Selbstversuch: Alkoholfreie Rosé-Weine

14 03 2021

Ich habe mich jetzt mal an das Experiment des alkoholfreien Weins gewagt. Alkoholfreies Bier ist ja inzwischen gut genießbar, im Sommer schmeckt mir alkoholfreies Weißbier sogar recht gut als Durstlöscher. Nun trinke ich aber bevorzugt Wein. Alkoholfreien Sekt und alkoholfreien Moussierenden kenne ich schon – ist ganz okay, muss ich sagen, beim geselligen Beisammensein, wenn man ans Steuer muss, macht das mehr Spaß als am Wasserhahn zu lutschen.

Aber wie ist das mit Wein? Man hört ja Schlimmes, und sowas reizt mich immer. Im Youtube-Format wollte ich das aber nicht machen, denn alle hintereinander probieren … das war mir denn doch zu viel. (Und ich habe gut daran getan.)

Ich habe ein 6er-Pack-Probierset bestellt, und zwar Rosé. Ich trinke hauptsächlich Rosé, weil er mir am besten bekommt und nicht zu schwer ist, und in dem Fall habe ich ihn gewählt, weil ich mir nicht vorstellen kann, dass ein sonst vollmundiger Roter alkoholfrei auch nur ansatzweise schmecken kann, und weil ich beim Weißen dabei an muffigen Sauerampfer denke. Aber Rosé, dieses Mittelding, könnte doch fruchtig sein? Da ist man ja nicht so anspruchsvoll, ein Rosé ist was zum wegsüffeln.
Der Vorteil des Probiersets war, dass es weniger gekostet hat (um die 30 Euro) und 6 verschiedene Sorten angeboten waren.

Als da wären die ersten drei:

0.0 Rosato Dry Taste von alternativa, Italien, (tatsächlich mit Echtkorken), Einzelpreis € 8,50

Nr. 402 von Weinkönig, Deutschland, Einzelpreis € 5,79

Carl Jung, Deutschland, Einzelpreis € 4,20

Die blumigen Beschreibungen, wonach diese Plörre angeblich schmecken soll, lasse ich weg und beurteile alle drei Alkfreien unvoreingenommen und kompetent nach den Geschmacksrichtungen: kotz, spei und würg. Riecht und schmeckt nach Essig, Schwefel und 21 Tage lang getragenen Wollsocken, die an Schweißfüßen hingen. Sofort ab in den Ausguss, es ist unmöglich, falls man sich überhaupt trotz des schwefelmuffigen Gestanks dazu überwinden kann, mehr als einen Schluck davon zu trinken, nicht einmal mit Wasser hochverdünnt.

 

Nun zur zweiten Riege:

Premium Rosé von Lussory, Spanien, Einzelpreis € 7,49

Merlot Rosé von Somée, Deutschland, Einzelpreis € 5,99

Natureo Syrah Cabernet Sauvignon von Torres, Spanien, Einzelpreis € 7,49

Zu meiner Überraschung muss man sich bei der Geruchsprobe nicht sofort übergeben, sondern das kommt fruchtig daher, mit einem Hauch Weinnote. Man merkt: das ist kein Traubensaft, sondern war mal ursprünglich Wein. Man kann sogar trinken, und ich habe tatsächlich den Lussory und auch den Torres geleert, und, ja, es war mal ein anderer Geschmack. Aber: von dem Lussory und dem Somée habe ich Kopfweh bekommen (!) und für Reflux-Geschädigte sind sie ebenfalls nichts.

Der Torres ist eindeutig der traurige Sieger, denn er schmeckt ganz leicht fruchtig und ist ansonsten geschmacksneutral und ohne viel Säure. Kein langweiliges Wasser, sondern mit ein bisschen Geschmack drin, er bitzelt sogar etwas auf der Zunge, gut gekühlt passt das. Den könnte man gut wegsüffeln, wenn er denn 1,99 kosten würde. Aber für den tatsächlichen Preis möchte ich schon bitte einen Mehrwert. Und nein, ich bezahle nicht das aufwendige Verfahren, sondern den Genuss, und der ist 1,99 wert.

