Subskription bis 10.1.18: Drakhim – Die Drachenkrieger

2 12 2017

 

 

Viele haben lange darauf gewartet – nun kommt sie tatsächlich: Die Printausgabe von „Drakhim – Die Drachenkrieger“ von Uschi Zietsch! 724 Seiten Trilogie Gesamtausgabe im Paperback!
Und wegen dieses besonderen Ereignisses ist das Buch ab sofort vorbestellbar – nur bei Fabylon!! – zum Subskriptionspreis von nur € 14,00 (in D versandkostenfrei) gegenüber dem Normalpreis von € 18,00 zum VÖ am 1.2.2018. Dazu gibt es Handsignatur und auf Wunsch mit Widmung! Aber Achtung: Die Subskription gilt nur bis 10.1.2018!

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Ausgeschleckt

27 11 2017

So, das Urteil für Anton Schlecker, der um Millionen betrogen hat, 25.000 Arbeitsstellen vernichtet hat, die Insolvenz verschleppt hat, der nur Frauen eingestellt hat, weil die es sich gefallen lassen, für einen Hungerlohn wie Dreck behandelt zu werden, ist also jetzt da. Der 73jährige muss nicht in den Knast, der hat Bewährung für die 2 Jahre bekommen und eine lächerliche Geldstrafe von 54.000 Euro. Wow, im nächsten Leben werde ich auch millionenfacher Pleitier! Dass kurz vor und noch während der Insolvenz Millionen an Geldern beiseitegeschafft wurden, zählte wohl nicht mit hinein. Und die Bewährung kam wohl daher, weil er soooo alt ist und deshalb keine Wiederholungsgefahr besteht.
Anders als bei der 84jährigen Rentnerin aus Bad Wörishofen, die aus Hunger stiehlt (insgesamt 70 Euro), und weil Wiederholungsgefahr besteht, für 90 Tage ins Gefängnis muss. Und natürlich auch eine Geldstrafe bekommen hat, die im Verhältnis zigfach höher ist als bei dem Pleitier.
Also vergleichen wir das mal:
– 90 Tage (die auch 9 Monate werden können, wenn die beiden vorherigen Bewährungsstrafen aufgehoben werden) und Geldstrafe für 70 Euro bei insgesamt 5x erwischt werden, Grund: Hunger.
– Dagegen 2 Jahre Bewährung und 54.000 Euro für eine verschleppte Pleite, versteckte Millionen und 25.000 vernichtete Arbeitsplätze, Grund: Gier.
Die Kinder, die eifrig bei diesem Betrug unterstützt und das gesamte Geld beiseite geschafft haben, müssen ihre lächerlichen unter 3 Jahren Haft antreten. Vermutlich wegen der Wiederholungsgefahr, ha, ha.
Ich hoffe, mir kann jemand erklären, worin diese Verhältnismäßigkeit begründet liegt. Was für „Rechtsstudierte“ wir haben. Recht kam mal von richtig.
Moral? Aber bitte. Wir haben hier einen bedeutenden Unternehmer. Mit Moral hat das gar nichts zu tun!
Zu Schlecker



Manowar – Final Battle

25 11 2017


Am 22.1.2016 waren wir zuletzt, ich berichtete, und nun also, nach 37 Jahren, soll diese Ära zu Ende gehen. Seit 1984 sind sie in Deutschland aufgetreten und haben stets ihre treuen Fans dafür gelobt. So auch gestern. „The Final Battle“ ist nicht nur eine Ankündigung, sondern es wird auch ernst gemacht – es ist Schluss. Joey DeMaio hat trotzdem eine Tour für 2019 angekündigt, ab November will er „nur mit Worten“ durch Deutschland touren und alles über Manowar erzählen. Na, wer’s braucht.

