Aufruf: Hilfe für ein geschundenes Mädchen (Avaaz)

23 03 2013

Auf den Malediven wurde jahrelang ein heute 15jähriges Mädchen von ihrem Stiefvater vergewaltigt, nun wurde sie vom Gericht wegen “außerehelichen Geschlechtsverkehrs” zu 100 öffentlichen Peitschenhieben verurteilt. So ein Urteil ist unfassbar; unfassbar überhaupt, so ein Gesetz zu verabschieden. Diese Auslebung der Misogynie ist unvorstellbar grausam und mit das Unmenschlichste, was es gibt; sie passt in kein Zeitalter, aber in dieses am allerwenigsten. Leider ist das nur ein Beispiel unter vielen, denn anderswo werden vergewaltigte Mädchen und Frauen öffentlich gesteinigt. Doch hier kann vielleicht konkret interveniert werden: Es sollten nicht nur Unterschriften gesammelt werden, sondern die Malediven auch vom Urlaubsprogramm gestrichen werden. Bei mir standen sie aus solchen Gründen noch nie auf der Reiseliste.

Bitte diese Aktion nicht nur mitzeichnen, sondern auch weitstreuend verbreiten.

Alptraum im Paradies – 100 Peitschenhiebe für 15jährige



Buchmesse Leipzig 2013 – eine Rückschau

19 03 2013

Am Mittwoch ging es los – ich habe Ehemann und Verleger Gerald Jambor in der Rehaklinik abgeholt und wir fuhren direkt weiter auf die Autobahn gen Leipzig. Ein Stau bei Münchberg, na schön, so was kann es ja immer mal geben. Das Wetter ist bescheiden, eisiger Winter mit Schneefall, und das Mitte März. Da werden Fahrer schon mal unvorsichtig – vor allem die LKW-Fahrer. Das führt dazu, dass auf der A9 bei Dittersdorf zwei LKW-Fahrer auf einer über 20 km langen Baustelle nichts besseres zu tun haben, als sich zu überholen, es ist zu eng, man kracht so zusammen, dass bei einem LKW das Führerhaus weggerissen wird, und wir anderen stehen im Total-Stau, weil logischerweise die gesamte Richtung verstopft ist. Dadurch kommen wir mit über 4 Stunden Verspätung in Leipzig an, und ja, ich bin sauer. Solche Unfälle sind vermeidbar!

Aber der Aufbau ist schnell geschehen. Da wir nicht verkaufen dürfen, habe ich nur je 1 Stück unserer Titel dabei, mit Ausnahme der »Chroniken«, weil wir hierfür ja auch einen Aufsteller haben und protzen wollen. So treffen wir kurz vor halb 9 abends im phänomenalen The Westin Leipzig ein. (Nebenbei: zum ersten Mal nehme ich ein Hotel in der Innenstadt, und schon ist hier der halbe Weg wegen Baustelle gesperrt, und wir müssen einen Umweg nehmen.)

Uns erwartet bester Service, ein schönes Zimmer im 20. Stockwerk, eine Bar, die großartige Cocktails kredenzt, dazu ein lecker Schmaus, und nicht zu vergessen das fantastische »Falco**« mit einem wunderbaren Gourmet-Angebot für Auge und Gaumen hoch oben auf der 27. Etage. Hier erholen wir uns wahrhaftig des Abends von der Messe. Ein kleiner Urlaub sollte ja auch mit dabei sein.

Donnerstag und Freitag erwarten uns auf der Messe eine Menge Gespräche, die den Grundstein für neue Projekte bilden sollen – und hoffentlich auch werden. Samstag und Sonntag gehört dann ganz den Besuchern und CosPlayern, unseren treuen Kunden und den an Ort und Stelle neu Gewonnenen. Wir bekommen viel Besuch (sogar Sekt wird mitgebracht …), und ja, unser »Mega-Klopper«, die luxuriöse Sammelausgabe der »Chroniken von Waldsee«, ist ein echter Hingucker und findet viel Interesse und Anklang.

Es ist eine interessante und anstrengende Messe, wie immer, und wir haben – wie erwartet – viel Spaß mit unseren Standkolleginnen und Kollegen, da wir alle auf »kleinem Raum« versammelt sind.

Aber.

