Phantastika in Oberhausen

4 09 2017

Das gab es alles Tolles (und noch mehr) für uns VIPs, und in der Contüte der Fabylon Prospekt

Am ersten Septemberwochenende fand zum ersten Mal die „Phantastika“ im Congresscentrum in Oberhausen statt. Fabylon war nicht mit eigenem Stand vertreten, aber ich war als Ehrengast für PERRY RHODAN eingeladen. An dem Wochenende war bei uns zu Hause Herbsteinbruch, dort aber erwartete uns schönstes Wetter – und das blieb auch so.
Es war eine schöne Veranstaltung, mit vielen illustren Gästen, Playmobil, Lesebus, jeder Menge Verkaufsständen und vielen Räumen für Vorträge, Podiumsdiskussionen, Workshops, Lesungen. Auch eine schöne Dr.-Who-Ausstellung gab es, dazu Vorführungen mit Laserschwertern, die German Garrison war ebenso vertreten wie viele andere. Auch Groot lief herum, der in Wirklichkeit natürlich das Wurzelmännchen aus Nicole Rensmanns „Niemand – Mehr!“ war.
Ich hatte mein erstes Panel kurz nach der Eröffnung – PERRY RHODAN – und mir im Vorfeld die Freigabe der Redaktion geholt, dass ich eine kleine Ankündigung machen durfte, die für mich persönlich sehr aufregend ist und mich die nächsten 6 Monate vollauf beschäftigen wird: Es gibt 2018 eine neue Miniserie, die Olymp heißt, und ich darf sie steuern!! (An dieser Stelle bitte vorstellen, dass ich auf dem Tisch tanze.) Damit ich mich nicht verplappere und auch keine Fragen mehr kommen können, habe ich darum gebeten, kurz vor Panelende zwei Sätze zu sagen. Dann aber nix wie weg von der Bühne!
Samstag Abend waren dann drei Stunden Show und Preisverleihung für den Deutschen Phantastik Preis, kurz DPP, angesagt. Die Moderatoren Luci van Org und Hermann Ritter führten mit einer Rahmenerzählung durch den Abend, jeder Preis wurde speziell von einem oder zwei weiteren Moderator(en) vorgestellt und an den glücklichen Gewinner übergeben. Dazwischen gab es Vorführungen – u.a. ein atemberaubend schöner Kurzfilm „Time Lapse“ von der ESA mit der Erde aus dem Weltraum betrachtet, Laserschwertshow, Kinderchor und Tanz (großartig! u.a. mit „Hanging Tree“ aus „Mocking Jay“), einer Herausforderung an einen Mathematiker …
Zusammen mit Ralf „Scotty“ Boldt (SFCD e.V.) habe ich den DPP für die „beste Serie“ moderiert und den Preis übergeben; das hat uns beiden sehr viel Spaß gemacht. Im Vorfeld kamen wir überein (wir sind ja Rampensäue), dass wir uns besonders gewanden. Ralf hatte ein „Scotty“-Kostüm mit Redshirt und Kilt und natürlich Behütung, also wollte ich nicht hintenanstehen für das Motto „Serie“ auch etwas zu besorgen – was passt da besser als eine „Vampir“-Jacke in Blutrot mit hohem Kragen. Sie kam zum Glück rechtzeitig, aber ich geriet in Panik, ob ich die auch am Samstag Abend zubekomme, weil sie trotz einer Nummer größer eng saß, und hielt mich ab da extrem im Essen zurück. Auch am Samstag Abend vor Beginn der Show im Restaurant (naja, Steak und ein Glas Wein waren drin) – und die Mühe hat sich gelohnt, alles saß perfekt, auch das Hütchen. * grins * Und ich muss ganz ohne Übertreibung sagen, wir beide haben eindeutig am besten ausgesehen! 😉
Auch wenn Fabylon keinen Stand hatte, so haben wir uns doch mit einigen unserer Autoren getroffen – Rebecca Hohlbein, deren „Fast nichts als die Wahrheit“ in zwei Wochen erscheint, Nicole Rensmann, die im tollen Doppeldecker-Lesebus eine spannende Lesung aus „Niemand“ und „Niemand – Mehr!“ hielt, und Andrea Weil, die ihren temporeichen und humorvollen bayerischen Vampir-Krimi „No Pflock“ vorstellte. Mit Nicole und Andrea gingen wir abends auch noch lecker essen auf Verlagskosten (ja, das darf ruhig auch mal sein). Dazu trafen wir auch noch (für den DPP als Künstler nominiert) Timo Kümmel, der leider nur wenige Stunden Zeit hatte.
Als Perry-Autorin habe ich natürlich einige liebe Kolleginnen und Kollegen wiedergesehen, was dazugehört und worauf ich mich auch immer freue. So gab es abends nach der Show an der Hotelbar ein gemeinsames Absackerli, aaaaber ich bin um 00:30 zu Bette gegangen! Ich wollte ja am Sonntag frisch sein. Und das Frühstück nicht verpassen, denn den Käsekuchen, den ich mir am Vortag verkneifen musste, hatte ich sowas von verdient!!!!
Die Veranstalter haben sehr viel Engagement und Mühe investiert, um an beiden Tagen eine abwechslungsreiche, bunte Convention aus dem Bereich der Phantastik für Augen und Ohren zu bieten, und das ist ihnen gelungen. Auch das Catering ließ keine Wünsche offen.
Ich denke, nicht nur wir „VIP“-Teilnehmer, sondern auch alle Besucher haben diese zwei Tage vollauf genossen, sind in neue Welten eingetaucht, haben vertraute Welten wiedergefunden, neue Kontakte geknüpft oder Wiedersehen gefeiert.
Müde, denn so eine Veranstaltung ist doch anstrengend, aber sehr zufrieden sind wir am Nachmittag wieder gen Alltag aufgebrochen.