Immerhin war es nicht so eisig-windig wie letztes Jahr. Wir waren so frühzeitig dran, dass wir tatsächlich schon um 19:20 in der Halle waren. Zuvor hatten wir ein Parkplatz-Abenteuer, der im wahrsten Sinne lebensgefährlich ist. Eine völlig ungesicherte und unzureichend beleuchtete Baustelle mit scharfen Abbruchkanten und metertiefen Klüften, an denen man auf schmalem Pfad entlangfährt. Ich möchte nicht wissen wie es da bei Schlammwetter aussieht – jedenfalls ist tatsächlich einer mit seinem Auto beim Hinausfahren nach dem Konzert da runtergekracht. Tja, wir sind halt Warriors und müssen mit allen Unwegsamkeiten zurechtkommen.

Nach der Ankunft erst mal Garderobe und ausgezeichnete Wiener, dann Bier geholt und nichts wie ab zum „Wellenbrecher“; es gibt jetzt eine Abtrennung zwischen nah an der Bühne und dahinter. Für allzu sinnvoll halte ich das nicht, denn die Halle war sowieso brechend voll, umfallen oder auch nur ein bisschen herumhampeln war nicht. Die Belüftung war so gut wie nicht vorhanden, und dazu haben die Leute geraucht wie die Schlote, und ich rede von Tabakzigaretten, alles andere wäre leichter erträglich gewesen. Die Zenithhalle ist mir diesmal wirklich sehr unangenehm aufgefallen. Wir standen aber diesmal richtig schön vorn und hatten alles gut im Blickfeld. Hätten gehabt. Weil die ganz Großen immer noch vor einem standen und dazu die Arme hochhalten mussten. Zwischendurch aber ließ sich dann ein Blick erhaschen.

Um 20:45 hieß es Ohrstöpsel rein und ab der Metal, 120 Minuten ohne Pause. Es war ein gutes Konzert, aber ganz ehrlich, das im letzten Jahr war besser. Auch die Show. Die Band verlegte sich diesmal auf eher ruhige Stücke mit teilweisen Längen, vor allem die Soli gegen Ende zu waren überzogen, weil trotz Ohropax nur noch ein schrilles Kreischen zu vernehmen war. Die Demontage der Gitarre fand ich unangebracht, denn es war ja nicht der letzte Auftritt – da hätte es seinen Sinn gehabt, aber da es heute gleich wieder ein Konzert gibt, wozu? Noch dazu waren die 18.000 Watt, die mit Stolz in Breitwand präsentiert wurden, für die kleine Zenith-Halle einfach zu viel. Oft Übersteuerung, vor allem gegen Ende zu. Man muss es mit lautester Krachband nicht übertreiben, ich hätte gern noch ein bisschen Musik gehört, so nebenbei. Technisch betrachtet gab es erhebliche Mängel. Aber musikalisch an sich fand ich es gelungen, und der neue Schlagzeuger (der bisherige war wohl überraschend gestorben, wie bei der Liste der verstorbenen Freunde gezeigt wurde) hat allerdings eine hervorragende Leistung gebracht.

Anschließend an der Garderobe vorgedrängelt und beim hinteren Ausgang, den niemand frequentierte, raus, das abgestürzte Auto noch als Zugabe oben drauf bewundert (der Fahrer versuchte tatsächlich noch, ohne Reifenbodenhaftung, das Fahrzeug wieder herauszubewegen), und es ging zügig nach Hause, um halb 1 war ich schon angekommen.

Das war’s also – hat Spaß gemacht, Jungs!

Wie letztes Jahr: Bettina, Uschi und Moni









 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 



300

17 11 2017

Ha! Reingelegt! Wetten, dass ihr jetzt was ganz anderes erwartet habt?

Ja, beinahe hätte es sich unbeachtet vorbeigeschlichen – mit „Namiria“ von Fabienne Siegmund haben wir unsere * 300. * Publikation in 30 Jahren erreicht! Wenn man bedenkt, dass wir eigentlich nur 2-4 Titel im Jahr machen wollten und noch dazu in den 90ern ein paar Jahre Pause hatten, ist das kein schlechtes Ergebnis. Das ist ein Grund zur Freude und zum Feiern. Bedeutet: ich arbeite schon an der nächsten Publikation! Und ja, nächstes Jahr wird es endlich auch mal Neues von mir geben: Die Chroniken von Waldsee 6: Hatar Stygan – der dunkle Hass. Und es wird Printausgaben zu „Drakhim – Die Drachenkrieger“ geben und „Das Reich Albalon 1 und 2“ UND die Taschenbuch-Gesamtausgabe der Waldsee-Trilogie! UND wegen der Nachfrage gibt es zu Weihnachten eine zweite Auflage des Hardcovers!