Natürlich meldet die Messe wie jedes Jahr Besucherrekorde. Doch das stimmt nicht! Wir haben sehr viel weniger Publikum als in den vergangenen Jahren festgestellt, und das ist auch kein Wunder, fehlen doch sehr viele Aussteller. Die Halle 5 war gar nur zur Hälfte belegt, und selbst in unserer Halle 2, die am meisten besucht ist, findet sich viele freie Fläche, und die Gänge sind mehr als doppelt so breit wie sonst.

Woran liegt es? Am »neuen« Konzept der Messe, das ja nun schon zwei Jahre alt ist. Obwohl immer wieder versichert wird, wie wichtig die Halle 2 mit der Phantastik sei, wird alles dazu getan, um die Leute zu vergraulen. Das fängt damit an, dass wir nicht mehr verkaufen dürfen, und es geht damit weiter, dass die CosPlayer, die wegen der Medienaufmerksamkeit angeblich »sehr geschätzt« sind, ans hintere Ende der Halle verbannt werden, wo sie »auf einen Haufen gedrängt« dann TV-wirksam in Szene gesetzt werden können. Aber bitteschön den »normalen« (seriösen?) Ablauf der Messe nicht stören sollen. Wir haben sehr viel weniger Kostüme als in den Jahren davor gesehen (und davon waren die meisten an mehreren Tagen anwesend), und vor allem das Alter der Träger war weit heruntergesetzt. Und das liegt sicher nicht daran, dass die CosPlayer »herausgewachsen« sind. Die Händler sind gleich daneben an die Wand gequetscht worden und müssen horrende Standmieten zahlen. Desgleichen die Comic-Künstler – ja, Comics will man schon gleich gar nicht mehr haben! -, die für ihre Signierstunden sage und schreibe 40 Euro pro Tisch und Veranstaltung bezahlen müssen. Außerdem dürfen sie nicht einfach zeichnen und signieren, was sie möchten oder gewünscht wird, alles muss völlig p.c. und vor allem züchtig sein. (Mal abgesehen davon, dass im Animekino 8jährige gebannt den großformatigen Sexszenen zusahen.)

Es ärgert mich auch, dass ich kurz vor der Messe noch einmal eine Mail mit drastischen Worten erhalten habe, in der deutlich darauf hingewiesen wurde, dass ich mich gefälligst an alle Bedingungen zu halten habe, andernfalls drohen enorme Strafen. Und eine Bitte von mir wurde – zur Hälfte – »ausnahmsweise erlaubt«. Das ist ein Ton, den ich mir verbitte, denn ich bin diejenige, die den Stand bezahlt und damit der Messe ihr Überleben garantiert.

Will man Klein-Frankfurt werden? Ich weiß es nicht. Die Fantasy-Leseinsel ist wegen des vakanten Platzangebots so groß geworden, dass die meisten Leute nur dasitzen und sich erholen, ohne zuzuhören, weil sie sowieso nur die Hälfte mitbekommen. (Leider war auch die Qualität der Lesungen großteils schlecht.) Frustrierend ist das insofern, da man für diese Lesung als Verlag ja auch noch bezahlen muss. (Damit hat vor 4 Jahren eigentlich alles angefangen – es wird groß mit »Leipzig liest« geworben, aber bitteschön nur gegen ordentlich Geriebenes.)

Gewiss, vor sieben, acht Jahren war die Messe klein, und man rang um Aufmerksamkeit, vor allem der Verlage. Doch nun, da es endlich so richtig angelaufen scheint, vergrault man die Aussteller und setzt lieber auf Zugpferde. Kleinverlagen werden Steine in den Weg geschmissen, wo es nur geht – Starterpaket hin oder her, das ist doch alles nur Augenwischerei.

Das alles wäre noch gut zu verkraften, wenn das Publikum noch so engagiert wäre wie wir es vor 8 Jahren und bis eigentlich 2011 (2012 waren wir wegen des »neuen Konzeptes« aus Protest nicht dabei) erlebt haben. Diesmal beobachteten wir nicht nur sehr viel weniger Besucher, sondern das Verhalten hat sich auch geändert. Die meisten verhielten sich wie bei einem Besuch im Museum oder im Zoo: Anschauen, weitergehen. Erst am Wochenende gingen dann auch mal Prospekte weg, und es wurden Bücher angesehen und Fragen gestellt.

