Ein Land schreit um Hilfe: Nordkorea

4 06 2017

Szenenfoto aus ihrer Rede (Youtube)

 

 

„Nordkorea ist unvorstellbar“. So beginnt die 24jährige Yeon-mi Park ihre ergreifende, berührende Rede. Sie erzählt davon, dass ihre Mutter ihr eingeschärft hat, nicht einmal zu flüstern. Dass sie daran geglaubt hat, der Diktator könne ihre Gedanken lesen. Sie erzählt, dass es nur einen TV-Kanal gibt. Sie erzählt, als sie 9 Jahre alt war, war sie bei der öffentlichen Hinrichtung der Freundin ihrer Mutter dabei. Deren Verbrechen? Einen Hollywood-Film anschauen. Sie erzählt, dass Liebesgeschichten in jeglicher Form des Ausdrucks verboten sind. Sie erzählt, dass sie während der Flucht mit 14 Jahren ihren Vater heimlich begraben musste und nicht einmal weinen durfte aus Angst, wieder nach Nordkorea zurückgeschickt zu werden. Sie erzählt, wie ein chineischer Verschieber die Situation der Flüchtlinge ausgenutzt und ihre Mutter vergewaltigt hat. Eigentlich wollte er die 13jährige vergewaltigen, wurde aber von der Mutter überredet, stattdessen sie zu nehmen. Sie erzählt, wie in China die nordkoreanischen Flüchtlings-Frauen für 200 Dollar verkauft werden. Ungefähr 70%.
Sie hat ab ihrer Geburt unvorstellbares Leid erlebt. Noch bevor sie 20 Jahre alt war, hat sie traumatisierende Erlebnisse gehabt, bei denen schon ein einziges genügt, um einen Menschen zu zerbrechen. Sie hat überlebt. Sie hat die Flucht durch die Gobi überstanden. Als der Kompass ausfiel, haben sie sich an den Sternen orientiert. Damals glaubte sie, dass nur die Sterne allein ihr Beachtung schenkten, weil es sonst niemand tat. Da es selbst auf der Flucht nur Gewalt und Angst gab. Sie hatten alle Messer dabei, um zu verhindern, lebend nach Nordkorea zurückgeschickt zu werden. Erst in der Mongolei fühlte sie sich zum ersten Mal einigermaßen sicher.

Was Yeon-mi da erzählt, ist für uns unvorstellbar. Nordkorea ist ein sehr kleines, sehr abgelegenes Land. Worüber Yeon-mi berichtet, „wissen wir eigentlich“ durch Reportagen, doch es unmittelbar von einer Betroffenen zu hören, in diesen Worten – das erst zeigt das ganze Ausmaß dieses Entsetzens, das dort herrscht. Die grausame Tyrannei herrscht dort schon seit 70 Jahren, eine einzige Familie, deren jüngster sadistischer Mörder und Herrscher von eigenen Gnaden in Europa in die Schule gegangen ist und studiert hat. Wozu er das getan hat, weiß niemand. Unser Wissen, unser Moralverständnis, unsere Humanität braucht er in seinem Land offenbar nicht, denn er hat nichts davon mitgenommen und umgesetzt. Im Gegenteil. Er hat auch in der eigenen Familie ordentlich aufgeräumt, um durch nichts bedroht zu werden. Wie ein Junge mit seinen Zinnsoldaten spielt er willkürlich, bar jeglicher Menschlichkeit. Und hat, wie man an seinem dicken, fröhlich lachenden Gesicht sieht, ordentlich Spaß dabei. Es macht ihm nichts aus, dass er den allein hat.
Womöglich aber nicht mehr lange, denn China hat aktuell die Grenzen dicht gemacht und das Volk droht nun zu verhungern. Wie man auf Bildern aus der Ferne sehen kann, gibt es nicht mal mehr Fensterkitt zum essen.