Fazit: Der bis zu extremst stolze Preis rechtfertigt die euphorischen Beschreibungen und Empfehlungen nicht im Geringsten, da sie einfach nicht zutreffen. Das haben Texter geschrieben, die Bausteine vorgesetzt bekommen und nie davon probiert haben.
Das ist und bleibt Plörre und hat mit dem einst edlen Getränk nicht die Spur mehr zu tun.

Nach diesem teuren Experiment kann ich nur sagen: Alkoholfreie Weine insgesamt erhalten von mir das Prädikat: „Grässlich“. Ich kann daher uneingeschränkt empfehlen: Finger weg!



Wir Frauen wollen Merz NICHT! (Und Männer ebenfalls nicht)

15 01 2021

Ich teile hier einen Link, in dem sehr ausführlich steht, warum wir Merz verhindern müssen, sowohl als Parteivorsitzenden, als auch als Kanzlerkandidaten. Er ist frauenfeindlich, homophob, ausländerfeindlich, diskriminierend und rassistisch … um nur ein paar Beispiele zu nennen. Das Wichtigste: Er sieht sich als Lobbyisten, nicht als Politiker. Wir wollen nicht, dass ein nach stark rechts orientierter, demokratiefeindlicher Mensch unser Land regiert – da könnten wir genausogut auch Trump zu uns einladen.

Hier der Artikel auf Volksverpetzer

Hier der Link zur Petition auf change.org



Das Ende von 2020

28 12 2020

Lockdown über Weihnachten bedeutete für Uschi: Alles wie seit März. Meine Freundes-Sozialkontakte dieses Jahr kann ich an einer Hand abzählen. Verreist sind wir einmal, für 4 Tage an den Gardasee, weil ich nicht stornieren konnte und es mir um das Geld leidtat. (Und es war wundervoll.) Abgesehen von diesen Ausnahmen, Einkäufen und, seufz, ein paar Wochen auch Tierärzten, bin ich seit März nur zu Hause. Es ändert sich also auch jetzt mit dem neuen Lockdown (der sicher bis mindestens Ende Januar verlängert werden wird) nichts, alles wie gehabt. Bis auf eine Palette Holzbriketts, die ich am Dienstag vor dem Lockdown noch in aller Hektik kaufen musste und tatsächlich auch bekam, ohne niedergetrampelt zu werden von anderen hektischen Leuten. Denn heizen möcht‘ schon sein.

Manchmal wurde es mir zu viel, manchmal fühlte ich mich eingeengt, eingesperrt, nicht mehr frei genug, einsam.
Es sind auch Freundschaften zerbrochen.

Nach einer solchen weinerlichen Minute aber schämte ich mich für meinen Egoismus. Ich bin dankbar, dass ich alles habe, was ich brauche – meine Arbeit, meine Versorgung, mein Dach über dem Kopf, Heizung (dank Hektik am Dienstag …), und vor allem:
KEIN CORONA.

Und nein, dies ist kein Scheißjahr gewesen. Es ist durch die Pandemie ein ungewöhnliches, ja krasses Jahr gewesen, das sicherlich so manchen über Gebühr belastet hat (und ich rede hier nicht von dem Medizin-Bereich, wo die Menschen zum Hohn nicht mal eine saftige Gehaltserhöhung bekommen haben, sondern Beifall und Plätzchen, wofür man sich nur fremdschämen kann – nein, lieber pumpen wir der Lufthansa und der Autoindustrie kräftig was rein) und Familiengewalt verschlimmert hat. Aber diese Dinge treten sonst auch auf und die Betroffenen werden zumeist alleingelassen. Hauptsächlich Frauen, die sich sagen lassen müssen, wenn sie sich von ihrem Partner trennen, müssen sie halt damit rechnen, dass er sie umbringen will. Oder dass der Masseur sie vergewaltigt, weil das kommt in der Branche halt vor. Angesichts solcher heutzutage unvorstellbaren Gerichtsverfahren erkennt man, dass wir von Gleichberechtigung und Gleichstellung der Frau noch Lichtjahre entfernt sind – eher, habe ich den Eindruck, nimmt das patriarchalische System wieder zu, sehe ich da etwa die arrogante, herablassende Hackfresse eines alten weißen Sacks wie Friedrich Merz vor mir, der noch dazu als Millionär sowieso jegliche Bodenhaftung verloren hat. Aber der entstammt ja auch der Nachkriegsgeneration, wo Frauen Benimm- und Verhaltensbücher lesen mussten und die Söhne wie Kronprinzen alles in den Arsch geblasen bekommen haben, ohne auch nur einen Finger krumm machen zu müssen. Und die wollen unser Land künftig regieren, da möchte man nur noch kündigen. DAS ist scheiße. Denn es versaut uns die Zukunft.