So, gleich gehen wir rüber!

v.l.n.r., Dietmar Schmidt, Uwe Anton, Hermann Ritter, Ralf Boldt, Robert Corvus

Natürlich haben wir auch gelacht

Den Lesebus hätte ich gern!

Ich wollte den schönen Baum aufnehmen, aber Bernd das Brot latschte natürlich ins Bild

Nicole Rensmann mit passendem Shirt

… und bei der Lesung

(Nicht-) Groot 😉

Gleich gehts rüber …

… zur Preisverleihung

Mit Andrea Weil im Shirt-Unikat, passend zu No-Pflock

Das fröhliche Autogrammstunden-Bild stammt von Volker Hoff.



ComicCon Stuttgart 1.-2.7.17

12 07 2017

Bild von Jürgen Müller

 

 

Jetzt wird’s aber Zeit, dass ich ein bisschen was darüber erzähle! Es sind ja schon eineinhalb Wochen rum … Ich kann gleich mit dem Fazit beginnen: schön war’s! Und etwas zum Eingangsbild berichten, das dort gemacht wurde – denn es zeigt mich mit dem Deutschen Fantasy Preis 2017, den ich für 30 Jahre Fabylon bekommen habe (hatte ich schon stolz berichtet).

Die ComicCon Stuttgart fand zum zweiten Mal auf der Stuttgarter Messe statt, und wir waren mit Fabylon zum ersten Mal dabei. Zwei Hallen gab es – eine hauptsächlich für die Händler, die andere für die Stars und noch ein paar weitere Händler. Ich gebe zu, ich habe geliebäugelt, in die andere Halle gehen zu wollen, weil John Barrowman als Stargast angekündigt war. Aber dann siegte doch die Vernunft, und das war gut so! Denn bei dem dichten Gedränge da drüben (teilweiser Sperrung wegen Überlastung) hätten wir kaum Verkaufschancen gehabt.

Aber der Reihe nach. John Barrowman … nein! Verflixt! Um den geht es nicht. Auch wenn er einen Striptease in High Heels veranstaltet hat und zwei Tage lang die Bühne rockte und einmal auch am Panini Stand war, der nur wenige Meter von uns entfernt war und ich ihn trotzdem nicht gesehen habe, nicht mal von ferne. Seufz.