Die Verlage geben sich Mühe, Publikum anzuziehen, mit Bestsellerautoren, Ehrungen (zB von Wolfgang Hohlbein) und Preisverleihungen wie dem Seraph. Bei den Bestsellerautoren waren die Warteschlangen zum Signieren stets lang.

Aber sind wir wirklich noch auf dem richtigen Weg?

Oliver Plaschka wetterte am Samstag im Anschluss an seine Lesung, dass Fantasy keine Jugendliteratur sei, und da hat er absolut recht. Und mir völlig aus der Seele gesprochen. Seit Anfang der 80er bemühe ich mich, in den Kopf der Leute zu bekommen, dass die Formel nicht Fantasy = Jugendliteratur heißt. Sondern dass sie sich eigentlich von Anbeginn an Erwachsene gerichtet hat. Wie oft muss ich mir also noch anhören »Das ist doch nur was für Kinder«? Ich bin es müde, ich bin es leid, und Oliver Plaschka hat mein Empfinden in Worte gekleidet. Vor allem, wenn bei einer Preisverleihung wie dem Seraph ca. vier von fünf Preisen an Jugendbücher gehen, kann was nicht stimmen. Das ist nicht in Ordnung, und es zertrümmert alles gründlich, was ich in den vergangenen Jahrzehnten versucht habe aufzubauen. Nun kann ich nur noch ein »siehste!« ernten.

Doch ein kleines Highlight gab es trotzdem. Wir blieben bis Montag, um am Sonntag noch einmal gemütlich zu essen und uns gründlich auszuschlafen. Nachdem es in den Messetagen meist sonnig, aber eisig kalt war, erwartete uns dann am Montag nasser Schneefall. Was nicht so schlimm war, denn wir hatten zwar den Zoobesuch geplant, aber nur das Aquarium und das Gondwanaland, da mehr aus bekannten Gründen sowieso nicht zu schaffen war. Ich hatte extra einen Elektroscooter bestellt; glücklicherweise haben wir nach unserer Ankunft im Zoo dort angerufen, denn ohne uns vorher je zu informieren, geschweige denn aktuell Bescheid zu geben, wurden wir beschieden »bei dem Wetter machen wir das nicht, das könnte ja einen Kurzschluss geben«. Ok?! Die gesparten 30 Euro haben wir dann in ein gutes asiatisches Menu im Zoorestaurant investiert. Die netten Zoohelfer hatten allerdings einen Rollstuhl für uns, der kostenlos zur Verfügung gestellt wird. So fuhren wir also durch diese tolle Halle unter tropischen Temperaturen, während es draußen saute. An dieser Stelle muss gesagt werden: Das »Gondwanaland« ist unglaublich toll gemacht, und das Zoo-Personal ist spitze! Jederzeit freundlich, hilfsbereit, zuvorkommend. Da man sich wie durch »die Wildnis« bewegt, muss man ein flinkes Auge haben um die Tiere auch zu »erwischen«. Aber man sieht immer ein paar – beispielsweise auf der Bootsfahrt haben wir einen Ozelot beobachtet, der gerade eine Ente gefangen hatte. Dann gibt es auch noch den »Treetop-Walk«; am liebsten hätte ich da gleich Urlaub gemacht!

Fazit: Vorwiegend waren diese Tage auch als Urlaub eingeplant, die wir sehr genossen haben. Die Messe war trotz allem erfolgreich für uns, aber verglichen mit den Vorjahren wäre da sehr viel mehr drin gewesen. Ob ich nächstes Jahr noch einmal wiederkomme? Ich habe bis September Zeit, mich zu entscheiden, aber momentan stehen die Zeichen eher dagegen, denn der aktuelle Stil der Messe gefällt mir nicht. Es ist vielleicht sinnvoller, dieses Werbebudget anderweitig zu verwenden. Mal abgesehen davon, dass ich mir nach 25 Messejahren gestatte, auch mal ein wenig »müde« zu werden.

Sonnenaufgang Zimmerfenster 20. Stock

Sonnenaufgang Zimmerfenster 20. Stock

Leipzig erstrahlt

Leipzig erstrahlt

Donnerstag früh - es geht los!