Die Pandemie tut das nicht. Die gibt uns eine Chance. Die wir natürlich nicht nutzen und nicht mal dann akzeptieren, wenn Wochen nach einer „Hygiene“-Demo ohne Gesichtsschutz an dem Ort die Leute reihenweise sterben wie die Fliegen, sondern weiter leugnen und lieber über Kinderblut und Diktatur lamentieren. Das hat das meiste Fremdschäm-Potential und ist der blanke Hohn vor allem denjenigen gegenüber, die nicht so privilegiert sind wie wir Deutschen und elend und einsam in der Pandemie sterben müssen.

Es war ein Jahr, in dem wir lernen mussten, dass wir keineswegs die Krone der Schöpfung sind, sondern nur kleine schwache sterbliche Würstchen, denen die Natur eins reinsemmeln kann, wann immer es ihr beliebt.
(Dass wir nichts aus der Lektion machen werden, ist ein anderes Thema.)

Aber alles andere ist genauso wie in all den Jahren zuvor. Es gab und gibt immer Höhen und Tiefen, Existenzangst, Ärger, Schmerzen und Kummer, es gab und gibt immer Verluste.
Ich hatte in den sechs Jahrzehnten meines Lebens schon viele Jahre, die ein schrecklicher Albtraum waren und die ich noch nicht vollends verarbeitet habe und wahrscheinlich auch nie werde. Echte Scheißjahre.
Dieses Jahr aber gehört definitiv nicht dazu.
Denn:
KEIN CORONA.

Wir sollten ein bisschen bescheidener und vor allem dankbar sein, wie gut es uns geht, solange wir einfach gesund bleiben. Alle anderen Probleme können uns früher oder später immer betreffen. Aber das ist kein Hindernis, das zu akzeptieren, was sein muss – sich verdammt nochmal zusammenzureißen, mitzumachen und solidarisch zu sein -, denn es ist nur auf Zeit, und nichts läuft uns weg.
Diese Krise zeigt uns, wo unsere Stärken und unsere Schwächen liegen. Lassen wir die ganzen Deppen außen vor, regen wir uns über die nicht mehr auf, sondern sorgen wir dafür, dass unsere Basis stabil bleibt. Es liegt an jedem Einzelnen von uns, uns gegenseitig zu unterstützen, uns Mut und Trost zuzusprechen.
Seien wir füreinander da.

In diesem Sinne, kommt alle gut ins neue Jahr, bleibt gesund, jammert nicht, sondern steht auf, richtet die Krone gerade und macht weiter.

Wir lesen uns.



Wenn so viele gehen …

11 02 2020

Oft häuft es sich zu Jahresanfang, dass Leute sterben, die ich kannte. Leider ist es so, je älter man wird, desto mehr Todesfälle gibt es im eigenen Umfeld. Meistens familiär – was bei mir wegfällt -, dann im Freundeskreis. Bei mir kommt noch mein Arbeitsumfeld dazu. Die vielen KollegInnen, die vielen Fans und Leser, das ist nach der langen Zeit schon breit gefächert.