Zurück zum Freitag. Bei bestem Wetter haben wir unseren Leihtransporter geholt, beladen und sind nach Stuttgart zum Aufbau gefahren. Wenigstens mal eine Con quasi vor der Haustür, da können wir doch nicht nein sagen! Auch wenn sich zig Baustellen uns in den Weg werfen – wir lassen uns nicht aufhalten! Bei bester Laune und einige Staus später kommen wir an, es ist 14 Uhr und es herrscht keine Hektik und kein Gedränge. Nach einigem Suchen haben wir unseren Stand ausgemacht, und dann geht es los – entladen und aufbauen. Kurz nach 16 Uhr sind wir fertig und fahren fröhlich pfeifend nach Hause (Radio ist nicht, weil jemand die Antenne an dem brandneuen Teil abgeschraubt hat), das wir dann auch tatsächlich gegen 19 Uhr erreichen. Die Hunde haben wir schon am Vortag verschaukelt, sodass jetzt nur die Katzen und Pferde zu versorgen sind. Und die Klamotten müssen gepackt werden, und was fehlte denn eigentlich noch?! Kurz vor Mitternacht fielen wir ins Bett, und um 5 ging der Wecker. Noch schnell beim Bäcker ein Frühstück geordert, und wieder geht es nach Stuttgart, diesmal bei bester Verkehrslage. Auf dem Messeparkplatz schnell ins SteamPunk-Outfit gezwängt, und dann geht es zum Stand. Die ersten Besucher trippeln schon durch – ja, und dann geht es um 9 Uhr los! Es ist wie auf einer richtigen Messe, die Mengen strömen durch die Halle. Ich unternehme einmal den Versuch, mich hinauszuwagen, und verstecke mich ganz schnell wieder hinter den Tischen. Das ist nichts für mich. Abends sind wir geschafft und todmüde, die Vorbereitungen vorher, viel Arbeit und wenig Schlaf fordern ihren Tribut. Obwohl Panini 20-Jahre-Comics feiert, sind wir einfach zu müde, um ans andere Ende zur Party zu gondeln. Beim leckeren Abendessen schlafen wir schon fast ein. Das Hotel ist Fachwerk, sehr Vintage, überaus gemütlich und nett. Großes Zimmer mit Sitzecke und allem. Wir schlafen herrlich und bekommen Sonntag früh ein formidables Frühstück für nur 5 Euro pro Nase. Gut erholt stürzen wir uns in den zweiten Tag. Anfänglich ist es recht zäh, und wir befürchten, den guten Umsatz vom Vortag auf zwei Tage verteilen zu müssen – aber dann rappelt es doch nochmal ordentlich. Und hätte noch mehr, wenn die #*§$% Messe nicht den Handyempfang sabotieren würde und so den Einsatz des EC-Gerätes verhindert. Trotzdem – wir sind sehr zufrieden. Es kommen nämlich ständig Nachbestellungen.

Die Stimmung an beiden Tagen war überaus positiv, alle gut gelaunt, mit fröhlichen Gesichtern, viele lustige Kostüme. Müde, aber bester Dinge fahren wir bei wiederum bestem Verkehr am Sonntag Abend zurück. Gerne wieder! Die letzten beiden Fotos hat Judith Madera von literatopia gemacht.

Hab mein Wage vollgelade …

Fabylon-Schild ist natürlich auch dabei. Gut so. Denn es gab ziemlich viele Enterprises …

Großer Stand …

… vollbepackt. Möge der Ansturm kommen!

Los geht’s!

Beste Stimmung

Unser Gasthof im schönen Plieningen

Los geht’s mit Tag 2

Ja, unscharf, aber wenn wir doch so Spaß haben …


 



Legenden aus Albalon

16 05 2017

 

 

 

 

Auf meiner Facebook-Seite Legenden aus Albalon erzähle ich Hintergründe zum „Reich Albalon“. Zwei Teile gibt es schon: Wer denn die Bogins sind, und was es mit den Zwergen auf sich hat. Und den Bärten …?
Die Beiträge sind spoilerfrei! Na gut, fast, ab und zu muss schon das eine oder andere enthüllt werden. Aber nichts, das den Lesespaß verdirbt!



