Wo ich nicht leben will

18 10 2017

Das also ist Demokratie in Spanien? Wer Kritik am Staat äußert, wird verhaftet? Wenn eine Diktatur wie die Türkei die Inhaftierung unliebsamer Personen im Ausland fordert, wird dem sofort Folge geleistet – und dann werden sie nur durch Druck von außen freigelassen (mindestens ein Journalist ist dort immer noch inhaftiert), dürfen aber nicht einmal nach Hause nach Deutschland? Erst auf den Druck von außen hin nach Wochen? Und jetzt – auch noch innerstaatliche Abschaffung der Demkoratie?
Ging es nicht genau darum, als man gegen Franco den Aufstand probte – um Demokratie und freiheitliche Selbstbestimmung? (Lassen wir beiseite, dass es danach zuerst noch schlimmer wurde – meisterhaft inszeniert übrigens in dem Film „Pan’s Labyrinth“.) Was ist denn los in dem Land, haben die absolut gar nichts gelernt? Sich verändert? Erkannt, wohin das führt?
Vor vielen Jahren hatten wir ja mal damit geliebäugelt, wie so viele zur Rente ins warme Andalusien zu ziehen. Dieser Plan ist hiermit ein für alle Mal vom Tisch. In einem Land, in dem die Regierung ohne Einhaltung demokratischer Rechte willkürlich Verhaftungen durchführt, in dem eine Regierung Menschen, die friedlich zu einer Abstimmung gehen wollen, auf brutalste Weise niederknüppeln lässt, in dem die politischen Anführer einer Bewegung ohne Vorliegen einer Straftat inhaftiert werden – in so einem Land will ich mich nicht niederlassen.
Und ich frage mich, welchen Wert die EU eigentlich hat. Bisher war ich Befürworterin, aber so langsam kann ich die Briten verstehen. Von dem europäischen Gedanken sind wir heute weiter entfernt denn je, eine Gemeinschaft wird es nie geben. Das Konzept ist komplett fehlgeschlagen. Brüssel wird von Filz und Korruption beherrscht, und die Mitgliedsstaaten schaffen Stück für Stück die Demokratie ab.
Ich habe mich eigentlich als Europäerin gesehen, nun wird mir das genommen. Mir ist schon wieder schlecht …



Wo ich lebe, Teil 4

15 10 2017

Ich befürchte so langsam, das wird eine Serie ohne Ende. Eine, die sich nicht abnutzt, was kaum zu glauben ist.

Da haben wir also die Frankfurter Buchmesse hinter uns gebracht. Schlagzeilen gab es, aber nicht die, auf die es ankam. (Nachträglicher Einschub: Doch, die Boulevard-Tageszeitungen von München haben davon berichtet, weil es um einen Münchner Verleger ging. Aber erst gestern!) Beispielsweise, dass ein über 70-Jähriger Verleger übel zugerichtet wird von einem Nazi (diminutiv als „Handgreiflichkeiten“ heruntergespielt – nein, gewiss nicht! Ich habe das Foto des Zusammengeschlagenen gesehen, das war mit der Faust mitten ins Gesicht. Handgreiflichkeit ist was anderes!!!). Dass es Hakenkreuze, hochgereckte Arme und „Heil-Hitler“-Grüße gab. Dass es Demos gab und die Nazis wiederum zugeschlagen haben. Dass die Polizei alles getreulich ignorierte, ebenso der Wachdienst der Messe. Und zum Hohn gibt es eine „Stellungnahme“ seitens der Messe und des Börsenvereins, die dem Fass den Boden ausschlägt. Falls jemand nicht weiß, was Zynismus ist – das ist die Definition davon. In Anlehnung an Mutti Merkel: „Wir haben alles richtig gemacht.“
NICHTS habt ihr richtig gemacht! VERSAGT habt ihr, die Gewalt ZUGELASSEN habt ihr, und ihr steht nicht einmal dazu, was ihr, Verzeihung, da kann man nicht mehr anders als derb werden, für eine SCHEISSE gebaut habt! Und auf so einer Veranstaltung vergebt ihr den FRIEDENSPREIS? Pfui, schämt euch!

Mir gehen langsam die Kotzeimer aus. Am besten, ich bleibe jetzt einfach hier in meiner Enklave und gehe nicht mehr raus. Und schreibe nur noch fröhlichen Eskapismus, in dem sich alle liebhaben, denn die Realität wird zusehends unerträglich.

Von Boos selbst in seinem Profil hochgeladen auf Facebook.