Erst vor wenigen Tagen hat sich Autorenkollege Thorsten Scherer davongemacht. Lange hat er gegen das große K gekämpft und verloren, doch er hatte nie aufgegeben und gleichzeitig noch vielen anderen Mut gespendet, die ähnliches durchmachten oder verzweifelt waren, hatte immer ein offenes Ohr für jeden und immer einen Rat.

Nun ist auch noch Ulrich Bettermann auf die Reise gegangen, auch er hat den Kampf verloren. Er war ein großer SF-Fan, kannte sich bestens aus in der Szene, war seit den 80ern auf unzählbar vielen Cons, ein „Urgestein“, kann man sagen. Wie es so ist, begegneten wir uns immer auf Cons, nie außerhalb davon, doch das machte nichts, es gab immer Unterhaltung und einen freundschaftlichen Umgang. Ulrich war immer freundlich, immer lächelnd, eher ruhig und beobachtend. Auch er hatte bis zum Schluss nicht aufgegeben, immer tapfer gekämpft und war zuversichtlich.

Wenn so etwas kurz hintereinander passiert, wird man wieder einmal nachdenklich und fragt sich, wo eigentlich die wirklichen Werte liegen. Ob manches tatsächlich so wichtig ist und nicht anderes kostbarer.

Solche Momente sollten uns in uns gehen lassen. Sollten uns bewusst machen, wie reich wir sind an Familie und Freundschaft, auf was für einer wunderbaren Welt wir privilegiert sind, zu leben. Der Mensch pauschal erscheint mir derzeit zu egoistisch und selbstsüchtig. Anstatt den Dialog zu suchen, wird beschimpft und mit Gewalt gedroht oder sogar ausgeübt. Wer anders ist, hat zusehends wieder einen schlechteren Stand. Aber was ist denn die Norm? Die gibt es doch gar nicht. Jeder schafft seine Norm für sich selbst und vergisst, an den anderen zu denken. Unsere westlichen Privilegien sind eine Selbstverständlichkeit geworden, und zwar so sehr, dass das Patriarchat wieder zunimmt und Regierende einfach machen können, was sie wollen, selbst Straftaten begehen, und trotzdem an der Macht bleiben. Bei solchen Vorbildern nimmt es nicht Wunder, dass so mancher das Beschimpfen, Verhöhnen und Bedrohen übernimmt, dass so mancher sich für den Dreh- und Angelpunkt der Welt hält und deswegen Sanitäter, die gerade einen Schwerverletzten retten wollen, verprügelt, weil sie ihm im Weg stehen.

An der negativen Entwicklung der Welt kann ich nichts ändern – aber ich kann zumindest in meinem unmittelbaren Umfeld versuchen, auf die zu achten, die mir nahestehen oder die ich auch nur kenne. Mit einem Lächeln im Shop oder auf der Straße kann ich anderen den Tag versüßen, mit Rücksichtnahme denen helfen, die es gerade brauchen, oder einfach auch nur höflich sein. Mal jemandem, der schwer bepackt ist, die Tür aufhalten, oder einer Frau mit dem Kinderwagen die Stufe hochhelfen. Es sind immer nur Kleinigkeiten, doch ich denke, genau diese sind ebenso ansteckend wie die negativen Anmachen, sie helfen, Ignoranz und Intoleranz zu überwinden. Unter der Haut, innen drin sehen wir alle gleich aus. Und eines verbindet uns unverbrüchlich alle, da kommt keiner aus, das ist unsere Sterblichkeit. Wir haben nur ein kurzes Leben. Machen wir es doch uns und allen anderen schön.



Frohe Festtage und alles Gute für 2020!

