ComicCon Stuttgart

29 11 2021


In diesen Zeiten eine Veranstaltung zu planen ist reichlich … unvorhersehbar. Für den Veranstalter die reinste Zitterpartie, aber für den Aussteller auch nicht so einfach. Dabei spielen nicht nur die Vorschriften eine Rolle, sondern auch die emotionale Einstellung. Will man überhaupt eine Massenveranstaltung besuchen? Man wird wirklich scheu!
Die Entscheidung, diesmal kein Hotel zu nehmen, war schnell gefallen, wegen der Tierleins, und so weit war der Weg ja nicht. Es war eine gute Entscheidung, denn alle sechs Fahrten waren angenehm ruhig, sodass wir jeweils nur etwas über einer bis zu eineinviertel Stunden für die 166 km benötigten.
Als wir am Freitag den Aufbau vornahmen, stellte sich auch Freude ein und es gab keine Zweifel mehr. Für die Besucher galt 2G, das beruhigt.
Und es wurde eine richtig schöne Veranstaltung. Die Disziplin war ausnahmslos vorbildlich, die meisten Cosplayer hatten die Masken entsprechend angepasst (die sind es ohnehin gewohnt, verhüllt zu laufen), und ich habe niemanden mit freier Nase oder überhaupt „ohne“ gesehen, außer zum essen und – auch bei mir gibt es eine Ausnahme – für ein Selfie.
Die Schutzmaske fällt irgendwann sowieso nicht mehr auf, ich hab mir schon beinahe den Kaffee in die Maske geschüttet.
Unser Stand hatte eine super Platzierung, gleich bei der Bühne, sodass wir zumindest akustisch immer was mitbekommen und damit Abwechslung hatten, und sehr luftig, denn gegenüber waren die Künstlerreihen. Da war immer viel Platz für die Cosplayer zum Flanieren und für uns zu bewundern.
Wir hatten viele schöne Gespräche, für mich gab es ein unerwartetes Wiedersehen, die Vielfalt der Stände und des Programms war ebenfalls gegeben. Es hat gut getan, nach zwei Jahren mal wieder „draußen“ zu sein – aber das war es auch schon für dieses Jahr und vermutlich auf längere Zeit. Der Zeitpunkt war gerade richtig gewählt. Bis zum nächsten Mal, wir freuen uns drauf!

Am Freitag parkt das Fabymobil direkt vor der Halle

Der Stand ist schnell aufgebaut, die Bücher bleiben noch versteckt.

Auf geht’s!

Der Verleger natürlich auch mit dabei.

Auch am Samstag noch frisch …

… und mit Durchblick.


Zuletzt noch jede Menge Impressionen!

Wiedersehen nach 28 Jahren als Kollegen – und beide Nerds … 😀



60 Jahre PERRY RHODAN

8 09 2021


Wer hätte das gedacht, am 8.9.1961?
Wieder eine neue „Groschenroman“-Serie, aber im Weltraum, beginnend ab der ersten Mondlandung und heute noch lange nicht zu Ende, mehr als 3133 Wochen ununterbrochen. Wird Perry seine Heldenreise je beenden? Wird er irgendwann doch die Antwort auf die Dritte Ultimate Frage erfahren wollen? Oder wird er unter der Dusche zu sich kommen und …
Vier Wochen und drei Tage ist er jünger als ich, so betrachtet begleitet er mich schon mein Leben lang, keine Frage, dass wir eines Tages zusammenfinden mussten.
Und nun sind es schon fast 30 Jahre. Auf der Buchmesse 1991 habe ich ihm das „Ja-Wort“ gegeben, in der 3150er-Staffel bin ich dann – mit kurzen Unterbrechungen – 1500 Hefte dabei. Das ist ne Hausnummer.
Über eine Milliarde Verkäufe, also mir würde schon 1 Prozent davon in Euro auf dem Konto reichen! Im September wird auch die 5.000 Ausgabe gefeiert, insgesamt Erstauflage, Spin-Offs und dergleichen. Superlative ohne Ende.
Schön, mit dabei zu sein.
Der SPIEGEL hat ein Interview mit mir geführt, und das ist dabei herausgekommen.