„Das Reich Albalon 1 und 2“ als eBook

10 05 2017

 

Ich freue mich sehr, dass sie da ist – die Geschichte der Bogins. Wir erleben die Geschichte aus der Sicht des jungen Fionn Hellhaar, der unerwartet in große Ereignisse hineingezogen wird.
Albalon, das Weiße Reich, ist ein Land voller Mythen und Legenden.
Seit tausend Jahren herrscht Frieden unter den Völkern. Die Erinnerung an den »Großen Krieg« davor ist vergangen. Kaum jemand glaubt noch daran, dass er jemals stattgefunden hat.
Doch ein Geheimbund, die Fiandur, ist seit vielen Jahren einem Netz aus Intrigen und Verschwörung auf der Spur.
Was, wenn der Frieden nur eine Lüge ist?
Eine unbekannte Macht hegt großes Interesse daran, die Vergangenheit ruhen zu lassen.
Und was hat es mit der Schauermär um den Helden Peredur auf sich, der angeblich seit Jahrhunderten auf der Suche nach seinem Herzen ist, weil es ihm von dem bösen Albtraumwesen »Schwarzauge« gestohlen wurde?
Wie hängt das alles zusammen?
Die Rätsel der Vergangenheit zu lösen, wird weitreichende Folgen für das Schicksal und die Freiheit aller Völker Albalons haben …

Im Fabylon Shop schon zum Download bereit, spätestens ab morgen auch in allen anderen Shops. Ich werde auch Printausgaben dazu machen, aber das dauert noch ein bisschen. Und außerdem wird es zwei weitere Bände geben, die ich schon konzipiert habe. Auf meiner Facebook-Seite Legenden aus Albalon poste ich in unregelmäßigen Abständen Hintergrundinfos dazu. Wer also dort angemeldet ist und mir ein Like schenken mag, wird mit weiterführenden Informationen belohnt 🙂
Die beiden schönen Karten schuf Lothar Bauer.



Die Gewinner!

5 05 2017





















Unter strenger notarieller Aufsicht durch Dr. jur. Little von Ottersried wurden die glücklichen Gewinner gezogen und beeits per Mail benachrichtigt. Herzlichen Glückwunsch und viel Lesefreude! (hoffe ich zumindest 😉 )



Der Einstand

27 04 2017

 

 

Ich hab es schon! *juhu* Offiziell erscheint Band 2907 ja erst nächste Woche, aber ich freue mich, dass meine Belege bereits eingetroffen sind. Denn das ist kein Gastbeitrag, sondern mein erster Teamautorbeitrag! Anlässlich meines Wieder-Einstands im PERRY RHODAN-Team verlose ich diese drei Hefte signiert. Schreibt mir doch hier – und wirklich hier im Blog, nicht auf Facebook, damit alle teilnehmen können – einen netten Kommentar, wie toll ihr es findet, dass ich zurück bin *grins*, dann ziehe ich aus allen Teilnehmern am 3.5. drei glückliche Gewinner! Natürlich bekommt ihr auch eine Widmung rein, wenn ihr das möchtet.

Viel Glück und dann viel Spaß beim Lesen! Auf der LKS findet sich zum gegebenen Anlass ein Kurzinterview mit mir. (P.S. Zumeist muss ich die Kommentare manuell freischalten – also nicht erschrecken, wenn ihr ihn nicht gleich seht. Das geht nicht verloren!)



Interview zum Wiedereinstieg

18 04 2017

So, damit bin ich also endgültig offiziell wieder dabei im PERRY RHODAN-Team. Wie meine Gedanken dazu sind, kann man ab heute nachlesen in seinem Blog: Michael Marcus Thurner hat das Interview schon recht früh geführt, nämlich vor der Autorenkonferenz im Februar.
Also, wer wissen will, was mich bewegt und was ich so in den vergangenen 14 Jahren getrieben habe …

liest hier nach



Trauer um Michael H. Buchholz

8 03 2017

 

 

 