Yeon-mi Park bittet uns um Hilfe, jeden Einzelnen von uns, der nicht in Nordkorea eingesperrt ist, dem größten Gefängnis mit der größten Foltermaschinerie der Welt. Und wir alle können etwas tun. Wir können Yeon Mi eine Stimme geben, indem wir ihren Aufruf weiterverbreiten. Indem wir ihr zeigen, dass sie und ihr Land nicht unwichtig und unbedeutend und am Ende der Welt sind. Dass sie nicht all das auf sich genommen hat nur um zu erkennen, dass es keine Hoffnung mehr gibt.
Bei dem Youtube-Link gibt es keine Untertitel, aber sie ist gut zu verstehen. Wer auf Facebook ist, dort gibt es eine Version mit Untertiteln. Ich setze auch den aktuellen Link eines Kurzberichts des ZDF dazu über die geschlossenen Grenzen auf Chinas Seite.
Die Rede stammt übrigens von 2014, damals war sie also gerade mal 21 Jahre alt. Sie lebt heute als Menschenrechtsaktivistin in Südkorea. Mehr dazu

Yeon Mi Parks Rede „Escaping from North Korea“ (One young World)

Facebook mit Untertiteln (Der Beitrag ist gepinnt)

ZDF: An der Grenze zu Nordkorea 3.6.17



Der Frühling schleicht sich an

11 03 2017

Es war noch kühl und ein eisiger Wind – aber der Frühling lässt sich nicht mehr aufhalten. Wir hatten gestern einen schönen Ausritt hinein in den Wald und hinauf auf den „Hochfirst“ und zur Kammelquelle, und weil die Fotos, die meine Nachbarin geschossen hat, wirklich gelungen sind, möchte ich heute einfach mal nur die Bilder sprechen lassen.

Vor allem deswegen: Touch wird in wenigen Tagen 20 Jahre alt! Als ob er das wüsste, hat er sich gestern mal „hübsch“ präsentiert und sogar stillgestanden. So für eine halbe Minute. Zudem war er richtig fröhlich. Mir scheint es, als habe ich ihn erst gestern aus Niederbayern geholt – und dabei werden das im Sommer 17 Jahre. Nun freue ich mich auf die kommende Saison!



Trauer um Regina Vlcek

24 02 2017

 

 

 

Diese Nachricht kam völlig unerwartet: Gestern Abend ist Regina Vlcek, unsere liebe Freundin und Witwe meines Kollegen und liebsten Freundes Ernst, gestorben. Die näheren Umstände sind mir nicht bekannt. Zuletzt haben wir uns auf dem AustriaCon im Oktober gesehen, und da hat sie blendend ausgesehen, war fröhlich und bester Dinge. So hat es mich völlig unvermutet getroffen – damit hätte ich jetzt nicht gerechnet.

Das Bild zeigt uns vor Schloss Nymphenburg im Jahr 2003. Schnurzel ist da auch noch mit dabei. Die beiden sind anlässlich des GarchingCons ein wenig früher gekommen, damals haben wir noch in Königsbrunn gewohnt. Wir haben einen schönen Tagesausflug nach München gemacht – sie kannten die Stadt und vor allem ihre Biergärten noch gar nicht – und nach dem Schlossbesuch sind wir bei meiner Mutter in ihren großen Garten zu einem sehr fröhlichen Ausklang mit Bier, Wein und Gesang eingekehrt. Nach Ernsts Tod haben wir noch viele Jahre, bis zuletzt, zumindest telefonischen Kontakt gehalten. Ich bin froh, dass unsere letzte persönliche Begegnung noch nicht so lange her ist, und diese werde ich in bester Erinnerung behalten. Gute Reise, Regina, jetzt bist du endlich wieder mit deinem geliebten Paulchen zusammen, dessen Tod du nie wirklich überwunden hast.