Die größte Verachtung das größte Versagen

17 08 2021
Es ist so unfckingfassbar, was sich die deutsche Regierung hier erlaubt. Der absolute Tiefpunkt, der überhaupt möglich ist. Von der Kanzlerin, die hiermit alles toppt, was sie bisher vergeigt hat, über den Vollhonk von Außenminister bis zu AKK, die ihrer Vorgängerin an Desorganisation in nichts nachsteht, einfach nur Versagen auf der ganzen Linie. Ein strunzdummer KK ( = Karnevalskasper), der sagt, man solle aus Afghanistan keine Flüchtlinge aufnehmen, weil man solle besser vor Ort helfen.
Das ist Zynismus pur, das ist galoppierende Inkompetenz und Realitätsferne, das ist Lahmarschigkeit und Menschenverachtung auf allerhöchstem Niveau.
Ich schäme mich unglaublich für Deutschland und wünschte mir, das wäre ein böser Traum, aus dem ich gleich erwachen darf.

Und hier noch ein Edit: Ein aktueller Kommentar von Uli Hauck, ARD.
„Die Bundesregierung hat wichtige Zeit verplempert. Statt rechtzeitig den afghanischen Ortskräften zu helfen, verstrickten sich die Ministerien im Dickicht der Bürokratie. Dieses Zögern wird Menschenleben kosten.“

Weiteres Edit, bringt es auf den Punkt: Eine Brandrede des „Parabelritters“ zur „deutschen Schande“



