Elysium

19 08 2013

Abgesehen von den Trailern bin ich völlig unbelastet in den Film gegangen. Ich hatte keine Ahnung, was auf mich zukommen würde – und lag mit meiner Vorstellung angesichts der Trailer ziemlich daneben. Nicht wegen der Storyline an sich, die ist nicht neu, aber sie ist hervorragend aufbereitet worden. Und, man stelle sich vor, zugleich noch eine Bildopulenz in 2D. Das gibt es noch, und das ist wohltuend. Abgesehen von der nervigen Wackelkamera, die hier leider bis zum Extrem eingesetzt wurde.
Der Film zeigt rasante Action mit teilweise sehr brutaler Gewalt und drastischen Bildern (nichts für empfindsame Gemüter), doch auf eine ganz eindringliche Weise mit ordentlichem Tiefgang. Mein Herzschlag ging mit der ersten Sequenz hoch und erst wieder runter, als die Credits abliefen. Und ich dachte mir: Schade, schon vorbei. Der großartige Matt Damon als personifizierte Verzweiflung der Menschen geht absolut unter die Haut, und er ist alles andere als ein Held. Er ist ein ganz normaler Fabrikarbeiter, arm und mit mäßiger Bildung, er interessiert sich nicht für Politik und „Rettung der Menschheit“. Er tut, was er tut, ausschließlich für sich, weil er leben und überleben will, aus purer, ich wiederhole mich, Angst und Verzweiflung. Allerdings ist er auch absolut konsequent und trifft zum Schluss die letzte und richtige Entscheidung. Aufgeben kommt für ihn nicht in Frage, es ist ein Akt der Nächstenliebe, aber auch der Rache. Als Gegenpart dazu die nicht minder großartige Jodie Foster, die bewundernswerten Mut zeigt, ihr nicht geliftetes Gesicht in Großaufnahme zu präsentieren. Und ein kleines Mädchen, das eine Geschichte von einem Erdmännchen und einem Nilpferd erzählt, mit großen braunen Augen. Gänsehaut pur.
Für mich einer der besten Filme des Jahres und mein bisheriges Jahres-Highlight. Beide Daumen hoch!


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