Wieder aufstehen

29 01 2017

Ganz Bayern ist krank. Ganz Bayern? Nein, eine winzige Enklave im Unterallgäu hat sich monatelang dagegen gewehrt. Aber dann hat’s uns doch erwischt. Beide. Und zwar so, dass wir tagelang das Bett kaum verlassen konnten, nur zum Notwendigsten. Zum ersten Mal mussten wir um Hilfe bitten, weil wir es nicht mehr allein schaffen konnten. So ganz fiese Bakterizillen, Dreckskokken, die gemeint haben, Megaparty feiern zu müssen. Aber nun sind wir so langsam wieder da. Also zumindest geistig, sodass ich am PRN 146 weiter werkle und meine Helden durch die schlimmsten Unbillen jage, quasi als Rache für meine eigene erzwungene Auszeit. Nun ist es aber wieder gut für ein paar Jahre, dieses ungebetene Mistzeugs braucht kein Mensch, und ich hab zu viel zu tun. (Schön!) Also dann, wir lesen uns. Bald.
Hab ich es euch übrigens schon verraten? Stichwort „6“.
Kommt ihr drauf?
Yay!



Freitag der 13.

13 01 2017

Gleich im ersten Monat des Jahres. Und? Nix. Wie immer. Da draußen rüttelt Egon am Fenster, ich lass ihn aber nicht rein. Zum Glück hat er seinen ganzen Schnee woanders abgeladen, trotzdem kein Grund, ihn einzuladen. (Korrektur: 10 Minuten später bringt er den Schnee – also nee!) Er muss leider weiterziehen. Nicht weiterziehen wird Mr. Trump, sondern erst mal einziehen, im Weißen Haus nämlich. Wie es aussieht, gibt es in seiner Regierung womöglich doch ein paar Leute, die was von Politik verstehen und hoffentlich klug umzusetzen wissen. Und in drei Jahren beginnt der nächste Wahlkampf. Amerika hat schon andere Präsidenten gehabt, die untragbar waren. Solange Trump nur rumproletet und die Arbeit anderen überlässt, wird er sogar noch zu den harmlosen gehören. Bald wird er  feststellen, dass die Regierungsarbeit eine ganz andere ist, als er sie je zuvor hatte. Zumindest dürfte er aber jetzt schon, gleich zu Amtsantritt (und vorher schon) die Spitzenposition der unbeliebtesten amerikanischen Präsidenten einnehmen. Seine Dummheit, seine Pöbelei tun das Übrige dazu. Die Welt jedenfalls wird ihn überstehen. Und dann ist Lisa Simpson dran. Oder hab ich jetzt was verwechselt?
Und bei uns? Wir werkeln eifrig, wie immer, den Tierleins geht es allen gut, und einige, die uns schon lange begleiten, werden allmählich älter und alt. Doch das Junggemüse hält sie in Bewegung. Tja, wir werden auch nicht jünger. Nie hätte ich gedacht, dass ich einmal „bis zur Rente“ als Zeitfixierung verwende. Und viele Jahre sind das gar nicht mehr. So wandeln sich die Perspektiven!
Wundern sollte es nicht – es ist doch tatsächlich 30 Jahre her (also im Herbst), dass wir Fabylon gegründet haben. Wir sind also schon wieder in einem Jubiläumsjahr, und gleich zu Beginn gibt es eine schöne Aktion: Die Preise für die „Waldsee“-Hörbücher sind drastisch gesenkt worden. Die schön gestalteten Sticks sind limitiert und ein tolles Köfferchen gibt es auch noch dazu. Guckst du hier



Auf nach 2017!

24 12 2016

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich wünsche allen Lesern meines Blogs fröhliche, stressfreie Festtage im Kreise eurer Lieben. Lassen wir das Jahr 2016 hinter uns und nehmen wir uns alle fest vor, dass 2017 ein besseres Jahr wird, allen Gegebenheiten zum Trotz. Ein Jahr mit mehr Menschlichkeit, mehr Frieden, mehr Gesundheit, mehr erfüllten Wünschen.

Wir lesen uns!