60 und so

6 08 2021


„Wie ist es denn so?“, wurde ich in der letzten Zeit des öfteren gefragt. „Ist die Zahl für dich ein Problem? Ändert sich etwas?“ Beides kann ich rundheraus beantworten: Nein. Oder vielmehr, zu 2: jein.
Geburtstage waren für mich nie besonders wichtig, was vielleicht daran lag, dass ich von der Familie oft vergessen wurde, seit ich Teenager bin, davor kann ich mich nicht mehr erinnern oder habe es verdrängt. Wichtig war für mich, volljährig zu werden und mein Leben fortan selbst bestimmen zu können, denn meine Generation ist eher überbehütet und unselbstständig aufgewachsen. Ab diesem Zeitpunkt haben Geburtstage mich nicht mehr sonderlich interessiert, und deshalb bin ich auch gerade zu den 0ern meistens weggefahren. Eine Ausnahme habe ich bei meinem 50er gemacht, also vor gerade mal – und doch schon so lange – 10 Jahren. Ich habe damals an jenem Mittwoch in München mit meinen engsten und liebsten Freunden aus der Umgebung gefeiert, und das war eine richtige Sause. Und dann habe ich weitergefeiert bis zum Wochenende, wo der RanchCon angesagt war, und das war erst recht zum Abschluss eine großartige Sause. Ich glaube, ab dem Geburtstag bis RanchCon-Ende war ich keinen Moment nüchtern oder hungrig. Diese Feier-Tage gehören zu den großartigsten meines Lebens. Ich war zum ersten Mal so richtig frei, ich war als Schriftstellerin und Verlegerin sehr erfolgreich, gesundheitlich ging es einigermaßen, da gab es hunderte Gründe zum Feiern und ich habe jeden einzelnen mit einem Schluck begangen.
Damals wusste ich schon, dass ich meinen 60er nicht mit Getöse absolvieren würde, so etwas gibt es nur einmal.
Die 60 ist heutzutage, finde ich, ein besonderer Geburtstag und eigentlich das neue 50. Zu Zeiten meiner Eltern waren das Altersfeste, sie waren alt, aber heutzutage ist man das nicht mehr. Die Lebenserwartung ist enorm gestiegen, man steht noch (insofern man nicht rausgeschmissen wird, weil neuer Job is nich) voll im Berufsleben und ist mindestens 7 Jahre von der Rente entfernt, man ist gesundheitlich nicht so verbraucht und geistig jung – klar, denkt man an den Aufbruch der 70er, an die volle Freiheit der 80er, die wie ich finde, schönsten Jahrzehnte seit Kriegsende. Und ich hatte das Privileg, genau zu der Zeit heranzuwachsen und junge Erwachsene zu sein und alles machen zu können, was ich wollte.
Dennoch gelte ich für den Staat durchaus als Seniorin, warum auch nicht, andere sind längst Großeltern. Ich betrachte das schmunzelnd bis höchst amüsiert. Nur leider darf ich noch nirgends zum halben Preis rein oder günstiger mit der Bahn fahren, grummel.
Was ist nun heute? Da bin ich immer noch erfolgreiche Schriftstellerin und Verlegerin, wenngleich ein wenig bedächtiger. Ich habe vor zwei Jahren einen 5-Jahres-Plan entworfen, in dem ich Zug um Zug weniger arbeiten werde und mehr genießen. Ich weiß ja nicht, wie viel Zeit mir noch bleibt und will auch vom Genuss nichts verpassen, nachdem ich 40 Jahre lang manchmal bis weit über die Grenze hinaus gearbeitet hab. Zu wenig Zeit zum schreiben bleibt mir auf alle Fälle, das steht fest. Ich kann unmöglich noch alle Projekte, die in meiner Schublade liegen, umsetzen – das ist das Einzige, womit ich ein bisschen hadere. Aber dann muss ich eben selektieren und den Rest wegwerfen, das ist der Grundsatz des Lebens: Selektion.
Von den Zielen, die ich mir einst gesteckt habe, habe ich die meisten erreicht. Manches, was noch fehlt, kann ich nicht mehr schaffen, aber dafür gibt es Alternativen. Pläne A habe ich noch genug, einschließlich Plan B, C, und D.
Mein Temperament und mein Kampfgeist sind wie ehedem, was beides grundsätzlich bei Reizworten, die beispielsweise mit N beginnen und auf azi enden, von 0 auf 360 in einer Nanosekunde dreht, und ich halte heute genausowenig wie früher meinen Mund. Also alles wie immer, nichts hat sich geändert!
Ich habe meinen Geburtstag nur mit meinem Mann und den beiden Hunden am Gardasee verbracht, zwei ganz wundervolle (faule) Tage, und dabei auch Überraschungen erhalten, die mich zu Tränen gerührt haben. Mein „Geburtstagsbuch“, das der Stammtisch München organisiert hat, und dazu Podcast, Youtube-Video, viele weitere Geschenke, Karten, Mails, Glückwünsche in den Social Medias. Besser geht einfach nicht, das war ein wundervolles Fest.
Schon allein deshalb kann ich sagen: 60 ist einfach super!



Interview auf Zauberwelten online

18 07 2021

Anlässlich der 100 Bände und über Perry, die Welten und was es sonst noch so gibt habe ich ein laaaaaanges Interview über die „schwierige, alte Zeit“ gegeben.