Donnerstag früh – es geht los!

Der Hingucker

Der Hingucker

Freitag Morgen

Freitag Morgen

 

Samstag: garantiert elfenfreier Inhalt! Da können wir leicht strahlen.

Samstag: garantiert elfenfreier Inhalt! Da können wir leicht strahlen.

 

Da strahlt auch der Künstler: Timo Kümmel

Da strahlt auch der Künstler: Timo Kümmel

 

Wir sind stolz an diesem Messesonntag.

Wir sind stolz an diesem Messesonntag.

Und nun der Zoo Leipzig - Gondwanaland. Eine lässige junge Dame so früh am Morgen.

Und nun der Zoo Leipzig – Gondwanaland. Eine lässige junge Dame so früh am Morgen.

Ein Boot nur für uns Zwei! Im tropischen Dunst ...

Ein Boot nur für uns Zwei! Im tropischen Dunst …

Wir fahren in die Geschichte Gondwanas...

Wir fahren in die Geschichte Gondwanas…

... durcheilen die Jahrmillionen ...

… durcheilen die Jahrmillionen …

... und begegnen in der Gegenwart wie auf Bestellung einem lebenden Fossil: dem jungen Komodowaran.

… und begegnen in der Gegenwart wie auf Bestellung einem lebenden Fossil: dem jungen Komodowaran.

durch das tropische Gondwana - mit Ausschnitt auf den Treetop-Walk.

Durch das tropische Gondwana – mit Ausschnitt auf den Treetop-Walk.

Und zuletzt die entzückende Schabrackentapirmami mit ihrem fröhilchen Kind.

Und zuletzt die entzückende Schabrackentapirmami mit ihrem fröhlichen Kind.

 

 

 

 

 

 

 



Weltfrauentag

8 03 2013

Ja, da ist er wieder. In den vergangenen Jahren habe ich mich dazu geäußert. Dieses Jahr äußere ich mich nicht. Denn es hat sich nichts geändert. Im Gegenteil, es wird eher schlimmer. Wenn ich mir so anschaue, welche misogynistischen homophoben Kerle als Papst zur Auswahl stehen, wird mir schlecht. Und niemals verstehen werde ich, wie Frauen so einer Kirche, die Frauen verabscheut, die Kinder vergewaltigt, die alles ablehnt, was nicht ihrer 1500 Jahre alten Ansicht entspricht, die einfach nur unmenschlich ist, folgen können. Hat nichts mit Glauben zu tun.

Nein, heute ist mir nicht danach, mich zu äußern, der Brecheimer ist schon zu voll.