22 12 2019

 
Nun ist es gleich soweit. Wo ist das Jahr denn schon wieder hingerannt? Habe ich alles geschafft, was ich mir vorgenommen hatte?
Nein, jedoch bewege ich mich unverwüstlich auf das Ziel zu, und ich bin recht zuversichtlich, dass es mir gelingen wird. Wenn ich ein bisschen mehr Disziplin aufbringe! Hüstel.
Was war 2019 für ein Jahr? Ein gutes, weil für unsere Verhältnisse erstaunlicherweise relativ ruhiges. (Irgendwas ist natürlich immer, that’s life.)
Das wichtigste ist für mich, dass mein uraltes Mopsmädchen Anabell immer noch bei mir ist und zusammen mit uns ins neue Jahr gehen wird. Auch unser alter Pferdekumpan Jack ist noch da, immer noch ein bisschen grauer und gebrechlicher, aber unverwüstlich. Mein Touch wird ja nun auch schon 23 Jahre, aber er ist nach wie vor ein Kasper, sein Temperament ungebrochen, auch wenn es nicht mehr gar so energievoll ist wie früher. Unser kleiner Minimax ist nun auch schon drei Jahre bei uns und hält die beiden alten Herren auf Trab. Die Mopsbrüder sind, wie sie sind, da muss man nicht mehr sagen. Bei den Katzen gab es dieses Jahr einen weiteren Abschied, unser wunderschöner Norweger Olrig erlag in noch jugendlichem Alter seinem schweren Nierenleiden. Aber er war bis zum Schluss munter und fröhlich und schlief in meinen Armen ein.
Das neue Jahr wird für mich als Autorin gleich mit jeder Menge Arbeit beginnen (also ab 7.1., ich nehme mir noch frei bis dahin), vor allem in Sachen Perry Rhodan. Das erste NEO-Expo ist schon da, und ich freue mich richtig drauf, denn es gibt fiese Intrigen und vroum vrouuuuuuuuuuuuuuuuuuuummmmmmmmm, und bei der Erstauflage tut sich auch was, auf das ich mich schon freue.
Aber auch für Fabylon habe ich einen fleißigen Zeitplan, denn es gibt sehr viel zu lektorieren und herauszugeben. Eine Neuauflage einer erfolgreichen Vampirserie und eine Neuauflage eines sehr umfangreichen (und erfolgreichen) Herzensprojektes, mit dem ich hoffentlich zum GarchingCon im Juli schon starten kann. Viele, viele schöne Bücher bis 2021!
Der Verlag geht dann auch schon in sein 33. Jahr. Und er wird die nächsten Jahre weitergehen, daran gibt es gar keinen Zweifel.
Ab morgen werden die Tage wieder länger. Hier ist gerade ein kleiner Herbststurm ausgebrochen. Zeit, sich zurückzulehnen, einzukuscheln und ein gutes Buch zu lesen. Oder Filme anzuschauen, der Stapel muss mal kleiner werden …

Euch allen da draußen wünsche ich frohe Festtage ohne düstere Gedanken, und einen positiven Angriff auf 2020!



Star Wars IX

18 12 2019


Derselbe Tag, 19:05: Ich komme völlig geflasht aus dem Kino. Ich bin überwältigt von der Wucht dieser großartigen Bilder, von dem durchgehend rasanten Tempo. Und es ist alles genau so, wie ich es im Beitrag vorher geschrieben habe: Die Freundschaft, die Romantik, insbesondere, was die Familie betrifft, der Humor, die niedlichen Reminiszenzen. Der Zusammenhalt, der Optimismus, der heitere Abschied, einfach alles so, wie ich es mir gewünscht habe, einschließlich des Schlussbildes. Die Fäden werden zusammengeführt und es wird aufgeräumt.
Der Film ist keineswegs perfekt, aber das will er auch gar nicht sein. Sondern so wie 1977: emotional packend. Ein Film, der einfach gut tut, und das gerade heutzutage, wo sowieso nur noch alles negativ gesehen wird.
Das Fazit: Niemand ist allein.
Und das ist so ziemlich das beste und hoffnungsvollste Fazit, das man überhaupt ziehen kann.
Das 16jährige Kind in mir geht heute sehr glücklich schlafen, mit vielen Bildern und Träumen im Kopf. Ich werde sie mir bewahren.