Michael Buchholz ist mir noch in bester Erinnerung mit seinem SunQuest-Beitrag „Hort des Wissens“ (Dies Cygni 4), dessen Part 1 er übernommen hatte, Part 2 stammte von Rüdiger Schäfer. Die beiden kannten sich jahrzehntelang und arbeiteten schriftstellerisch viel zusammen, und so kam es vor 2 Jahren, dass wir die Vorzeichen umkehrten – ab da schrieb ich zu Expos von den beiden. Sie hatten ab Band 100 die Exposéarbeit zu Perry Rhodan Neo übernommen, für Zehnerstaffeln, und gleich bei der ersten war ich mit dabei.
Michael hatte da bereits eine Menge Behandlungen wegen seiner Krebserkrankung überstanden, er konnte durch die fehlende Stimme seinen ursprünglichen Beruf mit den Seminaren nicht mehr ausüben und konzentrierte sich nun auf das geschriebene Wort.
Zwischen 2013 und 2015 veröffentlichte er als Robert M. Talmar die „Gilwenzeit“-Fantasy-Trilogie bei Bastei und ging im Anschluss zu Neo über. So entstanden in diesen zwei Jahren farbenprächtige Exposés mit vielen exotischen Schauplätzen.

Ich habe Michael als Kollegen sehr geschätzt und hatte stets einen konstruktiven, kreativen Austausch mit ihm. Unsere wenigen Begegnungen verliefen immer sehr fröhlich. Michael hat mit allem Lebensmut gegen seine Krankheit gekämpft, aber nun hat sie doch gewonnen – und so ist er kurz vor seinem 60. Geburtstag friedlich im Kreis seiner Familie eingeschlafen.

Ich wünsche dir, dass du Dies Cygni findest und dich auf diesem verrückten Mond mit all seinen durchgeknallten Bewohnern niederlassen kannst. Gute Reise, Michael.



I’m back.

1 03 2017

 

 

 

Auf den Titel dieses Eintrags hab ich mich schon die ganze Zeit gefreut. „I’ll be“ passt ja nicht, aber so ist das auch gut.

Das Bild besagt alles: Ich bin zurück im PERRY-RHODAN-Autorenteam, obwohl ich ja als „Stammgastautorin“ nie so richtig weg war. Dennoch liegt meine letzte Teilnahme an einer Autorenkonferenz 14 Jahre zurück. Wie ist es dazu gekommen? Ich wollte. Zurück. Mir macht NEO sehr viel Spaß, aber die letzten beiden Arbeiten – die zweite ungeplant und im „Schnellschuss“ – in der Erstauflage haben mich wieder so richtig Blut lecken lassen. Ehe ich selbst so recht begriff, was ich da tat, habe ich eine Mail abgeschickt. Kurz darauf ein Telefonat mit Chefredakteur Klaus N. Frick, der nicht minder überrascht war wie ich selbst von mir, und die Sache war kurzerhand beschlossen. Manchmal braucht es nicht viel, um eine spontane Entscheidung zu fällen. Es sollte wohl so sein. Also habe ich mich am Faschingssonntag per Zug auf die Reise nach Rastatt gemacht, wo ich zu meiner Freude auch Wolfgang Kehl/Arndt Ellmer wiedersah. Wir witzelten darüber, dass wir beide nun die „Dienstältesten“ sind, denn ich deklarierte meine Absenz kurzerhand als „längere kreative Pause“.
Zum Abendessen saßen wir alle beisammen in fröhlicher Runde und gingen brav noch vor ein Uhr morgens zu Bett. So fanden wir uns am Rosenmontag ohne Pappnasen, aber bester Laune und pünktlich im Konferenzraum ein. Abgesehen vom – kurzen – Mittagessen und zwei ebenfalls kurzen Pausen ging es dann den ganzen Tag bis 18:30 intensiv zur Sache. Über konkrete Inhalte haben wir nicht gesprochen, sondern mehr darüber, wie wir die Romane gestalten wollen, worauf wir mehr Wert legen sollten, und es ging sehr ausführlich auch ums Marketing, um die Verbreitung, um das Bestehen am heiß umkämpften Markt, neue Medien und so weiter. Es war höchst kreativ, aber auch sehr anstrengend, und mir rauchte der Kopf, als wir schließlich den Raum verließen. Ja, es gab auch Kritik – oder sagen wir: offene Worte -, und zwar von allen Seiten, die ebenso konstruktiv jeweils aufgenommen wurden. Michelle Stern und Wim Vandemaan hatten interessante Arbeitspapiere vorbereitet, die wir in allen Punkten durchgingen und darüber diskutierten.
Trotz der Müdigkeit war meine Motivation am Ende noch höher als zu Beginn, und wir beendeten den intensiven Tag in wiederum fröhlicher Runde beim Abendessen und dann noch zum Absackerli an der Bar. Auch hier war es wieder vor 1 Uhr. Brav sind wir geworden! Am Faschingsdienstag dann noch ein letztes gemeinsames Frühstück und Verabschiedung. Mit den beiden Wienern Lukas und Thurner, wodurch die Sentenza Austriaca zumindest wieder zu einem Drittel versammelt war, ging ich dann zum Bahnhof, und wir ließen die Konferenz mit skurrilen Anekdoten ausklingen.