Armutszeugnisse

6 03 2013

Gerade werden mal wieder die Listen der Reichsten der Welt veröffentlicht. Schön, dass die Drogen- und Mafiabosse weiterhin ganz weit vorn sind, ich wäre sonst beunruhigt gewesen, was mit der Welt nicht stimmt. Aber es ist alles in bester Ordnung – nein, sogar noch besser. Es gibt noch viel mehr Milliardäre als je zuvor. Prima! Damit können wir doch alle etwas Tolles, das “nichts” heißt, anfangen.
Gleichzeitig werden die Armutsberichte vorgelegt, aber die sind ja vor allem in Deutschland überflüssig. Es geht uns so gut wie noch nie, wir haben Vollbeschäftigung, keine Schulden, kein … hmmmm … was kommt mir da komisch vor? Wie immer das “Durchschnittsgehalt des durchschnittlichen deutschen Mannes” bei 3500 Euro brutto, klasse! Wenn es nur schon alle hätten. Merkwürdig, wie viele Leute ich kenne, die nicht mal 2000 Euro brutto verdienen. Auch Männer, übrigens. Und gar nicht mal so wenige.
Diesmal aber hat die Schönfärberei wohl so übertrieben, dass sich sogar die Presse drüber aufregt, was sie bisher nie getan hat. (Mag auch am FDP-Bashing liegen, was gerade in ist. Nicht falsch verstehen! Die FDP ist indiskutabel, aber sie ist das ja nicht allein, sie trötet vielmehr nur sehr laut ins Horn der Großen, und zwar beiden Farben. Jaja, brauchen wir gar nicht drumrum tun, bei der SPD trötet halt nur der Steinbrück so laut, dass man den Rest nicht mehr hört. Und die Kanzlerin gibt sich eh vornehm schweigend und schickt, ganz “Anführerin”, die anderen ins Feld.) Schon im Autoradio habe ich es gehört, und die SZ titelt es auch sehr schön: “Ich mach’ mir die Welt, wie sie mir gefällt” widewidewitt trallala. Aber sogar Pippi Langstrumpf hat mittlerweile viele Abstriche hinnehmen müssen und wurde gesäubert und bereinigt.
Sehr passend dazu äußert der Postillon “Forbes-Liste der ärmsten Menschen der Welt von Mann aus Sierra Leone angeführt” Treffend und so satirisch, dass nur noch die bittere Wahrheit am Ende übrig bleibt. So muss es sein, auch wenn nur dummköpfige Mittelstandsbürger wie ich das lesen und sich auch was dabei denken; die da oben denken ja nicht mal mehr, sondern halten nur noch den Geldsack auf. Haben es ja auch nicht nötig, es hindert sie ja keiner. Eine globale Elite, die den Stiefelabsatz über den Ameisen da drunten hält, und wehe, eine schert aus der Reihe.
Das wird auch in Venezuela trotz des Todes des Diktators nichts ändern (ich werde nie begreifen, wie man Massenmörder, Unterdrücker und Folterspezialisten derart verehren kann. Oder wie eine Gehirnwäsche so gut funktionieren kann …).
Hat eigentlich jemand “The Company Men” gesehen? Da schmeißt ein Konzernchef 8000 Mitarbeiter raus, um sich ein Prestigebürohaus in bester Lage zu bauen.
Wo will ich eigentlich hin? Ich weiß nicht. Hat jemand eine Idee, wohin der Weg führen könnte, wenn man … mal das Richtige tut? Momentan steh ich nämlich vor einer riesigen Wand. Einer Mauer. Gibt es jemanden, der die wegräumt? Irgendwo?



“Trinkwasser ist ein Menschenrecht – und darf nicht den Profitinteressen von Konzernen dienen.”

22 02 2013

Eine absolut unsinnige EU-Richtlinie will die Kommunen dazu zwingen, die Wasserversorgung zu privatisieren. Was bedeutet, dass die Preise bis ins Unendliche steigen werden und die Qualität dafür sinkt. Wir werden abhängig von Privatkonzernen, die nur der Profit interessiert. Mit Wasser werden sie ihre Profitgier bis zur Erpressung treiben. Trinkwasser ist keine Ware, die an der Börse gehandelt werden darf! Es ist unvorstellbar, welcher Missbrauch unter Garantie damit getrieben wird, und zu welch menschenunwürdigen Zuständen das führen wird. Ich habe keinerlei Vorstellung, wie die EU-Politiker so etwas überhaupt nicht in Erwägung ziehen können!

Deshalb bitte diesen Aufruf unterschreiben, weiterleiten, auf Facebook teilen. Campact-Aktion gegen Privatisierung der Wasserversorgung.