Die Ära der Sterne

18 12 2019

Ab 9:01 fällt die Schranke der Berichterstattung, und es wird Rezensionen hageln. Heißt: Ich werde ab da nicht mehr im Netz unterwegs sein.
Ob spoilerfrei oder nicht, ich will’s einfach nicht wissen, wie andere den Film sehen, den ich heute um 16:15 anschauen werde und damit eine Ära beende, die vor 42 Jahren begann. Unglaublich, etwas so lange durchzuhalten – und damit meine ich nicht die Filmemacher. Wenn etwas gut läuft, dann hält das durchaus Jahrzehnte. Dr. Who gibt es (nach einer Pause) heute noch. Die Simpsons feiern auch schon 30 Jahre und machen weiter.
Nein, ich rede von mir. Damals, als „Krieg der Sterne“ ins Kino kam, war ich gerade mal 16 Jahre alt. Im Fernsehen, in den Zeitungen, im Radio wurde darüber gesprochen, und natürlich in der Schule. Viele machten sich darüber lustig, weil so ein Science-Fiction-Abenteuer ja eigentlich was Kindisches und Albernes ist. Also echt, da verknallt sich ein jugendlicher Held in eine Prinzessin, die von einem Drachen namens Darth Vader bedroht wird, und will sie retten. Da gibt’s Raumschiff-Geballer und etwas Geheimnisvolles, das „die Macht“ heißt und einem Telepathie und Telekinese verleiht.
Star Trek und Raumpatrouille Orion kamen zwar zehn Jahre früher, und es verging keine Woche, in der ARD oder ZDF nicht einen SF-Film aus den 50ern in guter alter Schwarz-Weiß-Manier brachten, die abgesehen von „Der Tag, an dem die Erde stillstand“ mehr oder minder Gruselschocker waren mit immer demselben Ablauf – Damsel in Distress muss gerettettet und der Schauspieler in schlecht sitzendem Alienkostüm plattgehauen werden.
Aber irgendetwas an „Krieg der Sterne“ war anders, dass es in aller Munde war und nicht nur die Filmlandschaft und Zuschauer in Deutschland in Aufruhr brachte. Denn die Geschichte war zwar simpel – was nichts Schlechtes bedeuten muss -, aber herzergreifend, alle Typen an HeldInnen waren dabei, inklusive niedlicher Sidekicks in Form von zwei ewig streitenden Robotern. Der eine immer fröhlich, der andere immer besorgt und nörgelig. Ganz wichtig dabei und vermutlich einer der Gründe für die Bildung der Legende: Die Prinzessin war keine Damsel in Distress. Sie hatte es, da sie schon länger als Anführerin im Widerstand kämpfte, sogar noch mehr drauf als der jugendliche Held und der coole Abenteurer. Mit viel Mut, Unbedarftheit und jener auflockernden Art von Humor, die für Entspannung sorgt, bevor neue Spannung aufgebaut wird, stolpern die drei Protagonisten in der eigentlich inflationären Dreieckskonstellation durch das Szenario einer grauenvollen und mörderischen Diktatur und lassen sich durch nichts aufhalten oder gar in ihrem Glauben an das Gute erschüttern.
Die Geschichte verströmt Optimismus und dass das Gute am Ende siegen wird, auch wenn das Böse entkommt und nur ein Teilsieg errungen werden konnte.
Vor allem aber auch ist es eine Geschichte über Freundschaft, die vorbehaltlos ist und in der jeder sich auf den anderen verlassen kann. Einschließlich der Roboter und des Wookies. Sie sind die 5 Freunde, auch wenn sie zu sechst sind (3 Helden, 3 Sidekicks), denn sie stehen treu zueinander, egal was geschieht. Sie tun das, was getan werden muss, ohne viel Zaudern und Zagen.
„Krieg der Sterne“ ebnete den Boden für eine neue Ära Science-Fiction-Filme. Die Produzenten nahmen Geld in die Hand und gaben es auch aus. Nicht nur, dass mit „Das Imperium schlägt zurück“ der beste Film der Reihe auf eine bedeutend ernsthaftere Weise zurückkehrte und neben der Freundschaft die Familiensaga in Gang brachte, Meilensteine wie „Alien“ und „Terminator“ setzten weitere Markierungspunkte, die die Ansprüche wachsen ließen – und die Begeisterung. Mit den Jahrzehnten kamen Filme zu Games und, kaum zu glauben, die Superhelden, sonst im Nachmittagsprogramm im TV, auf die große Leinwand.