30/20 Ein paar Gedanken

22 12 2016

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Zum Ausklang des Jahres nehme ich mir eine stille Minute. Ein bisschen wehmütig, aber auch voller Freude. Angesichts meines Jubiläums – 30 Jahre Erstveröffentlichung, 20 Jahre Freelancer – habe ich mein Debüt noch einmal publiziert. Ein wenig überarbeitet, um die eine oder andere Szene erweitert, und mit einem Anhang versehen „wie es dazu gekommen ist“. Ich habe mir das sozusagen selbst geschenkt, weil ich durchaus stolz darauf bin, so viel erreicht zu haben: Meinen Traum zu leben.
Umso schöner ist es für mich, dass viele meine Freude teilen. Seit Monaten schon bekomme ich Mails und Post von „Lesern der ersten Stunde“, die mir „von damals“ berichten. Manche haben das schlichte Heyne-Taschenbuch heute noch auf dem Nachttisch! Auf der einen oder anderen Veranstaltung gab es Begegnungen, die ich mir nicht erträumt hätte nach der langen Zeit: Menschen, die den Titel wiedererkennen, deren Augen dann aufleuchten, die sagen „ja, gibt es das wieder?“, das Buch in die Hand nehmen und mir erzählen, was sie beim Lesen damals empfunden haben. Das waren meine schönsten Momente dieses teils doch sehr … hm … befremdlichen Jahres.
In dieser Rückbesinnung, Melancholie und Nostalgie wünschte ich mir, mein lieber Vater hätte das noch erleben dürfen. Er starb vor 40 Jahren, als ich mitten in der Pubertät war und bereits fest entschlossen, gegen alle Widerstände Schriftstellerin zu sein. Nicht zu werden, denn zu dem Zeitpunkt hatte ich schon hunderte Seiten geschrieben und betrachtete mich als solche. Als ich 11 war, habe ich meinen Vater ins Vertrauen gezogen und ihn gebeten, sich meinen Text anzusehen. Er war mein erster Förderer, der meinen Geschichten, die ich als kleines Mädel, des Schreibens und Lesens noch gar nicht mächtig, schon damals lauschte. Nicht nur, dass er zugehört hat. Er hat auch Fragen zu den Inhalten gestellt, wodurch ich dazu lernte und die Geschichten zusehends strukturierte und ausbaute.
Jeden frühen Morgen, wir waren beide Frühaufsteher, sind wir eine halbe Stunde lang gemeinsam durch unseren Garten gewandert, das war die Stunde der Geschichten. Als ich dann endlich schreiben konnte, musste mein Vater den Lehrern erklären, warum ich statt mit Rechenaufgaben die Hefte lieber mit Geschichten füllte.
Mit 10 entdeckte ich die alte Reiseschreibmaschine meiner Mutter und tippte darauf in den Sommerferien meinen ersten Roman. So um die 50 Manuskriptseiten dürften es gewesen sein, und natürlich eine Pferdegeschichte, und als Westernfan spielte sie selbstverständlich in Montana und handelte von einem Wildpferd, das eingefangen wird. Selbst farbig illustriert. Ich überarbeitete einige Male, bis ich es wagte, meinen Vater um Rat zu fragen, das war dann schon in den Sommerferien des Jahres darauf. So wurde mein Vater zu meinem ersten Lektor, und seine Ratschläge verinnerlichte ich nicht nur, sie bildeten die Basis und das Grundhandwerk.