Und eine sehr kluge Antwort darauf, ebenfalls auf Facebook.

Hier eine Presseschau:
Zu den Prügeln gegen Verleger

Auftritt von Höcke und Demo

 



Wo ich lebe, Teil 3

29 09 2017

Und dann gibt es da noch diesen Herrn Gerhard Schröder, mittlerweile viermal geschieden, nur mit einem ist er seit vielen Jahren so richtig glücklich – Herrn Putin. Ja, richtig, es geht da um diesen Herrn, der mal unser Kanzler war. Und der als SPD-Mann – man beachte das S wie Sozial im Parteikürzel – die Agenda 2010 verbrochen hat und heute noch stolz darauf ist, das Auseinanderklaffen der Schere zwischen Reich und Arm beschleunigt und die Zertrümmerung des Mittelstandes weiter vorangetrieben zu haben. Angefangen haben diese Ungerechtigkeiten bei Kohl, aber Schröder hat sie ordentlich forciert. Die unsoziale SPD hat dafür gesorgt, dass Arbeitslose höchstens für ein Jahr ALG erhalten (außer du bist 60, dann dürfen es auch zwei Jahre sein, aber dann musst du 4 Jahre am Stück eingezahlt haben), um dann aus der Arbeitslosenstatistik zu fallen und in Hartz IV abzurutschen, fortan geltend als arbeitsscheue Sozialschmaro… ach nein, das ist zu hart, sagen wir „sozial Bedürftige“, und das nach einem Jahr. Aber die Statistik sieht halt toll aus, wie aktuell unter 2,5 Millionen – klar. Sehr viele der Arbeitslosen gehen in Rente oder Frührente, weil es aussichtslos ist, ab 50+ noch einen Job ergattern zu wollen. Schon gar einen unbefristeten – welch ein Traum. Und ist man erst in Hartz IV, gibt es neben all den Demütigungen seitens der Ämter kaum mehr eine Chance, da jemals wieder rauszukommen. Jener berühmte Peter Hartz übrigens, der wegen Untreue verurteilt wurde, beklagte einst, dass er das so gar nicht gewollt habe. Die Firmen jedenfalls freuen sich über die günstigen Arbeitnehmer, die egal wie viel sie verdienen, zu ihrem Satz 160 Euro zusätzlich haben dürfen, und bieten nur befristete Verträge an. Die mittels der einen und anderen Gesetzesauslegung quasi unendlich verlängert werden können.
Also jener Gerhard Schröder jedenfalls ist der Meinung, eine halbe Million Euro von den Steuerzahlern ohne Gegenleistung (nicht mal moralischer Art) kassieren zu dürfen, weil er nämlich Privatmann sei und es deshalb niemanden was anginge, wenn er in eine bedenkliche Firma eines mit Sanktionen bedachten Staates geht, in dem Demokratie nicht allzu groß geschrieben wird. „Ja, na und? Das Geld hat überall dieselbe Farbe, und ich muss 4 mal Alimente zahlen. Na, irgendwoher muss das Geld ja kommen, gell? Und die Russen hab ich so richtig lieb und die mich auch. Also, wer kann da schon widerstehen!“
Und angesichts solcher strahlender Vorbilder wundert sich die S UPD, die Unsozialste Partei Deutschlands, die sich einen Dreck schert um mehr soziale Gerechtigkeit, die nicht mal Wahlkampfthema war, warum sie keiner mehr wählen will.
Ich hab’s schon öfter geschrieben – ein Glück, dass mein Papa das nicht mehr erleben muss. Siehe hier in der SZ

Frau Merkel findet, dass sie alles richtig gemacht hat und ist mit dem Wahlergebnis sehr zufrieden. Sie scheint nicht der Ansicht zu sein, dass sie sich jetzt mal bewegen muss, sondern möchte gern weiter beim Aussitzen und dem Volk so fern wie möglich bleiben. Das schlechteste Wahlergebnis seit 1949 findet sie knorke! Sie hat wohl noch nicht gemerkt, dass sie mit diesen lächerlichen Prozenten nix, aber auch gar nix entscheiden und regieren kann. Aber gut, sie ist ja auch der Ansicht, dass der Durchschnittsbürger 3000 Euro netto im Monat hat und dass man sehr wohl von 800 Euro netto im Monat etwas für die Altersvorsorge zurücklegen kann.