Guckst du hier



Anabell

23 05 2021

Nun hast du dich also auf die große Reise gemacht. Von den ersten Ottersriedern warst du die Erstgeborene, die Kronprinzessin, und die bist du geblieben bis zu deinem Lebensende. Als Welpe und Junghund warst du selbst für einen Mops extrem temperamentvoll, was dir den Spitznamen „Turbodüse“ einbrachte. Du bist so schnell rumgesaust, dass es unmöglich war, ein scharfes Foto von dir zu kriegen. Besucher sagten: „Wir würden deinen Hund so gern mal sehen, aber da ist immer nur ein schwarzer Wisch unterwegs“. Dein erstes Geschirr, ein Katzengeschirr, war noch bis auf das letzte Loch geschnürt, als du mit gerade mal 11 Wochen in all deiner Winzigkeit deinen ersten Restaurantbesuch hattest und dich vorbildlich verhalten hast. Noblesse oblige, du wusstest, was sich gehört. Du warst ab dem ersten Tag überall mit dabei, ein Begleithund, der mit viel Spaß an allem teilnahm und allen Menschen ein Lächeln aufs Gesicht zauberte. Du hast es geschafft, eine sehr ernste, stille Runde durch lautes Rülpsen zum Lachen zu bringen. Von deiner Mutter hast du viel geerbt – den königlichen Willen, zu bekommen, was du wolltest. Die innere Ausgeglichenheit, dass niemand dich provozieren konnte. Deine Furchtlosigkeit, dein wuchtiges Auftreten, was selbst angriffslustige Rottweiler dazu brachte, den Rückzug anzutreten. Dadurch musstest du nie aggressiv werden, du hast nie geknurrt oder gekläfft, sondern alles einfach nur durch dein Selbstbewusstsein und selbstsicheres, ruhiges Auftreten geregelt. Manchmal gehörte noch ein kleiner Schubser deiner Schulter dazu, etwa bei herumkeifenden Trethupen, die meinten, die sich fürchtende Sally anmachen zu müssen. Löwenherz und Hasenherz, so nannten wir euch. Du warst ein großer und mächtiger Mops. Du hast trotzdem gewusst, dass du im Vergleich zu anderen klein bist, die anderen hingegen nicht. Du hast immer Größe gezeigt.
Du hast uns so lange begleitet, dass es jetzt noch nicht fassbar ist, dass du nicht mehr da bist. Dass dein Platz leer ist und für immer leer bleiben wird. Du warst so ein wunderbares Wesen.
Das obige Bild stammt übrigens von deinem 16. Geburtstag, am 6.8.2020. Zur 17 hätte nicht mehr viel gefehlt.

Winzige 10 Wochen

Das erste Mal in Wien

Das erste Mal am Stammtisch (Foto von Erich Herbst)

Mit 6

Mit 6


Vor fünf Jahren im Baumarkt


Nun seid ihr beide wieder zusammen, Sally und du.

 



100 Hefte PERRY RHODAN Erstauflage

15 04 2021


Jetzt ist es tatsächlich soweit – und auch noch mit so einer sensationell tollen Nummer! Hiermit lege ich meinen 100. Erstauflagen-Roman vor! Eigentlich der 100,5 – aber wir runden einfach mal großzügig ab 😉
Ich hatte mir überlegt, was ich zu diesem Anlass machen könnte – und mir eine kleine Geschichte ausgedacht, die jeden einzelnen der bisher verfassten Titel in der chronologischen Reihenfolge ab 1652 verwendet (einige Romane habe ich als Co-Autorin verfasst, deswegen sind es mehr als 100 Titel, aber die Hinweise darauf sind erkennbar). Tatsächlich schlägt ein anderer Hinweis (oder vielmehr ein Wort) gegen Ende zu auch einen Bogen zum Heftinhalt, aber nicht nur das: Ich habe im Roman eine kleine Reminiszenz – es ist nur 1 Wort im letzten Romandrittel, in einem Absatz, wo die Datenbank abgerufen wird – an mich selbst eingebaut. Kleiner Tipp: Es hat natürlich mit 1652, meinem ersten Beitrag, zu tun. Und dazu mach ich ein kleines privates Gewinnspiel: Wer die Lösung bis zum 18.4.21 23:59 herausfindet und mir an uschi [at] uschizietsch.de mailt, kommt in den Lostopf und drei glückliche Gewinner bekommen das Heft von mir mit einer Widmung und dazu noch ein kleines Gimmick von Fabylon!

Und nun viel Spaß mit der Geschichte!