Die zunehmende Brutalität der Polizei

7 02 2013

Wie oft kommt das Szenario vor? Und sei es auch nur eine kleine Bagatellsache – mit Hurra wird da nachts die Wohnung aufgebrochen und hineingestürmt, die Bewohner gleichermaßen – wurscht, ob Erwachsener oder Kind – aus den Betten gezerrt, zu Boden geworfen und zu Tode geängstigt, mindestens verbal mit Beschimpfungen attackiert, die Wohnung wird dazu mutwillig verwüstet, der Hund erschossen, auch wenn es nur ein Chihuahua ist; reine Notwehr das alles, könnte sich ja ein Waffenlager oder Terroristenversteck darin befinden. Oh, das ist gar nicht Meier, das ist Müller? Oh, die Hausnummer ist gar nicht 9, sondern 6? Ach, macht nichts, gute Arbeit, Jungs, verbuchen wir es als Training on the Job. Schadenersatz? Für was denn bitte? Man macht nur den Job, und wenn sich da einer vertut, nicht das Problem des Ausführenden. Eine Entschuldigung? Wofür denn? Haben wir nicht gerade geklärt, dass man nur den Job macht?
Solche Szenen sind allerdings eh schon Alltag, da kommt man ja kaum mehr mit der Liste hinterher, so oft passiert das. Interessiert ja nicht mal mehr die Presse, weil zu oft wiederholt langweilt den Leser.
Und langweilt auch die Polizei irgendwann, da gibt es dann keinen Adrenalinkick mehr, da muss was neues her. Vor allem in Bayern, das schon immer gern wie Texas sein will; das Öl fehlt halt, aber ansonsten ist alles vorhanden. Erzgläubig, gegen alles, was nicht ordentliche Familie von Mama, Papa, Sohn und Tochter ist, gegen alles, was das Kind verderben könnte (Harry Potter zum Beispiel), und schnell bei der Waffe; bei zierlichen Frauen oder Minderjährigen genügt auch die Faust oder der Stiefel, und ein bisschen körperliches Training muss ja auch sein.
Große Vorbilder gibt es zuhauf, wie etwa den Kerl in Passau, der schon mal jemanden versehentlich ersticht mit einem Messer, von dem er nicht weiß, woher es kommt, oder der Rosenheimer Polizeichef, der schon mal einem Schüler disziplinarisch mit Kopf gegen die Wand knallen und mit Füßen treten zeigt, wo es langgeht. Der Schüler zieht daraus gewiss die richtige Lehre.
Ach ja, und da haben wir noch die zierliche junge Frau, die Streit mit ihrem Freund hat und Angst bekommt, dass er sie verprügelt, also ruft sie die Polizei zu Hilfe, und die geht auch gleich fachmännisch zur Sache – Hände in Fesseln auf dem Rücken und dann mit geballter Faust volle Granate rein ins Gesicht. Ein Glück, dass der Hüter des Gesetzes das getan hat und nicht der Freund, so ist sie doch viel besser dran. Klar, jede Menge Augenzeugen dabei, einer filmt das sogar, damit erkennbar ist, dass Notwehr und Selbstverteidigung unumgänglich waren. Vier oder mehr Polizisten schaffen es nicht, mit einer 23jährigen, um die 50 Kilo schweren Frau, die die Hände auf den Rücken gefesselt hat, ohne Fäuste fertig zu werden. Aber das ist auch ein besonders schwerer Fall, sie wollte schließlich ihre Mama anrufen.
Immerhin sind die Bayern konsequent, die verüben einfach Gewalt gegen alles und jeden, egal ob Mensch oder Tier, jung oder alt; das ist dann doch sowas wie Gleichheit vor dem Gesetz und vor den Augen des Gesetzes.
Kein schöner Land.
SZ-Artikel “Das Problem sind Polizisten, die denken, sie dürfen alles”



Bayerische Narreteien

11 01 2013

“Liberalitas Bavariae” wird ja ganz gern mal angeführt (auch vor Jahrzehnten von längst vergangenen Politikern wie Franz-Josef Strauß, welch ein Anachronismus), aber dieses angebliche “Leben und Leben lassen” war und ist eine heuchlerische Lüge, was in einem erzkatholischen Land nicht verwundern darf. Aber weil wir ja die heimliche Hauptstadt mit Herz haben, und das Oktoberfest, die schönen Lebkuchenherzeln, die Bussi-Gesellschaft und viele Amigos, will man diese Lüge nur zu gern glauben, nicht nur der Preiß’ – Pardon, der jenseits des Weißwurst-Äquators Beheimatete (muss es wohl nicht-diskriminierend laut des extrem p.c. Verlags Thienemann aus dem Schwabenland heißen) -, sondern sogar der Bayer selbst. Zumindest, solange er seine Maß Bier oder Weißbier und den Schweinsbraten vor sich stehen hat. Andererseits, wenn man hier lebt, muss man sich halt in die Tasche lügen.

Worüber rege ich mich mal wieder auf? Da soll die – überaus verdiente und von mir nunmehr schon seit Jahrzehnten geschätzte – Kabarettistin Veronika von Quast den Ehrenpreis der Faschingsgesellschaft “Würmesia” erhalten. Weil sie aber als Laudator Sebastian Frankenberger wollte, und weil der Preis nur im Heide Volm überreicht werden kann, und weil Sebastian Frankenberger dort lebenslanges Hausverbot hat – wird ihr der Preis nun wieder aberkannt und jemand anders bekommt ihn.