Die „ich hau denen in die Fresse“-Nahles biedert sich nahtlos bei der Linken an, in der Hoffnung, die Prozente von dort färben auf die SPD ab. Ja nee is klar, rechtsradikal ist igitt, aber linksradikales SED-Erbe ist dufte. Siehe hier SPON Es seien nicht alle nur nett, die kommen – stimmt. Einige Unnette sind schon seit immer da. Wie Sie, Frau Nahles, die Sie mal die Andrea auf SF-Cons waren. Warum ist eigentlich der Schulz aus Brüssel weg? Den Wahlkampf führt er 1 Minute nach der Wahl und ansonsten hat er nichts zu sagen. Also dem Volk. Unter seinem Vorsitz und mit der Nahles bei der Hand hat die SchwachPD bei den nächsten Wahlen, und ich rede hier nicht von Bayern, vielleicht noch um die 12%.

Die Petry ist, obwohl stark rechts, genauso schlau wie Schröder, auch genauso verlogen und amoralisch. Sie hat gemerkt, ihre Braunpartei ist im Aufwind, mach ich mich mal schnell stark, und meinen Mann nehm ich auch mit ins Boot. Weil, wir haben ganz viele Schulden, die müssen irgendwann weg. Dann warte ich die Wahl ab (eingeblendetes Didi-Hallervorden „höhöhö“), freue mich über mein Direktmandat (eingeblendetes Otto „hihihihi“), zeige der Partei den Stinkefinger und scheffle meine Kohle als Fraktionslose für vier Jahre. Boah, das saniert! Halbherzig behaupte ich, eine eigene Partei gründen zu wollen (eingeblendetes Rocky-Horror-Picture-Show „muahahaha“) und vergieße Krokodilstränen, wie erleichtert ich mich jetzt fühle nach den schrecklichen Jahren (eingeblendetes Konservenlachen aus „Big Bang Theory“).

Immerhin, den Schäuble sind wir endlich los, ein verlogener Tattergreis, der genauso wenig wie Seehofer weiß, wann man aufhören muss. Selbstgefällig und eitel, bah, da kann’s einem anders werden. Immerhin, den Dobrindt haben wir Bayern los (keine Ursache, Berlin, gern geschehen!), aber der Söder, der ist jetzt schon dabei, gegen die Rückenlehne des Chefsessels zu drücken, um den Präsi demnächst – also nächstes Jahr zu den Landtagswahlen – mit Schwung aus dem Sessel zu katapultieren. Endlich, endlich, endlich wird es soweit sein! Der bissige kleine Yorkshire, diese dauerkläffende Trethupe, inzwischen selbst schon nach Jahrzehnten ordentlich in die Jahre gekommen, hat bewiesen, Beharrlichkeit siegt! „Dann werde ich allen zeigen, dass es noch Schlimmeres als Seehofer gibt – mich!“

Bin mal gespannt, wann ich aufwache. Denn ich muss in der schlechtesten Cabaret-Show aller Zeiten eingepennt sein.



Wo ich lebe, Teil 2

27 09 2017

… und diesmal ist ganz Deutschland gemeint. Ich habe heute einige Meldungen auf Facebook gelesen, die mich noch fassungsloser gemacht haben als der Wahlausgang. Die meine nach oben offene Fremdschäm-Skala auf einen neuen Höhepunkt getrieben haben. Wofür ich heute statt einer Buddel Wein einen mindestens 79%igen Schnaps brauche und dann viel Freiraum, um im Strahl zu kotzen.

Und das ist ja noch nicht mal alles. Da sagt ein Herr Gauleiter, dass er „die Merkel jagen“ werde. Das wird allgemein scharf kritisiert, übrigens auch von Politikern, übrigens von allen Parteien. Und dann kommt eine Nahles daher und sagt „morgen werden die in die Fresse kriegen“. Ja, danke Popkultur! Oder wo bin ich gerade? Darf das denn wahr sein, kann man das glauben? Doch, hat sie gesagt, persönlich, wurde im Radio wiederholt.

Ich komme aus dem „geht’s noch?“-Sagen gar nicht mehr heraus. Zurück zu meinem ersten Absatz, der Grund für meine Empörung (die Nahles hat nur noch einen draufgesetzt, aber das schafft sie ja immer mühelos): Es scheinen einige Verlage zu überlegen, ob sie angesichts des Wahlausgangs auf die Leipziger Buchmesse gehen, weil „sie sich dort nicht mehr wohlfühlen“.