Im Netz des Quidor befand sich die Welt ohne Schatten, auf der Perry Rhodan, auf der Suche nach dem besten Whisky aller Zeiten, die Offenbarung der Veego hörte. Anschließend ging er auf Kurs Milchstraße, zum Rendezvous auf Phegasta, wo er die Schule der Theans besuchte, um alles über das Destillieren eines guten Whiskys zu lernen.
Im Bann der Abruse war Perry Rhodan nach seinem Abschluss summa cum laude als Kommandant der Abruse, aus dem ihn der Verbündete rettete. Sein Retter, der alte Thean, war in Wirklichkeit der Tabubrecher, der unverblümt Grain und Single Malt vermischte und mit dem zusammen Perry Rhodan nach einer ausgiebigen Whiskyprobe Phantome auf Schimos jagte.
Der Imprint-Faktor, eine ungesetzliche Verpanschung und Streckung mit Leitungswasser, machte dem von Perry Rhodan ausgeschickten Kommando Gonozal zu schaffen, der im Testcenter dann erfolgreich ausgeschaltet werden konnte.
Die Rückkehr der Sydorrier, Meister des Bourbons, zwang Perry Rhodan zur Landung auf Lafayette, wo er auf die Krieger der Gazkar traf, die Moonshiners gnadenlos verfolgten.
Vor Trokans Tor sah Perry Rhodan sich zwischen zwei Herren, Herrn Blended und Herrn Single Malt, und geriet nach einer weiteren Whiskyprobe zuerst in den Zerrspiegel und anschließend in die Traumsphäre, sodass er den Aufbruch der Herreach verpasste, die angeblich wussten, wo das beste Quellwasser zu finden war.
Die Hoffnung der Tolkander war ein sehr erfolgreiches Chorspiel von einer Band namens Der Gesang der Kleinen Mütter, die galaxisweit auftraten und ihren eigenen Whisky aus einem Weizenderivat vertrieben.
Nach der Apokalypse, dem Zusammenbruch der Whiskybörse, als der Markt mit dem Weizenbourbon überschwemmt wurde, erschien das vergessene Volk, das sich brüstete, die beste Getreidemaische herzustellen, und maß sich im Duell der Zwerge.
Bei den Setchenen gab es durch all diese weiterhin börsenerschütternden Geschehnisse Bebenalarm, und die Goldnerin, die Godmother des Whiskyhandels, die hohe Verluste eingefahren hatte, ging zusammen mit Perry Rhodan auf Friedensmission.
Die Farben des Bösen, eines mit Farbpigmenten versetzten bunten Whiskys, führten zum Hass gegen Alashan. Galaxisweit geriet der Whiskyhandel nun völlig aus den Fugen und jeder fühlte sich plötzlich dazu berufen, ein eigenes Destillat herzustellen und sich von Gilden und Vereinigungen loszusagen. Das Haus der Nisaaru beherbergte Ketzer der Tazolen und ehemalige Gefangene der Algioten, was zum Countdown für Chearth führte.
Was geschieht, wenn Tazolen meutern und das Reinheitsgebot missachten, erlebte Perry Rhodan mit dem Fluut von Yuna, einer echt ekelhaften Plörre.
Das Kind und der Pflanzenvater, die auf geheimnisvolle paramentale Weise einen Whisky herstellten, der Superkräfte verlieh, unterstützten als Sponsoren die Sprinter von Ertrus bei der Fünf-Sterne-Olympiade, die sich aber übernahmen, sodass der Galaktische Mediziner benötigt wurde.
Perry Rhodan, der irgendwie zwischen die Fronten geraten war, gelang in letzter Minute die Flucht aus Thantur-Lok und er erlebte die Geburt eines Helden, genannt der siebte Ritter, den die Genetiker von Rynkor erschaffen hatten, um die Börsenmacht an sich zu reißen.
Die Gruppe Sanfter Rebell sowie der Mutant und der Zwilling, allesamt renitente Moonshiner, trugen gemeinsam Samahos Erbe, ein ganz besonderes Rezept, bei dem es auf die Art der Mälzung ankam, aufgezeichnet im Tagebuch der SOL, das lange verborgen war im Turm der Visionen.
Der Wurm der Aarus verleibte sich alle Whisky-Rohstoffe ein, wohin er auch kam. Sein Kommandant war der Schwarmer. Sein Konkurrent, der verlorene Wurm, erzwang beim Kampf um das beste Korn die Galaktische Feuerprobe, in der die Stimme des Propheten die Entscheidung herbeiführen sollte.