300? Pah. Auf zur 400!



Nauraka im Kindle Winterdeal reduziert!

15 11 2017

 

 

 

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Bald lieferbar: Fabienne Siegmund – Namiria

8 11 2017

 

Der Winter naht, da braucht man die richtige Lektüre zum Kuscheln am warmen Ofen: Ein Wintermärchen aus dem fernen Land Namiria, wo Geschichten das Schicksal bewegen, mal wahr sind und mal nicht, wo schwarzer Schnee fällt und das Mädchen mit dem Diamantsplitterblick bei den Herbstzeitlosen aufwächst und sich, begleitet von einem Schneekäuzchen und der Mondkatze, auf eine fantastische Reise begeben muss. Lieferbar ab Mitte Dezember.
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Wo ich nicht leben will

18 10 2017

Das also ist Demokratie in Spanien? Wer Kritik am Staat äußert, wird verhaftet? Wenn eine Diktatur wie die Türkei die Inhaftierung unliebsamer Personen im Ausland fordert, wird dem sofort Folge geleistet – und dann werden sie nur durch Druck von außen freigelassen (mindestens ein Journalist ist dort immer noch inhaftiert), dürfen aber nicht einmal nach Hause nach Deutschland? Erst auf den Druck von außen hin nach Wochen? Und jetzt – auch noch innerstaatliche Abschaffung der Demkoratie?
Ging es nicht genau darum, als man gegen Franco den Aufstand probte – um Demokratie und freiheitliche Selbstbestimmung? (Lassen wir beiseite, dass es danach zuerst noch schlimmer wurde – meisterhaft inszeniert übrigens in dem Film „Pan’s Labyrinth“.) Was ist denn los in dem Land, haben die absolut gar nichts gelernt? Sich verändert? Erkannt, wohin das führt?
Vor vielen Jahren hatten wir ja mal damit geliebäugelt, wie so viele zur Rente ins warme Andalusien zu ziehen. Dieser Plan ist hiermit ein für alle Mal vom Tisch. In einem Land, in dem die Regierung ohne Einhaltung demokratischer Rechte willkürlich Verhaftungen durchführt, in dem eine Regierung Menschen, die friedlich zu einer Abstimmung gehen wollen, auf brutalste Weise niederknüppeln lässt, in dem die politischen Anführer einer Bewegung ohne Vorliegen einer Straftat inhaftiert werden – in so einem Land will ich mich nicht niederlassen.
Und ich frage mich, welchen Wert die EU eigentlich hat. Bisher war ich Befürworterin, aber so langsam kann ich die Briten verstehen. Von dem europäischen Gedanken sind wir heute weiter entfernt denn je, eine Gemeinschaft wird es nie geben. Das Konzept ist komplett fehlgeschlagen. Brüssel wird von Filz und Korruption beherrscht, und die Mitgliedsstaaten schaffen Stück für Stück die Demokratie ab.
Ich habe mich eigentlich als Europäerin gesehen, nun wird mir das genommen. Mir ist schon wieder schlecht …



Wo ich lebe, Teil 4

15 10 2017

Ich befürchte so langsam, das wird eine Serie ohne Ende. Eine, die sich nicht abnutzt, was kaum zu glauben ist.