Ich kann gar nicht sagen, wie sehr ich mich darüber aufrege. Wie fassungslos ich bin. Das wäre so, als würde die ganze Welt sagen „ich reise nicht mehr nach Deutschland, weil da nur Nazis sind, und da fühle ich mich nicht wohl“. Aber das sind wenigstens keine Deutschen, die die Deutschen diskriminieren.
Und das vor allem von VERLAGEN? Diese Diskriminierung? Nur, weil ihnen der Wahlausgang nicht passt (hallo? Demokratie? Die Bürger haben GEWÄHLT?), scheren sie gleich alle, die zufälligerweise im Freistaat Sachsen wohnen, über einen Kamm, und außerdem noch alle Besucher, die nicht im Freistaat Sachsen wohnen, dazu. Offenbar ist das gesamte Messegelände schwerst mit blauen/braunen Viren und Bakterizillen verseucht. Vorsicht, Ansteckung! Äh, nein, Vorsicht Tod!

Das Auswärtige Amt wird gleich eine Reisewarnung herausgeben: Ja nicht nach Leipzig reisen, dort ist es hochgefährlich, da ist Caracas eine Blümchenwiese mit Einhörnern dagegen! Sobald Sie die Stadtgrenze überschreiten, laufen Sie Gefahr, auf der Stelle massakriert zu werden! Oder – noch schlimmer – Sie kriegen die braune Pest und werden wie die! Oder – noch schlimmer – das sind alles Zombies, die … ach nein, das Hirn haben die Damen und Herren Verleger ja schon verloren. Da wenden sich selbst Zombies mit Grauen.

Und vor allem: Wo sollten die sich denn bitte wohlfühlen? Die AfD wurde in ALLEN Bundesländern gewählt, oder woher glauben die, kommen die 13%?

Die Konsequenzen, die die angeblich aufrechten Bürger aus dieser Wahl ziehen, erschrecken mich noch mehr als die 94 Sitze im Bundestag für die braune Suppe. Und allmählich beginne ich zu begreifen, WARUM sie gewählt wurde.

Ich gehe mich jetzt fremdschämen. Prost.



Wo ich lebe

24 09 2017

Die Wahl ist gelaufen, und an sich bin ich optimistisch. SPD in der Opposition – kann nur gut tun. Jamaica-Koalition – darin sehe ich tatsächlich Chancen. Vor allem darin, dass Merkel die nächsten 4 Jahre dadurch nicht mit Aussitzen verbringen kann, sondern Dampf unterm Hintern bekommt. Andererseits werden die Koalitionspartner sich hüten, zu viel Streit zu veranlassen, um keine vorgezogenen Neuwahlen zu riskieren und die Macht zu verlieren. Die Linke hat 9% um den Dreh, das bedeutet, Sahra Wagenknecht (die leider in der falschen Partei ist) wird den 13% AfD gehörig in den Arsch treten. Ich hoffe, dass sie eifrig demontieren wird, während die AfD intern sich sowieso abschießt.

Ja, ich sehe durchaus Hoffnung. Ja, in Deutschland ist gut leben, und sogar in Bayern, da die CSU eine Schlappe von nur noch um die 38% erlebt.

Und dann habe ich den Fehler begangen und nachgeschaut, was die 2344 Wähler im Wahlkreis Markt Rettenbach (Beteiligung fast 80%!) gewählt haben. Zuerst habe ich es nicht geglaubt. Dann wurde mir schlecht. Dann habe ich geheult. Und jetzt, liebe Freunde, gehe ich mich besaufen.

Hier die vollständigen Angaben



Zum Wahlkampf der Alternative für Deppen

28 08 2017


Oiso oans muass ma – na, i –  dazu sogn: A Fake-Dirndl, des an Busen zamdatscht, a Maß und a Brezn und die Alpen im Hintergrund ham nix, aber auch gar nix mit dieser depperten Hohlkopf-Partei zu tun! Und auch nix mit „deutscher Tradition“, um himmis wuin! Des is a schlecht nachgmachtes boarisches Fake, billiger ois es je aus China sei kanntert. A Reißverschluss von aner z’engen Korsage batzt an Busen eini, dass dem jede Form verloren geht, und dazu tragts Madl a Hosn, die koa Lederhosn is – es is oiso net amoi a Dirndl. Des is DEUTSCHE TRADITION?!

Ja sagts amoi, seids ihr blädn Pritschn auf der Brennsuppn dahergschwomma? Des bringt eich eire amerikanische Werbefirma, die den Trampel hochg’hievt hot?
Und was boarische Traditionen betrifft, mein lieber Schieber, mir ham unsern unsäglichen Seehofer, der glangt uns scho. Dazu brauchn mir eich net a no dazu! Saubläde Sachsenpreißn, bläde! Lasst’s uns bloß in Rua und bleibts draußn am Misthaffa, wo’s ihr hi g’herts!!