Die Wurmreiter, wahre Kinder der Sterne, beendeten das Projekt Finsternis und befreiten Thoregons Kinder aus der Whiskykellerei und damit von unbezahlter Kinderarbeit.
Das Zirkular brachte Perry Rhodan mit einem 80-Prozentigen so ins Kreiseln, dass der Hyperschock gerade noch durch das Wasser von Aar abgewendet werden konnte.
Die Tryonische Allianz, ein neu gegründeter Whisky-Verband mächtiger Konzerne, befand sich im Zentrum des Feuerauges, wo Perry Rhodan ihr das Handwerk legte, und das Lied der Vatrox erzählte episch von seiner darauf folgenden (wieder mal) Flucht nach Anthuresta.
Traum der wahren Gedanken hieß ein philosophisches Singspiel, bei dem Quantität vor Qualität ging und das deshalb zur Meuterei auf der BASIS und anschließend ins Todeslabyrinth führte.
Der perfekte Jäger, inzwischen auf Perry Rhodans Spuren und bemüht, vor ihm ans Ziel der Suche nach dem besten Whisky zu gelangen, besaß eine große Leidenschaft für den hochprozentigen Vothantar Zhy, übersah dabei aber die Weisung des Vektorions und geriet in die Domäne des Feuervolkes.
Perry Rhodan wurde dadurch zum Duell auf Everblack gezwungen, und entdeckte dort das Tagebuch des Widerstands der halben Garde der Gerechten, die sich gegen die Prohibition auflehnte.
Der Spross YETO, ein überdimensioniertes, raumfahrttaugliches und mit Intelligenz ausgestattetes Samenkorn, und sein einziger Passagier, der Herr der Schutzgeister, verirrten sich im getreidelosen Nichts und schickten den Notruf aus der Leere, woraufhin sich Perry Rhodan mit dem Tag des Grimms auf seinem Raumschiff konfrontiert sah, da er wegen der Rettungsaktion den Urlaub der gesamten Besatzung gestrichen hatte.
So kam es zum Anschlag auf Wanderer, wie man ihn mittlerweile (unter anderem) betitelte, was Perry Rhodan zum Projekt Exodus von seinem eigenen Schiff zwang, weil die Mannschaft echt sauer auf ihn war.
Vor Kummer dem Suff ergeben, konfrontierten die beiden Rhodans ihn im Delirium mit sich selbst, und selbst das bittere Aroma der Gestirne konnte seinen Verstand kaum klären, und er fühlte sich, als wäre er in der Stadt der Letztgedanken.
Endlich dank des Zellaktivators ausgenüchtert, erwartete ihn ein Willkommen auf Gongolis und jede Menge Nachschub an Hochprozentigem, was zu einer weiteren Terra Incognita seines Verstandes führte, und er glaubte, eine Welt der fünf Augen zu erblicken.
Die Gewaltigen von Everblack brachten ihn jedoch mit drei Litern Kaffee, vermischt mit Schießpulver, auf den Boden der Tatsachen zurück und übergaben ihm die hermetische Botschaft, und zwar aus strengen Geheimhaltungsgründen in der Zerozone.
Nun folgte eine lange Reise von Destillerie zu Destillerie, halb hier, halb da, nach Zeut, Ferrol, Pluto, Yenren. Unterwegs traf Perry Rhodan auf Gleichgesinnte, die Sternfinder, und das geriet irgendwann bei all der Zecherei zum blanken Horror.
Immer noch auf halber Fahrt wegen des weiterhin auszukurierenden Schwipses, suchte Perry Rhodan schließlich nach historisch gewachsenen Ingredienzen für die perfekte Destillation in Erdkruste, Erdmantel, Erdkern, bis er zuletzt, weil er wieder keinen Erfolg hatte, NATHAN um Hilfe bitten musste.
Das Mondgehirn hatte tatsächlich einen Tipp, nämlich, dass der extrem autoritäre Herr aller Brennereien und des guten Geschmacks, genannt der herrliche Diktator, über den besten aller Whiskys verfügen würde, einem alten Cragganmore nach historischem Rezept – dass die Meute Jochzor diesen allerdings eifersüchtig bewachen und streng unter Verschluss halten würde. Daraufhin ernüchtert, begann Perry Rhodan seine nächste Reise …

