmal ein richtig schönes Panel – und anschließend geht es auch schon wieder an den Standabbau (der erheblich schneller geht, da wir nur noch wenige Bücher zum einpacken haben) und dann endlich (ja, wir freuen uns jetzt schon sehr) nach Hause zu den Wauzis, Katzis und Pferdis.
Der Exil-Con in Trudering – nun, der Veranstaltungsort kann sich bei weitem nicht mit dem Original messen. Nicht nur, weil er kleiner ist, auch das Catering mit den muffligen Wirten war nicht der Hit. Der Vorteil war allerdings, dass man vor Ort blieb und so sehr viel mehr Gemeinschaft entstand. Ehrengäste und Besucher hatten viel Gelegenheit zum Austausch, und die Stimmung war dadurch – wie immer – einfach nur grandios zu nennen. Es war viel zu schnell vorbei, man hatte viel zu wenig Gelegenheit, sich zu unterhalten. Und ein ganz großes Danke wie immer an die großartige Organisation. Am Donnerstag zum Stammtisch werden wir ein Resümee ziehen!

Nachtrag: ein erstes Resümee gibt es schon: 370 Teilnehmer – wow! Für den „Exilcon“ super. 2020 sehen wir uns wieder – im Original!

… und dann hätte ich gern noch einen oberkörperfreien Sixpack-Mann mit Flügeln herunterschweben …

Bild mit freundlicher Genehmigung von Holger Tilicki

Im Anschluss habe ich den Trailer zu Hatar Stygan gezeigt.

Auf zum Endspurt!

Bild mit freundlicher Genehmigung von Holger Tilicki

Und zum Abschluss: Es gab auch noch wundervolle Geschenke! *freu*



Ponyfest in Türkheim

6 05 2018

 

 

 

Es wurden 13 Sonnenstunden vorhergesagt, also schrieb ich in meinen Moderationstext für den Ritterauftritt „an einem herrlichen Frühlingstag wie heute“ … und als ich dann heute Morgen den Rollladen aufzog, erwarteten mich dick bewölkter Himmel und 12°. Uaaaahhhh. Mit zwei Jacken angetan machte ich mich auf den Weg zum Treffpunkt, Ninas Hof. Doch schon 10 Minuten on the Road später machte es sich auf, die Jacken flogen auf den Nebensitz, und es wurde tatsächlich ein herrlicher Frühlingstag.

Wenn ich daran denke, wie kalt und nass es letztes Jahr war – so haben wir es dieses Jahr einfach traumhaft angetroffen. Während wir uns kostümierten und vorbereiteten, kamen die Besucher und begeisterten sich schnell an den vielen verschiedenen Pferden, von den riesigen Shires zum winzigen Falabella.

Der erste Auftritt: die Entführung der Königstochter und damit die Herausforderung des Bräutigams an den Raubritter zum Turnier mit drei Disziplinen: Ringestechen, Axt + Schwert, Becher greifen. Keine Frage, dass der Bräutigam Johann von Schauroth gegen Evric O’Brian aus Irland (gewöhnlich streiten die beiden bei den Württemberger Rittern) gewinnt und seine Braut befreit und heimführt!

Der zweite Auftritt kommt ganz spanisch daher, mit Begleitung durch den Mariachi auf der spanischen Gitarre, und ist ebenfalls ein Erfolg mit viel Beifall.

Kulinarisch wurde man auch bestens versorgt – es gab knusprige Laugensemmeln mit Pulled Pork oder Hirschbratwurst, diverse Kuchen und zu trinken Radler und Bier und so komisches alkfreies Zeug (nix für mich), natürlich auch Kaffee.

Da ich in der Halle zwecks Moderation und zudem nur mit Handy ausgestattet – nicht für diese Herausforderung geeignet – keine Fotos machen kann, habe ich draußen beim Warmreiten ein paar Bilderchen geschossen, damit ihr einen Eindruck bekommt.

Schön war’s, rundum, das Showteam Colorido freut sich schon aufs nächste Mal aufs Fest von der Pony AG in Türkheim und hat bereits im kurzen, aber intensiven Brainstorming zwei tolle Nummern mit fantastischen Kostümen ausgetüftelt!