Nun heißt es aber nicht erholen, sondern ran an die Arbeit! NEO 146 wurde vor der Konferenz abgegeben, Erstauflage 2907 wartet auf Abgabe, und danach ist gleich „Terminus“ 4 an der Reihe, ein Teil zum neuen Mini-Spin-Off (geile Sache, das) und dazwischen noch eine Stellaris-Geschichte, bevor schon der nächste NEO dräut.
Es geht also bereits rund für mich, und was noch als Zeit dazwischenbleibt, habe ich für Fabylon eine Menge zu tun.

Ich freue mich sehr! Wie man auf dem Bild sieht, denke ich. 😉



30/20 Ein paar Gedanken

22 12 2016

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Zum Ausklang des Jahres nehme ich mir eine stille Minute. Ein bisschen wehmütig, aber auch voller Freude. Angesichts meines Jubiläums – 30 Jahre Erstveröffentlichung, 20 Jahre Freelancer – habe ich mein Debüt noch einmal publiziert. Ein wenig überarbeitet, um die eine oder andere Szene erweitert, und mit einem Anhang versehen „wie es dazu gekommen ist“. Ich habe mir das sozusagen selbst geschenkt, weil ich durchaus stolz darauf bin, so viel erreicht zu haben: Meinen Traum zu leben.
Umso schöner ist es für mich, dass viele meine Freude teilen. Seit Monaten schon bekomme ich Mails und Post von „Lesern der ersten Stunde“, die mir „von damals“ berichten. Manche haben das schlichte Heyne-Taschenbuch heute noch auf dem Nachttisch! Auf der einen oder anderen Veranstaltung gab es Begegnungen, die ich mir nicht erträumt hätte nach der langen Zeit: Menschen, die den Titel wiedererkennen, deren Augen dann aufleuchten, die sagen „ja, gibt es das wieder?“, das Buch in die Hand nehmen und mir erzählen, was sie beim Lesen damals empfunden haben. Das waren meine schönsten Momente dieses teils doch sehr … hm … befremdlichen Jahres.
In dieser Rückbesinnung, Melancholie und Nostalgie wünschte ich mir, mein lieber Vater hätte das noch erleben dürfen. Er starb vor 40 Jahren, als ich mitten in der Pubertät war und bereits fest entschlossen, gegen alle Widerstände Schriftstellerin zu sein. Nicht zu werden, denn zu dem Zeitpunkt hatte ich schon hunderte Seiten geschrieben und betrachtete mich als solche. Als ich 11 war, habe ich meinen Vater ins Vertrauen gezogen und ihn gebeten, sich meinen Text anzusehen. Er war mein erster Förderer, der meinen Geschichten, die ich als kleines Mädel, des Schreibens und Lesens noch gar nicht mächtig, schon damals lauschte. Nicht nur, dass er zugehört hat. Er hat auch Fragen zu den Inhalten gestellt, wodurch ich dazu lernte und die Geschichten zusehends strukturierte und ausbaute.
Jeden frühen Morgen, wir waren beide Frühaufsteher, sind wir eine halbe Stunde lang gemeinsam durch unseren Garten gewandert, das war die Stunde der Geschichten. Als ich dann endlich schreiben konnte, musste mein Vater den Lehrern erklären, warum ich statt mit Rechenaufgaben die Hefte lieber mit Geschichten füllte.
Mit 10 entdeckte ich die alte Reiseschreibmaschine meiner Mutter und tippte darauf in den Sommerferien meinen ersten Roman. So um die 50 Manuskriptseiten dürften es gewesen sein, und natürlich eine Pferdegeschichte, und als Westernfan spielte sie selbstverständlich in Montana und handelte von einem Wildpferd, das eingefangen wird. Selbst farbig illustriert. Ich überarbeitete einige Male, bis ich es wagte, meinen Vater um Rat zu fragen, das war dann schon in den Sommerferien des Jahres darauf. So wurde mein Vater zu meinem ersten Lektor, und seine Ratschläge verinnerlichte ich nicht nur, sie bildeten die Basis und das Grundhandwerk.