 

 

 

 

 

 

 

 

 



Der Niedergang eines Science-Fiction-Magazins

11 04 2021

Ich habe vor vielen Jahren bei NOVA eine Story publiziert, in einer Ausgabe, die mal nur von Frauen bestritten werden sollte, weil die damaligen Herren Herausgeber zu Recht der Ansicht waren, dass sie zu wenige Frauenbeiträge hätten. So kam also eine Ausschreibung, und erotisch sollte es auch sein.

(Offtopic: Die Geschichte war schnell geschrieben und macht mir heute noch Spaß. In den nächsten Jahren werde ich meine SF-Storys mal in einem Sammelband herausgeben. Ich weiß, das liest sowieso keiner, aber es ist doch schön, auch mal selbst einen Sammelband in Händen zu halten 😉 )

Damals waren die Zeiten noch in Ordnung. Es gab keine Scheißnazipartei, die sich als „Alternative“ darstellt, die SF war eher linkslastig mit vielen Urgesteinen, die stets streitbar waren und gern kritische Texte veröffentlichten.

Heute hat sich das geändert. Heute wurde der Journalist Dirk Alt, der regelmäßig in einem – verharmlosend gesagt – rechtsorientierten Organ wie „Sezession“ publiziert und gewisse Vorträge auf gewissen Veranstaltungen hält, in die Herausgeberschaft des Magazins NOVA berufen. Und nicht nur das, als diese Berufung auf Kritik stieß, wurde er sehr heftig von dem wohl demnächst ausscheidenden Herausgeber Michael K. Iwoleit verteidigt.

Bei dieser öffentlichen Diskussion wurde Herr Iwoleit nicht nur ausfällig, sondern vertrat auch Thesen, die vom Vokabular und „Diskussions“stil her auffällig an die blaubraune Partei erinnern.

Darauf muss ich als Verlegerin reagieren. Die Einstellung jedes Einzelnen ist seine Privatsache – so lange, bis er sie öffentlich macht, und das auch noch in publizistischer Eigenschaft, u.a. als Autor und Herausgeber.

Wer mich kennt weiß, dass ich absolut keine Toleranz gegenüber Neonazis, AfD-Anhängern und ihren Mitläufern habe. Ein Scheißnazi (egal ob nun Parteimitglied oder nur Mitläufer) zu sein ist keine Meinung, das ist eine politische Haltung, die antidemokratisch und demokratiefeindlich, rassistisch, ausländerfeindlich, misogynistisch, totalitär, diktatorisch, unsozial, antihumanistisch und gewaltbereit ist. Ich rede mit solchen Leuten auch schon lange nicht mehr, ich schließe sie aus. Und zwar sofort und ohne Wenn und Aber.

Insofern habe ich gestern per Mail die Kündigung des Fabylon-Verlags an den Autor geschickt, dass seine beiden Titel „Psyhack“ und „Der Moloch“ bei Fabylon sofort aus dem Verkauf genommen werden. Von der Verlagshomepage sind sie bereits entfernt.

Es ist nicht das erste Mal, bereits bei Thomas Wawerka musste ich vor Jahren so handeln, als er bei Pegida/Legida nicht nur mitging, sondern dort prominent auch Vorträge/Predigten hielt.

Als Verlegerin des Fabylon Verlags und als Mensch distanziere ich mich ausdrücklich von dem ehemaligen Verlags-Autor Michael K. Iwoleit.



Impftempo

26 03 2021

 

 

 

 

 

 

 

 



Selbstversuch: Alkoholfreie Rosé-Weine

14 03 2021

Ich habe mich jetzt mal an das Experiment des alkoholfreien Weins gewagt. Alkoholfreies Bier ist ja inzwischen gut genießbar, im Sommer schmeckt mir alkoholfreies Weißbier sogar recht gut als Durstlöscher. Nun trinke ich aber bevorzugt Wein. Alkoholfreien Sekt und alkoholfreien Moussierenden kenne ich schon – ist ganz okay, muss ich sagen, beim geselligen Beisammensein, wenn man ans Steuer muss, macht das mehr Spaß als am Wasserhahn zu lutschen.