Aber zurück zu mir. Auch in mir hat 1977 der Film eine Menge bewegt und mir gezeigt, dass andere genauso Fantastereien und Träume hatten wie ich. Ich wurde entführt in ferne Welten, sah opulente Bilder mitten im Universum, begegnete fremden Wesen und erlebte rasante Abenteuer. Egal wie enttäuscht ich von dem damaligen Teil 3 war und wie grottig ich „Episode I-III“ empfand, ich war immer im Kino, wenn es losging, und ich war jedes Mal wieder 16, wenn der Musikbombast, der Titel und die Textrolle einsetzt. Ich habe jetzt schon Gänsehaut und fast Tränen in den Augen.
Ich werde heute zum letzten Mal dieses Empfinden haben, und darauf freue ich mich ganz besonders.



Ein Mops fürs Leben

6 08 2019


Meine Anabell ist heute 15 Jahre alt geworden. Das Bild ist aktuell – es ist ein bisschen schwierig, sie aufzunehmen. Denn entweder bewegt sie sich, oder sie schläft. Dazwischen gibt es nichts. So war sie schon als Winzling, als sie zu uns kam. So gern wollten unsere Besucher sie mal anschauen, es war schier unmöglich, denn man sah immer nur einen herumsausenden schwarzen Wisch oder hörte zwischendurch ein „RÜLPS!“ Schnell hatte sie ihren zweiten Namen Turbodüse weg, denn sie war wirklich extrem temperamentvoll. Dabei ungeheuer brav, wenn wir im Lokal saßen oder im Hotel waren. Auch Autofahren war kein Thema, und sie war schnell stubenrein. Zu Beginn mit ihren 10 Wochen trug sie ein Katzengeschirr auf dem letzten Loch. Doch sie wuchs. Und wuchs. Heute gehört sie zu den Größten, und zwar in jedem Sinne. Sie hatte nur eine einzige OP in ihrem ganzen Leben, als sie kastriert wurde. Schon drei Stunden nach der OP düste sie mit schlackernden Ohren herum.
Sie war immer und überall dabei, hat jede Partynacht durchgemacht und musste überall mitmischen. Nur mit anderen Tieren hatte sie es nicht so, speziell Hunden. Nicht dass sie ein Problem gehabt hätte oder unfreundlich gewesen wäre. Überhaupt nicht, sie duldete jeden. Aber spielen und schmusen mit einem Tier?! Ausgeschlossen.
Als Kronprinzessin – sie ist die Erste aus Wurf A – trug sie das Zepter, und jeder tat gut daran, nicht daran zu rütteln. Aggressiv war sie überhaupt nicht. Sie konnte ihre Autorität ganz anders ausspielen. Und das tut sie noch heute. Niemand, auch kein Rottweiler, legt sich mit ihr an. Und nach wie vor jeden Morgen überprüft sie, ob ihre Untertanen – Hunde und Katzen – alle wohlauf sind.
Heute ist sie blind, fast taub, sie bekommt nicht mehr alles mit, der Hintern wird schwer, aber sie wackelt mit wedelndem Schwänzchen und fröhlichster Laune herum und freut sich über alle Maßen, wenn Besuch kommt. Das Essen schmeckt. Abgesehen von ihren Schilddrüsen- und Herztabletten braucht sie nichts. Ihr Herzlein ist viel zu groß, aber ihr Wille zu leben noch größer.
Ihr Fell hat immer noch einen sanften Glanz und ist ganz, ganz weich. Happy Puggyday, mein Herzensmops.



Hatar Stygan!!