Ob er wohl ahnte, was aus mir einmal wird? Da er ein absoluter Büchernarr war, da er zu Kriegszeiten Essen gegen Reclambüchlein tauschte und lieber den Magen als den Verstand hungern ließ, hätte es ihn sicherlich sehr gefreut, mich als Schriftstellerin zu erleben.
Da ich meinen Vater als Kind sehr bewunderte, bestärkte mich sein Lob, und nicht weniger seine fundierte Kritik, die mich weiterbrachte. Er nahm mich ernst, obwohl ich ein Kind war, und obwohl ich „bloß schrieb“, was für die übrige Umwelt schlichtweg anrüchig und nicht nachvollziehbar war. Ausgerechnet ich wollte so tun, als sei ich Siegfried Lenz oder Heinrich Böll? Wollte ich ja gar nicht, ich hatte ganz andere Geschichten zu erzählen, aber diese interessierten niemanden. Denn solch eine Spinnerei war genau dasselbe wie ein unsichtbarer Freund – nicht ernstzunehmen.
Mein Vater tat aber nicht so, er nahm mich wirklich ernst, denn er war glücklich, mit mir über das sprechen zu können, was ihm am wichtigsten war, was ihm am meisten am Herzen lag. Bis ins Alter las er jeden Morgen jeden Buchstaben der Süddeutschen. Und mit mir zusammen Bücher. Wir sprachen viel über Literatur, und wir hatten so manches gemeinsam, was ich als Erwachsene erst erkennen konnte. Mein Vater las in den 60ern – sic! – Perry Rhodan, er sah sich jeden SF-Film an, ich durfte als 8-Jährige lange aufbleiben, denn um 23 Uhr erst kam King Kong (das Original), und weil ich ein großer Dino-Fan war, sah er sich den Film mit mir an und sprach mit mir darüber. Er verpasste keinen Loriot und keinen Scheibenwischer, und obwohl er als Frühaufsteher bevorzugt früh zu Bett ging, freute er sich jedes Silvester wie ein kleines Kind auf „Dinner for one“ und lachte jedes Mal Tränen. So wie ich heute noch.
Durch den Ansporn meines Vaters verließ mich nie der Wille zu schreiben, trotz der skeptischen, kritischen und negativ eingestellten Umwelt. Ich tat es auch nicht heimlich, sondern stellte mich der Herablassung. Das war nun einmal meine Welt, mein Traum, und den wollte ich leben, nicht im Stillen träumen. Ohne meinen Vater wäre vielleicht alles anders gekommen, hätte ich vielleicht doch irgendwann den Mut verloren und mich dem familiären Druck gefügt. Aber er hatte an mich geglaubt, und deshalb glaubte auch ich daran, dass ich auf dem richtigen Weg war. Und so habe ich heute fast alles erreicht, was ich erstrebt habe. Ein bisschen was ist noch übrig, aber es ist ja auch noch nicht Zeit für den Ohrensessel.
Danke, Papa, ich denke in diesen Tagen ganz besonders an dich, und die Freude über meinen Erfolg heute und meine ungebrochene Leidenschaft sind vor allem dein Verdienst. Vierzig Jahre sind eine lange Zeit, und dennoch vermisse ich dich, doch ich habe auch immer noch deine Stimme im Ohr und so manche deiner speziellen Mimiken sehe ich lebendig vor mir. Du warst, was Ethik und Philosophie und auch Politik betrifft, der beste Lehrmeister. (Was Finanzen betrifft nicht, ähem, Finanzminister hin oder her.) Du hast den Grundstein gelegt, und ich werde weiterhin deinen Werten folgen, die auch die meinen geworden sind. In meinen Geschichten lebt ein Teil von dir.


