Ja wo samma denn?! Und warum hat dieser schreckliche Mann Hausverbot, und warum ziehen alle anderen alteingesessenen Klüngel-Bierdimpfl-Wirte “solidarisch” mit? Gemeinschaftsmobben auf öffentlicher Ebene? Das unverzeihliche Verbrechen des Mannes ist: Sebastian Frankenberger hat das Volksbegehren gegen das Rauchen in Gaststätten initiiert. Dafür gebührt ihm nicht der Rausschmiss, sondern mindestens 3 Orden! Denn dank seiner Initiative kann auch ich wieder in Wirtshäuser gehen, was mir aufgrund meiner Atemwegserkrankung bis dato unmöglich war, oder vielmehr nur für kurze Zeit mit anschließend längerer Büßerzeit dafür, aber nicht religiöser Art. Meine Klamotten stinken nicht mehr, und ich muss auch nicht sofort nach Wirtshausbesuch unter die Dusche, weil ich selbst ebenfalls unerträglich stinke. Und ich bin ja nicht allein, die Mehrheit hat so abgestimmt. Ein Hoch auf Frankenberger, und Danke dafür, und Danke an alle, die für das Rauchverbot gestimmt haben. Allerdings, jetzt, wo ich es kann, verzichte ich angesichts solcher Eskapaden gern auf den Besuch in solchen Etablissements, und ich werde gewiss auch keine Gäste mehr zu diesen “traditionsreichen Wirtschaften” führen. Nein, ganz bestimmt nicht.

Man könnte ja diese gänzlich unkomische Narretei für einen nur allzu schlechten Faschingsscherz halten. Aber leider ist es die Wahrheit. Ein Preis an eine Person wird nicht verliehen, weil eine andere Person Hausverbot hat, und weil alle z’amhalten, einschließlich des Kasperlevereins Würmesia, werden gleich alle beide Personen schlichtweg zu einer einzigen persona non grata diskreditiert. Ein einziger Wirt bestimmt darüber, wer einen Preis bekommt, und die Verleiher sowie alle seine “Freunde” kuschen! Ich glaub’s ja nicht!

Aber was wundert mich das in einem Land, in dem schon auch einfach mal staatliche Willkür in Form von Zensur verübt wird (und niemanden interessiert der im Grundgesetz verankerte Grundsatz “eine Zensur findet nicht statt”, stattdessen lacht man einfach nur über die “schrulligen Bayern”), indem man ein Programm schlichtweg abschaltet. Weil man ihm entweder religiöse Verstöße anlastet, oder, was weitaus schlimmer ist, Kritik an der Politik. Und nun wird auch jemand abgeschaltet, der etwas für die Gesundheit tun will. Und wer mit ihm zusammenhängt, gleich mit, zapp, weg damit! Sippenhaft, Schluss aus, wer in Bayern nicht mit den Großkopfeten jubelt, wird hinweggefegt in den Gully, wo er hingehört.

Ich bin fassungslos und ungläubig, wenngleich es mich nicht wundern sollte. Veronika von Quast tut das einzig Richtige – sie verzichtet auf den Preis unter solchen Voraussetzungen. Und ganz ehrlich: So einen Preis braucht sie auch ganz gewiss nicht.

Wirts-raus-kultur auf BR



Initiative “Welpen sind keine Ware”

9 01 2013

gegen welpenhandel

“Mit der Initiative “Welpen sind keine Ware” setzen sich der Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH), die Tierschutzorganisation TASSO, DOGS und weitere Tierschutzorganisationen ab sofort gemeinsam gegen den Welpenhandel ein.”

Das ist hoffentlich der gute Anfang von etwas, das einmal Wirkung zeigt. Vor allem auch gegen Zajac. Der Dogs-Artikel gibt weitere Auskunft.

Dogs-Artikel

 



Frohe Festtage und alles Gute für 2013!!

24 12 2012


Die Tage werden wieder länger, die Gangart gerade ein wenig stiller, die Akkus werden neu geladen. Auf geht’s! Zum neuen Jahr. Nehmen wir uns die guten Dinge nicht nur vor, sondern führen sie auch durch.



21.12.12 um 21:12

21 12 2012

Auch das will mal gesagt sein.