21 12 2018


Endlich ist es vollbracht! Ich habe den Finalband der Waldsee-Chroniken, Band 6, geschafft. Als fabEbook ist er schon draußen, als Hardcover wird er Ende Januar ausgeliefert. Ich freu mich soooo … und bin auch total traurig, weil es jetzt zu Ende ist. Der Blues hat mich im Griff. Nach 30 Jahren ist die Saga vollendet und der Kreis hat sich geschlossen. Doch ein Lichtblick: Ich werde mich endlich daran machen, den Hauptzyklus zu schreiben, der vor immerhin 41 Jahren seinen Ursprung nahm. Der Beginn des Träumenden Universums! Denn ich habe mir hierfür – also für das wirkliche Ende, wenn die Schlafende Schlange erwacht – einen echten Knaller ausgedacht. Und den will ich unbedingt präsentieren. Also ran!
Bis dahin gibt es erst mal die Geschichte von Halrid Falkon zu lesen, back to the roots, wo alles begann.
Hurra! Natürlich kann man überall downloaden und vorbestellen, auch im Fabylon-Shop.

Und damit sage ich auch schon wieder für dieses Jahr adé! Es gab nicht sehr viele Einträge, denn es war ein sehr ereignisreiches und intensives Jahr. Mit sehr viel Arbeit, sehr viel Sorgen und Krankheit im ersten Halbjahr, was sich im Juni und November zum Glück auflöste (dem lieben Universum gebührt einfach nur Dank – manchmal hat man so richtig, richtig Glück. Nein, wir öfter), und seither bin ich dabei, alle Rückstände aufzuholen und sämtliche Knoten aufzudröseln. Das Jahr 2019 wird daher nicht minder arbeitsreich, doch mit mehr Lichtlein am Horizont. Vor allem freue ich mich auf diverse Projekte, einen ganz neuen Roman von mir in ganz ungewohntem Genre, viele schöne Fabylon-Bücher, tolle Reisen, unser erstes Outdoor-Festival im Juli in Magdeburg, undundund. Es wird ein spannendes Jahr.

Das wünsche ich euch auch allen. Habt einen schönen Ausklang, frohe Festtage und einen super Start – wir lesen uns!



Achim Mehnert ist gestorben

8 11 2018

Es war für mich der erste Schock des Tages, als ich heute früh in einem Forum las, dass Achim gestorben sei. Ich wollte es zuerst nicht glauben, schaute auf Facebook nach, und wirklich, da war sie, die Nachricht seiner Schwester. Gestern ist Achim gestorben. Wie kann ich das glauben, so plötzlich und unerwartet? Ende September haben wir uns noch auf dem ColoniaCon getroffen und ein Schwätzchen gehalten. Letztes Wochenende erst hat er Fotos von der Comicmesse gepostet. Sein letzter Eintrag war vom 6.11. Nichts wies daraufhin, dass er schon einen Tag später nicht mehr da sein würde.
Ich kannte Achim schon lange, seit den frühen 80ern. Wir zwei, fast gleichalt, haben damals unsere ersten Schritte ins Profitum unternommen.
Der ColoniaCon und Achim – eine unauflösliche Verbindung. Er war ein Kölsche Jung, laut und fröhlich. Wir haben uns auf vielen Cons getroffen, waren Kollegen bei der einen oder anderen Serie, er hat mir seinen signierten „Huck-Huck, der kleine Drache“ geschenkt. Er hat auch bei Fabylon veröffentlicht. Das erste Mal mit einer Kurzgeschichte „Stadtbücherei, Westflügel“ für die Anthologie „1999 oder Der Geist aus der Flasche“ in den 90ern, und das zweite Mal mit einem Beitrag zu SunQuest, 2. Staffel Quinterna. Darin schuf er unter anderem einen bezaubernden Zug. Ja, wirklich, so wie es da steht. Die Lok hieß Schtuhhh.
Sein Tod reißt eine große Lücke ins Fandom, in dem er immer sehr aktiv gewesen ist. Ich habe ihn als Autor geschätzt, er war ein guter, fantasievoller Erzähler.

Gute Reise zu den Sternen, Achim.