Und dann ist da noch …

18 07 2016

… baldige Wahl in den USA und Donald Trump. Alle Welt (ja, teilweise sogar sein eigenes Lager) zittert davor, dass er Präsident der USA werden könnte. Warum eigentlich? Jeder von uns weiß, dass seine Hohlbirne nur von seinem Toupet zusammengehalten wird. Sein Twitter zum nicht lange zurückliegenden BREXIT, in dem er Schottland zu seiner wiedergefundenen Souveränität gratuliert und von Sängerin Lilly Allen darauf hingewiesen werden muss „Schottland hat PRO EU gevotet, du Depp“, zeigt das allzu deutlich.
So, jetzt spielen wir doch mal das Szenario durch, dass er tatsächlich Präsi wird.
– Er wird auf 4 Jahre gewählt.
– Danach nie wieder.
– Diejenigen, die im White House mit ihm und für ihn arbeiten, werden dafür sorgen, dass er während seiner Amtszeit öffentlich keinen derartigen Schwachsinn mehr verzapft. Und sie werden dafür sorgen, dass er nicht wie Wütold Bömbli auf ein Knöpfchen drückt, nur um festzustellen, ob es auch funktioniert. Oder weil er die Toupetkämmerin rufen wollte.
Welchen Schaden kann er bis zu seiner Entfernung nach spätestens vier Jahren anrichten, der die diversen Schäden seiner diversen Vorgänger übertrifft? Keinen. Was kann er verschlimmern? Nix.
Alles, was wir uns ausmalen wollen, gab es schon. Die Bush-Ära mit ihren Kriegen, der „Achse des Bösen“, dem Beginn des Terrors. Der Daesh ist jetzt schon über ein Jahrzehnt weltweit aktiv. Krieg herrscht in vielen Ländern. Kriegsgefahr droht jetzt schon.
Fassen wir mal zusammen, was Barack Obama in seiner achtjährigen Regierungszeit (nicht) gelungen ist.
– Er hat den Friedensnobelpreis bekommen. Wofür doch gleich? Libyen, Syrien, …?
– Er hat die Gesundheitsreform durchgedrückt. Nicht. Doch, ja, aber die wird geändert, ach nein doch, zurückgenommen.
– Guantanamo ist nach wie vor voll aktiv.
– Keine Verschärfung des Waffengesetzes.
– Die Erleichterung der Einwanderung, wie etwa, dass keine Familien auseinandergerissen werden sollen, die schon seit Jahren brav zum Bruttosozialprodukt beigetragen haben – perdü. Weg. Futsch.
– Der Wohlstand im Land ist noch genau dort, wo er vor 8 Jahren auch war. Keine Umverteilung. Keine Verbesserung.
– Ach ja, das erinnert mich an das Drama mit dem Haushaltsplan und der Beinahe-Bankrotterklärung …
So. Das sind jetzt mal die Sachen, die mir ad hoc einfallen zu all dem, was Obama Gutes für sein Land und die Welt tun wollte. Also ich meine so richtig Reformatives, Bewegendes, Nachdrückliches, wovon er geträumt hatte. Worüber er ein Buch geschrieben hatte. Er hatte eine lange Liste an derartigen Versprechungen und Vorhaben, doch ist ein bedeutender Punkt auf dieser langen Liste tatsächlich abgehakt? Anerkannt? Gefeiert vom Volk und/oder von der Welt?
Obama war da, hat die Welt nicht zerbombt, und geht. Ein vergleichsweise junger Präsident, ein charmant und sympathisch wirkender Mann, ein kluges Köpfchen mit anerkennenswerten Idealen. Einer, den man mag. Hat das für das Amt ausgereicht? Nicht so, wie er sich präsentiert hat. Er war kein schlechter Präsident, aber ein belangloser. Und dadurch eigentlich gescheitert.
Er hat das Land in eine tiefe Zerrissenheit geführt, das aktuell keinen der beiden Nachfolgekandidaten, Clinton wie Trump, haben will.
Ich habe gerade das Buch „Americanah“ von Chimamanda Ngozi Adichie fertig gelesen. Unter anderem beschreibt sie auch, was sie und ihre Freunde, teils Afrikaner, teils Afroamerikaner, zu Obamas Wahl bewegt hat. Wie sehr sie gezittert und dann vor Freude geweint hatten.
Das ist umso erschütternder angesichts der Realität 8 Jahre später: Der Rassismus hat extrem zugenommen, ebenso die extreme Gewalt. Polizisten erschießen Schwarze, und werden nun selbst erschossen.
Das ist ein Erbe, das unter Umständen Trump antreten muss. Wie will er das Land wieder einen und befrieden, bevor sich die Situation hochschaukelt? Der hat doch innenpolitisch so viel zu tun, dass er gar keine Zeit hat, außenpolitisch dummes Zeug zu machen. Arbeitet er so, wie er den Wahlkampf geführt hat, dann holla die Waldfee, will ich nicht wissen, wie lange er sich halten wird. Denn im Gegensatz zu Ländern, die gern in die EU wollen, herrscht in den USA tatsächlich und nicht nur auf dem Papier Demokratie.
Wer mag angesichts dessen, was Obama (nicht) gemeistert hat (und was schlimmer geworden ist), jetzt noch an den Weltuntergang glauben, nur weil ein Hans-Kaschpar Dump Präsi werden will? – Oh, kleines Update 19.7.: Und Elsie-Dumdum Frump hilft gleich noch mit zur weiteren Demontage, indem sie bei ihrer aktuellen TV-Ansprache für ihren Mann 1:1 die Rede von Michelle Obama von 2008 plagiiert. Strike!
Quak, quak, sagt da der andere Donald, der in allem, was er jemals getan hat, niemals so lächerlich war.


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