Da haben wir also die Frankfurter Buchmesse hinter uns gebracht. Schlagzeilen gab es, aber nicht die, auf die es ankam. (Nachträglicher Einschub: Doch, die Boulevard-Tageszeitungen von München haben davon berichtet, weil es um einen Münchner Verleger ging. Aber erst gestern!) Beispielsweise, dass ein über 70-Jähriger Verleger übel zugerichtet wird von einem Nazi (diminutiv als „Handgreiflichkeiten“ heruntergespielt – nein, gewiss nicht! Ich habe das Foto des Zusammengeschlagenen gesehen, das war mit der Faust mitten ins Gesicht. Handgreiflichkeit ist was anderes!!!). Dass es Hakenkreuze, hochgereckte Arme und „Heil-Hitler“-Grüße gab. Dass es Demos gab und die Nazis wiederum zugeschlagen haben. Dass die Polizei alles getreulich ignorierte, ebenso der Wachdienst der Messe. Und zum Hohn gibt es eine „Stellungnahme“ seitens der Messe und des Börsenvereins, die dem Fass den Boden ausschlägt. Falls jemand nicht weiß, was Zynismus ist – das ist die Definition davon. In Anlehnung an Mutti Merkel: „Wir haben alles richtig gemacht.“
NICHTS habt ihr richtig gemacht! VERSAGT habt ihr, die Gewalt ZUGELASSEN habt ihr, und ihr steht nicht einmal dazu, was ihr, Verzeihung, da kann man nicht mehr anders als derb werden, für eine SCHEISSE gebaut habt! Und auf so einer Veranstaltung vergebt ihr den FRIEDENSPREIS? Pfui, schämt euch!

Mir gehen langsam die Kotzeimer aus. Am besten, ich bleibe jetzt einfach hier in meiner Enklave und gehe nicht mehr raus. Und schreibe nur noch fröhlichen Eskapismus, in dem sich alle liebhaben, denn die Realität wird zusehends unerträglich.

Von Boos selbst in seinem Profil hochgeladen auf Facebook.

Und eine sehr kluge Antwort darauf, ebenfalls auf Facebook.

Hier eine Presseschau:
Zu den Prügeln gegen Verleger

Auftritt von Höcke und Demo

 



Wo ich lebe, Teil 3

29 09 2017

Und dann gibt es da noch diesen Herrn Gerhard Schröder, mittlerweile viermal geschieden, nur mit einem ist er seit vielen Jahren so richtig glücklich – Herrn Putin. Ja, richtig, es geht da um diesen Herrn, der mal unser Kanzler war. Und der als SPD-Mann – man beachte das S wie Sozial im Parteikürzel – die Agenda 2010 verbrochen hat und heute noch stolz darauf ist, das Auseinanderklaffen der Schere zwischen Reich und Arm beschleunigt und die Zertrümmerung des Mittelstandes weiter vorangetrieben zu haben. Angefangen haben diese Ungerechtigkeiten bei Kohl, aber Schröder hat sie ordentlich forciert. Die unsoziale SPD hat dafür gesorgt, dass Arbeitslose höchstens für ein Jahr ALG erhalten (außer du bist 60, dann dürfen es auch zwei Jahre sein, aber dann musst du 4 Jahre am Stück eingezahlt haben), um dann aus der Arbeitslosenstatistik zu fallen und in Hartz IV abzurutschen, fortan geltend als arbeitsscheue Sozialschmaro… ach nein, das ist zu hart, sagen wir „sozial Bedürftige“, und das nach einem Jahr. Aber die Statistik sieht halt toll aus, wie aktuell unter 2,5 Millionen – klar. Sehr viele der Arbeitslosen gehen in Rente oder Frührente, weil es aussichtslos ist, ab 50+ noch einen Job ergattern zu wollen. Schon gar einen unbefristeten – welch ein Traum. Und ist man erst in Hartz IV, gibt es neben all den Demütigungen seitens der Ämter kaum mehr eine Chance, da jemals wieder rauszukommen. Jener berühmte Peter Hartz übrigens, der wegen Untreue verurteilt wurde, beklagte einst, dass er das so gar nicht gewollt habe. Die Firmen jedenfalls freuen sich über die günstigen Arbeitnehmer, die egal wie viel sie verdienen, zu ihrem Satz 160 Euro zusätzlich haben dürfen, und bieten nur befristete Verträge an. Die mittels der einen und anderen Gesetzesauslegung quasi unendlich verlängert werden können.
Also jener Gerhard Schröder jedenfalls ist der Meinung, eine halbe Million Euro von den Steuerzahlern ohne Gegenleistung (nicht mal moralischer Art) kassieren zu dürfen, weil er nämlich Privatmann sei und es deshalb niemanden was anginge, wenn er in eine bedenkliche Firma eines mit Sanktionen bedachten Staates geht, in dem Demokratie nicht allzu groß geschrieben wird. „Ja, na und? Das Geld hat überall dieselbe Farbe, und ich muss 4 mal Alimente zahlen. Na, irgendwoher muss das Geld ja kommen, gell? Und die Russen hab ich so richtig lieb und die mich auch. Also, wer kann da schon widerstehen!“
Und angesichts solcher strahlender Vorbilder wundert sich die S UPD, die Unsozialste Partei Deutschlands, die sich einen Dreck schert um mehr soziale Gerechtigkeit, die nicht mal Wahlkampfthema war, warum sie keiner mehr wählen will.
Ich hab’s schon öfter geschrieben – ein Glück, dass mein Papa das nicht mehr erleben muss. Siehe hier in der SZ