Ein außergewöhnliches (limitiertes) Weihnachtsgeschenk

13 12 2016

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Wer nicht dabei sein konnte – aber auch, wer dabei gewesen ist: Eine bessere Erinnerung an ein abwechslungsreiches Wochenende kann es nicht geben. GarchingCon ist legendär, mit vielen Besuchern und Prominenz – und hat 2015 zum zehnten Mal stattgefunden. Eine nicht mehr wegzudenkende Einrichtung für Perry Rhodan- und Science Fiction-Fans. Mit Vorträgen, Interviews und Auftritten, wie etwa von Außer&Irdisch, aufbereitet auf 5 DVDs mit 8 Stunden Laufzeit. Zum Schnäppchenpreis von 20 Euro! Außerdem gibt es als einmaliges Erlebnis auf gesonderter DVD für nur 9 Euro „Die Galanacht des futuristischen Schüttelreims“ mit den drei bekannten österreichischen Kabarettisten Leo Lukas, Ludwig Müller und Simon Pichler. Auch hier ist die Auflage limitiert. Also zugreifen – und viel Humor verschenken!

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Absage an Energiewende, E-Autos, erneuerbare Energien & Co

21 11 2016

Gerade eben haben wir auf dem Klimagipfel gehört, dass 45 Staaten ganz doll die Wende wollen, weg von allem, nur noch erneuerbare Energien.

Wir wissen aber, dass die Emirate noch für gut 50 Jahre Öl haben. Das wollen die loswerden, und deshalb werden die eine Wende vorher – eine radikale Wende – nicht zulassen.

Und nun hat Texas festgestellt, dass es auf einem noch viel größeren Ölteppich sitzt als bisher angenommen.
Es wird sicherlich niemand annehmen, dass die USA sich weiter an der Wende beteiligen werden, bei diesen Ressourcen, die Geld reinbringen, und zwar ebenfalls für gut 50 Jahre? Oder länger? Selbstverständlich nicht. Die ersten, die aus der Pro-Umwelt aussteigen werden, sind die USA, denn dort haben auch die größten Ölkonzerne der Welt ihren Sitz.

Deutschland wird natürlich weiter Vorreiter bleiben wollen. Ein so winziges Land, gegen die USA und gegen China (die sich einen Scheiß daran beteiligen werden, wenn die Versorgung gesichert wird). Was bedeutet: Unsere Waschmaschinen werden nur noch nachts laufen, weil da der Strom am billigsten ist, aber dummerweise gibt es da keine Sonne, also laufen sie gar nicht mehr und wir stellen auf Handbetrieb um. Ja, das ist doch der Fortschritt: back to the roots! Ach ja, aber E-Autos fördern wir weiter wie verrückt, ob die nun Strom tanken können oder nicht (ich stelle mir vor: Ein Hochhaus mit 200 Mietparteien, und jede hat ein E-Auto. 1. wo parken die, 2. wo zapfen die Strom?! Und die Reichweiten erst! Und der Kaufpreis! Und der monatliche Mietpreis zum Strom dazu! Und Strom muss teurer werden!). Echt, geht’s mir weg mit den E-Autos, das ist der größte Scheiß aller Zeiten, vor allem in Deutschland. Es gibt weitaus bessere Alternativen als ausgerechnet Strom. Und gebaut wird momentan doch auch nur von Nobel-Herstellern und Sportwagen.

Wie auch immer: Bedenket meine Worte. Mit diesem Öl sind die USA weitgehend raus und Deutschland der Depp. Artikel



Was davon zu halten ist.

20 11 2016

Ernsthaft! Kohl war untragbar geworden. Adenauer war untragbar geworden. Jemand, der zu lange an seinem Sessel klebt, ist untragbar für eine gesunde, funktionierende Demokratie. Es bedeutet, dass derjenige – in dem Fall Angela Merkel, die ihre 4. Amtszeit antreten will -, minutiös all die Jahre über dafür gesorgt hat, dass potentielle Nachfolger (m/w) sofort ausgemerkelt, äh, -merzt werden. Ach ja, Herr Merz! Sie wurden ja gleich zu Beginn abgesägt. Sie wurden im Keim erstickt wie alle Nachfolgenden. Anstatt, wenn man wirklich Demokratieverständnis hätte, jemanden zu fördern und „heranzuziehen“, der als „Erbprinz/essin“ geeignet wäre, um einen würdigen Nachfolger (m/w – ach, vergesst jetzt mal das Genderzeug, ihr wisst, dass ich immer Männlein und Weiblein meine) zu präsentieren und dafür zu sorgen, dass die eigene Partei (und nicht der mittlerweile übereitle und dem Cäsarenwahn verfallene regierende Mensch, hier: Merkel) weiterhin an der Regierung festhält. Um dafür zu sorgen, dass das Land auch weiterhin gesund, stabil, flexibel bleibt und eine bunte Vielfalt an Politik und Kultur hat.