Ein Land schreit um Hilfe: Nordkorea

4 06 2017

Szenenfoto aus ihrer Rede (Youtube)

 

 

„Nordkorea ist unvorstellbar“. So beginnt die 24jährige Yeon-mi Park ihre ergreifende, berührende Rede. Sie erzählt davon, dass ihre Mutter ihr eingeschärft hat, nicht einmal zu flüstern. Dass sie daran geglaubt hat, der Diktator könne ihre Gedanken lesen. Sie erzählt, dass es nur einen TV-Kanal gibt. Sie erzählt, als sie 9 Jahre alt war, war sie bei der öffentlichen Hinrichtung der Freundin ihrer Mutter dabei. Deren Verbrechen? Einen Hollywood-Film anschauen. Sie erzählt, dass Liebesgeschichten in jeglicher Form des Ausdrucks verboten sind. Sie erzählt, dass sie während der Flucht mit 14 Jahren ihren Vater heimlich begraben musste und nicht einmal weinen durfte aus Angst, wieder nach Nordkorea zurückgeschickt zu werden. Sie erzählt, wie ein chineischer Verschieber die Situation der Flüchtlinge ausgenutzt und ihre Mutter vergewaltigt hat. Eigentlich wollte er die 13jährige vergewaltigen, wurde aber von der Mutter überredet, stattdessen sie zu nehmen. Sie erzählt, wie in China die nordkoreanischen Flüchtlings-Frauen für 200 Dollar verkauft werden. Ungefähr 70%.
Sie hat ab ihrer Geburt unvorstellbares Leid erlebt. Noch bevor sie 20 Jahre alt war, hat sie traumatisierende Erlebnisse gehabt, bei denen schon ein einziges genügt, um einen Menschen zu zerbrechen. Sie hat überlebt. Sie hat die Flucht durch die Gobi überstanden. Als der Kompass ausfiel, haben sie sich an den Sternen orientiert. Damals glaubte sie, dass nur die Sterne allein ihr Beachtung schenkten, weil es sonst niemand tat. Da es selbst auf der Flucht nur Gewalt und Angst gab. Sie hatten alle Messer dabei, um zu verhindern, lebend nach Nordkorea zurückgeschickt zu werden. Erst in der Mongolei fühlte sie sich zum ersten Mal einigermaßen sicher.

Was Yeon-mi da erzählt, ist für uns unvorstellbar. Nordkorea ist ein sehr kleines, sehr abgelegenes Land. Worüber Yeon-mi berichtet, „wissen wir eigentlich“ durch Reportagen, doch es unmittelbar von einer Betroffenen zu hören, in diesen Worten – das erst zeigt das ganze Ausmaß dieses Entsetzens, das dort herrscht. Die grausame Tyrannei herrscht dort schon seit 70 Jahren, eine einzige Familie, deren jüngster sadistischer Mörder und Herrscher von eigenen Gnaden in Europa in die Schule gegangen ist und studiert hat. Wozu er das getan hat, weiß niemand. Unser Wissen, unser Moralverständnis, unsere Humanität braucht er in seinem Land offenbar nicht, denn er hat nichts davon mitgenommen und umgesetzt. Im Gegenteil. Er hat auch in der eigenen Familie ordentlich aufgeräumt, um durch nichts bedroht zu werden. Wie ein Junge mit seinen Zinnsoldaten spielt er willkürlich, bar jeglicher Menschlichkeit. Und hat, wie man an seinem dicken, fröhlich lachenden Gesicht sieht, ordentlich Spaß dabei. Es macht ihm nichts aus, dass er den allein hat.
Womöglich aber nicht mehr lange, denn China hat aktuell die Grenzen dicht gemacht und das Volk droht nun zu verhungern. Wie man auf Bildern aus der Ferne sehen kann, gibt es nicht mal mehr Fensterkitt zum essen.

