The World’s End

16 09 2013

Beinahe wäre der Film an mir vorübergegangen. Es gab bei uns im Kino nur ein Poster, und ansonsten keinen Trailer, nix, und auch sonst erzählte keiner was davon. Warum eigentlich? Nun findet also die „Cornetto-Trilogie“, die mit „Shaun of the Dead“ ihren furiosen Anfang nahm, ein Ende – und was für eines!
Gary ist der King, und nicht nur, weil er so heißt. Anfang der 90er unternehmen 5 Freunde in einem verschlafenen britischen Nest eine Sauftour auf der „Goldenen Meile“ mit 12 Pubs, dessen letztes „The World’s End“ heißt. Sie scheitern, doch Gary erlebt zumindest bei Bewusstsein den Sonnenaufgang mit und denkt sich, dass er nie wieder einen schöneren Tag haben wird.
Gesagt, getan – Gary verweigert sich beharrlich der Wirklichkeit und bleibt im Endteenageralter stehen. Seine vier Freunde sind alle mehr oder minder erfolgreich mit Familie und allem Drum und Dran; doch Gary gelingt es 20 Jahre später mit moralischer Erpressung, alle zu einer Wiederholung der Tour zu überreden und es diesmal zu schaffen.
Gesagt, getan – bis dahin erleben wir schon ein Feuerwerk an Dialogen und aberwitzige Grimassen des King-Darstellers Simon Pegg. Alle Figuren der fünf Freunde sind perfekt besetzt, und sie werden in einem harmonischen Zusammenspiel von Bild und Musik in Szene gesetzt. Zum Glück habe ich mich mit Bier eingedeckt, weil ich ansonsten bei dieser Pub_Tour einen höllischen Durst entwickelt hätte. Aber natürlich sind wir hier nicht in einer harmlosen Beziehungs-Comedy, sodass sich ein harmloser Gang aufs Klo plötzlich zum Alptraumtrip entwickelt. Diese Idee ist gleichermaßen skurril wie witzig, und die fünf Freunde zeigen sich nicht nur als wortgewandt, sondern auch schlagkräftig, allen voran der dicke Andy, der sich wie ein Sumoringer durch die Massen wälzt.
Ein Highlight des Jahres, das unglaublich viel Vergnügen für alle Freunde des schrägen britischen Kinos bietet. Anschauen!


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