Aber wie ist das mit Wein? Man hört ja Schlimmes, und sowas reizt mich immer. Im Youtube-Format wollte ich das aber nicht machen, denn alle hintereinander probieren … das war mir denn doch zu viel. (Und ich habe gut daran getan.)

Ich habe ein 6er-Pack-Probierset bestellt, und zwar Rosé. Ich trinke hauptsächlich Rosé, weil er mir am besten bekommt und nicht zu schwer ist, und in dem Fall habe ich ihn gewählt, weil ich mir nicht vorstellen kann, dass ein sonst vollmundiger Roter alkoholfrei auch nur ansatzweise schmecken kann, und weil ich beim Weißen dabei an muffigen Sauerampfer denke. Aber Rosé, dieses Mittelding, könnte doch fruchtig sein? Da ist man ja nicht so anspruchsvoll, ein Rosé ist was zum wegsüffeln.
Der Vorteil des Probiersets war, dass es weniger gekostet hat (um die 30 Euro) und 6 verschiedene Sorten angeboten waren.

Als da wären die ersten drei:

0.0 Rosato Dry Taste von alternativa, Italien, (tatsächlich mit Echtkorken), Einzelpreis € 8,50

Nr. 402 von Weinkönig, Deutschland, Einzelpreis € 5,79

Carl Jung, Deutschland, Einzelpreis € 4,20

Die blumigen Beschreibungen, wonach diese Plörre angeblich schmecken soll, lasse ich weg und beurteile alle drei Alkfreien unvoreingenommen und kompetent nach den Geschmacksrichtungen: kotz, spei und würg. Riecht und schmeckt nach Essig, Schwefel und 21 Tage lang getragenen Wollsocken, die an Schweißfüßen hingen. Sofort ab in den Ausguss, es ist unmöglich, falls man sich überhaupt trotz des schwefelmuffigen Gestanks dazu überwinden kann, mehr als einen Schluck davon zu trinken, nicht einmal mit Wasser hochverdünnt.

 

Nun zur zweiten Riege:

Premium Rosé von Lussory, Spanien, Einzelpreis € 7,49

Merlot Rosé von Somée, Deutschland, Einzelpreis € 5,99

Natureo Syrah Cabernet Sauvignon von Torres, Spanien, Einzelpreis € 7,49

Zu meiner Überraschung muss man sich bei der Geruchsprobe nicht sofort übergeben, sondern das kommt fruchtig daher, mit einem Hauch Weinnote. Man merkt: das ist kein Traubensaft, sondern war mal ursprünglich Wein. Man kann sogar trinken, und ich habe tatsächlich den Lussory und auch den Torres geleert, und, ja, es war mal ein anderer Geschmack. Aber: von dem Lussory und dem Somée habe ich Kopfweh bekommen (!) und für Reflux-Geschädigte sind sie ebenfalls nichts.

Der Torres ist eindeutig der traurige Sieger, denn er schmeckt ganz leicht fruchtig und ist ansonsten geschmacksneutral und ohne viel Säure. Kein langweiliges Wasser, sondern mit ein bisschen Geschmack drin, er bitzelt sogar etwas auf der Zunge, gut gekühlt passt das. Den könnte man gut wegsüffeln, wenn er denn 1,99 kosten würde. Aber für den tatsächlichen Preis möchte ich schon bitte einen Mehrwert. Und nein, ich bezahle nicht das aufwendige Verfahren, sondern den Genuss, und der ist 1,99 wert.

Fazit: Der bis zu extremst stolze Preis rechtfertigt die euphorischen Beschreibungen und Empfehlungen nicht im Geringsten, da sie einfach nicht zutreffen. Das haben Texter geschrieben, die Bausteine vorgesetzt bekommen und nie davon probiert haben.
Das ist und bleibt Plörre und hat mit dem einst edlen Getränk nicht die Spur mehr zu tun.

Nach diesem teuren Experiment kann ich nur sagen: Alkoholfreie Weine insgesamt erhalten von mir das Prädikat: „Grässlich“. Ich kann daher uneingeschränkt empfehlen: Finger weg!