Yeon-mi Park bittet uns um Hilfe, jeden Einzelnen von uns, der nicht in Nordkorea eingesperrt ist, dem größten Gefängnis mit der größten Foltermaschinerie der Welt. Und wir alle können etwas tun. Wir können Yeon Mi eine Stimme geben, indem wir ihren Aufruf weiterverbreiten. Indem wir ihr zeigen, dass sie und ihr Land nicht unwichtig und unbedeutend und am Ende der Welt sind. Dass sie nicht all das auf sich genommen hat nur um zu erkennen, dass es keine Hoffnung mehr gibt.
Bei dem Youtube-Link gibt es keine Untertitel, aber sie ist gut zu verstehen. Wer auf Facebook ist, dort gibt es eine Version mit Untertiteln. Ich setze auch den aktuellen Link eines Kurzberichts des ZDF dazu über die geschlossenen Grenzen auf Chinas Seite.
Die Rede stammt übrigens von 2014, damals war sie also gerade mal 21 Jahre alt. Sie lebt heute als Menschenrechtsaktivistin in Südkorea. Mehr dazu

Yeon Mi Parks Rede „Escaping from North Korea“ (One young World)

Facebook mit Untertiteln (Der Beitrag ist gepinnt)

ZDF: An der Grenze zu Nordkorea 3.6.17



Der Frühling schleicht sich an

11 03 2017

Es war noch kühl und ein eisiger Wind – aber der Frühling lässt sich nicht mehr aufhalten. Wir hatten gestern einen schönen Ausritt hinein in den Wald und hinauf auf den „Hochfirst“ und zur Kammelquelle, und weil die Fotos, die meine Nachbarin geschossen hat, wirklich gelungen sind, möchte ich heute einfach mal nur die Bilder sprechen lassen.

Vor allem deswegen: Touch wird in wenigen Tagen 20 Jahre alt! Als ob er das wüsste, hat er sich gestern mal „hübsch“ präsentiert und sogar stillgestanden. So für eine halbe Minute. Zudem war er richtig fröhlich. Mir scheint es, als habe ich ihn erst gestern aus Niederbayern geholt – und dabei werden das im Sommer 17 Jahre. Nun freue ich mich auf die kommende Saison!



Trauer um Regina Vlcek

24 02 2017

 

 

 

Diese Nachricht kam völlig unerwartet: Gestern Abend ist Regina Vlcek, unsere liebe Freundin und Witwe meines Kollegen und liebsten Freundes Ernst, gestorben. Die näheren Umstände sind mir nicht bekannt. Zuletzt haben wir uns auf dem AustriaCon im Oktober gesehen, und da hat sie blendend ausgesehen, war fröhlich und bester Dinge. So hat es mich völlig unvermutet getroffen – damit hätte ich jetzt nicht gerechnet.

Das Bild zeigt uns vor Schloss Nymphenburg im Jahr 2003. Schnurzel ist da auch noch mit dabei. Die beiden sind anlässlich des GarchingCons ein wenig früher gekommen, damals haben wir noch in Königsbrunn gewohnt. Wir haben einen schönen Tagesausflug nach München gemacht – sie kannten die Stadt und vor allem ihre Biergärten noch gar nicht – und nach dem Schlossbesuch sind wir bei meiner Mutter in ihren großen Garten zu einem sehr fröhlichen Ausklang mit Bier, Wein und Gesang eingekehrt. Nach Ernsts Tod haben wir noch viele Jahre, bis zuletzt, zumindest telefonischen Kontakt gehalten. Ich bin froh, dass unsere letzte persönliche Begegnung noch nicht so lange her ist, und diese werde ich in bester Erinnerung behalten. Gute Reise, Regina, jetzt bist du endlich wieder mit deinem geliebten Paulchen zusammen, dessen Tod du nie wirklich überwunden hast.



Wieder aufstehen

29 01 2017

Ganz Bayern ist krank. Ganz Bayern? Nein, eine winzige Enklave im Unterallgäu hat sich monatelang dagegen gewehrt. Aber dann hat’s uns doch erwischt. Beide. Und zwar so, dass wir tagelang das Bett kaum verlassen konnten, nur zum Notwendigsten. Zum ersten Mal mussten wir um Hilfe bitten, weil wir es nicht mehr allein schaffen konnten. So ganz fiese Bakterizillen, Dreckskokken, die gemeint haben, Megaparty feiern zu müssen. Aber nun sind wir so langsam wieder da. Also zumindest geistig, sodass ich am PRN 146 weiter werkle und meine Helden durch die schlimmsten Unbillen jage, quasi als Rache für meine eigene erzwungene Auszeit. Nun ist es aber wieder gut für ein paar Jahre, dieses ungebetene Mistzeugs braucht kein Mensch, und ich hab zu viel zu tun. (Schön!) Also dann, wir lesen uns. Bald.
Hab ich es euch übrigens schon verraten? Stichwort „6“.
Kommt ihr drauf?
Yay!