Frau Merkel findet, dass sie alles richtig gemacht hat und ist mit dem Wahlergebnis sehr zufrieden. Sie scheint nicht der Ansicht zu sein, dass sie sich jetzt mal bewegen muss, sondern möchte gern weiter beim Aussitzen und dem Volk so fern wie möglich bleiben. Das schlechteste Wahlergebnis seit 1949 findet sie knorke! Sie hat wohl noch nicht gemerkt, dass sie mit diesen lächerlichen Prozenten nix, aber auch gar nix entscheiden und regieren kann. Aber gut, sie ist ja auch der Ansicht, dass der Durchschnittsbürger 3000 Euro netto im Monat hat und dass man sehr wohl von 800 Euro netto im Monat etwas für die Altersvorsorge zurücklegen kann.

Die „ich hau denen in die Fresse“-Nahles biedert sich nahtlos bei der Linken an, in der Hoffnung, die Prozente von dort färben auf die SPD ab. Ja nee is klar, rechtsradikal ist igitt, aber linksradikales SED-Erbe ist dufte. Siehe hier SPON Es seien nicht alle nur nett, die kommen – stimmt. Einige Unnette sind schon seit immer da. Wie Sie, Frau Nahles, die Sie mal die Andrea auf SF-Cons waren. Warum ist eigentlich der Schulz aus Brüssel weg? Den Wahlkampf führt er 1 Minute nach der Wahl und ansonsten hat er nichts zu sagen. Also dem Volk. Unter seinem Vorsitz und mit der Nahles bei der Hand hat die SchwachPD bei den nächsten Wahlen, und ich rede hier nicht von Bayern, vielleicht noch um die 12%.

Die Petry ist, obwohl stark rechts, genauso schlau wie Schröder, auch genauso verlogen und amoralisch. Sie hat gemerkt, ihre Braunpartei ist im Aufwind, mach ich mich mal schnell stark, und meinen Mann nehm ich auch mit ins Boot. Weil, wir haben ganz viele Schulden, die müssen irgendwann weg. Dann warte ich die Wahl ab (eingeblendetes Didi-Hallervorden „höhöhö“), freue mich über mein Direktmandat (eingeblendetes Otto „hihihihi“), zeige der Partei den Stinkefinger und scheffle meine Kohle als Fraktionslose für vier Jahre. Boah, das saniert! Halbherzig behaupte ich, eine eigene Partei gründen zu wollen (eingeblendetes Rocky-Horror-Picture-Show „muahahaha“) und vergieße Krokodilstränen, wie erleichtert ich mich jetzt fühle nach den schrecklichen Jahren (eingeblendetes Konservenlachen aus „Big Bang Theory“).

Immerhin, den Schäuble sind wir endlich los, ein verlogener Tattergreis, der genauso wenig wie Seehofer weiß, wann man aufhören muss. Selbstgefällig und eitel, bah, da kann’s einem anders werden. Immerhin, den Dobrindt haben wir Bayern los (keine Ursache, Berlin, gern geschehen!), aber der Söder, der ist jetzt schon dabei, gegen die Rückenlehne des Chefsessels zu drücken, um den Präsi demnächst – also nächstes Jahr zu den Landtagswahlen – mit Schwung aus dem Sessel zu katapultieren. Endlich, endlich, endlich wird es soweit sein! Der bissige kleine Yorkshire, diese dauerkläffende Trethupe, inzwischen selbst schon nach Jahrzehnten ordentlich in die Jahre gekommen, hat bewiesen, Beharrlichkeit siegt! „Dann werde ich allen zeigen, dass es noch Schlimmeres als Seehofer gibt – mich!“

Bin mal gespannt, wann ich aufwache. Denn ich muss in der schlechtesten Cabaret-Show aller Zeiten eingepennt sein.



