Man of Steel

3 07 2013

Vorausgeschickt: Mit dem blauen Pfadfinder habe ich nie was anfangen können. Ich fand ihn stinklangweilig, dumm, pathetisch und immer nur prügelnd mit immer noch außerirdischerereren Wesen. Der erste Reeve-Film hat mir schon gereicht, dass ich für alles, was danach kam, nicht mal einen Blick riskiert habe. Allerdings: Ich habe die TV-Serie „Lois&Clark“ geliebt. Keine Folge verpasst.
Wenn ich schon einen Auftritt von Supie ertragen musste, dann habe ich ihn aber auch genossen, wie etwa in dem eindringlichen „Fremdes Terrain“ (World’s Finest) von Gibbons, oder dem grandiosen Meilenstein „Kingdom Come“ von Mark Waid mit der unglaublichen Grafik von Alex Ross. Da war aber dann auch Batsie mit dabei.
Und nun kommt da also eines der zahlreichen Reboots dieser Jahre daher, und ich habe den Trailer gesehen und mir zu meiner eigenen Überraschung gedacht: den schaust du dir an.
Und das war eine hervorragende Idee. Der Film ist einfach gut gelungen (zumindest für Romantiker wie mich), und das ist einmal eine Origin, wie sie gehört. Die Erzählstruktur ist durch die Zwischenblenden und Zeitsprünge dynamisch und vor allem immer in die aktuelle Situation eingepasst. So eine „wie er entstand“-Geschichte gab es über Superman noch nicht, und schon gar nicht auf diese Weise erzählt. Alle Figuren sind sehr sorgfältig ausgewählt: die bodenständigen Farmer mit ihrem gesunden Menschenverstand, die dafür sorgen, dass das außerirdische Kind die Chance bekommt, seinen Weg zu finden. Eine ungewöhnliche Lois Lane – blond, verschroben, und eigentlich nicht mal richtig hübsch, und dazu noch absolut passend als Reporterin. Russel Crowe als „Space Daddy“ – über ihn muss man nun wirklich kein Wort verlieren, da ist er, präsent wie immer, und zum Glück länger als zwei Minuten. Und die Figur Superman selbst, nun – zum ersten Mal konnte ich nachvollziehen, welche Güte in ihm ruht, wie er trotz aller Selbstzweifel seinen Weg geht und versucht, das Richtige zu tun. Vom Kind zum Mann, und was für einer. Der Darsteller Henry Cavill (übrigens ein wirklich schöner junger Mann mit ausdrucksvollem Gesicht und perfekt trainiertem Körper – das wäre mal ein Anakin Skywalker gewesen und nicht diese andere Naturkatastrophe) macht seine Sache hervorragend und glaubwürdig. Toll war es, dass wir auch mal Krypton erleben, welch eine Welt und welch ein Volk das war, und zwar nicht nur in optischer Hinsicht (da gab’s ordentlich was fürs Auge).
Geschickt der Kniff des Erlöser-Mythos, der einmal ganz anders und dadurch originell dargestellt wird. Intensiv die Verzweiflung eines (übrigens keineswegs bösen und daher auch nicht eindimensionalen) General Zod, der unfähig ist, aus seinem „Programm“ auszubrechen, aber trotz erschütternder Selbsterkenntnis bereit ist, bis zum Schluss zu gehen.
Und dann noch einmal Superman: Er hat’s getan. Überraschend. Ich habe so nicht damit gerechnet.
Der Film ist optisch schön, intensiv in der Stimmung, ohne je pathetisch zu werden (na gut, ein klitzekleines amerikanisches Bisschen, aber das ist in diesem Rahmen völlig ok), und er hat gegen Ende zu einen ordentlichen Bums drauf.
Der Showdown ist einen Tick zu lang geraten, und die Wackelkamera hat mir fast Übelkeit bereitet, da bin ich mit dem 3D überhaupt nicht zurecht gekommen. Mag aber auch an den technischen Problemen gelegen haben, mit denen unser Kino schon seit dem Start kämpft.
Bei dem Gespann Snyder/Nolan habe ich jedenfalls keine Bedenken, auch einen Blick auf einen zweiten Teil zu wagen. Daumen hoch!


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