Ob er wohl ahnte, was aus mir einmal wird? Da er ein absoluter Büchernarr war, da er zu Kriegszeiten Essen gegen Reclambüchlein tauschte und lieber den Magen als den Verstand hungern ließ, hätte es ihn sicherlich sehr gefreut, mich als Schriftstellerin zu erleben.
Da ich meinen Vater als Kind sehr bewunderte, bestärkte mich sein Lob, und nicht weniger seine fundierte Kritik, die mich weiterbrachte. Er nahm mich ernst, obwohl ich ein Kind war, und obwohl ich „bloß schrieb“, was für die übrige Umwelt schlichtweg anrüchig und nicht nachvollziehbar war. Ausgerechnet ich wollte so tun, als sei ich Siegfried Lenz oder Heinrich Böll? Wollte ich ja gar nicht, ich hatte ganz andere Geschichten zu erzählen, aber diese interessierten niemanden. Denn solch eine Spinnerei war genau dasselbe wie ein unsichtbarer Freund – nicht ernstzunehmen.
Mein Vater tat aber nicht so, er nahm mich wirklich ernst, denn er war glücklich, mit mir über das sprechen zu können, was ihm am wichtigsten war, was ihm am meisten am Herzen lag. Bis ins Alter las er jeden Morgen jeden Buchstaben der Süddeutschen. Und mit mir zusammen Bücher. Wir sprachen viel über Literatur, und wir hatten so manches gemeinsam, was ich als Erwachsene erst erkennen konnte. Mein Vater las in den 60ern – sic! – Perry Rhodan, er sah sich jeden SF-Film an, ich durfte als 8-Jährige lange aufbleiben, denn um 23 Uhr erst kam King Kong (das Original), und weil ich ein großer Dino-Fan war, sah er sich den Film mit mir an und sprach mit mir darüber. Er verpasste keinen Loriot und keinen Scheibenwischer, und obwohl er als Frühaufsteher bevorzugt früh zu Bett ging, freute er sich jedes Silvester wie ein kleines Kind auf „Dinner for one“ und lachte jedes Mal Tränen. So wie ich heute noch.
Durch den Ansporn meines Vaters verließ mich nie der Wille zu schreiben, trotz der skeptischen, kritischen und negativ eingestellten Umwelt. Ich tat es auch nicht heimlich, sondern stellte mich der Herablassung. Das war nun einmal meine Welt, mein Traum, und den wollte ich leben, nicht im Stillen träumen. Ohne meinen Vater wäre vielleicht alles anders gekommen, hätte ich vielleicht doch irgendwann den Mut verloren und mich dem familiären Druck gefügt. Aber er hatte an mich geglaubt, und deshalb glaubte auch ich daran, dass ich auf dem richtigen Weg war. Und so habe ich heute fast alles erreicht, was ich erstrebt habe. Ein bisschen was ist noch übrig, aber es ist ja auch noch nicht Zeit für den Ohrensessel.
Danke, Papa, ich denke in diesen Tagen ganz besonders an dich, und die Freude über meinen Erfolg heute und meine ungebrochene Leidenschaft sind vor allem dein Verdienst. Vierzig Jahre sind eine lange Zeit, und dennoch vermisse ich dich, doch ich habe auch immer noch deine Stimme im Ohr und so manche deiner speziellen Mimiken sehe ich lebendig vor mir. Du warst, was Ethik und Philosophie und auch Politik betrifft, der beste Lehrmeister. (Was Finanzen betrifft nicht, ähem, Finanzminister hin oder her.) Du hast den Grundstein gelegt, und ich werde weiterhin deinen Werten folgen, die auch die meinen geworden sind. In meinen Geschichten lebt ein Teil von dir.