Wo ich lebe, Teil 2

27 09 2017

… und diesmal ist ganz Deutschland gemeint. Ich habe heute einige Meldungen auf Facebook gelesen, die mich noch fassungsloser gemacht haben als der Wahlausgang. Die meine nach oben offene Fremdschäm-Skala auf einen neuen Höhepunkt getrieben haben. Wofür ich heute statt einer Buddel Wein einen mindestens 79%igen Schnaps brauche und dann viel Freiraum, um im Strahl zu kotzen.

Und das ist ja noch nicht mal alles. Da sagt ein Herr Gauleiter, dass er „die Merkel jagen“ werde. Das wird allgemein scharf kritisiert, übrigens auch von Politikern, übrigens von allen Parteien. Und dann kommt eine Nahles daher und sagt „morgen werden die in die Fresse kriegen“. Ja, danke Popkultur! Oder wo bin ich gerade? Darf das denn wahr sein, kann man das glauben? Doch, hat sie gesagt, persönlich, wurde im Radio wiederholt.

Ich komme aus dem „geht’s noch?“-Sagen gar nicht mehr heraus. Zurück zu meinem ersten Absatz, der Grund für meine Empörung (die Nahles hat nur noch einen draufgesetzt, aber das schafft sie ja immer mühelos): Es scheinen einige Verlage zu überlegen, ob sie angesichts des Wahlausgangs auf die Leipziger Buchmesse gehen, weil „sie sich dort nicht mehr wohlfühlen“.

Ich kann gar nicht sagen, wie sehr ich mich darüber aufrege. Wie fassungslos ich bin. Das wäre so, als würde die ganze Welt sagen „ich reise nicht mehr nach Deutschland, weil da nur Nazis sind, und da fühle ich mich nicht wohl“. Aber das sind wenigstens keine Deutschen, die die Deutschen diskriminieren.
Und das vor allem von VERLAGEN? Diese Diskriminierung? Nur, weil ihnen der Wahlausgang nicht passt (hallo? Demokratie? Die Bürger haben GEWÄHLT?), scheren sie gleich alle, die zufälligerweise im Freistaat Sachsen wohnen, über einen Kamm, und außerdem noch alle Besucher, die nicht im Freistaat Sachsen wohnen, dazu. Offenbar ist das gesamte Messegelände schwerst mit blauen/braunen Viren und Bakterizillen verseucht. Vorsicht, Ansteckung! Äh, nein, Vorsicht Tod!

Das Auswärtige Amt wird gleich eine Reisewarnung herausgeben: Ja nicht nach Leipzig reisen, dort ist es hochgefährlich, da ist Caracas eine Blümchenwiese mit Einhörnern dagegen! Sobald Sie die Stadtgrenze überschreiten, laufen Sie Gefahr, auf der Stelle massakriert zu werden! Oder – noch schlimmer – Sie kriegen die braune Pest und werden wie die! Oder – noch schlimmer – das sind alles Zombies, die … ach nein, das Hirn haben die Damen und Herren Verleger ja schon verloren. Da wenden sich selbst Zombies mit Grauen.

Und vor allem: Wo sollten die sich denn bitte wohlfühlen? Die AfD wurde in ALLEN Bundesländern gewählt, oder woher glauben die, kommen die 13%?

Die Konsequenzen, die die angeblich aufrechten Bürger aus dieser Wahl ziehen, erschrecken mich noch mehr als die 94 Sitze im Bundestag für die braune Suppe. Und allmählich beginne ich zu begreifen, WARUM sie gewählt wurde.

Ich gehe mich jetzt fremdschämen. Prost.