Vor ziemlich genau vier Jahren habe ich mich bereits über ihre Wiederkandidatur ausgelassen (bin aber zu faul, das jetzt rauszusuchen, ist ja auch wurscht – denn seither ist alles nur noch mehr den Bach runtergegangen und nein, nicht besser, sondern schlechter geworden, was aber natürlich auch durch die Weltlage bedingt ist). Und nun muss ich das schon wieder?

Frau Merkel, Sie sind machtgierig, machtbesessen, und wollen Ihren Thron nicht räumen, genau wie Queen Elizabeth. „Weil das Volk Sie braucht.“ QUATSCH! Sie tun das für sich, nicht für das Volk, denn was das Volk braucht, wissen Sie nach drei Amtszeiten gar nicht mehr. Sie sind weit davon entfernt in Ihrem Elfenbeinturm, wo Sie sich nur noch mit Ja-Sagern umgeben. Das haben Sie sehr gut von Ihrem Förderer Helmut Kohl gelernt.

Das Schlimme ist, Sie werden wiedergewählt, Sie haben nicht mal eine Zitterpartie vor sich. Denn nicht mal die leider zur Kasperpartei verkommene SPD bringt es nach all den Jahrzehnten des Niedergangs und zunehmenden Desasters auf die Reihe, einen geeigneten Gegenkandidaten aufzustellen. Steinmeier ist kaltgestellt, indem er Bundespräsident wird. Politisch bin ich enttäuscht von ihm, dass er keine Lust dazu hatte, sich zu seiner politischen Verantwortung und dem Volk zur Verfügung zu stellen. Menschlich kann ich verstehen, dass er keinen Bock hat, dieses Erbe anzutreten. Dennoch muss ich auch leider hier sagen: Herr Steinmeier, Sie sind derzeit die größte Enttäuschung für unser Land und die Demokratie.

Erst vor wenigen Tagen hat ein irischer Senator eine Wutrede in Bezug auf Donald Trump gehalten (auf Facebook mit deutschen Untertiteln, hier leider nur original) – und warnt davor, auf welchem falschen Weg Europa sich bewegt. Nämlich genau in die Richtung, in die Trump auch geht. In der Erdogan schon angekommen ist.
Wir erfahren in Europa Land um Land einen Rechtsruck. Besonders bedenklich dabei ist Frankreich, denn es gibt gegen Le Pen so gut wie keinen Gegenkandidaten. Der eine ist schon vorbestraft, der andere hat wohl ein Gerichtsverfahren am Hals.

Gerade jetzt wäre es wichtig gewesen, in Deutschland ein Zeichen zu setzen, das Ruder herumzureißen und in die Gegenrichtung zu segeln. Doch stattdessen geht es auf der konservativen Linie weiter. Sicher, Merkel ist gemäßigt. Doch Nichtstun macht die Dinge nicht besser. Volksferne treibt die Wähler in die Arme der AfD. Und außenpolitisch kennt Merkel mittlerweile jeder hinreichend (bis auf Trump, dem das scheißegal ist), kann sie genau einschätzen und wird sie entsprechend nicht mehr ernst nehmen. Geschweige denn, ihr zuhören.

Es liegt an uns, jedem einzelnen Wähler, nicht das kleinere Übel zu wählen, sondern dafür zu sorgen, dass die bedenkliche Richtung, in die wir steuern, die des wiederbelebten Faschismus mit all seinen Auswirkungen, geändert wird. Wir müssen das wählen, was wir verantworten können, was wir den Kindern für die Zukunft ebnen wollen.  Nicht jammern, handeln!

Kommentar der ARD, Joachim Wendler